Frage von Sedlmeyer, 38

Scheidungskosten absetzen (Rechnungen in verschiedenen Jahren)?

Ich habe gegen den Einkommenssteuerbescheid für 2015 Einspruch eingelegt hinsichtlich der Geltendmachung der Scheidungskosten als außergewöhnliche Belastung. Inzwischen hat mir das FA mitgeteilt, dass ich nur die reinen Scheidungskosten (also die Kosten für die Aufhebung der Ehe) und nicht die Kosten des Scheidungsfolgesachen absetzen könne. Soweit so gut. Nun ist die Scheidung im Dezember 2015 ausgesprochen worden. Ein Teil der Rechnung in Höhe von ca. 1.900 EUR ist in 2015 gezahlt worden. Der Rest in Höhe von 1.100 EUR im Jahr 2016 (Rechnung auch in 2016 erstellt).

Das FA bittet mich nun um Rücknahme des Einspruchs, da die Höhe der Forderung (1.900 EUR) unter der Zumutbarkeitsgrenze (2075 EUR) liege.

Ich frage mich jetzt, ob ich die restlichen Kosten in Höhe von 1.100 EUR tatsächlich erst bei der Steuererklärung für 2016 geltend machen kann, mit der Folge dass beide Einzelsummen jeweils unter 2075 EUR liegen und ich im Endeffekt gar nichts absetzen kann. Kommt es hier tatsächlich - wie bei Handwerkerrechnungen - auf das Jahr der Zahlung der Rechnung an? Dann würde es mir also zum Nachteil gereichen, dass die Scheidung "zufällig" im Dezember war und nicht Mitte des Jahres oder früher.

Ich wäre dankbar, wenn sich hier ein paar im Steuerrecht versierte User melden könnten. Ich bin zwar selbst Beamter, aber mit Steuerrecht habe ich so gar nichts am Hut. :-)

Antwort
von 123dieanni, 21

Im Steuerrecht gilt das Zu- bzw Abflussprinzip. Die Aufwendungen können in dem Jahr geltend gemacht werden, in dem sie gezahlt worden sind. Somit hast Du leider Recht mit der Annahme, dass sich die Kosten in beiden Jahren auf Grund der zumutbaren Eigenbelastung nicht auswirken.


Antwort
von rasperling1, 30

Ja, das hat das Finanzamt leider recht. Die zumutbaren Kosten werden pro Kalenderjahr neu gerechnet.

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