Frage von erik0223, 79

Schach lernen für Kinder?

Gibt es bestimmte Videos auf Youtube,Bücher oder Internetseite die es für Kinder erklären?

Antwort
von DedeM, 61

Moin,

tja, das hängt zu einem ganz erheblichen Teil davon ab, wie alt dein Kind ist. Zum Teil ist auch wichtig, wie gut sich dein Kind konzentrieren kann und sich begeistern lässt. Dann wäre es gut zu wissen, ob sich dein Kind mit der Bedienung eines Computers auskennt und ob es sich allein damit beschäftigen soll oder ob du dabei bist.

Also konkret: "Fritz&fertig" ist eine Reihe von CD-Roms zum Thema Schach. Es wurde hier bereits erwähnt und ist tatsächlich gut gemacht. Es ist allerdings eher etwas für jüngere Kinder. Ein Kind ab 10, 12, wird sich vielleicht etwas albern vorkommen... Damit kann sich dein Kind jedenfalls allein am Computer mit dem Thema Schach beschäftigen.
Dazu gibt es auch auf die Software abgestimmte Bücher sowie einen Abreißkalender mit nett gemachten Rätseln von sehr leicht bis Matt in drei Zügen... Wenn dein Kind noch sehr wenig Ahnung vom Spiel hat oder noch nicht einmal die Grundregeln genau kennt, ist der Kalender (noch) nicht so gut geeignet.

Bücher für Kinder gibt es einige. Also ich bin ein absoluter Fan der Reihe Juniorschach britischer Autoren. Hier bekommst du alles, von den ersten Schritten, bis zur Schachpsychologie. Und alle Bücher sind toll geschrieben. Die Bände heißen:
Walker: »Anfangen mit Schach« (Brett und Grundregeln)
Walker: »Die ersten Züge« (Einführung in die Eröffnungsbehandlung)
Walker: »Angriff auf den König« (Mittelspiele und Angriffstechniken)
Phillips: »Der Schachlehrer« (Grundkurs der Schachstrategie)
Harding: »Besser Schachspielen« (Verbesserung des eigenen Spiels)
Walker: »Schach für Meister von Morgen«
Walker: »Teste dein Schach« (Schachaufgaben)
Webb: »Schach für Tiger« (Schachpsychologie und Tricks)
Keene & Whiteley: »Der entscheidende Zug« (Bester Zug & Schachmuster)

Ansonsten gibt's »Schach macht Spaß« von Bodo Starck. Wenn dein Kind noch relativ jung sein sollte und mit Schach gerade anfängt, ist das Buch »Heiner und die 64 Felder« von Sobeck durchaus empfehlenswert.
»Schach für Kinder« kenne ich jetzt persönlich nicht, aber von einem der Autoren, Murray Chandler, halte ich viel. Das könnte also etwas sein.

Wenn du dich im Netz umguckst, wirst du noch ein paar weitere Titel finden, aber in diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, dass es möglicherweise für dein Kind wichtiger ist, mit dir zusammen die Welt des Schachs zu entdecken, als dass es wirklich auf das Buch ankommt, mit dem ihr das macht...

LG von der Waterkant.

Antwort
von wolfgang1956, 77

Wenn Kinder die Sprache erlernen, plabbern sie zunächst und irgendwann geht dieses Plabbern in richtige Muttersprache über, die sie dann ab dem 4. Lebensjahr immer „Erwachsener“ werden lässt; dabei ist die Nationalität der Familien völlig egal. Hier sollte man viel mehr „common Sense“ walten lassen und nicht meinen, das Schach, das Kinder lernen sollen, unterscheide sich vom Schach, das die Erwachsenen spielen.

Ebenso verhält es sich mit dem Schachspiel. Hier mit „kindgerechten“ Spielereien den Kindern das Spiel näher bringen zu wollen halte ich für falsch. Sie sollten sofort beim Spiel wie jeder Erwachsene behandelt werden. Die Figuren ziehen doch auch im Kindesalter nicht anders wie im Erwachsenenalter.

