Frage von man2fast, 13

Scheidung, Gütertrennung usw.?

Hallo, meine Frau und ich haben uns letztes Jahr im Oktober (17 J. verh.) getrennt.

Wir haben dann zusammen beim Notar eine Scheidungsfolgevereinbarung getroffen und beide unterzeichnet. Darin ist alles geregelt wie: Gütertrennung, Ausschluß Zugewinngemeinschaft, Wohnungsübertragung, Unterhalt usw. Einzig müsste bei der der Scheidung der gesetzliche Versorgungsausgleich durchgeführt werden.

Nun meine Frage: In der Vereinbarung steht das wir uns die Scheidungskosten hälftig teilen.

Vor ca. 2 Wochen habe ich mich telefonisch bei einem Anwalt erkundigt zwecks der Scheidung. Ich fragte ihn dann wie es ist zwecks der anstehenden Rechnung danach. Wollte quasi wissen ob meine noch Angetraute und ich separat eine Rechnung bekommen. Dieses bejahte er. Allerdings sagte er dann auch, dass wenn sie nicht zahlt, er das dann bei mir einfordert, weil ich der Antragsteller bin. Das kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Ich müsste das dann von ihr versuchen einzutreiben? Trotz Gütertrennung usw.? Was meint ihr dazu, kann das wirklich so sein oder sollte ich mich noch bei einem anderen RA befragen.

Und Frage 2: Wenn ich die Kosten der Scheidung im Internet ausrechne, komme ich so auf 2500 Euro. Mir ist klar, dass es von unseren Löhnen etc. abhängig ist. Auch der RA sagte mir das es zwischen 2500 und 3000 Euro kosten wird. Aber auch das verstehe ich nicht, weil wir ja eine Scheidungsfolgevereinbarung haben, beide die Scheidung wollen und es keinen Streitpunkt gibt. Im Internet kann ich ja nirgends anclicken das so eine Vereinbarung besteht. Müsste die Scheidung dadurch nicht wesentlich günstiger werden? Hat da jemand evtl. Erfahrungen?

Antwort
von jurastudi, 13

Hallo, 

zu Frage 1:  "Der Besteller bezahlt"

vorweg: Bei Scheidungsverfahren besteht entgegen manch lautender Auffassung ein sogenannter Anwaltszwang, da der Scheidungsantrag nur durch einen Rechtsanwalt gestellt werden kann. In streitigen Scheidungen ist daher für beide Ehegatten ein Anwalt nötig. Daher müssen dann auch beide Ehegatten einen Anwalt beauftragen und jeder seinen Anwalt bezahlen. Die Bezahlung richtet nach dem Gegenstandswert.

Unter der Bedingung, dass alle strittigen Punkte beseitigt sind und die Scheidung einvernehmlich ist, kann eine der beiden Parteien im Scheidungsverfahren auf anwaltlichen Beistand verzichten. Dann können sich die Eheleute einen Anwalt "teilen". Dabei wird nur einer der Ehegatten anwaltlich vertreten und der andere Ehegatte stimmt dem Scheidungsantrag zu. Der Ehegatte , der anwaltlich vertreten ist, ist allerdings auch hier der Zahlungspflichtige. 

Ihr habt eine ehevertragliche Vereinbarung über die Teilung der Scheidungskosten getroffen. Diese wirkt allerdings im Innenverhältnis (also nur zwischen euch). Im Außenverhältnis (Der Mandatsvertrag zwischen dir und einen Anwalt) entfalten solche Klauseln keine Wirkung. Das heißt ein Anwalt könnte und müsste tatsächlich von dem Ehegatten das Geld fordern, der ihn beauftragt hat. Du müsstest dir deinen Anteil im Innenverhältnis wiederholen. Da dies jedoch vertraglich vereinbart ist, hast du gute Karten.



zu Frage 2: 

Die Scheidungskosten richten sich nach dem Gegenstandswert. Der Gegenstandswert wird von dem Gericht auf der Grundlage der Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Eheleute für die Scheidung bestimmt. 

Das Gericht wird in der Regel das dreifache monatliche Nettoeinkommen der Eheleute im Zeitpunkt des Scheidungsantrages bei Gericht als Gegenstandswert zugrunde legen. 

Tipp: Scheidungskostenrechner:

Ich weiß nicht, wo du die Scheidungskosten hast durchrechnen lassen. Hier kannst du die Gerichtskosten und Rechtsanwaltsgebühren du hier berechnen lassen: 

https://www.online-scheidung-deutschland.de/scheidungskosten/scheidungskostenrec...

