Frage von Laufvogel, 83

Rückzahlung von freigestellten Stunden für Fortbildung?

Folgende Situation:

Ich mache berufsbegleitend eine 18 monatige Weiterbildung mit einem Wert von ca. 3500 Euro. Die Kosten für diese Weiterbildung trage ich selbst zu 100%, es gibt keinerlei Zuschüsse vom Arbeitgeber. Mit dem Arbeitgeber wurde ein Vertrag geschlossen, dass ich für insgesamt ~200 Stunden (bezahlt) von der Arbeit freigestellt werde, was einem "Kostenvorteil" von rund 3000 Euro entspricht. Im Gegenzug verpflichte ich mich für 2 Jahre nach Beendigung der Weiterbildung im Betrieb zu verbleiben. Sollte ich vor Ablauf der 2 Jahre kündigen oder verhaltensbedingt gekündigt werden, so habe ich die besagten ~3000 Euro anteilig zurück zu zahlen (1/24 für jeden nicht abgeleisteten Monat der zweijährigen Bindung).

Nun der springende Punkt: Ich habe nun 7 von 18 Monaten der Weiterbildung absolviert und dabei für jeden Monat 10 Stunden in meinem Dienstplan an "Plusstunden" erhalten und diese auch in Form von dienstfreien Tagen genutzt. Nun möchte ich kündigen.

Im Weiterbildungsvertrag mit meinem Arbeitgeber wird die Situation der arbeitnehmerseitigen Kündigung während der Weiterbildung weder erwähnt noch geregelt. Wie oben beschrieben, wird die Pflicht einer Rückzahlung nur für den Fall erwähnt, dass die arbeitnehmerseitige Künding nach Abschluss der Weiterbildung erfolgt.

Muss ich die erhaltenen 70 "Plusstunden" zurück zahlen, wenn ich kündige?

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von DerHans, Community-Experte für Recht, 57

Das ist spitzfindig. Wenn der Arbeitgeber dich verklagt, wird der Vertrag entsprechend angewendet.

Der Arbeitgeber könnte den ausstehenden Betrag auch einfach einbehalten, und dir die Klage überlassen.

Kommentar von Laufvogel ,

Spitzfindig ist es, zugegebenermaßen. Die nächste Frage wäre, woran sich die ggf. zurückzuzahlenden Stunden bemessen. Ich vermute, an den bisher tatsächlich bezahlt freigestellten Stunden?

Antwort
von JoachimF, 33

Das kommt auf das persönliche Verhältnis zum Chef an, insbesondere im Zusammenhang mit der Kündigung.

In den meisten Betrieben wird man einfach eine faire Lösung suchen. D.h. wenn Du fair kündigst (nicht auf den letzten Tag, Einarbeitung Nachfolger unterstützt, flexibel bist mit Resturlaub etc.), dann wird der Chef das auf sich beruhen lassen, weil wegen den paar Euro fängt er keinen Prozess an.

Antwort
von bloxman, 32

Hallo. Du beantwortest in deiner Fragestellung bereits selber.

"Sollte ich vor Ablauf der 2 Jahre kündigen oder verhaltensbedingt gekündigt werden, so habe ich die besagten ~3000 Euro anteilig zurück zu zahlen"

Anteilig wäre es das selbe. Also deine 70 erhaltenen Freistunden zurückzahlen oder abarbeiten bzw. Urlaub eintauschen.

Gruß.

Antwort
von Mignon3, 52

Ich denke ja (bin mir aber nicht sicher). Dein Arbeitgeber profitiert nicht von der vereinbarten Fortbildung. Das Geld ist für ihn verloren. Eure Vereinbarung zielte aber auf einen Vorteil für beide Vertragsparteien hin. Du erfüllst den Sinn und Zweck des Vertrages nicht, sondern wirst vertragsbrüchig.

Antwort
von ischdem, 9

ja du musst bezahlen, wie du selbst schon erwähnt hast.

"Sollte ich vor Ablauf der 2 Jahre kündigen oder
verhaltensbedingt gekündigt werden, so habe ich die besagten ~3000 Euro
anteilig zurück zu zahlen"

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