Also:

  • Schachregeln erklären
  • Einfache praktische Schachaufgaben stellen und mit ihnen lösen und sie nach einigen Beispielen selbst lösen lassen
  • Die Kinder spielen lassen

Sooo viele Rücksichten muss man da nicht auf die kleinen nehmen. Im späteren Berufsleben werden sie mit ganz anderen Problemen konfrontiert …

Kommentar von DedeM ,

Hmm,

dem möchte ich durchaus widersprechen. Viele (die meisten?) Menschen sprechen mit kleinen Kindern anders als mit Erwachsenen. Da kommen Phantasiewörter wie "Gutschi-gutschi-guuu" o.Ä. vor. Später heißt es dann oft: "Das ist ein Wau-wau." anstelle des korrekten Wortes "Hund". Beides hat auch durchaus einen Sinn. Mit den Phantasiewörtern erzeugt man im Kleinkind Emotionen; es ist angeblich so, dass dadurch ein besonders inniges Band zwischen zum Beispiel Mutter und Kleinkind geknüpft wird. Begriffe wie "Wau-wau" dienen wiederum dazu, dem Kind über die Lautsprache den Zugang zur abstrakten Sprache zu erleichtern. Auch aus Sicht des Kindes hast du das - finde ich - etwas überhastet zusammenfassend dargestellt ("... geht dieses Plabbern in richtige Muttersprache über..."). Das stimmt so pauschal gesagt natürlich schon, aber wenn man genauer hinschaut, stellt man doch fest, dass von dem Kind erst einzelne Wörter nachgesprochen werden, dann grammatikalisch inkorrekte, aber trotzdem verständliche Drei-Wort-Sätze formuliert werden, bevor (endlich) die ersten korrekten (kurzen) Sätze ausgesprochen werden.
Insofern ist der Gedanke nicht abwegig, auch im Schach nach Möglichkeiten zu suchen, einem Kind den Zugang zu diesem wundervollen, aber eben auch komplexen und teilweise abstrakten Spiel zu erleichtern. Nicht umsonst gibt es speziell auf kleine Kinder ausgelegte Bücher, die phantasievoll und spielerisch mit dem Thema Schach umgehen. Solche Bücher würde ich mir als Erwachsener nicht durchlesen, für ein Kind könnte das jedoch sinnvoll, weil erleichternd sein.
Zu den Verweisen auf "übertriebene Rücksichtnahme" oder die "Probleme im späteren Berufsleben" enthalte ich mich jetzt mal einer ausführlicheren Kritik und belasse es bei dem kurzen Einwand, dass dies nicht zum Thema gehört und von daher unpassend war.
Ich selbst habe, als ich mit fünf Jahren mit dem Schachspiel erstmals in Berührung kam, die schön gestalteten Schachfiguren meines Vaters auch öfters dazu "missbraucht", damit nicht Schach, sondern so etwas wie "Burg und Hofstaat" zu spielen. Trotzdem ist aus mir ein relativ passabler Schachspieler und ein erfolgreicher Berufstätiger geworden.

LG von der Waterkant.

Kommentar von wolfgang1956 ,

Nur weil du da nicht weiter bist, gibt es inzwischen sehr viele Eltern, die mit ihren Kindern gleich richtig sprechen. Natürlich kann man hier keine Fachbücher schreiben, aber deswegen ist es gerade beim Schach so, dass man den Kindern m.e. kaum vor dem dritten Lebensjahr das Schachspiel wird erklären können. In diesem Alter lernen sie auch nicht Klavier oder Gitarre, weil die Hände für akkordisches Greifen noch zu klein sind. Und wenn ein Kind erst einfache Sätze spricht, wird es noch kaum begreifen, wie die Figuren heißen.

Ich glaube nicht, dass der Fragensteller wegen eines Vorschulkindes angefragt hat. Und ob die Fritzprogramme wirklich so kindgerecht sind, wie man sie bewirbt wage ich jedenfalls zu bezweifeln. Auch die Bauern-, Springer- und sonstigen -Diplome des deutschen Schachbundes sind hier m.e. nicht zielführend.

Man kann nicht immer ausschließlich zum vorgegebenen Thema schreiben. Aber als „erfolgreicher Berufstätiger“ sollte man Beispiele als solche erkennen können.

LG aus der Frankenmetropolis

Kommentar von DedeM ,

Wow, ich hätte nicht gedacht, dass Schachspieler nicht in der Lage sind, gewisse Strukturebenen einer Diskussion zu erfassen... Aber du beweist mir gerade, dass dem doch so ist. Tja, man lernt nie aus...

Kommentar von wolfgang1956 ,

Mir geht es da ebenso – nur bezweifle ich auch, dass bei dir überhaupt sowas wie eine „Strukturebene“ vorhanden ist.

Das einzige was dir ja einfällt, sind offenbar Schläge unterhalb der Gürtellinie.

