Schadstoffaustoss Alte vs Neue Autos, was ist besser?

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6 Antworten

Auf dem Papier hat sich viel geändert laut den Werten. Doch wie man jetzt im jüngsten Beispiel bei VW gesehen hat...nur auf dem Papier. Motoren in Europa wurden schon immer möglichst sparsam und Umweltfreundlich gebaut wie es zu deren Zeit best möglich war. Die Technologien sind viel umfassender und besser geworden heutzutage dennoch sind es nur Bruchteile die ein Auto weniger Schädlich ist als früher...Abgasrückführung beim modernen Diesel soll NOX werte senken durch eine niedrigere Verbrennungstemperatur und somit weniger Stickoxide...Das funktioniert auch nur der Motor verliert an Leistung und muss für das gleiche Leistungsergebnis mehr gefordert werden womit der Verbrauch und die NOX werte trotzdem höher sind. Dieselpartikelfilter, OxiKats beim Diesel Reduktionskat beim Ottomotor...erhöht alles den Abgasstaudruck und vermindert die Leistung.. ohne diesen Rotz hätten unsere Autos bei gleichen Verbrauch mehr Leistung eventuell weniger Verbrauch bei geförderter Leistung...jetzt frag dich noch mal ob alte Autos nicht doch im Gesamtergebnis besser sind. Dort bekommt man die Leistung raus die man reinteckt und nicht nur 80% weil der Rest auf kosten des Umweltschutzes drauf geht.

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Hier muss man weiter ausholen, um zu verstehen, wie das Ganze funktioniert. Zuerst einmal: Als "Schadstoff" definiert sind bei einem Verbrennungsmotor folgende Stoffe:

CO (Kohlenstoffmonooxid, verdrängt den Sauerstoff im Blut)

NOx (Stickoxide, reizen die Atemwege und erzeugen sauren Regen)

HC (Kohlenwasserstoffe, sind teilweise krebserregend und erzeugen im Sommer Smog)

C (Ruß, auch als Feinstaub bekannt, gilt ebenfalls aks krebserregend).

All diese Stoffe hängen nicht mit der Höhe des Verbrauchs zusammen. Das in den Medien häufig als Schadstoff bezeichnete und direkt mit dem Verbrauch zusammenhängende CO2 (Kohlenstoffdioxid) ist kein Schadstoff, sondern ein Treibhausgas, deswegen klammere ich diesen Stoff einmal bewusst aus.

Als Beispiel möchte ich zuerst einmal Dieselmotoren nehmen. Die wurden stufenweise immer schadstoffärmer, jedoch gab es Schwankungen. So stieg die Emission an C in der Praxis an, als von der Wirbelkammer, - auf die Direkteinspritzung umgestellt wurde. Auch sank die Emission an NOx oftmals nur auf dem Prüfstand, blieb in der Praxis jedoch von Euro 2 bis Euro 5, manchmal sogar bis Euro 6, genauso hoch. Anders sieht es mit CO und HC aus, diese Stoffe sanken auch in der Praxis sehr stark ab. Ab Euro 2 wurde hierfür ein Oxidationskatalysator für HC und CO verbaut, ab Euro 4 wurde auch beim Dieselmotor eine Abgassonde üblich (Senkung der Emission an C), ab spätestens Euro 5 (bei Peugeot teilweise auch schon ab Euro 3) gab es zusätzlich einen Rußfilter, und ab Euro 6 haben fast alle Fahrzeuge eine aktive Einrichtung zur NOx - Verringerung (Speicherkatalysator oder SCR - System mit Ad Blue).

Nun zu den Benzinmotoren: Auch hier hat sich in den letzten Jahren viel getan. Waren Anfang der 80er Jahre noch Vergasermotoren ohne Gemischregelung und ohne Abgasreinigung üblich, kamen Ende der 80er / Anfang der frühen 90er die ersten Einspritzmotoren mit Abgasregelung auf den Markt. Ab 1993 dann kam man nicht mehr herum, die Euro 1 wurde für alle Neuzulassungen eingeführt. Diese Norm war nicht mehr ohne einen sog. "G-Kat" einhaltbar. Das heißt: Für die Gemischaufbereitung gab es fast immer (bis auf ein paar Übergangslösungen) eine Einspritzanlage, welche zusätzlich das Abgas kontrolliert und das Gemisch ständig anpasst. Das macht es möglich, das Verhältnis an Luft und Kraftstoff in einem engen Fenster zu halten. In Verbindung mit einem 3 - Wege - Katalysator ist somit bereits ein Euro 1 - Benziner um bis zu ca. 95 % schadstoffärmer als ein Motor mit Vergaser, welcher keine Abgassonde und keinen Katalysator hat. Nun zu den Feinheiten. Man hat beim Benziner von Euro 1 bis Euro 6 im Grunde genommen immer stärker versucht, die Abgasreinigung schneller anspringen zu lassen. So gab es ab etwa Euro 3 gerne mal Luftpumpen im Auspuff, welche beim Kaltstart Luft in das Abgas bliesen, um den Kat schneller anzuheizen. Ebenfalls ab Euro 3 wurde es üblich, die Katalysatoren sehr nah am Motor zu montieren, außerdem wurde ein OBD - System zur Selbstkontrolle des Kats verbaut. Auch zusätzliche, kleine, sog. "Vorkatalysatoren" waren zeitweise üblich.

