Frage von Helmi2012, 50

Schadensersatzanspruch durch Arbeitgeber?

Hallo liebe Community, ich habe folgendes Problem:

Ich bin als Fermfahrer bei einer Spedition angestellt. Aufgrund eines Arbeitsunfalls wurde "mein" Lkw mit einem Fahrer besetzt, der erst ein paar Tage den Führerschein hat. Am zweiten Tag seiner Arbeit hatte er einen Unfall, infolgedessen der LKW Totalschaden erlitt. In dem Fahrzeug befanden sich meine sämtlichen Privatsachen, unter anderem ein TV-Gerät, das durch den Unfall beschädigt wurde.

Habe bereits mit meinem Chef gesprochen, wer mir nun das Gerät ersetzt...hier fühlt sich keiner verantwortlich, ganz im Gegenteil...mein Chef ist der Ansicht, ich hätte meinen Lkw ausräumen müssen!? Dass es sich hier nicht um Urlaub, sondern einen Arbeitsunfall handelte und ich nach meinem Krankenhausbesuch arbeitsunfähig geschrieben war, wird seitens der Firma ignoriert.

Jetzt soll ich auf meinem, mir unverschuldet entstandenen Schaden sitzenbleiben??? Habe meinen Chef schon mit Fristsetzung angeschrieben, meinen Schaden zu regulieren...Antwort habe ich bisher leider noch keine erhalten und werde wohl auch keine bekommen! Habe leider keine Rechtsschutzversicherung, würde sonst einen Anwalt einschalten... Kann mir vielleicht hier jemand Rat geben, ob ich hier Schadenersatzansprüche gegen meinen Arbeitgeber habe und geltend machen kann?

Vielen Dank im Voraus

Antwort
von Hegemon, 20

Dieser Schaden wird eigentlich über die KFZ-Haftpflicht des unfallverursachenden Fahrzeuges geregelt. Denn dazu ist die da.

Dein Chef wird keinen Bock haben, das zu klären, weil die Versicherungsprämie dann erhöht wird.

Kommentar von Helmi2012 ,

Chef sagt, versichert sind nur "fest" eingebaute Teile im Fahrzeug und hierzu zählt das TV-Gerät nicht 😓

Kommentar von Hegemon ,

Ich meine nicht die Kasko-Versicherung sondern die Haftpflichtversicherung. Der Unfallverursacher haftet für den Schaden, den er Anderen zufügt. Das läuft über die KFZ-Haftpflichtversicherung.

Kommentar von hauseltr ,

Bei LKWs gibt es keinen Schadensfreiheitsrabbatt, soweit ich weiss. Ergo auch keine Erhöhung der Versicherungsprämie. Ausserdem ist wohl der Kollege der Schadensverursacher!

Kommentar von Hegemon ,

"Ausserdem ist wohl der Kollege der Schadensverursacher!"

Ja und? Deswegen hat er trotzdem einem Dritten einen Schaden zugefügt - mit einem Kraftfahrzeug. Er ist in der Pflicht und in der Haftung, den verursachten Schaden zu erstatten. Und das läuft über die KFZ-Haftpflicht.

Wenn er in den Gartenzaun oder in das Auto des Kollegen gefahren wäre, wäre das genau die gleiche Situation.

Antwort
von annokrat, 20

du wirst dir den schaden nur durch deinen kollegen, der den unfall verursacht hat, ersetzen lassen können. deinen chef braucht das nicht zu interessieren.

annokrat

Antwort
von atzef, 25

Wieso sollte der Chef dir den Schaden erstatten? Der hat ihn doch nicht verursacht! Der könnte dir allenfalls für die dreiste Aufforderung zur Schadensregulation eine Abmahnung schreiben...

Zur Schadensregulation ist der Verursacher des Unfalls verpflichtet.

Kommentar von Helmi2012 ,

Na ja...ich denke, da wir Arbeitnehmer Erfüllungsgehilfen für die Firma sind? Im übrigen wurde mir gesagt, dass mein Disponent dafür hätte Sorge tragen müssen, aufgrund meiner Arbeitsunfähigkeit den LKW auszuräumen 😳

Kommentar von atzef ,

Wieso soll der Dsponent dir deine Sachen hinterherräumen?

Gegen ein Verschulden des Erfüllungsgehilfen kann sich der AG hier erfolgreich exkulpieren.

Aber ich muss dennoch zurückrudern! :-) Natürlich haftet der Halter des verursachenden Fahrzeugs aus Gefährdungshaftung auch für dein Zeug. :-)

Kommentar von Helmi2012 ,

Hallo...ich bin doch jetzt ziemlich sauer 😁 Da mein Chef auf meine Schreiben bis heute nicht reagiert hat, hab ich bei seiner Versicherung angerufen. Diese sagte mir, der Halter habe zwar eine Gefährdungshaftung aber die Haftpflichtversicherung kommt nicht für den Schaden auf! Hier sollte ich mich an meinen Chef wenden, der den Schaden selbst regulieren müsse...na toll...jetzt bin ich genauso schlau wie vorher 😳 D.h. alle Berufskraftfahrer, die sich ihr "Leben" im LKW so angenehm wie möglich gestalten wollen, müssen ihr Privateigentum irgendwie selbst versichern...oder drauf verzichten!? 

Kommentar von atzef ,

Ich kann deinen Ärger gut verstehen. Versicherungen muten immer wie kriminelle Vereinigungen an, wenn sie mal zahlen sollen... :-)

Vielleicht muss man mal zu einemAnwalt oder auch einfach mal Geld in eine Gewerkschaftsmitgliedschaft investieren, um sich einschlägig beraten zu lassen.

Antwort
von hauseltr, 25

Die Frage ist, ob nicht die Privathaftpflicht des Unfallverursachers dafür zuständig ist? Der hat schliesslich den Schaden verursacht.

Aber die ganze Sache würde ich als rechtlich kompliziert einschätzen.

Kommentar von angy2001 ,

Die Privathaftpflicht des Unfallverursachers reguliert keine Schäden mit Kraftfahrzeugen. Dafür ist die KFZ-Haftpflicht des Fahrzeughalters zuständig.

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