Frage von zathor, 41

Schadensersatz wegen nicht geräumter Wohnung?

Die unten stehende Frage wurde soweit schon korrekt beantwortet. Was mich nun interessiert, hat Herr A gegenüber Frau B Schadensersatzansprüche wegen der nicht geräumten Wohnung nach Abschluß der Zwangsräumung? Die Kosten die nach dem 15.7. entstehen wären doch vermeidbar gewesen!?

Herr A und Frau B sind beide im Mietvertrag für eine Wohnung. Die beiden trennen sich. Herr A zieht aus und Frau B will die Wohnung allein weiter nutzen. Der Vermieter wird schriftlich darüber informiert. Dem Schreiben ist eine schriftliche Übereinkunft beigefügt, dass Frau B die Wohnung allein behalten will und Herrn A aus den Pflichten des Vertrages entlässt. Nach mehreren Monaten zahlt Frau B die Miete nicht mehr und es erfolgt die fristlose Kündigung seitens des Vermieters zum 15.07.2016. Frau B räumt die Wohnung nicht und mittlerweile ist Antrag auf Zwangsräumung beim Amtsgericht gestellt. Steht Herr A nur für ausstehende Mieten bis zum 15.7. gerade, oder für alles? Herr A hat keinen Zugang zur Wohnung und auch keine Schlüssel, konnte somit auch den Übergabetermin nicht wahrnehmen und hat dies dem Vermieter schriftlich mitgeteilt

Antwort vom Anwalt erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zum Mietrecht. Kompetent, von geprüften Rechtsanwälten.

Experten fragen

Antwort
von ChristianLE, 16

Das kommt auf die Gesamtsituation an. Wenn der Mieter A nachweisen kann, dass er sich um eine Rückgabe der Wohnung bemüht hat, würde eine geringe Möglichkeit bestehen.

Aber: Er hat sich nicht bemüht, denn:

Herr A hat keinen Zugang zur Wohnung und auch keine Schlüssel

Genau das ist nämlich Quatsch! Er ist offiziell zu keinem Zeitpunkt aus dem Mietverhältnis ausgetreten, so dass ein Anspruch auf eine umfangreiche Nutzung der Wohnung besteht.

Herr A hätte sich den Zugang zur Wohnung verschaffen können. Auf einfachsten Weg durch einen Schlüsseldienst, im Idealfall aber mittels Gerichtsbeschluss.

Mit der Aussage "Er hatte keinen Zugang", macht es sich Herr A sehr einfach.

Herr A sollte sich folglich in Bewegung setzen und eine Klärung erwirken.

Ansonsten der Verweis auf die Antwort von Nemisis2010:

Herr A hätte die Zustimmung zur gemeinsamen Kündigung erwirken müssen.

Wie sagt man so schön: "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht".

Eine geringe Möglichkeit sehe ich darin, dass es zwischen Mieter A und B wohl eine Vereinbarung gab (die der Vermieter nicht unterzeichnet hat), wonach B aus den Zahlungsverpflichtungen entlassen wird.

Wenn eine Kopie dieses Schreibens existiert, würde ich damit mal den Fachanwalt meines Vertrauens aufsuchen.

Kommentar von zathor ,

So eine Vereinbarung existiert tatsächlich. Zum einem ist in dieser Vereinbarung die Erklärung des Herrn A gegenüber dem Vermieter das dieser das Mietverhältnis kündigt, zum anderen die Erklärung der Frau B,das diese die Wohnung allein bewohnen möchte und Herrn A damit aus dem Vertrag entlässt. Vom Vermieter kam diebezüglich keine Antwort.

Kommentar von ChristianLE ,

Gegenüber dem Vermieter ist dieser Vertrag nichts wert. Im Innenverhältnis könnte das aber mit viel Glück anders aussehen.

Hier gibt es eine Vereinbarung zwischen Mieter A und B, wonach B aus der Zahlungspflicht entlassen wird. Vielleicht ist das was Wert.

Kommentar von zathor ,

Danke für die Info, hat mir weiter geholfen

Antwort
von Kleckerfrau, 26

war der vermietet denn überhaupt mit dieser Übereinkunft zwischen A und B einverstanden ?

Einfach mal so den Vermieter informieren geht ja wohl nicht. Dann hätte ja auch ein neuer Mietvertrag gemacht werden müssen.

Kommentar von zathor ,

der VM hat leider auf die Schreiben nicht reagiert. Somit ist Herr A weiterhin Vertragspartner

Antwort
von Nemisis2010, 21

Hier dürfte es u.a. darauf ankommen, welche Regelungen Herr A und Frau B in Ihrem Innenverhältnis bezüglich der Zahlungspflichten getroffen haben und auch ob diese Vereinbarung dann tatsächlich auch beweisbar wäre.

Herr A kann auch vorbehalten werden, daß er sich vor seinem Auszug über die tatsächliche rechtliche Lage informieren hätte können, dann hätte er feststellen können, daß alle Beteiligten die Zustimmung zu seiner Entlassung aus dem gemeinsamen Mietvertrag erteilen müssen. Um nicht bis zum St. Nimmerleinstag gesamtschuldnerisch haften müssen, hätte Herr A. letztlich  - wenn der Vermieter seiner Entlassung aus dem MV nicht zustimmt - Frau B per Zustimmungsklage zur gemeinsamen Kündigung der Wohnung zwingen können.

Kommentar von zathor ,

Siehe dazu Kommentar bei ChristianLE

Kommentar von Nemisis2010 ,

So eine Vereinbarung existiert tatsächlich. Zum einem ist in dieser
Vereinbarung die Erklärung des Herrn A gegenüber dem Vermieter das dieser das Mietverhältnis kündigt, zum anderen die Erklärung der Frau B,das diese die Wohnung allein bewohnen möchte und Herrn A damit aus demVertrag entlässt. Vom Vermieter kam diebezüglich keine Antwort.

Die Vereinbarung könnte ein Beweis sein, muß es aber nicht.

hat Herr A gegenüber Frau B Schadensersatzansprüche wegen der nicht geräumten Wohnung nach Abschluß der Zwangsräumung? Die Kosten die nach dem 15.7. entstehen wären doch vermeidbar gewesen!?

Dann wäre aber die Vereinbarung auch der Beweis, daß Herr A für die seit seinem Auszug aufgelaufenen Mietrückstände oder auch Nutzungsentgelt evtl. Schadenersatz von Frau B verlangen könnte, und nicht nur für die Kosten, die nach dem 15.7. entstanden sind.

Ich meinte aber nicht diese Vereinbarung, sondern, ob zwischen Herr A und Frau B bei Abschluß des gemeinsamen Mietvertrages eine Vereinbarung getroffen wurde, wer welche Kosten und in welcher Höhe trägt.

Herr A sollte diesbezüglich einen Rechtsanwalt aufsuchen.

Kommentar von zathor ,

Meines Wissens nicht. War ein ganz normaler Vertragsabschluß.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten