Frage von PiaaaSch, 150

Sachbeschädigung am KFZ - welche Rechtsschutzversicherung?

Hallo,

vor knapp 2 Wochen wurde mein Fahrzeug auf einem Privatgrundstück mutwillig mit einem Nagel zerkratzt, Täter ist bekannt, Zeugen vorhanden und Strafanzeige ist gestellt.

Nun meine Frage, welche Rechtsschutzversicherung springt in dem Fall ein? Die Verkehrsrechtsschutz oder die Private?

Die Dame weigert sich nun, den Schaden zu bezahlen, gibt aber zu, den Wagen mutwillig zerkratzt zu haben. Möchte mir jetzt juristischen Beistand zu Rate ziehen, weiß aber nicht, wer dann die Anwaltskosten übernimmt, die ja nicht gerade klein sind. Der Schaden beläuft sich auf rund 3000€.

Vielen Dank im Voraus!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von jloethe, Community-Experte für KFZ, 67

da die schadensverursachung keine verkehrsrechtliche sondern eine reine Sachbeschädigung ohne Strassenverkehrsvorgang  ist sollte die Privatrechtsschutz  eintreten.. Das klärt aber der Versicherer bzw der Anwalt. Nimm einfach beide  Verträge mit .. der kümmert sich dann drumm.. Joachim

Antwort
von Buerger41, 71

Wie schon hier erwähnt, springt die Verkehrsrechtsschutzversicherung ein. Melden Sie bitte den Sachverhalt dem Rechtsschutzversicherer.

Mit dem Anwalt besprechen Sie bitte, ob eine Strafanzeige bzw. Strafantrag sinnvoll wäre. Aus meiner Sicht ja, weil in Strafverfahren zivilrechtliche Ansprüche gleich miterledigt werden können.

Auch wenn der RS-Versicherer aktive Strafverfolgungskosten nicht übernimmt, kann es möglich sein, auch dafür Rechtsschutz zu bekommen, wenn sich dadurch ein Zivilprozess vermeiden lässt. Der Versicherer könnte das aus dem Gesichtpunkt der Prozessökonomie rechtfertigen.

Antwort
von PiaaaSch, 32

Habe jetzt mit dem Anwalt gesprochen. Im Ernstfall übernimmt die Private Rechtsschutzversicherung die Anwaltskosten. Die Dame weigert sich weiterhin zu zahlen. Sie wird jetzt verklagt. Mal sehen was draus wird. Trotzdem Danke für die vielen hilfreichen und mutmachenden Antworten! 

Antwort
von BenniXYZ, 45

Nimm deine Verträge mit zum Rechtsanwalt, der holt sich die Deckung. Wenn die Täterin bekannt ist, dann wirst du sowieso keine Kosten haben, denn die Kosten des Anwaltes muß sie dir erstatten.

Auf keinen Fall würde ich die Vollkasko belangen, denn danach wirst du hoch gestuft.

Antwort
von Apolon, 58

Für alle Schäden die im Zusammenhang mit einem Fahrzeug stehen ist der Verkehrs-RS zuständig.

Nachdem der Schaden vorsätzlich verursacht wurde, muss sie den Schaden selbst bezahlen. Eine Privathaftpflichtversicherung leistet nicht.

Kommentar von PiaaaSch ,

Also würde dann meine Verkehrsrechtsschutzversicherung meinen Anwalt zahlen, wenn ich das Geld zivilrechtlich einklagen würde? 

Kommentar von Apolon ,

Es ist doch ein Schaden am Fahrzeug entstanden, den man natürlich auch seiner Vollkasko-Versicherung melden könnte.

A.2.2.2 Welche Ereignisse sind in der Vollkasko versichert?

Versicherungsschutz besteht bei Beschädigung, Zerstörung, Totalschaden oder Verlust des Fahrzeugs einschließlich seiner mitversicherten Teile durch die nachfolgenden Ereignisse:

Mut- oder böswillige Handlungen

A.2.2.2.3 Versichert sind mut- oder böswillige Handlungen von Personen, die in keiner Weise berechtigt sind, das Fahrzeug zu gebrauchen.

Also stellt sich die Frage gar nicht, welcher Teil der Rechtsschutzversicherung hier zu trifft!

Und im Baustein Verkehrs-Rechtsschutz ist Schadenersatz-Rechtsschutz vorhanden.

Sinnvoll ist es aber, sich zuerst die Deckung vom Rechtsschutz-Versicherer bestätigen zu lassen.

Kommentar von PiaaaSch ,

Ok, das macht natürlich Sinn, dadran habe ich gar nicht gedacht,  sorry! :)

Kommentar von BenniXYZ ,

Moin Herr Experte Uhrig, du hast eine Kleinigkeit vergessen. Wenn der Fragesteller seine Vollkasko in Anspruch nimmt, wird er zur nächsten Beitragsfälligkeit sein blaues Wunder in Form einer Hochstufung erleben. SFR im Eimer. Das würde ich mir sparen und einfach den Rechtsanwalt beauftragen.

Auf keinen Fall die Vollkasko in Anspruch nehmen. Der Täter ist doch bekannt!

Kommentar von Apolon ,

 Wenn der Fragesteller seine Vollkasko in Anspruch nimmt, wird er zur nächsten Beitragsfälligkeit sein blaues Wunder in Form einer Hochstufung erleben.

Dies kann sein - muss aber nicht, denn er könnte einen Vertrag mit einem Rabattschutz abgeschlossen haben.

