Frage von aferinabisi, 25

Ist ein Sachdarlehen im Islam in Bezug auf unten stehender Erläuterung erlaubt oder verboten?

Hallo,

im Islam ist jede Form von Verleih gegen Zins, insbesondere gleiches gegen gleiches verboten. Man darf 1kg Äpfel nicht gegen 2kg Äpfel tauschen, 1kg Salz gegen 2kg Salz etc. Jedoch erlaubt der Islam Gold gegen Silber, Silber gegen Kupfer oder Kupfer gegen Gold zu tauschen.

Zusammengefasst: A gegen A, B gegen B und C gegen C mit einem gewissen prozentualen Aufschlag sind verboten (gehen wir von 3% aus), aber A gegen B, B gegen C und C gegen A ist mit einem prozentualen Aufschlag erlaubt.

Jetzt stellt sich für mich die Frage ob die nachfolgende Erläuterung im Islam erlaubt ist oder nicht:

Bei diversen Anbietern kann man seine Edelmetalle (A) zum verleihen anbieten und erhält eine Vergütung/Zins in Höhe von 3% in Form von Geldscheinen (G) nach einer fest definierten Zeit wieder zurück. Ich als Verleiher profitiere von den zusätzlichen Erträgen den ich neben der Wertentwicklung erhalte und habe weiterhin einen Preisrisiko beim Gold, da es sich verändern kann. Die jährliche Vergütung/Verzinsung von 3% bezieht sich auf den Gegenwert des Edelmetalles zum Zeitpunkt der Überlassung. Sprich wenn ich 1kg Gold verleihe, welches einen Marktpreis in Höhe von 10.000 Euro hat, dann wird die Vergütung/Verzinsung anhand der 10.000 Euro getätigt und beträgt somit 300 Euro an Vergütung/Verzinsung.

Mit dem verliehenen Gold an den Edelmetallhändler hat der der Händler einen höheren Bestand in den Bilanzen und ist nicht einem Kursänderungsrisiko beim Gold unterstellt.

Nach meinem aktuellen wissen ist diese Form des Sachdarlehens im Islam nicht erlaubt, aber ich bin im Zwiespalt da zum Beispiel Mieteinnahmen ebenfalls einer Verleihung des Gutes gleichkommt und die Vergütung/Verzinsung ebenfalls nach einem Jahr statt findet. Der Ausfall des Mieters und somit der Ausfall der Vergütung/Verzinsung gehört zum Wirtschaftsrisiko des Vermieters, aber beim Goldverleih ist der Kurseinbruch des Goldwertes und der Ausfall des Goldhändlers(sprich Insolvenz) sehr nahe stehend und aus diesen genannten Gründen bin ich der Meinung, dass ein Sachdarlehen wie ich ihn hier beschrieben habe im Islam eigentlich erlaubt sein könnten, bin mir aber nicht. Deswegen bitte ich um Aufklärung?

Mit freundlichen Grüßen

aferinabisi

Antwort
von wfwbinder, 17

Die KT Bank in Berlin (und anderen Standorten), finanziert ja z. B. Autos, in dem sie den Wagen in Bar ankauft und in Raten an den Kunden verkauft, wobei die Raten natürlich höher sind, einem enthaltenen Zins vergleichbar.

Die Vermietung von Goldbarren könnte möglich sein.

Antwort
von Lamroy, 25

das hört sich an, als ob du über umwege geld anlegst und zinsen nimmst.

Kommentar von aferinabisi ,

Ja das stimmt, aber zinsen an sich sind im Islam strengstens verboten, aber eine Beteiligung am wirtschaftlichem Risiko und die daraus resultierende Rendite ist erlaubt.

Dazu ein Beispiel:

Wenn man sich bei einer herkömmlichen Bank einen Kredit in Höhe von 100.000 Euro beantragt um sich eine Immobilie zu kaufen und man einen solchen Antrag zugestimmt bekommt bei einer Laufzeit von 10 Jahren, dann zahlt man auf die 100.000 Euro Zinsen, da Geld mit Geld verdient wird aus der Sicht der Bank. Nehmen wir mal an, das der Zinssatz und die Raten so ausgewählt wurden, dass nach 10 Jahren insgesamt 150.000 Euro zurück gezahlt wurden, damit wir die sharia-konforme Variante verstehen.

Bei einem Sharia-konformen Kredit würde dies dann folgendermaßen aussehen. Der Kunde geht zur Bank und sagt das er die Immobilie A mit einem Kredit kaufen möchte. Die Bank sagt dem Kunden zu und vereinbart einen Kredit mit einer Laufzeit von 10 Jahren. Die Bank kauft sich die Immobilie für 100.000 Euro und verkauft mit einem Darlehen, welches 10 Jahre lang dauert und in Form von monatlichen Raten zurückgezahlt für 150.000 Euro an den Kunden. Diese Form von Krediten bringt kein Geld aus dem Geld, sondern Geld aus einem Sachgut und beinhaltet einen wirtschaftlichen Risiko zugleich und ist somit im Islam erlaubt. :)

Kommentar von Lamroy ,

achso, du willst dich beteiligen. das würde heissen: wenn's dem geschäft gut geht, geht's dir auch gut. du kriegst deinen anteil, wegen der beteiligung. geht's dem geschäft schlecht, kriegst du nichts. beim ersten durchlesen kam es mir so rüber, dass das geschäft das ganze risiko trägt und du nach bestimmten zeitlichen abschnitten deinen festgelegten anteil kassierst. wenn du aber sagst, dass dein anteil sich an den real entstandenen wert hält, sehe ich kein problem wieso du es nicht tun dürftest. es sei denn du investierst in alkohol, tabak ect.^^

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