Frage von HaruMaru, 92

Rundfunkbeitragsstelle fordert mittlerweile über 300€ ein - ich empfange Bafög - was soll ich tun?

Hallo liebes Forum,

Ich habe ein ziemlich großes Problem: ich werde seit Monaten vom Rundfunkbeitrag angeschrieben ich solle doch bitte Beiträge zahlen, ich erhalte aber Schüler-BAföG und bin somit freigestellt - stimmt doch oder? Weitere Bezüge habe ich nicht, das monatliche Geld ist somit äußerst knapp und zudem kommen jetzt in naher Zukunft Ausgaben wie Abifahrt, Abi-Ball-Karten uswusf. auf mich zu. Des Weiteren fordert die Stelle Beiträge ein, die entstanden sind, als ich 3 Monate bei meiner Großmutter gelebt habe (familiäre Gründe, zu Hause war es nicht auszuhalten), da diese Beitragsstelle einfach so angenommen hat ab sofort werde ich zahlen, da meine Oma behindert ist und somit freigestellt wird oder so ähnlich. Ihr seht: Missverständnisse über Missverständnisse... Ich bin echt ein wenig perplex. Jetzt kommt der Knüller schlechthin!!!: Ich werde über das Finanzamt vollstreckt, wenn die geforderten Beiträge binnen einer gesetzten Frist nicht bezahlt werden.

Ihr müsst verstehen, ich kann einfach nicht mehr. Zwar ist das keine Entschuldigung, aber damals wurde ich einfach ins kalte Wasser geschmissen. Ich war erst 18 geworden und so vieles kam nach dem Rauswurf durch meine Mutter auf mich zu, dass ich einfach regelrecht überfordert war mit allem. Für mich war alles neu, Wohnung suchen, ein ewiges Hin und Her mit dem BAföG, etliche Behördengänge und und und. Ich wusste nicht wohin, ich wusste nicht wie und ich wusste vor allem nicht wann. Es ist bis heute noch so, dass ich unter den Folgen leide, die dieser Rauswurf nach sich gezogen hat. Ich fühle mich teilweise machtlos und ausgelaugt und weiß einfach nicht, was ich tun soll. Bis heute leide ich an Depressionen und Angstzuständen und befinde mich in psychologischer Behandlung. Dann kommt noch sowas dazu und ich wusste einfach nicht, dass es so schlimm werden kann. Mein erster Bafög Bescheid ist jetzt mittlerweile 1 Jahr und 1 Monat her, sprich ich kann nicht nachträglich eine Befreiung beantragen, wie ich mittlerweile selbst gelernt habe. Was soll ich tun? Es gibt nichts zu verpfänden, das Geld ist rar und meine Nerven liegen mit Abi, Lebensproblemen und dieser ewigen Depression blank, ich balanciere quasi auf einem dünnen Strick durch mein Leben...

Ich hoffe ihr wisst Rat... Vielen Dank! HaruMaru :-/

Antwort
von kevin1905, 35

Wenn du BAFöG beziehst kannst du einen Antrag auf Befreiung stellen. Diesem ist die entsprechende Seite für den Beitragsservice aus dem Bewilligungsbescheid beizufügen.

Wenn du dies bisher vergessen hast, hast du Pech gehabt. Eine rückwirkende Befreiung ist nicht unendlich möglich.

Stelle den Antrag auf Befreiung ab sofort und vereinbare Ratenzahlungen.

Antwort
von maja11111, 23

seit längerer zeit ist es möglich eine befreiung auch rückwirkend zu erhalten. befreit ist, wer einen antrag auf befreiung gestellt hat. so du das nicht hast, bist du natürlich bis zur bescheidung einer befreiung beitragspflichtig und musst zahlen.

du nimmst also alle bescheide der vergangenheit, stellst einen antrag auf befreiung auch für rückwirkende zeiträume und reichst dies ein.

dazu brauchst du dann auch keinen antrag um ratenzahlung erbitten oder anderen blödsinn. einfach nur den antrag einreichen und du wirst rückwirkend für 3 jahre (so du solange schon im bezug bist) befreit.

für die zukunft achte darauf, die anträge auf zukünftige befreiungen zeitnah einzureichen.

Antwort
von balvenie, 43

...ich erhalte aber Schüler-BAföG und bin somit freigestellt - stimmt doch oder?

Nein, nicht automatisch. Du hast lediglich das Recht darauf, dich auf Antrag von den Rundfunkgebühren befreien zu lassen.

Da du, wie du schon bemerkt hast, dich nicht nachträglich befreien lassen kannst, kommst du da meiner Ansicht nach leider nicht raus. Sofort nach Empfang des BAföG-Bescheids (bzw. höchstens 2 Monate danach) hätte der Antrag auf Befreiung von der Zahlung des Rundfunkbeitrags gestellt werden müssen.