Außerdem wird der Versicherer Regress beim Schadensverursacher nehmen.

 Das würde ich mir sparen und einfach den Rechtsanwalt beauftragen.

Dies ist natürlich auch möglich, nur wissen wir nicht, ob der Täter überhaupt in der Lage ist, den Schaden zu bezahlen.

Ergänzend habe ich nur darauf hingewiesen, dass man den Schaden über die Vollkasko abwickeln kann.

Sinnvoller weise sollte sich der TE mit seinem Versicherungsvermittler in Verbindung setzen und mit ihm die Geschichte besprechen und zumindest ihm den Schaden melden.

Antwort
von schleudermaxe, 67

So wie es hier steht wird sie nicht haftbar sein wegen Suff am Auto und somit binde ein Deine Vollkasko. Viel Glück.

Kommentar von Loroth ,

Wieso sollte man alkoholisiert per se NICHT haftbar sein? Vgl. § 827 BGB...

Antwort
von Loroth, 93

Hallo,

"zuständig" ist hier die Verkehrsrechtsschutzversicherung, in deren Leistungsumfang auch der Baustein "Schadenersatz-RS" enthalten ist - und der ist hier angesprochen...

Viele Grüße

Loroth

(Hinweis: Es empfiehlt sich in jedem Fall, zunächst über den Anwalt Deckung durch die Versicherung einholen zu lassen und DANN aktiv zu werden. So kann man sicher sein, dass die Versicherung auch leistet und man nicht am Ende auf eine RA-Rechnung "sitzen bleibt"...)

Kommentar von FordPrefect ,

Jein. M.E. kommt es hier auf den exakten Umfang des gewählten Tarifbausteins an. Ein auf einem privaten Grundstück geparktes Auto nimmt nicht am Verkehr teil, weswegen die meisten Verkehrs-RSV das nicht abdecken werden, WIMRE. Aber die private RSV wird es auf jeden Fall.

Antwort
von FordPrefect, 64

vor knapp 2 Wochen wurde mein Fahrzeug auf einem Privatgrundstück
mutwillig mit einem Nagel zerkratzt, Täter ist bekannt, Zeugen vorhanden
und Strafanzeige ist gestellt.

Lustige Nachbarn habt ihr.

Nun meine Frage, welche Rechtsschutzversicherung springt in dem Fall ein?

Es geht wohl um den Schadenersatz, da vorsätzliche Handlung. Das ist eine Privatklage gegen den Täter, ergo Zivilrecht.

Die Verkehrsrechtsschutz oder die Private?

M.E. keine von beiden. Hier geht es nicht um Verkehrsrecht (da KFZ geparkt auf Privatgrund) und die PHV ist hier außen vor; es geht ja nicht um den Schaden Dritter. Das ist reines Zivilrecht / Schadenersatzklage. Wobei man sich immer fragen muss, ob man auch bei einem positiven Urteil nicht letztlich auf den Kosten sitzen bleibt. Denn wenn die Täterin / Beklagte kein Geld hat, nutzt dir der Titel auch nichts.


Kommentar von FordPrefect ,

Nachtrag: Ich hatte den OP evtl. missverstanden, weswegen meine Antwort irreführend sein könnte. Hat der OP eine private RSV, dann wäre diese der passende Vertrags- und Ansprechpartner. Ich ging von der PHV aus, die hätte hier nichts zu melden.

Antwort
von tapri, 60

bevor du Kosten verursachst, auf deren Erstattung du zwar ein recht hast, diese aber nur schwer einklagen kannst, erkundige dich doch erst mal bei der Versicherung.

Sie es hat es absichtlich und nüchtern gemacht, dann wird ihre private Haftpflichtversicherung es nicht übernehmen. 

Wenn sie nicht beahlen will oder kann, dann musst du zivil klagen, deine Kosten vorstrecken und dann wohl ewig auf dein Geld warten müssen.

Also würde ich die Kosten so niedrig wie möglich halten

Kommentar von PiaaaSch ,

Sie hatte ja leider 1,7 Promille im Blut und mit Absicht getan :/

Kommentar von tapri ,

dann wird sich ihre Haftpflicht freuen, denn auch bei Zuständigkeit denke ich, dass sie nicht bezahlen wird. Was sagen denn die anderen Geschädigten? Tut euch doch zusammen (zumindest bei den Erstberatungen)

Kommentar von PiaaaSch ,

Andere Geschädigte gibt es ja leider nicht, nur halt Zeugen. War ein recht netter Grillabend, dann kam sie, machte Terror, nahm sich einen Nagel und ging ans Auto. Vor ein paar Tagen rief sie dann an, und meinte sie möchte ein Gegengutachten von einem Gutachter ihrer Wahl. Natürlich wieder sturzbetrunken.. 

Die Zeugen und ich sind uns ja gott sei Dank alle einig.

Antwort
von Annelein69, 60

Ruf doch einfach bei der Versicherung an und frag nach.

Kommentar von PiaaaSch ,

Unser Versicherungsvertreter sagt Verkehr, eine befreundete Anwältin jedoch Privat... :/

Kommentar von Annelein69 ,

Na ja,es ist eine Zivilklage die du anstrebst,dann wäre es schon Privat.

Aber ich denke der Versicherungsvertreter kennt sich aus.Wir haben einen Rechtsschutz der halt einiges beinhaltet,wenn ich dann anrufe und die Sachlage schildere,geht das eigentlich automatisch.Zumindest war das bei uns mal der Fall.

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