Frage von Schakazulo, 100

Sachverständigen koste KFZ?

Hallo, ich hatte vor einiger Zeit eine Rechnung von einem KFZ Sachverständigen meines unfallfall Gegners bekommen. Da ich eigentlich in der Annahme war, dass solche Kosten von meiner Haftpflichtversicherung getragen werden, habe ich mich dazu nicht gemeldet und auch nichts bezahlt. Nun habe ich die erste Mahnung bekommen und habe den Sachverständigen mal angerufen. Dieser sagte mir das meine Haftpflicht ihn nicht bezahlen wollte und er die Kosten deswegen jetzt an mich weiterleitet. Ist so etwas rechtens? Ich dachte meine Haftpflichtversicherung wäre genau für solche Kosten zuständig ?

Antwort
von Buerger41, 14

Sich mit dieser Forderung auseinanderzusetzen ist alleine Aufgabe Ihres Kfz-Haftpflichtversicherers. Er hat die gegnerischen Ansprüche abzuwehren, indem er entweder sie befriedigt oder teilweise zahlt oder eben garnicht.

Daher unterrichten Sie Ihren Versicherer unverzüglich von dieser Forderung. Sie sollten sich mit dem Gegner nicht unterhalten. Das ist alleine Aufgabe des Versicherers.

Zu den Gutachterkosten sei angemerkt, dass sie möglicherweise garnicht geltend gemacht werden können, da auch den Geschädigten eine Schadenminderungspflicht trifft. Einen selbstständigen Kfz-Sachverständigen kann ich als Geschädigter nur dann auf Kosten des Schädigers in Anspruch nehmen, wenn es sich um einen hohen Sachwert handelt, der Unfallgegner bzw. der Versicherer die Regulierung hinauszögert ohne ersichtlichen Grund.

Also: Reichen Sie die Mahnung unverzüglich weiter und beenden Sie jegliche Korrespondenz mit dem Gegner oder dem SV.

Antwort
von NochWasFrei, 51

Gib das einfach an deine Versicherung weiter. Wenn die einen Teil der Gutachterkosten nicht gezahlt hat, dann musst du diese ebenfalls nicht zahlen. Dafür ist deine Versicherung da, unberechtigte Kosten abzuwehren.

Wichtig ist trotzdem, dass deine Versicherung Bescheid weiß, dass er was von dir verlangt. Du bist dazu verpflichtet, Ansprüche die an dich gestellt werden umgehend an deine Versicherung weiterzuleiten.


Der nette Herr Gutachter kann sich dann gerne an den Geschädigten wenden, der hat ihn schließlich beauftragt und darf dann auch die Kosten tragen.


Kommentar von Schakazulo ,

Meine Versicherung hat wohl nicht alle seine Kosten anerkannt.

Einen Teil hat sie schon gezahlt, den Rest will er jetzt von mir.

Kommentar von NochWasFrei ,

Ja das  hatte ich in deinem anderen Kommentar schon gelesen.

Die Versicherung wehrt die Übernahme der Kosten aber ab, weil du nicht dafür aufkommen musst. Die prüfen natürlich welche Kosten sie (und du) gesetzlich übernehmen müssen. Alles was darüber hinaus geht, wird in deinem Namen abgelehnt. Die Versicherung nimmt dir hier wirklich alles ab, du bist komplett raus und kannst ganz entspannt sein. Du musst dem Kerl wirklich gar nichts zahlen. Auch wenn er die Kosten einklagt, trägt sämtliche Anwalts- und Gerichtskosten deine Versicherung.

Aber nochmal: Melde das deiner Versicherung!

Kommentar von KfzSVnrw ,

Nein, der TE ist hier gar nicht raus. Der Sachverständige kann sich aufgrund der Abtretung jederzeit an ihn wenden.

Kommentar von NochWasFrei ,

Ja und er gibt es an seine Versicherung weiter. Dafür ist die nämlich da.