Kommentar von DedeM ,

Spieglein, Spieglein... Wer hat denn damit angefangen, unter die Gürtellinie zu schlagen? Und was die Ebenen angeht, du warst es ja wohl, der nicht verstanden hat, dass ich selbstverständlich nicht davon ausging, dass der Fragensteller ein dreijähriges Vorschulkind gemeint haben könnte. Aber du hast die Analogie zum Spracherwerb aufgeworfen, woraufhin ich lediglich darauf einging, dass es dabei durchaus berechtigte Überlegungen gibt, diesen dem Kind einfacher zu machen bzw. mit phantasievollen Begleitumständen einen emotionalen Kanal zu öffnen. Aus diesem durchaus sachlichen Argument leitest du einen persönlichen Angriff ab, dass ich "nicht weiter sei". Dazu will ich nur anmerken, dass dies nicht meine Meinung ist, sondern aus wissenschaftlichen Untersuchungen stammt, deren Ergebnis ich einmal in einer BBC-Sendung über Kindesentwicklung gesehen habe.
Aber dann springst du auf eine völlig andere Ebene, nämlich auf die, dass ich wohl dächte, dass hier ein dreijähriges Kind im Schach unterrichtet werden solle (was aus keiner meiner Bemerkungen herzuleiten ist, da ich ja - man beachte die Ebenenstruktur - lediglich auf deine Analogie des Spracherwerbs reagierte, aber hier noch nicht auf das Erlernen von Schach einging). Erst jetzt wechselte ich in meiner Anmerkung auf eine andere Ebene und fragte, warum man nicht Erleichterungen, die viele Menschen ihren Kindern beim Spracherwerb einräumen, nicht auch beim Erlernen von Schach gewähren sollte?! Du verstehst?

Und überhaupt hast du schon in deiner Antwort verschiedene Ebenen als erster durcheinander gebracht. Denn zum Beispiel das Erlernen des Schachspiels im Kindesalter (sagen wir ab dem sechsten bis achten Lebensjahr - ich grenze das hier nur noch einmal genauer ein, damit du nicht wieder missverstehst, ich könnte Dreijährige meinen), also, das Erlernen von Schach im Kindesalter spielt sich doch garantiert auf einer völlig anderen Ebene ab, als spätere Probleme im Berufsleben, wo der Mensch doch eher um 20 Jahre herum alt ist (plus / minus vier Jahre). Das deutest du ja selbst an. Was also soll so ein Hinweis, an dieser Stelle? Willst du wirklich sagen, dass man Lernvorgänge nicht erleichtern solle, nur weil man später im Beruf ganz andere Probleme meistern muss? Wenn du das sagen wolltest, dann muss ich dich ein wenig bedauern, weil du offenbar zu den Erwachsenen gehörst, die vergessen haben, wie die Welt von Kindern ist oder sich nicht (mehr) in die Kleinen hineinversetzen können oder wollen. Wenn ein Kind sein Lieblingsspielzeug verliert, dann ist das in seiner Welt eventuell ein Drama unvorstellbaren Ausmaßes. Das ist aus meiner Erwachsenen -Perspektive natürlich nichts im Vergleich zu - sagen wir - dem Verlust eines Arbeitsplatzes. Objektiv ist das auch sicherlich ungleich schlimmer. Aber subjektiv ist es - ich sagte es bereits - für das Kind dennoch möglicherweise ein Drama unvorstellbaren Ausmaßes. Muss ich jetzt wirklich dem Kind seine Gefühle kleinreden mit dem Hinweis, dass es Schlimmeres gebe? Oder sollte ich es lieber trösten?

Ich verstehe auch nicht, warum du überhaupt so aggressiv reagierst, es sei denn, du gehörst zu den Menschen, die Kritik oder gar Widerspruch als persönlichen Angriff auffassen. Dass ich hier und in der Antwort davor aggressiver reagiere, liegt daran, dass du mich zuerst angegriffen hast. Also spiegele nicht deine Kritikunfähigkeit oder die in dir daraus hergeleiteten vermeintlich wahrgenommenen Beleidigungen in meine erste Antwort. Sie stammen von dir!

Kommentar von wolfgang1956 ,

Jetzt werde mal nicht kindisch. Du hast mit dem Punching unter der Gürtellinie angefangen.

Wenn du keine Beispiele verstehst, ist das dein Problem.

Meinst du deine „Lehrbuchtexte“, die niemand wegen ihrer Ausführlichkeit liest, seien das A & O?

Kommentar von DedeM ,

Na, dass du sie nicht gelesen hast, offenbarst du ja mit jeder Zeile deiner Kommentare. Es ist dann nur so, dass man besser mal den Spruch von M. Barth & D. Nuhr beherzigen sollte, nämlich dass man lieber schön die F r esse halten sollte, wenn man keine Ahnung hat!