Was die Zeit bei deiner Oma betrifft: Sofern du dort gewohnt und dich eben nicht befreien lassen hast, so ist auch diese Forderung leider korrekt. Nur dann, wenn in einem Haushalt ausschließlich offiziell befreite Personen leben, wird kein Beitrag fällig. Ansonsten muss immer der nicht befreite Bewohner in den sauren Apfel beißen.

Versuche, eine Ratenzahlung für die Rückstände zu vereinbaren. Die Androhungen mit Vollstreckungen kommen erst, wenn man versucht, das Problem auszusitzen. Trete aktiv mit denen in Kontakt. Und zweitens, stelle unverzüglich einen Antrag auf Befreiung, damit sich nicht noch mehr Kosten anhäufen. Versuche auch, eine nachträgliche Befreiung zumindest anzusprechen. Auch wenn der Bearbeiter darauf nicht eingehen muss, vielleicht zeigt er sich bei der Darlegung deiner Situation ja kulant. Die Chancen stehen sicherlich nicht gut, aber einen Versuch ist es wert!

Kopf hoch, das wird sich mit der Zeit alles lösen lassen. Es ist einfach dumm gelaufen, leider schützt wie in deinem Fall auch Unwissenheit nicht vor Nachforderungen.

Kommentar von HaruMaru ,

Also sollte ich dort einen Brief hinschreiben und kulanterweise um eine Ratenzahlung bitten?

Es ist tatsächlich so, dass ich es nicht wusste, bis dieses Schreiben vom Finanzamt kam. Auf kulante Erlassung der Forderung kann ich also nicht hoffen, wenn ich meinen Fall detailliert und ehrlich schildere? 

Kommentar von balvenie ,

Ja, genau. Und wie gesagt, versuchen würde ich es auf jeden Fall, deine Situation ausführlich darzulegen. Die Erfolgschancen stehen zwar leider nicht gut, aber vielleicht hast du ja Glück und landest bei einem kulanten Bearbeiter. Anstatt des kompletten Erlassens der Forderung käme zumindest theoretisch auch ein Teilerlass in Frage.
Aber all das kommt auf den Versuch an, formal berechtigt ist die Forderung zumindest in voller Höhe.

Kommentar von maja11111 ,

so ein schwachsinn.

Kommentar von maja11111 ,

die antwort ist falsch. natürlich muss sie einen antrag stellen auf befreiung mit allen unterlagen der vergangenheit. dann wird sie rückwirkend befreit. dabei ist unerheblich wo sie gewohnt hat. erst informieren, dann antworten.

so wie die unterlagen eingereicht sind, werden die schulden gelöscht und erlassen

Antwort
von gorbi210, 20

Du hast Glück, denn seit Kurzem befreit der Beitragsservice auch rückwirkend, aber maximal 3 Jahre zurück. Also stelle sofort einen entsprechenden Antrag (https://www.rundfunkbeitrag.de/formulare/buergerinnen_und_buerger/antrag_auf_bef...), dann wirst du, wenn alle entsprechenden BAföG-Bescheide von dir als Nachweis mitgeschickt werden, rückwirkend bis einschließlich März 2013 befreit. In zukunft solltest du dich aber auch dann, wenn du meinst, die anderen machen einen Fehler, um die Angelegenheit so schnell wie möglich kümmern. 

Kommentar von maja11111 ,

seit kurzem ist seit ca. etwas mehr als ein jahr. man benötigt kein formular für eine befreiung, völlig ausreichend ist eine kurze formlose notitz.

Antwort
von Deichnixe, 37

Du hast dich leider nicht um die nötigen Schritte zu Befreiung gekümmert und nun ist es zu spät. Geh am besten zur Verbraucherzentrale oder einer öffentlichen Rechtsberatung. Hast dzpu denn einen 2 ten BAföG Bescheid bekommen? Dann auf jeden Fall 2 Monate vorher, oder spätestenz 2 Monate nachher die GEZ Befreiung beantragen.

Kommentar von maja11111 ,

es ist natürlich nicht zu spät. sie kann den antrag noch immer stellen, alle unterlagen einreichen und wird rückwirkend befreit. die schulden verschwinden.

Kommentar von Deichnixe ,

Das ist mit Sicherheit bei Hartz4 so, bei Bafög gelten, meiner Meinung nach, die Fristen. Leider wurde überhaupt nicht reagiert und die etwas unternommen.

Kommentar von Deichnixe ,

Du kannst dich online im Forum der gez-boykott.de umsehen, vielleicht gibt es dort ähnliche Fälle.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community