Schafft der freie Markt Gerechtigkeit in der Gesellschaft?

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14 Antworten

Sicher nicht. Viele große Finanzinstitute und Konzerne haben den Markt längst ausgehebelt. Wir brauchen keinen freien Markt sondern eine Ordnungspolitik die den großen Konzernen Schranken setzt.

Gerechtigkeit würde herrschen, wenn alle Menschen freien Zugang zur Bildung hätten. Aber heute werden die Kinder betuchter Menschen eben in teuren Privatschulen und -universitäten bis zum erfolgreichen Abschluss geschleppt.

Damit sie dann zur "Elite" gehören, wenn sie ganz ohne jegliche Leistung ein gewaltiges Vermögen erben.

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Nein, der Schein trügt.

Durch eine freie Marktwirtschaft wird die Schere zwischen arm und reich noch größer, Betrug und Vertragsbruch kann nicht bestraft werden, noch dazu gehen soziale Werte verloren durch eine fehlende Arbeitslosenunterstützung oder dem verpflichtenden Zugang zu Bildung.

In Deutschland haben wir eine soziale Marktwirtschaft um genau das zu unterbinden.

LG


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Kommentar von Rocker73
17.06.2016, 22:18

Noch dazu wird damit der Handel von gesundheitsschädlichen Stoffen legitimiert.

LG

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Diese Frage ist philosophisch, denn man müsste erst einmal den Begriff "Gerechtigkeit" definieren...

Wenn du reine Leistungsgerechtigkeit zu Grunde legst, ist der freie Markt in seiner Funktion und seibem Regelwerk "gerecht" (obwohl auch dies kontrovers diskutiert wird, wobei es da eher um unterschiedliche Auslegungen des Begriffes der LG geht).

Bei anderen Definitionen der Gerechtigkeit führt der freie Markt sicherlich nicht zu gerechten Ergebnissen.

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Gerechtigkeit ist das Ideal der Gewalten-Regelung. Das funktioniert nicht nur selbstverständlich, sondern ganz besonders auf der Basis des freien Marktes.

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Und wie er das macht... Glücklich und zufriedene Hartz IV Empfänger . Besonders gerecht geht er in der Vermögensverteilung vor. Was Besseres kann es nicht geben.Besonders attraktiv und gerecht ist die Verteilung von Restware aus Supermärkten an die  Geringverdiener. Es lebe der Markt.

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Um diese Frage zu beantworten, solltest du erst den Begriff "Gerechtigkeit" definieren. 

Grundsätzlich neigt ein freier Markt zur Leistungsgerechtigkeit. Wer etwas leistet, wird belohnt, Wer wenig oder nichts leistet, bekommt eben wenig bzw. nichts. 

Man kann das nun als gerecht ansehen oder nicht. 

Schwierig wird es, wenn einzelne Teilnehmer ihre Stellung im Markt ausnutzen können, also wenn es Oligopole oder Monopole gibt. 

Nach meiner Meinung liegt die gerechteste Verteilung am Markt im Versuch, den Spagat zwischen Leistungs- und Sozialer Gerechtigkeit zu finden. 

Wer Leistung bringt, soll auch belohnt werden. Wer jedoch zu den Schwachen gehört, sollte vor Ausbeutung geschützt werden. Hier hat sich in Deutschland die "Soziale Marktwirtschaft" bewährt. Diese ist weitgehend frei von Marktmissbrauch. 

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Kommentar von Unsinkable2
18.06.2016, 09:07

Grundsätzlich neigt ein freier Markt zur Leistungsgerechtigkeit.

Nur - und einzig - dann, wenn du in deinem Satz "Leistung" durch "Geld" ersetzt. In einem "freien Markt" ist IMMER - und AUSNAHMSLOS - der "finanziell Beweglichere" im Vorteil.

Schwierig wird es, wenn einzelne Teilnehmer ihre Stellung im Markt ausnutzen können, also wenn es Oligopole oder Monopole gibt. 

Das ist keine "Schwierigkeit", sondern der einzige Sinn einer "freien Marktwirtschaft": Die Abschaffung aller Hürden bei der Kapitalakkumulation.

Wer Leistung bringt, soll auch belohnt werden.

Du bist also ein Vertreter von Spitzenlohnkappung und 100%-Erbschaftssteuer?

Ohne diese beiden Elemente ist schon die zweite Generation nicht mehr "leistungsgerecht". Denn wer viel erbt, ist massiv im Vorteil und muss sich um "Leistung bringen" nicht mehr scheren.

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Nur ein Beispiel: Ich erbe. Von dieser Erbschaft kaufe ich mir eine gut laufende Firma. 

Als erste Aktion kürze ich den Mitarbeitern die Löhne. Die so entstehenden Überschüsse nutze ich, um die Einkaufskosten der Firma zu bezahlen. Meine Mitarbeiter bezahlen also mit ihrer Leistung die Firma ab. Doch sie gehört nicht ihnen, sondern mir.

Wer gewinnt in diesem Spiel? Wer verliert?

