Frage von Yafra,

Sachverhalt zu Unterhalt ab 18 Jahren!

Hallo,

in der Schule haben wir folgenden Sachverhalt geschildert bekommen - leider gehen die Meinungen auseinander, daher möchte ich für mich zum nacharbeiten hier noch einmal die Frage stellen, in der Hoffnung, dass sich jemand damit gut auskennt und es gut beantworten kann:

Eltern getrennt, Tocher 18 Jahre in der Ausbildung (ca. 550 € netto), lebend bei Mutter- Mutter = geringverdiener, daher nicht Unterhaltszahlungspflichtig. Vater verdient gut ca. 3500 € netto (Bezirksleiter). Verweigert sich allerdings der Tochter Unterhalt zu zahlen.

Ist dies überhaupt Pflicht, wenn ja, wie bekomme ich das Ergebnis?

Vielen Dank im Voraus, ich hoffe mir kann jemand helfen!

Hilfreichste Antwort von Eifelmensch,
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Ab der Volljährigkeit sind grundsätzlich beide Eltern barunterhaltspflichtig, da der bisher hier wohl von der Mutter geleistete Betreuungsunterhalt wegfällt.

Der jeweilige Anteil am Unterhalt bemisst sich nach der Höhe des jeweiligen unterhaltsrelevanten Einkommens. Da die Mutter nicht leistungsfähig ist, kann man den Unterhaltsanspruch alleine aus dem Einkommen des Vaters berechnen.

In den meisten unterhaltsrechtlichen Leitlinien findet man folgende Aussage:

13.3.3 Ein Elternteil hat jedoch in der Regel höchstens den Unterhalt zu leisten, der sich allein nach seinem Einkommen aus der Unterhaltstabelle ergibt.

Ausgehend vom Einkommen des Vaters dürfte die Tochter einen Gesamtunterhaltsanspruch von 625,-€ haben.
Hierauf wird allerdings die Ausbildungsvergütung und das Kindergeld angerechnet.

In den meisten OLG-Bezirken wird von der Ausbildungsvergütung pauschal ein ausbildungsbedingter Aufwand von 90,-€ abgezogen.

Daraus ergibt sich folgende Berechnung:

625 - 184 - (550 - 90) = -19

Im vorliegenden Fall deckt die Tochter also ihren Unterhaltsbedarf selbst und hat keinen weiteren Anspruch auf Barunterhalt von den Eltern.

Sie ist nicht mehr bedürftig, die Bedürftigkeit ist aber Voraussetzung um überhaupt Unterhalt beanspruchen zu können.

§ 1602 Abs. 1 BGB

(1) Unterhaltsberechtigt ist nur, wer außerstande ist, sich selbst zu unterhalten.

Antwort von ralosaviv,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Dein Vater ist barunterhaltspflichtig. Die Düsseldorfer Tabelle gibt Auskunft über die Höhe des Unterhalts gestaffelt nach Alter und Einkommen. Dein eigenes Einkommen wird angerechnet. 90€ bleiben anrechnungsfrei. Vom Rest können noch Werbungskosten u. a. abgezogen werden. Von dem dann noch verbleibenden Betrag, abzüglich Kindergeld, werden 50% von der Unterhaltspflicht des Vaters abgezogen. Die Differenz muss er zahlen.

Mit 18 kann man dazu gerne noch das Jugendamt ansprechen. Die fordern die säumigen Väter auch dann noch zur Zahlung auf und es ist immerhin kostenfrei.

Kommentar von Eifelmensch,

Dein Vater ist barunterhaltspflichtig.

Ist er nicht, siehe meine Berechnung!

Vom Rest können noch Werbungskosten u. a. abgezogen werden.

Die wären mit den pauschalen 90,-€ abgedeckt.

werden 50% von der Unterhaltspflicht des Vaters abgezogen

Wie kommst du zu dieser Aussage?

Mit 18 kann man dazu gerne noch das Jugendamt ansprechen.

Richtig, nach SGB kann das JA bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres beratend tätig werden.