Kommentar von wolfgang1956 ,

Dass du jetzt schon Hilfe bei anderen suchen musst, zeigt nur, dass es mit deiner Ahnung ebenfalls nicht soooo weit her ist.

In deinem Alter habe ich auch mit dem großen Bruder oder der großen Schwester gedroht … :-)

Kommentar von wolfgang1956 ,

Dazu will ich nur anmerken, dass dies nicht meine Meinung ist, sondern aus wissenschaftlichen Untersuchungen stammt, …

Die du natürlich mit 100.000en Links belegen kannst …

Aber dann springst du auf eine völlig andere Ebene, nämlich auf die, dass ich wohl dächte, dass hier ein dreijähriges Kind im Schach unterrichtet werden solle

Wobei ich das so wie du es zitierst nie gesagt habe; aber wenn man den Zusammenhang ignoriert und weglässt, mag man scheinbar punkten, doch steht man zum Schluss eher dümmlich da.

Im Alter von drei Jahren sind Kinder sicherlich in der Lage, ihre Muttersprache zu verstehen, wobei ihnen noch sehr viele Worte des Wortschatzes Probleme bereiten. Aber du bist ja der Pädagoge par excellence …

Antwort
von Noidea333, 48

Es wurden ja schon ein paar (gute) Antworten gegeben. Besonders von DedeM.

Ich kann aus Erfahrung dir sagen, dass es für jedes Alter unterschiedliche Lernmethoden gibt, die am besten geeignet sind. Angefangen von Schachprogrammen von Fritz bis hin zu allen möglichen Büchern ...

Bücher habe ich nicht so viele.

In der Grundschule habe ich selbstständig mir die drei Bücher vom Falken-Verlag "Zug um Zug" angeschaut und mit Vorliebe hinten dann die Rätselaufgaben gelöst wie Matt in ein, zwei, drei Zügen usw. 😊

https://www.amazon.de/Schach-f%C3%BCr-jedermann-I-Zug/dp/3806806489/ref=pd_cp_14...

und später auch "Schach Zug um Zug: Bauerndiplom, Turmdiplom, Königsdiplom - Offizielles Lehrbuch des Deutschen Schachbundes zur Erringung der Diplome"

https://www.amazon.de/Schach-Zug-Bauerndiplom-K%C3%B6nigsdiplom-Schachbundes/dp/...

Ich spiele auch mehrere Jahre schon aktiv in einem Verein und kann somit behaupten, dass vor allem Kinder noch nicht so ein Ausmaß an Konzentration zu Tage legen, wie die Erwachsenen.

Wir haben 1x pro Woche Schachabend und 2 Stunden davor Training. Und die Kinder und Jugendliche können vielleicht maximal eine halbe Stunde sich konzentrieren und zuhören, wie dann bestimmte Schachtaktiken erklärt werden. Am Ende wollen sie immer nur spielen (ist auch ein gutes Training!)

Tandem ist sehr beliebt, wo 2 Leute gegen zwei spielen und die geschlagenen Figuren vom Gegner kann der Teamkollege einsetzen, statt einen Zug auszuführen 😊

Und als ich mal einen Lehrgang besucht hatte, für ein Schulschachpatent, wurde auch gesagt, dass Kinder "spielend" an das Schach ran geführt werden müssen. Sie verstehen bei weitem noch nicht so viel, wie die Erwachsenen und verlieren schnell die Lust. Deshalb ist es wichtig, dass es ihnen Spaß macht! 😃

Im Internet gibt es auch wirklich gute Schachseiten, wo viele Kinder spielen. Ich hatte früher auf einer Seite gespielt, die es leider nicht mehr gibt. Diese hatte ein Hausmeister betrieben gehabt, der auch an vier Schulen Schachunterricht den Kindern gegeben hatte.

Einige von denen spielen jetzt bestimmt auch bei https://www.zum.de/psm/schach/

Das ist eine Fernschachseite, wo natürlich auch viele Erwachsene spielen, aber auch viele Anfänger. Und die Leute sind eigentlich immer sehr nett.

Bei YouTube gibt es heutzutage auch alles. Einfach die richtigen Suchbegriffe eingeben und sich dann berieseln lassen 😀

Ich hoffe, ich konnte noch ein paar gute Ideen geben.

Lieben Gruß Noidea333

Antwort
von chritter, 57

Auf YouTube gibt es ein super schachtutorial: SchachTV

Aber warum schickst du es nicht in einen Schachverein, was das Kind dort lernt kann kein Programm machen!

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