Frage von Gerd2011,

Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung bei bestehendem Kleingewerbe

Hallo, bin 45 Jahre alt, festangestellt und aktuell privat krankenversichert. Ich plane zusätzlich die Aufnahme eines Kleingewerbes (Handel von Artikeln).

Hierzu folgende Fragen:

Was passiert, wenn ich arbeitslos werde? Kann ich dann wieder von der PKV in die GKV wechseln oder "verhindert" mein Kleingewerbestatus die Rückkehr in die PKV?

Derzeit ist der Erfolg der Kleingewerbetätigkeit schwer vorhersehbar, sollte ich aber doch schon im ersten Jahr über die 17500 Euro Umsatzgrenze kommen, was bedeutet dies hinsichtlich der obigen Fragestellung?

Hintergrund: der Verlust der Festanstellung ist wahrscheinlich, da eine Liquidation innerhalb der nächsten Monate geplant ist. Eine Rückkehr in die GKV ist gewünscht.

Danke im voraus für Antworten.

Hilfreichste Antwort von RHWWW,

Hallo,

für den Wechsel aus der PKV in die GKV ist allein der Bezug von Arbeitslosengeld entscheidend. Das wiederum hängt von der wöchentlichen Arbeitszeit ab. Einzelheiten am besten bei der Arbeitsagentur erfragen (Grenzwert und Nachweis).

Wenn man dann wieder länger als 1 Jahr in der GKV pflichtversichert war, kann man auch als freiwilliges Mitglied in der GKV bleiben. Wenn die Pflichtversicherung weniger als 1 Jahr besteht, endet die GKV (ggf. auch gegen den Willen des Betreffenden).
§ 9 Absatz 1 Nr. 1 SGB V

Gruß

RHW

Kommentar von Gerd2011,

Nachfrage: Wenn ich innerhalb der Arbeitslosigkeit (erste 12 Monate) einen neuen Job finde, der von der Vergütung unterhalb der Pflichtgrenze der PKV liegt, endet dann ebenfalls die GKV zwangsläufig? Oder kann ich meine 12 Monate Vorversicherungspflicht mit einem Arbeitsverhältnis unterhalb der Pflichtgrenze "auffüllen"? Danke im voraus

Kommentar von RHWWW,

Es genügen 12 Monate ununterbrochene (!!!)Pflichtversicherung. Der Grund für die Pflichtversicherung (Arbeitslosengeld, versicherungspflichtige Beschäftigung) ist ohne Bedeutung. Wenn z.B. ein Tag Unterbrechung (z.B. zwischen Arbeitslosengeld und versicherungspflichtige Beschäftigung) liegt, verlängert sich die erforderliche Vorversicherungszeit auf 24 Monate in den letzten 5 Jahren. § 9 Absatz 1 Nr. 1 SGB V

Danke für den Stern!!

Antwort von Larah10,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich
Antwort von Gerd2011,

Hallo für alle, die ebenfalls diese Frage beantwortet haben müssen. Ich habe mit einer GKV den Sachverhalt erörtert: Es sieht so aus: Sollte ich arbeitslos werden, muss ich in jedem Falle das Kleingewerbe abmelden, da dies auch die Zahlung des ALG I verhindern würde. Ein Wechsel in die GKV wäre dann auch nicht möglich. Wenn ich dann 12 Monate in der GKV pflichtversichert war, kann ich mich später auch als Gewerbetreibender wieder freiwillig in der GKV versichern lassen.

Kommentar von VersBerater,

Hallo Gerd 2011, Du darfst neben dem Bezug von AlG 1 ein Kleingewerbe betreiben, nur darf der zeitliche Aufwand dafür nicht mehr als 15 Std. wöchentlich betragen, ohne dass Du mit der AA oder dem AlG1 in Konflikt kommst.

Antwort von VersBerater,

Hallo, zuerst muss geklärt werden, ob Du in der PKV bist weil Du die Einkommensgrenze überschritten hast (sicherlich geschehen) und ob Du hinterher von dieser Einkommensgrenze eingeholt worden bist und Dich hast befreien lassen. Wenn eine solche "Befreiung" vorliegt kommst Du nicht mehr zurück, außer Du gehst in ein anderes Arbeitsverhältnis und liegst dort unter der Einkommensgrenze. Dann bist Du versicherungspflichtig. Das eigene Gewerbe ist kein Grund in die GKV zurückzukehren, Du bist ja Selbständiger. Du kannst Dich nur freiwillig in der GKV versichern lassen, wobei die Frage ist, ob man Dich dort aufnehmen wird. Du mußt aber auch dort einkommensgerechte Beiträge (ArbN und ArbG Anteil) zahlen. Mit Auflösung des PKV-Vertrages verlierst Du aber auch die dort erworbenen Alterungsrückstellungen. Es ist also auch zu prüfen, ob nicht der Wechsel innerhalb der Gesellschaft in einen anderen Tarif sinnvoller wäre. Vom Wechsel zu einem anderen PKV-Versicherer rate ich dringend ab! Dazu müßte mann aber wesentlich mehr Hintergrundwissen über Dich und die ganze Vertragsgetaltung haben. Frag Deinen Vertreter/Makler oder die Gesellschaft, denn eine sehr ausführliche Beratung ist angesagt. Diese Plattform kann dies aber nicht bieten. Löblich, dass Du Dich auf jeden Fall schon im Vorfeld erkundigst. Viel Erfolg.

Kommentar von Gerd2011,

Danke für die Antworten soweit. Ich habe die Anfrage jetzt auch mal an die TK zur Beantwortung gegeben. Dabei fiel mir auf, dass ich hier einen blöden, weil sinnentstellenden Flüchtigkeitsfehler gemacht habe. Es soll natürlich heißen: "Was passiert, wenn ich arbeitslos werde? Kann ich dann wieder von der PKV in die GKV wechseln oder "verhindert" mein Kleingewerbestatus die Rückkehr in die GKV (NICHT PKV)?" Die Mitgliedschaft in der PKV kann ich meines Wissens während der Arbeitslosigkeit für max 5 Jahre ruhen lassen, um dann später bei entsprechendem Einkommen wieder zurückzukehren. Hier geht es aber genau um die entgegengesetzte Frage: Kann die GKV trotz Arbeitslosigkeit mit Hinweis auf das Kleingewerbe (bzw. Gewerbe) die Aufnahme verweigern?

Kommentar von VersBerater,

Je nachdem wie langs Du schon in der PKV bist kannst Du während der Arbeitslosigkeit auch in dere PKV bleiben, bekommst dann von der AA einen entsprechenden Zuschuss. Dazu muss aber auch die GKV zustimmen, bzw. wenn die GKV die ablehnt musst Du in der PKV bleiben. Die Mitgliedschaft in der PKV kannst Du mit einer sogenannten Anwartschaftsversicherung in einigen Tarifen ruhend stellen. Dadurch behälst Dein damaliges Eintrittsalter und Verschlechterungen im Risiko (Gesundheitsverhältnisse) werden später mitversichert, was sonst leicht ausgeschlossen werden könnte. Solltest Du nicht in die GKV zurückkönnen (sihe oben) sollte man über einen anderen Tarif bei der Gesellschaft nachdenken. Das Kleingewerbe verhinderet die Rückkehr nicht, es wirkt sich aber bestimmt auf den Bezug von AlG I aus, so wie auch auf den GKV-Beitrag, weil Du von den Einnahmen den ArbN und ArbG Anteil an die GKV zahlen müsstest. Dies ist also alles ein reines Rechenexempel, was nun besser ist. Viel Erfolg beim Austüfteln.

Antwort von anjanni,

Kommt drauf an, aus welchem Grund Du in der PKV bist.

Wenn Du sonst freiwillig GKV wärest (also über der Bemessungsgrenze verdienst), kannst Du bei Erreichen der Beitragspflichtgrenze wieder in die GKV wechseln. Wenn Du dagegen auf die Pflichtmitgliedschaft verzichtet hast, wird das wohl nichts.

Kannst Dich bei jeder gesetzlichen Krankenkasse nach den genauen Regelungen erkundigen!

Kommentar von Gerd2011,

hi anjanni, ich verdiene über der bemessungsgrenze und bin deswegen in die pkv gewechselt, habe nicht ausdrücklich verzichtet. daher würde ich bei arbeitslosigkeit wieder die option für die gkv haben. ich bin mir eben nur nicht sicher, was passiert, wenn ich ein neben der vollbeschäftigung laufendes kleingewerbe habe und dann arbeitslos werde. da man ja als selbstständiger grundsätzlich die wahl zwischen gkv und pkv hat, fürchte ich, dass man dann mich auf die pkv verweist.

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