Frage von Dennis553, 48

Schadensersatz trotz eingestelltes Ermittlungsverfahren, möglich?

Hallo liebe Community,

nun ist es schon etwa 4 Monate her, seit dem ich die Vorladung der Polizei erhalten habe, und beschuldigt worden bin bei einem Raub mit schwererer Körperverletzung beteiligt gewesen zu sein.

Vor etwa einem Monat kam dann der Brief der Staatsanwaltschaft: Verfahren wurde nach §170 Abs. 2 StPO eingestellt.

Zuvor hatte ich mich an einen Anwalt gewendet, der meine Aussage übermittelt hatte.

Von unserer angeblichen "Gruppe" wurden drei (darunter ich) am Donnerstag als Zeugen zum Gericht geladen, und einer davon ist der Beschuldigte der tatsächlich die Tat begangen hat.

Nun hat mich ein Brief des Rechtsanwalts des Geschädigten erreicht, in der er uns auffordert 1500€ zu bezahlen als Schmerzendgeld und Schadenersatz.

Meine Frage nun: Kann er das? Ich habe diesen Mann nicht einmal angefasst und noch nicht mal ein Wort zu ihm gesagt, obwohl er behauptet dass wir alle ihn geschlagen hätten.

Wir sollen bis zum 18.11. bezahlen ansonsten werden gerichtliche Schritte eingeleitet.

Über Antworten oder Meinungen von euch freue ich mich sehr. Vielen Dank im voraus!

Liebe Grüße, Dennis553

Expertenantwort
von uni1234, Community-Experte für Recht, 16

Wenn das Verfahren nach § 170 Abs. 2 StPO eingestellt wurde bedeutet dies, dass kein hinreichender Tatverdacht für eine Anklage bzw. Verurteilung vorlag. Der Richter bzw. Staatsanwalt war daher nicht von Deiner Schuld überzeugt bzw. die Beweislage hat eine Verurteilung nicht hergegeben.

Grundsätzlich hat dies keine Auswirkungen auf ein etwaiges Zivilverfahren, in dem es um Schadensersatz und Schmerzensgeld geht. Die Anforderungen im Strafprozess an eine Verurteilung sind zudem strenger als im Zivilverfahren. Die Einstellung hat daher nichts zu sagen.

Ob der Anspruch jetzt berechtigt ist oder nicht kann man ohne weitere Infos unmöglich beurteilen. Wenn Du den Sachverhalt ein wenig schilderst kann man da sicherlich mehr zu sagen. Grundsätzlich solltest Du dich in solchen Fragen allerdings an Deinen Anwalt wenden.

Antwort
von ErsterSchnee, 35

Du hast doch einen Anwalt. Hälst du es nicht für sinnvoller, den zu fragen, wo er den Fall doch auch schon kennt? 

Antwort
von rafaelmitoma, 26

dein Brief ist zu lang und die Informationen zu wenig. was ist passiert. bist du daran beteiligt. umsonst verhört dich die polizwei nicht.

Antwort
von Turbomann, 18

Zuvor hatte ich mich an einen Anwalt gewendet, der meine Aussage übermittelt hatte.

Dann solltest du dich wieder an ihn wenden, der kennt die Gesetze und weis, was erlaubt ist.

Danach

Verfahren wurde nach §170 Abs. 2 StPO

kannst du mal im Internet suchen und durchlesen.

Antwort
von BigBang1988, 12

Staat gegen Bürger:

Das Gerichtsverfahren wegen Raub mit schwerer KV ist Strafgesetz da muss die Polizei einen Strafantrag machen.

Aber Schadensersatz ist Bürger gegen Bürger! Heißt unabhängig davon darf das "Opfer" einen Antrag auf Schadensersatz stellen. Du kannst nur hoffen das dass verfahren auch eingestellt wurde denke sieht aber gut für dich aus. Je nach dem ob du in einer Mittäterschaft verwickelt warst oder nicht. Der Rest entscheidet wohl der Staatsanwalt.

Viel Glück!

Kommentar von uni1234 ,

Was hat denn der Staatsanwalt mit dem Zivilprozess zu tun? Und warum sollte ein Zivilverfahren eingestellt werden? Und warum sollte ein Strafantrag der Polizei erforderlich sein? Deine Antwort wirft leider mehr Fragen auf als das sie welche beantwortet.

Kommentar von BigBang1988 ,

Das Opfer steht in der beweispflicht wenn Revision eingelegt wird.Was ich persönlich auch machen würde an deiner Stelle. Und wenn das Strafverfahren wegen Mangel an beweisen eingestellt wurde wird er sicherlich auch nicht zahlen müssen (da das Opfer keine Beweise hat (meine Meinung)auch ein zivilprozess muss überprüft werden sonst kann ja einfach gesagt jeder jeden anzeigen ohne jeglichen Grund. Wer entscheidet denn so etwas deiner Meinung nach?

Kommentar von uni1234 ,

1. Gegen eine Einstellung nach § 170 Abs. 2 kann man keine Revision einlegen.

2. Das Opfer steht nicht in der Beweispflicht im Strafverfahren, sondern die Staatsanwaltschaft.

3. Im Zivilverfahren ist es wesentlich einfacher zu einer Verurteilung zu kommen als im Strafrecht. Daher ist ein derartiger Rückschluss wie du ihn tätigst nicht richtig.

Kommentar von BigBang1988 ,

Was die beweispflicht betrifft meinte ich die Staatsanwaltschaft, mein Fehler!

Warum sollte er eine Revision bei einem eingestellten Verfahren einlegen? Das habe ich nie behauptet. Revision gegen über des Schadensersatzes das meinte ich.

Und deine Nummer 3 ist lediglich ein persönlicher Eindruck von dir Und ist nicht zu belegen. Also finde ich deinen Rückschluss wie du ihn tätigst auch nicht wirklich richtig! 

Antwort
von alarm67, 18

Na Du hast doch schon einen Anwalt!

Das ist eine Sache für den, nicht für die GF Community!!!

Dazu muss man den GESAMTEN Vorgang kennen, um Deine Frage beantworten zu können!!

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