Frage von Melisaa1905, 48

Sammelklage was kommt auf mich zu?

Hallo, ich habe Konzertkarten von jemanden bekommen die ich verkaufen sollte. Heute nach der Show wurde ich von so vielen angeschrieben, das die Karten fake sind und ich alle betrogen habe. Natürlich kommen jetzt viele anzeigen da es schon 13-20 Karten waren. Kennt sich da jemand aus? Was kommt auf mich alles zu?

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Antwort
von Friedel1848, 17

Es wird voraussichtlich zweierlei auf dich zukommen:

1) Strafrechtliche Konsequenzen

Da dich vermutlich einige der Käufer anzeigen werden, wird gegen dich ein Strafverfahren wegen Betruges (§ 263 StGB) eröffnet. Das bedeutet, die Staatsanwaltschaft bzw. Polizei wird ermitteln, ob du den Straftatbestand des Betruges erfüllt hast. Eventuell wird man sogar einen besonders schweren Fall des Betruges nach § 263 Abs. 3 Nr. 1 StGB (Gewerbsmäßigkeit) annehmen, wobei ich das nicht unbedingt für erfüllt halte (denn dafür müsstest du den Betrug als dauerhafte und relativ erhebliche Einnahmequelle nutzen).

In jedem Fall ist Betrug keine Kleinigkeit. Der "einfache" Betrug wird mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Natürlich wird man - im Falle einer Verurteilung - in deinem Fall niemals in die Nähe der Höchststrafe kommen. Dennoch sollte man das Ganze nicht auf die leichte Schulter nehmen. Eine Geldstrafe in beträchtlicher Höhe dürfte schon drin sein. Daher mein Rat: Nimm dir einen Rechtsanwalt und lasse diesen dich beraten und vertreten. Er kann dir deutlich besser helfen als wir. Jetzt kannst du sagen "ein Rechtsanwalt ist aber teuer". Ja, das stimmt. Aber: Wahrscheinlich wird es noch teurer, wenn du ohne Anwalt die Sache bestreitest. Denn: Ein Anwalt kann es möglich machen, dass die Kuh vom Eis ist, ohne dass es zu einer Gerichtsverhandlung kommt. Das kannst du alleine ohne rechtliche Fachkenntnisse nicht.

Ich halte es auch für möglich, dass du strafrechtlich aus der Sache ohne Folgen heraus kommt (und gerade das will und kann vielleicht ein Rechtsanwalt auch bewirken). Denn: Damit ein Betrug vorliegt, musst du vorsätzlich gehandelt haben. Du musst also gewusst haben, dass die Karten fake waren. Das ist - laut deiner Aussage - nicht der Fall gewesen. Einen fahrlässigen Betrug gibt es nicht. Das bedeutet: In der Theorie - angenommen, deine Angaben stimmen - hättest du dich nicht strafbar gemacht. Es reicht für einen Betrug nunmal nicht aus, dass du misstrauisch hättest werden müssen oder dergleichen. In der Praxis stellt sich nur folgendes Problem: Man weiß nicht, ob der Richter dir am Ende glaubt oder ob er deine Aussage nur für eine reine Schutzbehauptung hält, um dich aus der Affäre zu ziehen. Daher ist ein Rechtsanwalt hier sinnvoll - er kann in solchen Dingen wohl deutlich besser argumentieren etc. als du es könntest.

FAZIT: Meine Empfehlung: Nimm dir einen Rechtsanwalt. Der kann dir in dieser Sache deutlich besser helfen als wir. Und er ist in der Lage, dich eventuell komplett strafrechtlich schadlos aus der Sache wieder herauszuholen.

2) Zivilrechtliche Konsequenzen

Du hast aber außer den strafrechtlichen Konsequenzen noch ein anderes Problem an der Backe. Beim Strafrecht muss man dir den Vorsatz nachweisen können. Gelingt das nicht, ist der Richter also nicht von einem Vorsatz überzeugt, so muss er dich letztlich freisprechen.

Im Zivilrecht braucht es aber keinen Vorsatz, damit du schadensersatzpflichtig wirst. Schadensersatz wirst du wohl oder übel leisten müssen. Das dürfte für dich aber ja eigentlich kein Problem sein, falls du das Geld noch hast, was du als Kaufpreis erhalten hast.

Hast du die Karten günstiger verkauft als zum Originalpreis und einige der Käufer haben sich dann stattdessen noch Karten zum Originalpreis gekauft, so wirst du aber wohl auch diese Differenz noch dazu zahlen müssen.

Ich rate dir auch hier: Lass dir von deinem Anwalt helfen und lasse dich am besten nicht auf eine Klage ein, sondern gehe vorher auf die Forderungen der Gegenseite ein. Das spart enorm Kosten, da du eine Klage ohnehin verlieren würdest.

Mein Tipp: Gehe von dir aus auf die Käufer zu und biete ihnen an, ihnen den Kaufpreis komplett zu erstatten und - falls sie stattdessen andere (teurere) Karten gekauft haben - ihnen auch die Differenz zu erstatten. Das kann nämlich auch für das Strafverfahren sinnvoll sein: Es zeigt nämlich deinen guten Willen und kann ein Indiz dafür sein, dass du keinen vorsätzlichen Betrug begangen hast, sondern nur einfach zu blauäugig warst.

Noch ein Hinweis zum Schluss: Kommst du am Ende ins Minus, so kannst du deinerseits natürlich Geld von demjenigen verlangen, der dir die Karten angedreht hat - und unter Umständen auch gegen ihn Strafanzeige wegen Betrugs stellen.

Antwort
von Topotec, 32

Sammelklagen gibt es in Deutschland nicht.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt aufgrund der Anzeigen gegen Dich und eröffnet evtl. ein Strafverfahren wegen Betrugs.

Warum verkaufst Du auch Karten, die irgendwoher kommen? Bist Du da nicht misstrauisch geworden?

Antwort
von troppixi, 26

Dürfte den Straftatbestand eines gewerbsmäßigen Betrugs erfüllen. Dieser wird mit bis zu 10 Jahren Haft bestraft. Da es sich hier jedoch um einen sehr harmlosen Fall handelt würde ich mit einer Geld oder Bewährungsstrafe rechnen.

Antwort
von Audifreak026, 23

§ 370 Steuerhinterziehung (1) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft. Es sind meißt nur die Anwaltskosten des Klägers + Schadenseinschätzung (ca. 500 €) Ich rate dir ein Sehr guten Anwalt anzuschaffen.

Kommentar von Friedel1848 ,

Mit Steuerhinterziehung hat das so ziemlich gar nichts zu tun.

Kommentar von furbo ,

Hä?

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