Rückwirkend Krankenkasse zahlen, als Selbstständiger?

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11 Antworten

Kleingewerbe gibt es nicht.

Ob du Kleinunternehmer oder regelbesteuert bist, interessiert die Kasse gar nicht, Umsatz ist keine Größe in der Sozialversicherung.

Die Kasse hat aber vollkommen Recht. Wenn du deinen Gewinn durch die 8 Monate vom 01.05. bis 31.12. teilst, so steht da monatlich 2.283,- € an Gewinnüberschuss.

Laut § 240 SGB V sind freiwillige Mitglieder stets nach ihrer tatschächlichen Leistungsfähigkeit einzustufen und diese lag bei dir nunmal bei 2.283,- € im Monat und nicht bei 945,- €.

  • Die 945,- € (jetzt 968,- €) fiktives Einkommen sind die Mindestbeitragsbemessungsgrundlage für nicht hauptberuflich selbständige freiwillige Mitglieder (1/3 der Bezugsgröße)
  • Für hauptberuflich Selbständige gilt immer die Beitragsbemessungsgrenze (aktuell 4.237,50 € im Monat), es sei denn niedrigeres Einkommen wird nachgewiesen, dann gilt dieses, mindestens jedoch 3/4 der Bezugsgröße bzw. bei Gründern oder Fällen sozialer Härte 1/2 Bezugsgröße.
  • Dein Einkommen war höher als 1/2 Bezugsgröße.

Die Forderung ist korrekt. Widerspruch zwar möglich, wird aber verworfen. Klage ohne Aussicht auf Erfolg.

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zum 1.5.2015 habe ich ein Kleingewerbe angemeldet

Falsch. Du hast ein Gewerbe angemeldet, und von § 19 UStG Gebrauch gemacht.

Gezahlt habe ich irgendwas um die 145€ pro Monat an die Krankenkasse.

Immerhin. Allerdings ist das der reduzierte Mindestbeitrag, und der ist an bestimmte Bedingungen geknüpft. Unter anderem besagt das Gesetz, dass freiwillig Versicherte in der GKV ihre tatsächlichen Einkünfte zeitnah anhand der Steuererklärung nachweisen müssen, die Grundlagen für die Berechnung finden sich in § 240 SGB V.

Ab dem 1.1.2016 hab ich ein Gewerbe angemeldet mit dem ich auch Mehrwertsteuer ausweisen kann.

Falsch. Du hast schlichtweg gegenüber dem FA auf die Anwendung von § 19 UStG verzichtet.

Mir war klar, dass ab diesem Zeitpunkt die Beiträge höher werden

Falsch. Die Anwendung der Kleinunternehmerregelung ist diesbezüglich vollkommen irrelevant.

Nun aber kam von meiner KK ein schreiben, nachdem ich meinen Steuerbescheid 2015 eingereicht habe

Das hingegen ist der springende Punkt.

, ich solle für die Zeit der Gründung meines Kleingewerbes nachzahlen!

Korrekt. Aufgrund der Tatsache, dass bei Neugründungen die Einstufung des zu leistenden Beitrags bei Selbstständigen nach einer Einschätzung und nicht nach aktuellen monatlichen Zahlen erfolgt, kommt es ggfs. zu einer Nachzahlung, sobald der erste Steuerbescheid vorliegt.

Kann ich da irgendwas tun?

Nein. Der Bescheid ist korrekt; du kannst die KK nur um Ratenzahlung bitten.

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Du hättest dein neues Einkommen direkt der Krankenkasse mitteilen müssen, dann hätten sie von Anfang an einen neuen Beitrag berechnet. Wenn noch kein Steuerbescheid vorlag halt zunächstmal anhand deiner Schätzung. Somit wäre es nicht zu einer Nachzahlung gekommen bzw. maximal zu einer Anpassung im nachhinein.

Wenn du das Geld nicht hast, melde dich bei deiner Krankenkasse, erklär ihnen, dass du das missverstanden hast und dachtest du müsstest erst später zahlen, erkläre wieso du das Geld noch nicht hast und vereinbare eine Ratenzahlung falls möglich.

