Frage von junni81, 43

Schadensersatzforderung des Vermieters gerechtfertigt?

Hallo zusammen.

Wir haben unsere Wohnung Ende Juni zu Ende September gekündigt. (nach 2 Jahren) Am 8.7. erhielten wir einen Brief vom Vermieter, dass wir die Wohnung bis zum 23.7. in einen besichtigungsfähigen Zustand bringen sollen, dass kein Abfall herumliegen und auch kein Gestank in der Wohnung sein soll. Wir hatten zum vereinbarten Termin die Wohnung normal aufgeräumt und sauber gemacht, damit eine Besichtigung möglich gewesen wäre. Jedoch bekamen wir erst mal keinen Termin für eine Besichtigung.

Am 11.8. bekamen wir die Anfrage, ob eine Besichtigung am 13.8. möglich wäre. Wir teilten dem Vermieter mit, dass wir am 13.8. den Hauptteil unseres Umzuges durchführen wollten, wir die Wohnung erst in der Woche danach wieder sauber machen könnten und dass der Sperrmüll Anfang September kommen sollte. Der Vermieter wollte dann trotz der Info eine Besichtigung am 14.8. ohne unsere Anwesenheit durchführen.

Nachdem es dann am Abend vom 13.8. noch sehr dreckig in der Wohnung war, einiges an Abfall liegen geblieben ist und einige Kartons, Säcke mit Kleidung und Sperrmüll noch in der Wohnung waren, teilten wir dem Vermieter dies an diesem Abend nochmals per SMS mit, da wir ihn nicht telefonisch erreichten. Er führte die Besichtigung durch und machte dabei Fotos vom Zustand. Er forderte uns auf, die Lebensmittel aus Kühlschrank und Schränken, die wir noch nicht beseitigt hatten, innerhalb einer Woche zu beseitigen. Wir kamen der Aufforderung nach. Des Weiteren forderte er uns auf, den restlichen Abfall, Umzugskram, Sperrmüll inkl. Küche und Böden von Wohnzimmer und Schlafzimmer bis zum Ende des Mietverhältnisses zu beseitigen. Die beiden Böden (Teppich und Laminat) seien zu verdreckt und der Laminat war in einer Ecke von einem Bürostuhl ein Stück kaputt. Weitere Besichtigungstermine nannte er uns nicht.

Im Laufe des Septembers hatten wir sämtlichen Abfall, Sperrmüll (inkl. Küche und der beiden Böden) und den Rest von unserem Umzugsgut aus der Wohnung entfernt. Wir gaben dem Vermieter Bescheid, dass wir am Freitag und Samstag des letzten Wochenendes noch alles putzen wollten und wenn wir fertig sind, die Schlüssel übergeben. Wie sich aber herausstellte, fing der Vermieter bereits vor diesem Termin mit Umbauten an (Sanitäranlagen bereits teilweise ausgebaut, neue Böden schon verlegt) und die Nachmieter hatten die ersten Zimmer gestrichen. (Beides war nicht mit uns vereinbart.) Der Vermieter meinte, dass wir nicht mehr sauber machen sollten, er würde sowieso eine Grundreinigung machen. Er wollte nur noch die Schlüssel zurück.

Nun bekamen wir eine Forderungsaufstellung (ohne Rechnungen). Darin enthalten NEUPREIS und Montage der beiden Böden, Kosten für eine Grundreinigung der gesamten Wohnung und Mietverlust (Warmmiete) für zwei Monate, weil er angeblich wegen des Wohnungszustandes keine Besichtigung durchführen konnte.

Sind diese Forderungen rechtens? Weitere Besichtigungstermine hat er nicht vereinbart. Endreinigung konnten wir nicht durchführen.

Antwort
von LisaSchnell, 23

Ab jetzt gilt alles auf Schriftlichem Wege zu machen! Keine Telefonnate. Habt ihr Beweise, dass der Vermieter in eurer Wohnung ohne erlaubnis war während der Mietvertrag noch nicht ausgelaufen war? Wenn ja alles Sammeln und eine Anzeige erstatten denn auch wenn er Vermieter ist, ist es ein Einbruch!
Zu dem würde ich euch raten einen Anwalt aufzusuchen um professionelle Neratung zu bekommen, denn da stimmt was nicht.
Waren die Böden, die ihr "Kaputt" gemacht habt schon beim Einzug in der Wohnung?
Wenn nicht hat er kein Recht einen Schadensersatz zu verlangen und wenn doch, habt ihr bestimmt damals eine Kaution hinterlassen.
Alles weitere würde ich mir einem Anwalt und der Polizei klären.

Antwort
von ChristianLE, 4

Da hat sich der Vermieter wohl selbst ins Knie geschossen.

