Frage von Bummia, 168

Scheidung: Mein Noch-Ehemann will sich nach über 23 Ehejahren scheiden lassen. Bekomme ich Ehegattenunterhalt nach der Scheidung. Ich war nicht arbeiten.?

Antwort
von habakuk63, 47

Dein noch Ehemann ist im Trennungsjahr zu Ehegattenunterhalt verpflichtet. Je nach Situation und finanzieller Lage, des dann (Ex) Ehemannes kann es auch nach der Scheidung eine Zeit lang Unterhalt geben, das ist so deutlich nicht geregelt, wie das Jahr Trennungsunterhalt. Frage deinen Anwalt und frage das Gericht, eventuell hift es auch mit deinem noch Ehemann zu sprechen. 23 Jahre sind kein Pappenstil.

Ich war 25 Jahre verheiratet, bis ich die Scheidung eingereicht habe und habe meiner Ex-Frau erheblichen Unterhalt freiwillig gezahlt, dafür haben wir keinen Anwalt und kein Gericht für benötigt.

Viel Erfolg.

Kommentar von NorthernLights1 ,

Finde ich klasse, dass ihr alles ohne Anwalt und Gericht gemacht habt :)

Kommentar von habakuk63 ,

Für die reine Scheidung braucht es halt ein Gericht, aber alles andere hatten wir vor dem Termin ohne Anwälte geregelt.

Antwort
von rasperling1, 47

Nach Ablauf des ersten Trennungsjahres bist Du zur Aufnahme einer Vollzeitbeschäftigung verpflichtet. Dann schaut man, wie viel Du verdienen kannst. Dabei kommt es weniger auf die absolute Höhe an, sondern auf einen Vergleich, wie Deine berufliche Situation heute ohne die 23 Ehejahre wäre. Also: es wird ermittelt oder geschätzt, wie viel Du heute verdienen würdest, wenn Du in Deinem vor der Ehe ausgeübten bzw. erlernten Beruf alle die Jahre weitergearbeitet hättest. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder, Du kannst jetzt genauso viel verdienen, wie es bei durchgehender Berufstätigkeit der Fall wäre. Dann kann man sagen, dass Du durch de Ehe keinen beruflichen Nachteil erlitten hast. In diesem Fall kann der Unterhalt - allerdings erst nach der Scheidung - zeitlich befristet werden. Die Dauer der Frist hängt von verschiedenen Umständen ab wie z.B. Alter, Dauer der Ehe, Höhe des Einkommens usw. In diesem Fall würde ich bei Dir mal eine Unterhaltsdauer von ca. 2 Jahren ab der Scheidung annehmen. Oder man stellt fest, dass Du aktuell weniger verdienen kannst, als es bei durchgehender Berufstätigkeit während der letzte 23 Jahre der Fall gewesen wäre. Es kann z.B. sein, dass Du weniger Lohn bekomst, weil Du so lange aus dem Beruf heraus bist und keine Erfahrung mit neueren Techniken hast. In diesem Fall ist der Einkommensnachteil eine Folge des Hausfrauendaseins während der Ehe. Man spricht dann von einem "ehebedingten Nachteil". Bei Vorliegen eines solchen ehebedingten Nachteils - für den Du beweispflichtig bist - endet der Unterhaltsanspruch erst, wenn auch dieser Nachteil endet. Eventuell dauert der Unterhaltsanspruch in einem solchen Fall also bis zum Lebensende.

Antwort
von blackforestlady, 75

Der Anwalt der Gegenseite wird Dich dazu zwingen arbeiten zu gehen. Denn Dein Noch-Ehemann ist für Deinen Unterhalt nicht verpflichtet. Daher solltest Du Dich weiter bewerben und achthundert Bewerbungen scheint ein wenig übertrieben zu sein. In dem Alter, so alt bist Du auch noch nicht, kann man auch was neues anfangen und das funktioniert garantiert. 

Kommentar von habakuk63 ,

Wenn der noch Ehemann nicht will, das irgendwer zu irgendwas gezwungen wird, dann wird es auch nicht geschehen.

Der Ex ist nicht zu Unterhalt verpflichtet, aber er kennt die Situation seiner Ex und sollte entsprechend handeln.

Antwort
von grubenschmalz, 99

Du bekommst Unterhalt, musst dir aber zügig einen Job suchen, denn ewig muss er nicht zahlen.

Kommentar von Bummia ,

Hallo, danke für die Antwort. Ich bin 50 Jahre, habe meinen Job für die Familie aufgegeben. Bin seit 18 Jahren arbeitssuchend bei Arbeitsagentur gemeldet. Habe bis heute trotz vieler Bewerbungen keine Arbeit gefunden. Hatte kurze 400 Euro Jobs aber nie lange. Das ich eine Arbeit finde ist sehr gering. Habe schon fast 800 Bewerbungen in vielen Bereichen geschrieben.

Kommentar von Hannibu ,

Woran liegt es denn? Vielleicht wäre ein Bewerbungstraining ganz sinnvoll, oder du bewirbst dich auf Jobs mit weniger Anforderungen...

Antwort
von Ursusmaritimus, 61

Aber du findest es richtig und selbstverständlich das dein (Bald) Exmann weiter seine verbliebene Arbeitskraft und Gesundheit für dich einsetzt um dir ein geregeltes und gewohntes Weiterleben zu ermöglichen?