Die fordern die säumigen Väter auch dann noch zur Zahlung auf und es ist immerhin kostenfrei.

Können sie machen, das hat aber keinerlei rechtliche Relevanz.

Kommentar von ralosaviv,
Dein Vater ist barunterhaltspflichtig

Grds. ist er das für ein volljähriges Kind das noch in der Ausbildung ist bis zum 25. LJ. Was bei der Berechnung am Ende heraus kommt, steht auf einem anderen Blatt. Unterhaltspflicht und Unterhaltslast ist nicht das Gleiche.

Vom Rest können noch Werbungskosten u. a. abgezogen werden.

Mag sein, dass bei nachgewiesenen höheren Werbungskosten der anrechnungsfreie Betrag nicht noch zusätzlich abgezogen wird. Grds. errechnet sich das eigene Einkommen des Unterhaltsberechtigten aber genau so wie das des Unterhaltspflichtigen und da sind u. a. Werbungskosten zu berücksichtigen.

werden 50% von der Unterhaltspflicht des Vaters abgezogen

Zu dieser Aussage komme ich, weil die andere Hälfte die Mutter zu tragen hätte, so lange sie nicht nachweist, dass sie weniger leistungsfähig ist als der Vater.

Kommentar von Eifelmensch,

Grds. ist er das für ein volljähriges Kind das noch in der Ausbildung ist bis zum 25. LJ.

Das hört sich schon ganz anders an als Dein Vater ist barunterhaltspflichtig.

Grundsätzlich besteht dem volljährigen Kind gegenüber nämlich keine Unterhaltpflicht, es sei denn, es werden bestimmte Bedingungen erfüllt.

Eine Erstausbildung wäre eine solche Bedingung.
Die Bedürftigkeit muss aber ebenfalls nachgewiesen werden. Nur wenn das eigene Einkommen des Kindes den Unterhaltsbedarf nicht deckt, kann hier noch ein Anspruch geltend gemacht werden. Im vorliegenden Fall dürfte daher wohl kein Unterrhaltsanspruch also auch keine Barunterhaltspflicht des Vaters mehr bestehen!

Vergiss die Altersgrenze von 25 Jahren. Diese existiert im Familienrecht nämlich nicht. Sie wird zwar oft genannt, ist hier aber falsch. Es ist eine Altersgrenze aus dem Kindergeldrecht oder auch dem Sozialrecht.

Unterhaltspflicht und Unterhaltslast ist nicht das Gleiche.

Klar! Ohne Pflicht keine Last :-)

Mag sein, dass bei nachgewiesenen höheren Werbungskosten der anrechnungsfreie Betrag nicht noch zusätzlich abgezogen wird.

Doch, wenn dies tatsächlich der Fall sein sollte, dann könnten auch höhere ausbildungsbedingte Aufwendungen geltend gemacht werden. Aber nicht die Pauschale von 90,-€ und zusätzlich noch "Werbungskosten".

Zu dieser Aussage komme ich, weil die andere Hälfte die Mutter zu tragen hätte, so lange sie nicht nachweist, dass sie weniger leistungsfähig ist als der Vater.

Das Kind muss selbstverständlich von beiden Eltern Einkommensauskünfte fordern um überhaupt eine Berechnung durchführen zu können um nachfolgend den jeweiligen Unterhalt zu fordern.

Aber eine 50%-Verteilung der Unterhaltslast wäre nur dann gegeben wenn beide Einkommen nach Bereinigung exat gleich wären und keine weiteren abweichenden Unterhaltsansprüche vorhanden wären.

Die Chance dafür dürfte kleiner als 1 zu 1.000.000 sein.

Antwort von Jaskan,
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Das kann man sich völlig kostenlos von der Beistandschaft des Jugendamtes errechnen lassen. Die sind auch bei gerade Erwachsen gewordenen Personen behilflich, obwohl es natürlich eigentlich nicht mehr in ihrer Zuständigkeit liegt. Letztendlich bleibt dem Unterhaltsempfänger nichts anderes übrig, als gegen den eigenen Vater vor Gericht zu klagen, wenn dieser nicht freiwillig zahlen will. Das sollte man sich dann natürlich überlegen, je nach dem wie das Verhältnis zwischen Vater und Tochter aktuell ist.

