Frage von beglo1705, 142

Rüden kastrieren lassen weil öfter die Prostata entzündet ist?

Hallo an alle fachkundigen.

War gerade beim TA, weil unser Rüde (wieder mal) eine Prostataentzündung hat. Das äussert sich bei ihm in absoluter Abgeschlagenheit, allg. Unlust irgendwas zu machen, viel Schlaf und fressen fällt dann ganz weg, spielen auch und ebenso Stuhlgang. Als das das erste Mal war, dachte ich er hätte eine Vergiftung. Das ist natürlich kein Dauerzustand, wenn das alle 8-10 Wochen der Fall ist.

Wir haben eine wirklich gute Tierärztin, die uns angeraten hat, wir sollten ihn evtl. kastrieren, um sein Leid zu lindern. Da wir nicht züchten/decken lassen wollen, wär´s uns von dem her egal.

Hat hier schon jemand Erfahrung, ob das wirklich was bringt und die Beschwerden dann hernach weg sind? Oder gerne auch eine andere Idee, wie man das zukünftig ohne OP in den Griff bekommt?

Ich sag schon mal Danke

Antwort vom Tierarzt online erhalten
Anzeige

Schnelle und günstige Hilfe für Ihren Hund. Kompetent, von geprüften Tierärzten.

Experten fragen

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von YarlungTsangpo, Community-Experte für Hund, 37

Hallo beglo1705,

das trifft sich ja gut, denn vor Kurzem hatten wir mit unserem Rüden in etwa dasselbe Problem, dieselbe Fragestellung bei unserem Rüden.

Nur, daß unser Tierarzt - anders als früher - inzwischen mit dem Kastrationsthema gar nicht mehr kommt. Unser Bube bekam eine "Hormonbehandlung" mittels Spritze - und wir haben die Ursache geändert.

Die Ursache: Ist unsere kastrierte Hündin die "Duftstoffe" aussendet, was durch eine Scheidenentzündung (häufige Nebenwirkung der Kastration bei Hündin) verursacht wird.

Hündinnen, die im Umfeld läufig sind kann man natürlich nicht behandeln. Also - werden die Gassiwege verlegt, in mit Hündinnen weniger frequentierten Gegenden wird nun spazieren gelaufen.

Sehr sehr gute Erfahrungen haben wir mit chinesischen Kräutern gemacht. Seitdem mußten wir den Tierarzt nicht mehr um Behandlung bitten:

http://www.naturheilkunde-bei-tieren.de/inprostata.html

Lese Dir das ganz genau durch. Unser Bube bekommt bei den ersten Anzeichen von Prostataproblem (leichtes Urinträufeln im Tiefschlaf) täglich die empfohlene Dosis.

Und Ruhe ist, Prostata schwillt ab. Das it nur in den Hauptzeiten der Läufigkeiten notwendig.

  • September bis Dezember
  • März bis Juni

Du musst lernen die Frühanzeichen der Prostataschwellung zu erkennen.

  • Harnträufeln im Tiefschlaf
  • Mangelhaftes Entleeren von Urin, trotz andauerndem Bein heben
  • Mit der Nase ständig in "Harnpfützen von Mädels" - Bekauen des Duftstoffes, Speicheln, Unansprechbar sein. 
  • Kotabsatzproblem (kauerndes Hocken mit Pressen, absetzen kleiner Köttelchen)

Rechtzeitig beginnen Kräuter zu geben und andere Spazierweg aufsuchen. Wenn es dann zu spät wäre und Entzündung behandelt werden muß - Hormone spritzen lassen.

Dauerhafte Hormonbehandlung verhindern - durch Vorbeugung.

Kommentar von beglo1705 ,

Vielen Dank. Ja da werden wir wohl besser schauen müssen und die Seite zieh ich mir auch gleich nochmal in aller Ruhe rein.