Ich hoffe, ich konnte weiterhelfen. Viele Grüße

Antwort
von rasperling1, 12

zu 1.: Der Anwalt hat Recht. Da Du der Auftraggeber des Anwalts bist 8und nicht deine Frau, auch eine gemeinsame Beauftragung wäre nicht möglich), musst Du die Kosten allein tragen. Aufgreund des Vertrags mit Deiner Frau hast Du zwar das Recht, die Hälfte von ihr ersetzt zu bekommen. Das geht aber den Anwalt nichts an, sondern ist Dein Problem. Du kannst auch z.B. bei Bankschulden nicht sagen, Du zahlst jetzt nur noch die Hälfte, weil Du das so mit Deiner Frau vereinbart hast ... 2. Alles, was Ihr im Vertrag geregelt habt, hat mit dem eigentlichen Scheidungsverfahren nicht zu tun. Denn Unterhalt, Zugewinnausgleich, Wohnungsregelung usw. werden normalerweise ohnehin nicht im Scheidungsverfahren geregelt. Deswegen haben die Vertragsregelungen auch keinen Einfluss auf die Scheidung. Du hast aber die Gewissheit, dass die Kosten wenigstens nicht dadurch noch höher werden, dass zusätzlich zur Scheidung noch Unterhalt, Vermögensauseinandersetzung usw. anhängig gemacht werden. Die Gesamtkosten Deiner Scheidung wären dann ERHEBLICH teurer.

Antwort
von AndiRat, 7

Frage 1: Er hat Recht, wenn sie nicht zahlt, muss du das selber zahlen. Kannst das aber von ihr zurück verlangen. Das hat nichts mit Gütertrennung, etc. zu tun. Rechtsgrundlage ist die Vereinbarung, wonach die Kosten zu teilen sind.

Frage 2: Die Kosten erscheinen mir etwas hoch. Ihr habt ja alles schon geregelt. Die Scheidung selber kostet mit einem Anwalt ca. 1000 Euro. Der Rest könnte nur aus der Regelung des  Versorgungsausgleichs kommen.

Kommentar von man2fast ,

Mit 1000 Euro wäre ich ja noch einverstanden. Kann denn der Versorgungsausgleich wirklich soviel ausmachen?

Kommentar von AndiRat ,

Das hängt von der Höhe der auszugleichenden Beträge ab.

Aber dein Anwalt kann dir das im Einzelnen vorrechnen. Muss er sowieso, wenn er eine Rechnung stellt.

Kommentar von man2fast ,

Sie war 3 Jahre zuhause (Geburt von Kind). Sind jetzt 18 Jahre verheiratet. Dann hat sie auch wieder gearbeitet. Ich habe im Schnitt 400 - 500 Euro im Monat mehr verdient.

Kommentar von AndiRat ,

Dann ist der Ausgleich nicht sehr hoch. 

Aber frage deinen Anwalt, wie sich die Kosten zusammen setzten.

Kommentar von man2fast ,

Sie hat betrieblich irgend eine Versicherung für die spätere Rente. Weiß aber nichts genaues. Wird dieses auch mit zum Versorgungsausgleich rangezogen oder ist diese außen vor?

Kommentar von AndiRat ,

jede Rentenanwartschaft fällt da rein.

Kommentar von man2fast ,

Trotz der Gütertrennung bzw Ausschlusses des Zugewinns?

Kommentar von AndiRat ,

Der Versorgungsausgleich ist mit einer Gütertrennung nicht automatisch ausgeschlossen. Das hätte man extra vereinbaren müssen.

Kommentar von man2fast ,

Ok. Dankeschön!

Antwort
von Sachbearbeiter2, 9

 Allerdings sagte er dann auch, dass wenn sie nicht
zahlt, er das dann bei mir einfordert, weil ich der Antragsteller bin.
Das kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Ich müsste das dann
von ihr versuchen einzutreiben?

ja klar, der anwalt geht natürlich den weg des geringsten aufwandes und widerstandes...

was die scheidung kostet, hättest du schon beim 1. gespräch beim anwalt fragen könnnen...

Kommentar von man2fast ,

Das habe ich doch. Allerdings verstehe ich nicht warum die Scheidung genauso viel kosten würde wie ohne diese Vereinbarung. Diese hat ja auch 1000 Euro gekostet.

Kommentar von Sachbearbeiter2 ,

wenn du nicht verstehst, was dein RA dir sagt, wieso fragst du nicht ihn, sondern ein gratis laienforum im internet??? *kopfschüttel*

du bezahlst den doch!!!

Kommentar von man2fast ,

Der RA meinte: Es ist halt so...    Und das "Laienforum" frage ich, weil es ja durchaus sein kann, dass jemand die gleiche Erfahrung gesammelt hat wie ich, und mir daraufhin einen Tipp geben kann.  *kopffesthalt*

Kommentar von Sachbearbeiter2 ,

es geht vermutlich auch um den streitwert.. da können die erfahrungswerte anderer laien nicht helfen.............

Kommentar von man2fast ,

Sorry, das versteh ich nicht. In dem Sinne gibt es ja keinen Streitwert. Alles ist in dieser Vereinbarung geregt, selbst das Auto oder der Hausrat. Was genau ist dann der Streitwert? Errechnen sich die Gebühren dann nicht nur anhand unserer Löhne.

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