Du hast eine besondere Verpflichtung dich um einen Einstieg in das Erwerbsleben zu kümmern, die Kinder sind aus dem Haus und der Ehemann geht. Du hast die volle Kraft die dir Mit oder ohne Ehemann verblieben ist.

Kommentar von NorthernLights1 ,

stimmt schon. Meist soll ja der Unterhalt als Übergang dienen, aber wie überall versuchen es Menschen / Frauen vollens auszunutzen, um selbst nie wieder einen finger zu rühren.

Die FS-in weiß auch, dass sie wieder arbeiten muss und will es ja auch.

Kommentar von rasperling1 ,

Bislang hat der Ehemann offenbar 23 Jahre lang seine Frau als Haushälterin ausgenutzt. Wenn er damit einverstanden war oder es sogar gefördert hat, dass sie nicht berufstätig ist, so hat er sich einen möglichen Nachteil, weil sie jetzt keinen richtigen Job mehr findet, selber zuzuschreiben. 

Kommentar von Ursusmaritimus ,

Bislang hat der Ehemann offenbar 23 Jahre lang seine Frau mit seiner vollen Arbeitskraft unterstützt obwohl seine Ehefrau die in ihr wohnende Arbeitskraft zum gemeinschaftlichen Erwerb nicht zur Gänze eingebracht hat (Beweis Bewerbungen). Nun soll er auch weiterhin seine Exfrau mit seiner Gesundheit und Arbeitskraft unterstützen da seine Ehefrau reduzierte Erwerbsfähigkeit durch langes Fernbleiben vom Arbeitsmarkt vorträgt und zusätzlich eine chronische Erkrankung (Asthma) in das Feld führt. Nicht zu erkennen ist eine Fragestellung welche eine zukünftige Integration in das Erwerbsleben erkennen lässt.

Liebe Rasperling auch so funktioniert es.......

Zum Glück ist es heute nicht mehr so das die Exfrau ihre ehegelebte chronische Faulheit auf Kosten des Exmannes weiterführen kann. Es ist leider in der Generation 50+ noch häufig so das nach Kindererziehung der Wiedereinstieg in das Erwerbsleben durch die Ehefrau aktiv verschleppt wurde.

Kommentar von rasperling1 ,

... hier rasten wohl einige Ex-Ehemänner aus, die zur Unterhaltszahlung für ihre Exfrau verdonnert wurden :-) :-)

Kommentar von NorthernLights1 ,

@rasperling1

krass wie du ne Frau und Mutter auf eine Haushälterin reduzierst. Kommt es dir nicht in den Sinn, dass es alles von den Beteiligten so gewollt und beabsichtigt war ? Nur weil es zur Trennung nun kam, muss man alles Vorherige Schöne nicht madig machen und schuldige suchen.

Kommentar von rasperling1 ,

Eben. WEIL es von beiden - also auch vom Ehemann - so gewollt war, muss der Mann es hinnehmen, dass er den finanziellen nachteil der Ehefrau durch Unterhalt ausgleichen muss. Davon zu sprechen, die Frau versuche hier den Mann "auszunutzen" wie Du es getan hast, ist deshalb völlig daneben!

Antwort
von NorthernLights1, 91

Gibt es einen Ehevertrag oder andere Vereinbarungen ?

Lass euch am besten beraten, denn Unterhalt wird ganz individuell berechnet und entschieden.

Kommentar von Bummia ,

Hallo, danke für die Antwort. Wir haben keine Vereinbarungen oder Verträge. Ich habe wegen der Kindererziehung und Familie meine gute Arbeitsstelle gekündigt. Danach war ich die meiste Zeit nur für die Familie da und habe nicht gearbeitet. Nun bekomme ich Trennungsgeld und danach müsste ich wohl bei Gericht diesen Ehegattenunterhalt beantragen. Ich bewerbe mich seit gut 18 Jahren auf viele Arbeitsstellen, bin jetzt 50 Jahre alt und Asthma krank. Kann nicht mehr jede Stelle ausüben. Meist bekomme ich nur noch Absagen im Büro, Verkauf, Fabrik etc.. Für mich sieht es sehr schlecht beruflich aus.

Kommentar von NorthernLights1 ,

Auch wenn es hart kling...das ist eben das gewählte " Risiko " was man eingeht, wenn man sich wirklich für die Familie entscheidet. 

Sieh an was du alles deiner Familie an zeit, Arbeit und Aufmerksamkeit schenken konntest, was eine arbeitende Mutter nie hätte aufbringen können. Deine Kinder wussten, dass du zuhause bist und hatten dadurch sicherlich oftmals eine schönere Kindheit als andere Kinder. Auch dein Mann konnte sich auf dich verlassen, dass du ihm den Rücken freihalten tust.

Als das sehe ich als sehr wertvoll an, was leider von unserer Gesellschaft nicht gewürdigt wird. 

Trotzdem muss es weitergehen. Du wirst sicherlich irgendwann einen neuen Job finden und wenn er zu gering bezahlt wird, aber er dir dennoch gefällt, wirst du vom Jobcenter aufgestockt, damit es zum leben reicht.

Antwort
von karlos7272, 25

Na klar bekommst Du Unterhalt. Ich mußte auch noch ein Jahr zahlen, daher weiß ich es. Informier Dich mal hier https://www.ehe-scheidung-online.com/?Ehegattenunterhalt da steht es schwarz auf weiß.

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