Unserer ist viel mit der Nachbarshündin "unterwegs" (12 Jahre) weil das unser direkter Hofnachbar ist und unserer sozusagen ein Freigänger ist, evtl. liegt das daran. Zudem hat er immer an "Zeitungsständen" irgendwas, was derzeit ganz genau beschnüffelt und auch angeleckt wird.

Bin ehrlich gesagt kein Fan von Kastration, wenn´s nicht unbedingt sein muss. Von daher besten Dank für die informative Antwort von dir.

Kommentar von Xineobe ,

Wenn sich Symptome schon zeigen, ist die Prostata aber schon länger geschwollen.

Häufige Entzündungen können später mehr Folgeerkrankungen haben.

Sagt euer Tierarzt nichts mehr von Kastration, weil er der überzeugung ist, oder weil so oft abgelehnt wurde?

Immer wieder aufkeimende Probleme und Symptome + Hormombehandlung + irgendwelche Kräuter + immer Bedenken es könnte was sein....

Da wäre für alle die stressfreiere Lösung das Kastrieren ;)

Kommentar von YarlungTsangpo ,

Die Prostata hat auch beim Hund eine Funktion. Ebenso wie die Hormone welche in den Keimdrüsen gebildet werden.

Ein Mann der eine Prostataentzündung hat wird nicht kastriert. Das war in der Humanmedizin noch nie ein Thema.

Mein Tierarzt bildet sich laufend weiter. Inzwischen werden, wegen der teils doch gravierenden Nebenwirkungen, Kastrationen nur noch in Notfällen vorgenommen.

Es gibt keine "stressfreie" Methode sein Unruhegefühl operativ zu beruhigen.

Solange es Hunde gibt, gibt es Fortpflanzung und... Hormonspitzen - und auch Prostataschwellungen. Vorbeugung bedeutet künftig eine folgende Entzündung zu verhindern.

Kommentar von Xineobe ,

Der Sexualtrieb ist beim Menschen ein ganz anderer. Das ist absolut kein guter Vergleich. Euer Hund hypersext wenn er Hündinen riecht, zeigt erkrankungen = medizinisch ratsame Kastration

Kommentar von YarlungTsangpo ,

Nur der Hund (nicht der Wolf) und der Mensch (die Männlichen) erlauben sich rund um das gesamte Jahr einen hohen Androgenspiegel zu haben.

Quelle: 

https://www.piper.de/buecher/wolf-hund-mensch-isbn-978-3-492-30443-6

@beglo 1705 - Dankeschön für die Anerkennung.

Antwort
von MiraAnui, 83

Bevor dauerhaft Eier ab, lasst ihn erstmal chippen, ob die Prostata sich verkleinert oder nicht.

Meiner hat im Moment auch, jedoch vermutet mein TA das es von der Blasenentzündung kommen kann.

Kommentar von beglo1705 ,

Ja den Chip hat sie mir auch vorgeschlagen. Möchte ehrlich gesagt nicht, dass er kastriert werden muss.

Hast du bei deinem Rüden beobachtet, dass das vorkommt, wenn heiße Hündinnen unterwegs sind? Und wie bist du mit dem Chip zufrieden?

Kommentar von MiraAnui ,

Ist das erstemal gewesen das es auffiel... 

Chip hatte ich vor einigen Jahren. Gab eig keine probleme und um aus zutesten ob eine Kastration was wirkt ist er super.

Kommentar von beglo1705 ,

Hast du jetzt keine Probleme mehr mit deinem Rüden und der Prostata? Und wie lang bleibt der Chip?

Antwort
von Goodnight, 87

Nach meinem Wissen drängt sich die Kastration auf.  Ich halte sonst gar nichts von der Kastration von Rüden.

Kommentar von beglo1705 ,

Dem stimme ich zu, bin auch kein Fan von, wenn nicht unbedingt nötig. Grad bei ihm, weil er kein Rüpelrüde ist, würde ich ihm das lieber ersparen.

