Frage von lindgren, 76

Scheidung, Tilgungsraten weiter zahlen für ein Haus, welches geschiedene Frau seit 2011 nicht mehr bewohnt?

Ein Vorfall in meinem Bekanntenkreis: Das Paar ist seit 3 Jahren geschieden, die Frau wohnt mit ihren Kindern seit 2011 nicht mehr in dem gemeinsam erworbenen Haus.

Da wohnt der Exmann mit seiner Lebensgefährtin - seit dem gleichen Zeitraum. Eine Frau ist raus, die andere rein.

Soweit gut. Unterhalt wird für die Kinder gezahlt, allerdings ist der vereinbarte Betrag meistens um einige Euro (letzten Monat wären es 30 Euro, der Monat davor 20 Euro) unterschritten.

Im Zuge des Zugewinnausgleiches sollte die Frau von ihrem Exmann um die 20.000 Euro erhalten. Der Exmann drohte ihr, wenn sie ihre Forderungen durchsetzen würde, würde er die Darlehensraten für das gemeinsam erworbene Haus einstellen. So kam es auch.

Nun tritt die Bank an die Exfrau um von ihr die Darlehensraten einzufordern. Beide stehen als Eigentümer des Hauses im Grundbuch. Es geht um ca. 9000 Euro rückständige Raten.

Wie ist das denn? Kennt sich wer damit aus. Bei der Exfrau ist nichts zu holen, sie hat 3 minderjährige Kinder bei sich und wohnt zur Miete.

Danke !!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von FordPrefect, 30

Im Zuge des Zugewinnausgleiches sollte die Frau von ihrem Exmann um die
20.000 Euro erhalten. Der Exmann drohte ihr, wenn sie ihre Forderungen
durchsetzen würde, würde er die Darlehensraten für das gemeinsam
erworbene Haus einstellen. So kam es auch.

Also hat die geschiedene Ehefrau diesen Anspruch gerichtlich eingefordert? Gut.

Nun tritt die Bank an die Exfrau um von ihr die Darlehensraten einzufordern. Beide stehen als Eigentümer des Hauses im Grundbuch. Es geht um ca. 9000 Euro rückständige Raten.

Wenn beide Eigentümer und beide Kreditnehmer sind, dann haften beide gesamtschuldnerisch für den vollen Kreditbetrag. Die Bank kann sich an jeden der beiden Kreditnehmer individuell wenden, um ihre ihr zustehenden Raten sowie ggfs. den offenen Restbetrag des Darlehens insgesamt einzufordern. Die Aufteilung der Kosten / Raten im Innenverhältnis der beiden Kreditnehmer muss den Gläubiger nicht interessieren.

Wie ist das denn? Kennt sich wer damit aus. Bei der Exfrau ist nichts zu holen, sie hat 3 minderjährige Kinder bei sich und wohnt zur Miete.

Doch, nämlich das halbe Haus, das ihr ja ganz offenbar noch gehört. Das wird die Bank per Zwangsversteigerung veräußern, davon ihre Kosten, die ausstehenden Raten und den Kredit ablösen, und den ggfs. verbleibenden Überschuss auszahlen. Ist der Erlös kleiner als die Summe, verbleiben den Kreditnehmern auch nach der Veräußerung noch offene Forderungen. Die kann der Gläubiger 30 Jahre lang jederzeit vollstrecken.

Kommentar von lindgren ,

Auch, wenn im Zuge der Scheidungsverhandlungen gerichtlich vereinbart worden ist, dass der Mann die Tilgungsraten alleine trägt?

Kommentar von FordPrefect ,

Ja. Es handelt sich hier um eine zivilrechtliche Frage der beiden Eheleute im Innenverhältnis. Die gesamtschuldnerische Haftung gegenüber dem Kreditgeber berührt das in keinster Weise.

Antwort
von peterobm, 40

so wie es sich anhört wird das auf eine Zwangsversteigerung hinauslaufen. Die Ehefrau wird nicht zahlen können, Sie wird unter dem Selbstbehalt liegen.

Antwort
von rasperling1, 22

Die Frau hat vielleicht zu wenig Einkommen, aber sie hat Vermögen - nämlich das halbe Haus, das ihr gehört. Deshalb kann die Bank vollstrecken, notfalls eben durch Zwangsversteigerung des Hauses. Dann sind aus dem Versteigerungserlös nicht nur die Rückstände an die Bank zu zahlen, sondern der gesamte Restkredit. Sollte vom Versteigerungserlös noch etwas übrig bleiben, so wird dieses Geld erst einmal hinterlegt. grundsätzloich würde es beiden Ex-Eheleuten je zur Hälfte zustehen. Wenn die Exfrau einen Gerichtsbeschluss hat, wonach ihr 20.000,- Euro Zugewinn zustehen, so kann sie verlangen, dass sie von dem Überschuss die Hälfte + 20.000,- Euro bekommt. Wenn sie keinen Beschluss über den Zugewinnausgleich hat, sondern vielleicht nur eine mündliche Zusage des Exmannes, sieht es schlecht aus: denn der Anspruch auf Zugewinnausgleich verjährt spätestens drei Jahre nach der Scheidung. Ein Anspruch auf Mietzahlung gegen die neue Frau des Exmannes besteht nicht.

Antwort
von martinzuhause, 33

auch wenn sie nicht zahlen kann ist sie trotzdem einer der kreditnehmer.

wenn ihr mann den zugewinnausgleich nicht zahlen will soll sie einfach klagen. dannn muss das haus versteigert werden.

Kommentar von lindgren ,

Das dachte ich mir auch. Wie ist es mit der Lebensgefährtin des Exmannes? Miettechnisch gesehen?

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