Auf dem Papier wurden diese Motoren immer schadstoffärmer, in der Praxis gab es jedoch teilweise Rückschritte. So führte die seit ein paar Jahren in Mode kommende Direkteinspritzung (ab etwa Euro 5 stark verbreitet) auch beim Benziner dazu, dass die Emissionen an C deutlich anstiegen. Auch die motornah verbauten Katalysatoren sind teilweise kontraproduktiv. Sorgen sie nach einem Kaltstart dafür, dass die Abgasreinigung schnell anspricht, ist es in höheren Lastbereichen üblich, das Gemisch anzufetten, um die Kats vor Überhitzung zu schützen. Das erhöht die Emissionen an CO, HC und C beträchtlich.

Grundsätzlich kann man also sagen: Ja, bei schonender Fahrweise wurden die Abgase immer sauberer, allerdings gilt auch: In der Praxis hat jeder Motor eine gewisse Spannbreite. Es kann also, je nach Abstimmung, Fahrweise und verbauter Technik, durchaus dazu kommen, dass ein Euro 1 - Benziner deutlich weniger Schadstoffe emittiert als einer mit Euro 6. Wer z.B. viele Kurzstrecken mit häufigen Kaltstarts fährt, wird mit Euro 6 statt Euro 1 deutlich weniger Schadstoffe emittieren. Dies gilt insbesondere (jedenfalls tendenziell) dann, wenn es sich beim Euro 1 - Benziner um einen großvolumigen und beim Euro 6 - Benziner um einen kleinvolumigen Motor handelt. Im warmgelaufenen Zustand und bei geringer Last sind sowohl Euro 1 als auch Euro 6 - Benzinmotoren vergleichbar schadstoffarm betreibbar.


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was dein vater meinte das die alten Fahrzeuge "gesunder" waren hat er das eventuell auf die rußpartikel vom Diesel Fahrzeugen bezogen. Früher waren die "größer" und konnten von der Luge wieder heraus gehustet werden, da die bei neuen Fahrzeugen feiner sind lagern die sich eher in der Luge ab.
mfg

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Falsch liegst du nicht, aber neue Direkteinspritzer-Benziner erzeugen Ruß, wie Dieselfahrzeuge, aber damalige autos waren umweltschädlicher, alleine wegen dem nicht vorhandenseins eines Kats, weshalb DEUTLICH!!!!! Mehr CO anstatt CO2 entstand.

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Kommentar von u8ppee
30.10.2016, 13:00

Warum erzeugen bitte neue direkeinspritzer ruß? je feiner die zerstäubung des Kraftstoffs desto weniger unverbrante Kohlenwasserstoffe also weniger ruß?!!

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Die waren früher auch sauber als heute wen man diesen Mist von TDI und TFSI sieht sind das sehr viel größere Unweltsäue als so ein alter mit Vergaser und uralter Einspritzung diese Mistdinger von TDI TFSI FSI sollte nicht mal die rote Plakette bekommen und Euro 6 schon man gar nicht .Einfahrverbot in alle Städte Weltweit dann wird die Luft auch viel sauber als das was diese Dinger rausdrücken nicht mehr da ist  .Sprit sparen aber dreckiger als ein Uraltdiesel  .

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Umweltfreundlicher ist schon schwer zu sagen, die alten Autos wurden eben unter anderen Voraussetzungen gebaut. 

Früher waren die Autos wohl schlecht für Natur und Klima.

Und moderne Autos sind jetzt wohl eher schlecht für Mensch und Tier.

Der Verbrauch der Motoren heute/gestern hat sich nicht wirklich verändert, sondern liegt eher an dem Getriebe.

Unser Golf 7 könnte locker 300 Km/h+ wenn denn die Leistung da wäre!

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Kommentar von checkpointarea
30.10.2016, 14:46

In der Tat beruht ein nicht unbeträchtlicher Teil der Spriterspanis auf einer durch eine lange Getriebeübersetzung stark herabgesetzten Motordrehzahl - die theoretischen 300 km/h bei einem VW Golf sind tatsächlich nicht übertrieben, selbst dann, wenn man das Basismodell (VW Golf VII 1.2 TSI mit 86 PS und 5 Gängen) nimmt. Das wäre früher bei derart kleinvolumigen Motoren und dieser Fahrzeugmasse absolut undenkbar gewesen, weil Turbolader, wenn überhaupt, nur bei den stärksten Versionen üblich waren.

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