Frage von Schwubbelblubb, 246

Sachlage bei Krankschreibung nach Kündigung durch den Arbeitgeber während der Probezeit?

Liebe Community,

ich befinde mich in der zweiten Woche meiner Probezeit.

Die Chefin hat mir heute mündlich die Kündigung in Aussicht gestellt. Schriftlich hab ich noch nichts, wird aber in den nächsten Tagen passieren.

Möchte mich nun krankmelden.

Kündigungsfrist ist 2 Wochen.

Anspruch auf Lohnfortzahlung besteht wohl erst ab 4 Wochen Beschäftigung, wenn ich das Internet richtig verstehe. Von der Krankenkasse kann ich 80% Krankengeld erhalten.

Muss ich noch etwas beachten? Könnte das nach hinten losgehen?

Ist es besser, mich vor oder nach Erhalt der schriftlichen Kündigung krank zu melden?

Für wertungsfreie Hinweise wäre ich dankbar.

MFG

Antwort
von Parhalia, 166

Zunächst einmal solltest Du nun umgehend zur Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter gehen ( je nach der für Dich massgeblichen Zuständigkeit ) und Dich " Arbeitsuchend " melden. Denn aktuell bist Du darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass Du wohl in Kürze gekündigt werden wirst.

Tust Du das nicht, so wirst Du wegen Meldeversäumnis entweder mit einer Sperrfrist ( ALG I ) oder Sanktionierung ( ALG II ) rechnen müssen.

Eine Arbeitsunfähigkeit als "strategisches Mittel"  wird Dir hier leider auch nichts bringen. Denn wie Du bereits richtig erkannt hast, so besteht ein Recht auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall erst ab der 5. Woche der Betriebszugehörigkeit. 

An der Rechtmässigkeit einer ( vermutlich folgenden ) Kündigung ändert sich dadurch leider auch nichts. Ganz im Gegenteil : der Arbeitgeber KÖNNTE dann sogar ( zumindest vermutend ) den Verdacht auf eine "vorgeschobene Erkrankung" erheben . Dann KÖNNTE er Dich sogar zur Überprüfung Deiner AU zum Amtsartzt schicken.

Auch "Krankengeld" wirst Du nicht sofort bekommen können, sondern erst ab der 7. Woche einer dauerhaften Erkrankung. ( jetzt mal stark vereinfacht gesagt )

Gehe einfach zu o.g. Behörden und melde Dich Arbeitsuchend. ( Das geht m.W. auch telefonisch ). Mehr kannst Du aktuell leider nicht machen und bis zum Datum der Kündigung einfach ( auch wenn es schwer fällt ) ganz normal weiterarbeiten.

So hast Du zumindest Deinen Arbeitslohn und die Angelegenheit geht zumindest "sauber" über die Bühne.

Kommentar von Familiengerd ,

Auch "Krankengeld" wirst Du nicht sofort bekommen können, sondern erst ab der 7. Woche einer dauerhaften Erkrankung. ( jetzt mal stark vereinfacht gesagt )

Das ist in diesem Fall falsch!

Wird ein Arbeitnehmer vor Einsetzung der Lohnfortzahlungspflicht des Arbeitgebers krank (also vor Ende der 4. Beschäftigungswoche), dann hat er bis zu diesem Zeitpunkt Anspruch auf Krankengeld.

Kommentar von Parhalia ,

Thx für diese Korrektur @Familiengerd. 😉 Das wusste ich noch garnicht.

Antwort
von eccojohn, 149

Die Krankmeldung wird keinerlei Vorteile bringen - eher Nachteile und Fragen.

Nutze die Zeit lieber dafür, einen anderen Job zu besorgen, und über die Gründe zur Beendigung nachzudenken.

Kommentar von Schwubbelblubb ,

Nun ja, eben jene Zeit erhoffe ich mir durch die Krankschreibung. Wenn ich da jeden Tag auf der Matte stehen muss, hab ich keine Zeit für Bewerbungen und Interviews.

Antwort
von maxim65, 138

Was willst du denn mit der Krankmeldung erreichen?

Kommentar von Schwubbelblubb ,

Ich möchte der Frau, die mich wie ohre persönliche Sklavin behandelt, nie wieder unter die Augen treten. Das will ich damit erreichen.

Kommentar von maxim65 ,

Ach so. Lass dir die Kündigung geben und frage nach einer Freistellung von der Arbeitsleistung. Normalerweise sollte das kein Problem sein.

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