Er hat kein Recht, vor Ablauf der Mietzeit irgendwelche Instandsetzungsmaßnahmen innerhalb der Wohnung vorzunehmen.

Grundsätzlich seid Ihr erst bei Ablauf der Mietzeit verpflichtet, die Mietsache in einem vertragsgemäßen Zustand zu übergeben. Wenn der Vermieter vorab Reparaturen durchführt, dann ausschließlich auf seine Kosten.

Antwort
von albatros, 2

Die Wohnung ist/war  bis zum 30. September euer Besitz, Wie kommt der Vermieter dazu, die Ausräumung des Kühlschrankes bis Ende August zu fordern? Ganz abgesehen vom Reinigen der Räume etc.? Die Wohnung ist erst zum Ablauf der Kündigungsfrist herzurichten, so dass diese dann sich in einem vertragsgerechreten Zstand befindet und nicht eher.

Wie kommt / kam der Vermieter überhaupt in die Wohnung? Das ohne eure Anwesenheit?

Antwort
von Vanelle, 7

Lange Geschichte :-)

Solange das Mietverhältnis besteht, darf der Vermieter ohne Eure Zustimmung weder die Wohnung betreten oder Sanierungen durchführen lassen, noch den Zustand der Wohnung bemängeln (zumindest nichts, was auf die Umstände zurückzuführen ist).

Klingt nicht so, als würde es sich beim Vermieter um jemanden handeln, mit dem man "reden" kann.

Daher dürfte es nicht falsch sein, sich Unterstützung zu suchen (Mieterschutzbund, Anwalt).

Antwort
von imager761, 7

Zutreffenderweis war euch eine mit gut 14 Zagen sehr angemssenen Frist bis zum 23.07. gesetzt, die Wohnung in einem "besichtungsfähigen Zustand" zu versetzen.

Dem seit ihr nicht nachgekommen, und selbst am 13.08. war eine Nachvermietung unmöglich. Sofern der VM nachweisen könnte, dass  die Interessenten, denen im Juli/August keine Besichtigung ermöglicht werden konnten, die Wohnung andernfalls gemietet hätten, dringt die Schadensersatzforderung nach Mietausfall auch durch.

Gleiches gilt für die Mängelbeseitgungsaufforderung: Hätte man innerhalb der im Laufe des September gesetzten Frist einer Woche die Schäden nicht behoben, stand dem VM hierüber Ersatzvornahme zu.

G imager761

Kommentar von albatros ,

Zutreffenderweis war euch eine mit gut 14 Zagen sehr angemssenen
Frist bis zum 23.07. gesetzt, die Wohnung in einem "besichtungsfähigen
Zustand" zu versetzen.

Dem seit ihr nicht nachgekommen, und selbst am 13.08. war eine Nachvermietung unmöglich.

Was soll den das? Die Wohnung ist zum 30. September gekündigt.

Vorher hat der Vermieter absolut nichts zu bestimmen. Wie kommst du nur auf solcherlei falsche "Ratschläge".

Kommentar von imager761 ,

Tatsächlich darf der VM auch während der Mietezeit anlässlich seines Besichtigungsrechts verlangen, dass seine Wohnung nicht "sehr dreckig (...), einiges an Abfall liegen geblieben (...) und einige Kartons, Säcke (...) und [voller] Sperrmüll ist", wenn er sie Interessenten vorstellt.

Und selbstverständlich drohenden Ungezieferbefall durch unverzügliche Beseitigung der offen gelagerten Lebensmittel beanspruchen.

Denn die Interessenten möchten sich vornehmlich einen Eindruck von der Größe, Raumaufteilung, Bausubstanz, Renovierungsstau und Lichteinfall verschaffen, der in dem Zustand nun keinesfalls  gegeben wäre.

Ich behaupte sogar, dass dem VM ein Schadensersatzanspruch zusteht, wenn die Nachvermietung deswegen nachweislich scheitert.

G imager761

Antwort
von Fairy21, 17

Das mit den Fotos war schon rechtswidrig. 

Und ihr habt ihn auch vorher Bescheid gegeben. 

Der darf nicht so ohne weiteres einfach in eure Wohnung, wenn der Mietvertrag noch läuft und ihr das nicht wollt,das ist, wurde schon richtig erwähnt, "Einbruch".

Am besten ihr nehmt euch einen Anwalt, denn so wie ich  das verstehe, wird der Vermieter auf sein vermeintliches Recht/ Geld ,er denkt vielleicht das ihr euch widerstandslos beugen werdet, pochen.

Antwort
von latricolore, 19

Das schafft ihr nicht allein
Ich würde zum Mieterverein gehen und mich dort informieren. Ist billiger als ein Anwalt.

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