Kommentar von schleudermaxe ,

eben, wenden, mehr aber auch nicht. Alles doch ganz einfach, oder?

Leider kennen wir noch nicht die >Gründe, warum der angemeldete Schaden nicht in voller Höhe übernommen werden durfte.

Antwort
von emily2001, 57

Hallo,

das ist ungewöhnlich!

Die Kosten für das Sachverständigengutachten sind als Schadenposition erstattungspflichtig, dies sollte also deine Haftpflicht erstatten, und nicht du!

Rede mit deiner Versicherung, frag mal, ob die schon etwas erstattet haben. Vielleicht will der Sachverständige "doppelt" kassieren... Wenn deine Versicherung noch nicht bezahlt hat, kannst du nichtst dafür... der Gegner muß tätig werden und Dampf machen bei deiner Versicherung!

Du mußt dich fragen, ob deine Versicherung überhaupt etwas bezahlt hat... Hast du denn einen Unfallbericht ausgefüllt und zu deiner Versicherung geschickt, war die Polizei da, hast du Aufnahmen des Schadens gemacht, usw...?

Emmy

Kommentar von Schakazulo ,

Meine Versicherung hat nicht seine gesamte Rechnung anerkannt. Die Teile die nicht anerkannt wurden, möchte er jetzt von mir haben. 

Ich bin mir eigentlich sicher das meine Haftpflicht zuständig wäre und habe es ihm auch so gesagt das er sich bitte an die wenden soll, aber er will mich privat Anklagen wenn ich ihm das nicht bezahle^^ 

Das macht mich doch etwas stutzig, wieso sollte er riskieren noch auf seinen anwaltsgebühren sitzen zu bleiben, wenn ich wirklich im Recht bin. 

Aber danke schonmal für die schnelle Antwort 

Kommentar von emily2001 ,

Warum hat deine Versicherung die Gesamtrechnung nicht annerkannt? War der Schaden etwa geringfügig?

Bis zu einem Reparaturkostenbeitrag von 750,-- € wird kein Sachverständigengutachten übernommen. Du brauchst ihn auch nicht übernehmen, wenn der Unfallgegner das Gutachten von sich aus angefordert hat!!!

Emmy

Kommentar von Schakazulo ,

Da es lediglich ein parr Krazer waren nehme ich an es waren unter 750.

Es war ein Roller der umgefallen ist.

Ich glaube der Neuwert wäre nicht einmal 750 Euro gewesen.

Kommentar von emily2001 ,

Schicke die Förderung des Sachverständigen an deiner Versicherung, die werden also diese zurückweisen.

In dem Falle brauchst du  überhaupt keine Sachverständigen-rechnung bezahlen!!!

Der Geschädigte kann das auf eigener Rechnung machen, wenn er will, das geht dich nichts an. Der Sachverständige müßte eigentlich wissen, daß weder du noch deine Versicherung für seine Kosten gerade stehen müssen, er muß sich an den Auftraggeber wenden und das Geld von ihm verlangen.

Emmy

Antwort
von KfzSVnrw, 26

Ja, das ist Rechtens.

Du hast einen Unfallschaden verursacht, bei dem der Geschädigte berechtigte Schadensersatzansprüche hat. Vermutlich wolltest du den Schaden über deine Versicherung abrechnen.

Ich gehe ferner davon aus, das der Geschädigte von seinem Recht gebrauch gemacht hat und einen unabhängigen Kfz-Sachverständigen mit der Erstattung eines Gutachtens beauftragt hat und eine entsprechende Abtretung unterschrieben hat.