Gibt´s  Alternativen oder etwas, was man unterstützend machen/füttern kann?

Kommentar von Goodnight ,

Ich kenne einige Tierärzte aber von einer Alternative zur Kastration hab ich noch nie etwas gehört.

Kommentar von beglo1705 ,

Kommen wir also nicht drum rum?

Antwort
von wotan0000, 57

Ich würde 1x den Chip ausprobieren und wenn es dann besser ist "schnipp, schnapp, ab".

Viele Rüden werden ja auf Grund von Prostatavergrösserung kastriert.

Wie alt ist der Bengel?

Kommentar von beglo1705 ,

Hast du nicht auch so einen Chip bei deinem Knirps?

Mein Monsterle ist 1,5 Jahre knapp und eig. möchte ich nicht dass der operiert wird, aber bevor er das noch 10 mal bekommt überlegen wir uns das nochmal.

Das ist ein Trauerspiel, wenn der Hund nix frisst, nicht spielen mag und einfach da liegt und den ganzen Tag döst. So kenn ich ihn gar nicht.

Kommentar von wotan0000 ,

Wir haben den Chip ausprobiert als unser 6 J alt war, weil er nicht fraß und trank, wenn läufige Hündinnen in der Nähe waren und er verkroch sich regelrecht.

Wir waren schnell überzeugt und er wurde kastriert.

Sein Verhalten hat sich auch nur in Bezug auf die Läufigkeit verändert.

Versucht mal den Chip und beobachtet ihn.

Kommentar von beglo1705 ,

Kannst du mir vielleicht noch sagen, wie lange so ein Chip im Hund bleibt und ob er da eine Narkose bekommt?

Ja ich weiß, ich hätt da auch die TÄ fragen können aber ich war momentan wie überfahren und als wir daheim waren und ich meinem Mann das erzählt hab, fiel mir das wieder ein.

Kommentar von wotan0000 ,

Er wird mit einer Spritze gesetzt, wie der Microchip. Frag jetzt nicht wo am Körper - ich meine an der Seite - kann es aber nicht 100%ig sagen.

Es gibt welche für ein halbes und welche für ein Jahr.

Wir hatten 1/2 Jahr. Die Wirkung tritt langsam ein. Nach 4 Monaten waren wir überzeugt.

Kommentar von beglo1705 ,

Okay. Vielen Dank für die Aufklärung. 

Kommentar von wotan0000 ,

Gerne ;-)

Kommentar von wotan0000 ,

Im Nackenbereich! Habe nachgelesen. :-)

Antwort
von Xineobe, 37

Hallo

es liegt ein medizinischer Grund vor der dir auch von einem Mediziner bestätigt wurde.

In so einem Fall würde ich nicht noch groß Geld für den Chip ausgeben, sondern kastrieren lassen.

Es ist auch nicht so schlimm, wie manche Kastrationsgegner tun ;)


Kommentar von beglo1705 ,

Ja wenn es nicht anders geht, klar dann machen wir das, weil ihm das so auch nix bringt wenn das immer wieder kommt.

Ich hätt´s ihm halt gern erspart

Kommentar von wotan0000 ,

Nein, es ist nicht schlimm, trotzdem sollte man nur kastrieren, wenn man die Möglichkeiten ausgeschöpft hat.

Und mal ehrlich, der Chip kostet zwischen 50 und 100 €. Mir war mein Hund das wert.

Kommentar von Xineobe ,

Ich rate sonst auch immer zu dem Chip. Aber hier liegt ja scheinbar schon eine Erkrankung der Prostata vor

Kommentar von wotan0000 ,

Ich denke auch, dass es auf Kastration hinausläuft. Aber als Halter sollte man sich sicher sein, dass es richtig ist und dabei kann der Chip helfen.

Wir haben auch lange gezögert und wollten keine Kastration. Der Chip hat uns dann gezeigt, dass die Entscheidung richtig ist.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community