Schon nach kurzer Zeit besitze ich eine vollständig bezahlte neue Firma ... und habe genauso viel Geld wie vorher auch. Mehr noch: Jeden Tag kommt weiteres Geld dazu, denn die Überschüsse der Firma, in die ich nicht zu investieren gedenke, wandern ebenfalls in meine Tasche. 

Bis sie irgendwann nicht mehr konkurrenzfähig ist. Tja, und dann mache ich sie einfach zu, denn mehr wollte ich ja nicht: Einfach nur "mehr Geld". Das reicht mir.

Und während ich mich umschaue, welche (noch größere) Firma ich als nächstes kaufe, hocken meine ehemaligen "Leistungsträger", die noch vor kurzem jeden Tag brav zur Arbeit gegangen sind und fleißig Leistung gebracht haben, zu Hause und schreiben Bewerbungen...

Ich habe also noch nie in meinem Leben gearbeitet. Einzig das Glück der Erbschaft machte meine "Leistung" möglich.

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Die Frage ist, auf welche Gerechtigkeit du das beziehet.
Leistungsgerecht ist es auf jeden Fall. Verteilungsgerecht auf lange Sicht wohl auch.

Immerhin, hat sich die Marktwirtschaft auch gegen den Kommunismus durchgesetzt

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Kommentar von PeVau
17.06.2016, 22:33

Leistungsgerecht ist es auf jeden Fall.

Eben nicht! Der Markt honoriert nicht Leistung, sondern nur, was sich auf dem Markt verwerten lässt. Wenn du darüber nachdenkst wirst du erkennen, das Leistung nicht das Kriterium ist, sondern nur Verwertbarkeit. Wir leben nicht in einer Leistungs- sondern in einer Marktwertgesellschaft, in der der Mensch das wert ist, was sich von ihm verwerten lässt.

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Nein, nicht zwingend.

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Schon deshalb nicht, weil ein Markt nicht nach solchen Kriterien vorgeht, nicht vorgehen kann. eine Quadratur des Kreises gibt es einfach nicht, weder heute noch zukünftig.

Das Wort Gerechtigkeit ist ein bloßer Gummibegriff.


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Schafft der freie Markt Gerechtigkeit in der Gesellschaft?

Was verstehst du denn unter "Gerechtigkeit"?

Ein "freier Markt" ist das kapitalistische Ideal. Denn er ermöglicht dem Kapitalismus die freie Entfaltung. 

Und wie das Wort "Kapitalismus" schon sagt, geht es dabei um Kapitalakkumulation, also das "Anhäufen von Geld und Besitztümern". Je mehr man besitzt, und je schneller man diese zusammensammelt, desto "erfolgreicher" ist man.

Ein freier Markt ermöglicht die "unendliche Kapitalakkumulation"; erlaubt also, dass am Ende des Spiels ein einziger alles besitzt. 

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Wenn es "gerecht" ist, dass jener, der viel Geld besitzt, auch viel Einfluss hat und sich damit eine Umgebung schaffen kann, in der er noch schneller - und immer schneller - Geld und Besitztümer anhäufen kann; und jener, der wenig Geld besitzt, wenig oder sogar gar keinen Einfluss hat und deshalb hinnehmen muss, dass der mit viel Geld ihm auch noch das bisschen Geld wegnimmt, ... nun, dann ist der freie Markt das beste Mittel, um Gerechtigkeit zu schaffen.

Wenn nicht, dann nicht.

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In der Frage ist die Antwort bereits enthalten. Würde er das deiner Meinung nach tun, würdest du diese Frage doch gar nicht stellen!

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1 Prozent der Amerikaner haben 90 des gesammten Reichtums der USA
Im Endeffekt wird hier augenwischerei betrieben

99 aller Menschen werden ärmer wärend andere reicher werden

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Kommentar von EmoStar
17.06.2016, 22:37

in meinem Augen ein kriegsverbrechen

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Die Gerechtigkeitsfrage auf den einzelnen ist schwer zu beantworten, allerdings sorgt sie dafür das wir seit über einem halben Jahrhundert in unserem Land in Frieden leben können.

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Der Markt soll keine Gerechtigkeit schaffen, sondern funktionieren. Und das tut er aus meiner Sicht hervorragend. Eben weil er den Menschen als ein auf seinen eigenen Vorteil bedachtes Wesen erkennt. In Gesellschaften wie Venezuela, wo der Staat kaum Markt zulässt, herrscht Mangelwirtschaft. Insofern schafft er vielleicht keine Gerechtigkeit, aber ein funktionierendes System.

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Kommentar von Unsinkable2
17.06.2016, 23:03

Eben weil er den Menschen als ein auf seinen eigenen Vorteil bedachtes Wesen erkennt. In Gesellschaften wie Venezuela, wo der Staat kaum Markt zulässt, herrscht Mangelwirtschaft.

... und deshalb funktioniert der Markt in Burkina Faso auch so hervorragend. Denn auch - und gerade - dort ist jeder auf seinen Vorteil bedacht und käuflich; vom kleinen Polizisten an der Ecke bis zum Minister in der Regierung...

Ich wünschte wirklich, mein Weltbild wäre ähnlich schlicht. Das würde mir viel Nachdenken ersparen...

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