Frage von TomTomica, 34

Rückkehr aus der Elternzeit (very tricky)?

Hallo und Guten Morgen,

dieser Fall ist schon ziemlich selten und daher hoffe ich, daß auch ein Jurist für Arbeitsrecht auf diese Frage schaut.

Sachverhalt: BEIDE Elternteile arbeiten im selben Beruf beim selben Arbeitgeber. Beide Elternteile sind seit 8 Jahren in Elternzeit (3 Kinder, Teilzeitjobs woanders).

Jetzt das eigentliche Problem:

Die Tätigkeit setzt nach Abwesenheiten von 5 Jahren einen gesetzlich vorgeschriebenen erneuten 6-wöchigen-Lehrgang voraus. Da beide Eltern gleichzeitig ihre Elternzeit beenden, müßten sie den Lehrgang gleichzeitig machen. Dieser findet jedoch 600 km vom Wohnort (Kindergarten/Grundschule) statt. Der Arbeitgeber zahlt zwar am Ort des Lehrgangs für beide Eltern ein Hotel während der Zeit, aber was passiert während der 6 Wochen mit den Kindern?

Weder können 3 so kleine Kinder 6 Wochen von früh bis spat in ein Hotel mitgenommen werden, noch können sie 6 Wochen zu Hause bleiben, wenn sie schlagartig beide Elternteile "verlieren" und dies ja für 24 Stunden 7 Tage die Woche für 6 Wochen.

Großeltern oder andere Personen, die dazu geeignet wären, sind nicht vorhanden oder können den Kindern keine 6 Wochen beide Eltern ersetzen.

Welche Mitwirkungs-/Fürsorge-Pflichten hat der Arbeitgeber in solchen Fällen?

Bitte keine Antworten wie "dumm gelaufen" oder ähnlich Sinnfreies, den so "schlaue" Antworten können wir uns selbst geben...

Antwort
von Joergi666, 22

In § 106 Abs. 1 Gewerbeordnung ist bestimmt, daß der Arbeitgeber Inhalt, Ort und Zeit der Arbeitsleistung nach billigem Ermessen näher bestimmen kann (darunter fallen entsprechend auch notwendige Fortbildungen), soweit diese Arbeitsbedingungen nicht durch Arbeitsvertrag, durch die Bestimmungen einer Betriebsvereinbarung oder eines anwendbaren Tarifvertrages festgelegt sind.
Der Arbeitgeber muß jedoch über die Grundsätze des billigen Ermessens die berechtigten Interessen der Mitarbeiter ausreichend würdigen und berücksichtigen. Nach der Rechtsprechung gehören zu den angemessen zu berücksichtigenden Interessen der Arbeitnehmer insbesondere auch deren schutzwürdigen familiären Belange. Konkret kann man also sagen, dass es in eurem Fall keinen klar gesetzlich formulierten Rechtsanspruch gibt- der Arbeitgeber aber nachweislich alles unternehmen muss, damit Fortbildung und Kinder unter einen Hut zu bekommen sind. Schwierig dürfte es für euch werden, wenn die Fortbildung nirgenwo näher und / oder nur selten angeboten wird - dann wäre der AG aus der Verantwortung recht schnell raus.

Antwort
von pumpkin75, 34

Hallo,wirklich helfen kann ich euch leider nicht. Denoch hab ich folgende vorschläge.... habt ihr mit eurem Arbeitgeber geredet ob ihr vllt zeitlich versetzt die Schulung machen könnt oder ob einer von euch 6 wochen später mit der Arbeitsaufnahme beginnen kann?

Antwort
von 5432112345, 18

Wie wäre es denn wenn einer von euch beiden seine elternzeit einfach 6 wochen eher beendet?

Kommentar von TomTomica ,

Das wiederum ist rechtlich nicht zulässig, aber der andere Ansatz, den AG zu fragen, ob der andere Elternteil später beginnen kann, gar nicht so übel. Jedoch, egal ob Elternzeit vorher beenden oder späteren Kurs machen: wie Jörgi schon andachte: der Lehrgang ist zu selten und findet nur an dem Ort statt, d.h. der findet ggf. nur alle drei oder sechs Monate statt. Somit auch fraglich, ob Kurs und Ende der Elternzeit überhaupt zusammen fallen können. Aber das ware dann ja separat zu klären. Danke schon mal für alle Antworten so far

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