Deine Versicherung scheint die Ansprüche des Kfz-Sachverständigen nur teilweise ausgeglichen zu haben, so dass noch ein Teilbetrag offen ist. Wenn die Kürzung der Rechnung , wie sehr oft, nicht berechtigt war dann ist dieser Betrag noch zu zahlen. Der Geschädigte und aufgrund der Abtretung auch der Sachverständige können sich nun aussuchen bei wem sie den offenen Betrag einfordern:

  • gegnerische Haftpflichtversicherung
  • Fahrer
  • Halter

Du solltest jetzt umgehend mit deiner Versicherung Rücksprache halten und dafür sorgen dass die offene Forderung der Rechnung fristgerecht bezahlt wird. Ansonsten musst du mit einer Klage rechnen!

Des weiteren solltest du dir Gedanken machen, ob es nicht überlegenswert ist, die Versicherung zu wechseln. Du hast  sie abgeschlossen damit genau das nicht passiert, was jetzt passiert ist.

Kommentar von NochWasFrei ,

Er hat die Versicherung abgeschlossen, damit berechtigte Ansprüche beglichen und unberechtigte Ansprüche abgewehrt werden, nicht damit die Versicherung ungeprüft jedem Gutachten Kohle in den Rachen wirft.

Wenn der Gutachter der Meinung ist, dass ihm die kompletten Kosten zustehen kann er die ja problemlos einklagen. Da müsste er ja sowohl beim Verursacher als auch bei der Versicherung die gleichen Chancen haben...

Natürlich kann er sich sowohl an den Verursacher als auch an die Versicherung wenden, da beide gesamtschuldnerisch haften. Aber auch wenn er den Verursacher verklagt, geht das trotzdem sofort an die Versicherung weiter.

Kommentar von KfzSVnrw ,

Für den TE wird es aber sehr unangenehm wenn der Gerichtsvollzieher mit einem Mahnbescheid vor der Tür steht oder er gerichtlich verklagt und verurteilt wird.

Sowas kommt heutzutage immer öfter vor.

Kommentar von NochWasFrei ,

Der Gerichtsvollzieher kommt erst, wenn die Forderung unbestritten ist. Wenn sie das ist, zahlt die Versicherung. Wenn der TE verklagt wird, zahlt die Versicherung ebenfalls den Anwalt. Wenn er dann verurteilt wird, zahlt die Versicherung sämtliche Kosten. Für den Fragesteller wird hier überhaupt nichts "sehr unangenehm".

Kommentar von KfzSVnrw ,

Dann frag mal die ganzen Verursacher deren Versicherung nicht vorab komplett gezahlt hat und die dann vom Gericht verurteilt wurden. Das sind auch nicht mehr wirkliche Einzelfälle.

Kommentar von schleudermaxe ,

Da kann aber etwas nicht stimmen.

Ich verlange von meiner Versicherung grundsätzlich, daß Sie unberechtigte Ansprüche abwehrt. Zudem gab es vor wenigen Wochen eine Klage gegen der Marktführer, weil dieser angemeldete Kosten und Lasten in voller Höhe übernommen hatte und der liebe VN damit nicht einverstanden war. Obwohl die HUK ihm gegenüber keine Rückstufung vornahm und der alte SF-Rarbatt weiterlief.

Es wurde allein das Prozeßrisiko bewertet.

Kommentar von Buerger41 ,

Schon mal was von Schadenminderungspflicht gelesen?

Kommentar von KfzSVnrw ,
Antwort
von MoechteAWissen, 25

Kann es sein das die Schadenshöhe unter 750€ liegt ?  

Antwort
von schleudermaxe, 28

Das verstehe wer will, ich kann es nicht. Warum sollte ein Gutachten von Dir bezahlt werden? Was sagt denn Dein Berater dazu?

Kommentar von KfzSVnrw ,

Ganz einfach, weil er den Schaden verursacht hat.

Kommentar von schleudermaxe ,

... und wo steht, das nicht nötige Gutachten zu wuppen sind?

Bei einem Rollerwert von 300 EUR gibt es höchstens 100 EUR für den kleinen Kratzer, oder übersehe ich etwas? Und für so eine Regulierung benötigt kein Anspruchsteller einen Gutachter.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community