Kommentar von Eifelmensch,

Das kann man sich völlig kostenlos von der Beistandschaft des Jugendamtes errechnen lassen.

Die Beistandschaft endet auf jeden Fall mit der Vollendung des 18. Lebensjahres!

Antwort von tipps4scheidung,

Also gut, dann eben im Ernst. Beide Elternteile sind barunterhaltspflichtig. Die Anteile errechnen sich aus dem Verdienst der Eltern. Wenn die Mutter weniger verdient, muss sie anteilmäßig weniger Unterhalt zahlen. Die Mutter kann der Tochter die Wohnkosten in Rechnung stellen und so um eine "echte" Zahlung herumkommen. Unterhaltspflicht besteht, bis die Tochter eine abgeschlossene Berufsausbildung erfolgreich beendet hat, oder heiratet. Im Gegensatz zur Situation einer Minderjährigen, hat die Tochter KEINE Möglichkeit eine Beistandschaft zu bekommen. Sie muss ihren Vater zivilrechtlich zum Unterhalt verklagen. Ein Teil der Ausbildungsvergütung wird mit dem Unterhaltsanspruch verrechnet. Der genaue Anspruch wird von einem Gericht ermittelt. Da sich der Vater weigert, bleibt nur der Weg über das Gericht.

Kommentar von Yafra,

Super, vielen Dank! Ist dazu evtl. noch etwas im beispielsweise BGB geregelt? Ich hatte mich mal schlau gemacht, ich denke die §§ 1601-1612 BGB treffen darauf zu, oder?

Kommentar von tipps4scheidung,

Die Unterhaltspflicht für volljährige Kinder wird nicht gesondert geregelt. Ansonsten gilt § 1603 Abs.2 S.2 BGB.

Kommentar von Eifelmensch,

Da sich der Vater weigert, bleibt nur der Weg über das Gericht.

Was soll das denn außer Kosten für die Tochter bringen? Die Tochter ist nicht mehr bedürftig, da sie ihren Unterhaltsbedarf durch eigenes Einkommen selbst deckt.

Ohne Bedürftigkeit kein Unterhaltsanspruch (1602 Abs. 1 BGB)

Die Unterhaltspflicht für volljährige Kinder wird nicht gesondert geregelt. Ansonsten gilt § 1603 Abs.2 S.2 BGB.

Diese Vorschrift wäre hier nicht einschlägig, da sich die Tochter in Ausbildung befindet und von daher nicht mehr als privilegiert gilt.

Antwort von Whre0815,

Unterhalt steht dem Kind solange zu, bis ein erster berufsqualifizierender Abschluss erworben wurde. Spätestens aber bis zum Ende des 25. Lebensjahres. Da die 18jährige Tochter eine Ausbildung macht und noch nicht 25 ist, steht ihr also Unterhalt zu. Gemäß Düsseldorfer Tabelle dürfte das auch nicht gerade wenig sein.

Antwort von tipps4scheidung,

Die Tochter muss 300 Euro an den Vater als Elternunterhalt zahlen, die Mutter muss ihr Gehalt komplett der Heilsarmee spenden.

Kommentar von Yafra,

Okay, also, meine Frage war ziemlich ernst gemeint. Falls diese Antwort von Ihnen wirklich darauf bezogen, ernst gemeint war, bitte ich Sie, mir diese Antwort von Ihnen doch nochmal richtig zu erläutern. Danke!

Antwort von Findelkind98,

Für Kinder in der Ausbildung bis max. 25

Kommentar von Yafra,

Hallo, bis max. 25 Jahre? Aber an welchem § kann man das belegen?

Kommentar von timbatal,

garkein §. das hat findel sich ausgedacht

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