Frage von qgsdlcfwkdgsd, 40

Schatten des Geistes?

Kennt jemand von euch das Buch "Schatten des Geistes, Wege zur einer neuen Physik des Bewusstseins" des Physikers Roger Penrose? Wenn ja, lohnt es sich es zu lesen?

Antwort
von grtgrt, 29

Wenn du sie noch nicht kennst, lies bitte die Seite http://www.spektrum.de/magazin/schatten-des-geistes-wege-zu-einer-neuen-physik-d... .

Leicht verdaulich war für mich bisher keines seiner Bücher (eben dieses aber kenne ich nicht).

Kommentar von grtgrt ,

Bitte lies auch diese Besprechung zum Inhalt seines Bucheshttp://www.goodreads.com/review/show/972979713 .

Kommentar von grtgrt ,

Habe mir das Buch inzwischen besorgt und festgestellt, dass es interessant und gut verständlich ist (nur in seinem zweiten Teil wird es für manche Leser etwas zu mathematisch sein).

das Buch zu lesen lohnt sich aber durchaus schon wegen Teil 1, der aus gut 260 Seiten besteht:

In Teil 1 geht Penrose der Frage nach, wie sich das Denken künstlicher Intelligenz (KI) von menschlichem Denken unterscheidet und welche Grenzen dies der KI ganz grundsätzlich setzt. Er kommt zum Schluss, dass wir zum Verständnis von Geist und Bewusstein eine neue (Art von) Physik benötigen werden. Dass Bewusstsein sich auf wissenschaftlichem Wege ganz grundsätzlich nicht klären ließe, glaubt er nicht.

Dieser Teil des Buches wird für jeden interessant sein, der wissen möchte, wie KI denn eigentlich funktioniert.

In Teil 2 begibt sich Penrose auf die Suche nach einer nicht-rechnerischen Physik des Geistes. Wer sich für Quantenphysik interessiert, wird ganz sicher auch diesen Teil sehr spannend finden.

Insgesamt wird klar, was (computer-basierte) KI prinzipiell zu leisten in der Lage sein könnte - aber auch wo sie mit Sicherheit versagen wird.

Nebenbei noch: Penrose' Buch Schatten des Geistes führt fort, was er im früheren Buch Computerdenken begonnen hat (dort aber anscheinend weniger klar formuliert hat).

Kommentar von grtgrt ,

Meine Aussage, Teil 1 des Buches sei gut verständlich, bedarf einer wichtigen Einschränkung:

Mir wurde beim Lesen absolut klar, in welche Richtung Penrose denkt und zu welchen Erkenntnissen er gekommen sein will. Das bedeutet aber nicht, dass ich auch seine Beweisführung im Detail verstanden hätte. Selbst was er als sein wichtigstes Ergebnis hinstellt und auf Seite 95 formuliert in der Form (Zitat):

Menschliche Mathematiker verwenden zum Nachweis mathematischer Wahrheit keinen nachweislich korrekten Algorithmus.

finde ich ausgesprochen missverständlich formuliert. 

Wenn ich mir vorstelle, dass wir alle in der Schule einen Algorithmus kennen gelernt haben, mit dem sich sich das Produkt zweier Dezimalzahlen zuverlässig errechnen lässt (so dass uns dann z.B. klar wurde, dass die mathematische Aussage 3 * 17 = 51 auf jeden Fall richtig ist), wird schnell klar, wie wenig es Penrose gelingt, was er tatsächlich ausdrücken möchte, unmissverständlich zu formulieren.

Schon zu schreiben:

Menschliche Mathematiker verwenden zum Nachweis mathematischer Wahrheiten keineswegs immer eine klar definierte, nachweislich korrekte Rechenvorschrift. 

hätte besser getroffen, was er erkannt zu haben glaubt - auch wenn selbst diese Formulierung sein Ergebnis nicht wirklich präzise wiederzugeben scheint.

Allein schon die Tatsache, dass Penrose insgesamt 20 mögliche Einwendungen gegen die Argumentation seiner Beweisführung detailliert diskutiert und - mit mir nur teilweise verständlichen -Argumenten zurückzuweisen versucht, zeigt, wie sehr er selbst den Eindruck hat, dass es ihm nicht gelang, sich überall hinreichend klar auszudrücken. ( Diese für ihn typische Schwäche begegnet mir leider auch in anderen seiner Bücher, etwa in Zyklen der Zeit ). Wer Penrose und seine Lebensleistung kennt, wird seine gedanklichen Ergebnisse aber dennoch ernst nehmen: Er scheint wirklich ein ganz herausragender Mathematiker zu sein; Ihm zuzuhören lohnt sich auf jeden Fall. 

Kommentar von grtgrt ,

Der auf den Seiten 91-95 seines Buches von Penrose vorgelegte Beweis kann so umgearbeitet werden, dass man erkennt:

Es gibt sehr einfache Fragen, die keine KI beantworten kann (wohl aber der Mensch).

Wen das interessiert, der lese http://greiterweb.de/zfo/Intelligenz-echte-vs-kuenstliche.htm#msgnr0-205 .

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