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Deine Krankenkasse interessiert nicht ob du ein Kleingewerbe ausgibst. Entscheidend ist das als selbstständiger Unternehmer tätig bist und somit die Beiträge zur Krankenversicherung auf der Basis deiner Einkünfte erhoben werden. Generell gilt das zunächst einmal ein Beitrag aufgrund deiner Angaben erhoben wird. Die Kasse prüft dann durch deinen Einkommensteuerbescheid nach inwieweit dies korrekt war. Von deiner Einkünfte höher aus so steigt logischerweise auch dann Beitrag und du musst nachzahlen. Genau dies ist hier passiert und du kannst dagegen gar nichts unternehmen. Allerdings hätte dir das doch irgendwie klar sein müssen, denn das Thema Versicherung dürfte bei einem Selbstständigen schon zu Beginn der Tätigkeit ganz oben auf der „To-Do-Liste" stehen, oder?

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EUR 18.271,00 für 2015, in 2015 wurden 8 Monate selbständig gearbeitet. Also 18.271 : 8 = 2.283,88 Euro monatlicher Verdienst aus Selbständigkeit. Krankenversicherung wurde in 2015 mit 15% berechnet, Pfleversicherung für Kinderlose mit 2,6%. Gesamt also 17,6% vom monatlichen Gesamteinkommen von EUR 2.283,88. Kommen genau EUR 402,97 raus. Die Rechnung der KK ist also korrekt. Du hast in 2015 offensichtlich nur nach dem Mindesteinkommen von EUR 945,00 gezahlt. Du hast Mitteilungspflicht, sobald sich die Berechnungsgrundlage Deiner Beiträge ändert.

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Du mußt nach deinem Einkommen einen Krankenkassenbeitrag zahlen, wie andere gesetzlich Versicherte auch. Bei deinem bisherigen Beitrag war dein Einkommen nicht berücksichtigt, weil du es nicht angegeben hast. Deshalb muß du nachzahlen. Du kannst dir ja eine billigere private Krankenkasse suchen. Bei der der Kassenbeitrag nach dem persönlichem Risiko berechnet wird.

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Kommentar von kevin1905
24.05.2016, 13:18

Gute PKV-Tarife kosten auch nicht weniger. Kostenersparnis ist niemals ein guter Grund für den Systemwechsel.

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Wenn du in 2015 mehr verdient hast und eben weniger KK-Beiträge gezahlt hast, musst du nachzahlen. Die Beiträge für 2016 werden anhand der Umsätze aus dem Vorjahr (aufgrund der Steuererklärung 2015) berechnet. 

Wenn du in 2015 aber einen Studententarif hattest, könntest du bei deiner KK mal nachfragen, ob die erzielten Umsätze in 2015 gilt und du deswegen nicht nachzahlen musst.

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Kommentar von WRC85
24.05.2016, 13:06

Ich habe ja sogar nachweise das ich dort bis Ende 2015 als Student angemeldet war. Gibt ja Studienbescheinigungen etc.

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Selbständige, die sich der Krankenkasse gegenüber nicht äußern, werden erst einmal zum Höchstsatz eingestuft.

Wenn man sich selbständig macht, erhält man eine ziemlich eindeutige ToDo Liste. Wenn man die richtig abarbeitet, gehört eben auch der Kontakt zur Krankenkasse dazu.

Wer das nicht ordentlich macht, sollte sich dann lieber NICHT selbständig machen.

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Warum bist du nicht vorher zwecks Beratung zum Steuerberater gegangen? Der hätte dich darauf hingewiesen.

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Kommentar von kevin1905
24.05.2016, 14:07

Auch der Steuerberater ist nicht unbedingt auch ein Experte für die gesetzliche Krankenversicherung.

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Sprich mit einem Steuerberater.

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Kommentar von WRC85
24.05.2016, 13:05

Denke der kann mir da nicht helfen, geht ja nicht um Steuern.

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Nein, kannst du nicht. Nochwas: Man kann kein "Kleingewerbe" anmelden, sondern das ist die steuerliche Entscheidung. 

LG ~TheMentalist

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Kommentar von WRC85
24.05.2016, 13:04

Ja, ich weiss.

Aber da ich ja nicht viel über den 17.500€ bin, welche ich verdienen darf, sollte nur der Anteil mehr berechnet werden, welchen ich überschritten habe! Die berechnen direkt mit den 18.200 €

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