Frage von B2000, 76

royalgames.com - verstecktes Gewinn- oder Glücksspiel auch für Minderjährige?

Gemäß §6 Jugendschutzgesetz besteht ja ein Glücksspielverbot für Minderjährige. Nun schaute ich auf einer Familienfeier einem 14jährigen über die Schulter, der auf der Seite royalgames.com spielte. Sozusagen als "Gratisspieler"; hier auch ohne etwas gewinnen zu können. Er hat sich bei royalgames als Gratisspieler (Juwelenspiel heißt das wohl) angemeldet, einen Account eingerichtet und eine eMail von sich angegeben. Jetzt habe ich ihm bei verschiedenen Spielen zugeguckt. Auf jeder Seite bei royalgames kommt ein Hinweis auf Glücksspiele, wo man angeblich Geld gewinnen kann. "Werden Sie jetzt Goldspieler - Gold spieler werden - Gewinnen Sie Geld - Jetzt richtiges Geld gewinnen" steht da und dass man erst (natürlich) selbst Geld einzahlen muss. Da sich Minderjährige über ein eMailkonto ungeprüft bei royalgames anmelden und dort spielen können, lesen sie ja auch diese verlockende Werbung "Gewinnen Sie Geld" usw.. Fragen nun: - Ist das nicht verbotene Verleitung zum Glückspiel noch nicht Volljähriger? Also, dass sie womöglich zum Zocken mit richtigem Geld verlockt werden. - Ist es überhaupt zulässig, dass sich Minderjährige ohne Altersprüfung bei solchen Gewinnspielseiten (für mich ist das aber Glücksspiel) anmelden können? Also um dort zunächst über das Gratisspiel zum Geldspiel verlockt zu werden. --- Dann habe ich auch noch Geschäfts-, Spiel-, Gewinn- und Auszahlungsbedingungen gefunden, die in manchen Punkten dubios erscheinen. Aber das wird hier für den Moment zu viel.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Buchstabensuppe, 76

Wenn man um Geld spielen möchte, sollte eine Altersprüfung vorgenommen werden. Anbieter, die dies nicht tun, sind unseriös.

Kommentar von B2000 ,

Danke. Das meine ich doch auch. Ich habe es mal getestet. Ich legte mir eine "Müll-Email" an, dann einen Test-Account. Dann soll man da selbst Alter, männlich-weiblich usw. angeben und man kann direkt ohne weitere Prüfung loszocken. Ohne Geldgewinn, aber halt immer wieder, der Hinweis, dass man Geld- bzw. Goldspieler werden soll, um eben "echtes Geld" gewinnen zu können.

Nun hat dieser Minderjährige noch kein Konto und kann dort also nichts einzahlen. Ich halte das trotzdem für eine verbotene Anleitung später, bei Volljährigkeit, um Geld zu spielen.

Habe es den Eltern mitgeteilt; die sollen darauf achten, was ihr Sohnemann dort treibt. 

Antwort
von xandru, 3

Prinzipiell siehst du das schon richtig. Und natürlich hat King.com als Unternehmen in erster Linie nicht die Absicht Freude zu bereiten sondern Umsatz zu machen.
Jemandem also keine Werbung anzuzeigen würde weniger Menschen dazu bringen Geld auszugeben.

Ich würde King.com nicht als Dubios ansehen da sie hier kein Fallen für Abos einbauen. Neben King.com gibt es jedoch auch viele andere Seiten die kostenlose, eventuell für Kinder bedenkliche Dinge teigen, und auch noch darauf verweisen dass es ab 18 ist. Aber dieser eine Klick schützt niemanden davor es nicht zu tun.
Somit ist alles was mit dem Internet zu tun hat über Aufklärung stattfinden. Wenn ein Kind etwas bedient, dass es nicht versteht, dann in erster Linie weil die Erziehungsberechtigten erlauben.

Beim Kauf von Guthaben oder was auch immer im Internet angeboten wird, ist nach 312 b BGB ein Kaufgeschäft zustande gekommen sobald daten eingegeben wurden und altiv auf "kaufen" gedrückt wird. Sprich im nächsten Schritt sind wieder Erziehungsberechtigte im Zugzwang zu beweien, dass sie es gar nicht veranlasst haben. Also somit lieber mit Kindern über das Problem reden.

Antwort
von azervo, 71

So etwas muss man als gratis Lern-Kurs ansehen, wo den Kindsköpfen gelernt wird, wie kriminelle versuchen sie abzuzocken. Verbote und Kontrollen helfen da nichts ... die Jugendlichen müssen das selbst lernen.

Kommentar von B2000 ,

Genau so ist es. Windige Geschäftemacher, die im Ausland sitzen, eigenartige Geschäftsbedingungen haben, Minderjährige locken usw. sind unseriös. Abgesehen davon, es "gewinnt" letztendlich sowieso immer nur Einer, nämlich der Seitenanbieter. In einem Presseportal fand ich eine Umsatzangabe in Höhe von 2,5 Milliarden US-Dollar in 2014. Also scheint die Kasse zu klingeln und die Spieler weltweit haben genügend Geld zum verzocken.

Kommentar von azervo ,

So ist es ... nur die windigen Geschäftsleute, die eigentlich kriminelle sind, die sitzen nicht nur im Ausland... all das muss man damit ausschalten, indem man Zahlungen, an solche "Anbieter" blockiert. Es ist geradezu kriminell, dass solche windigen Anbieter und sogar Anbieter von Pedophilenbildchen, anscheinend, problemlos, Zahlungen per Kreditkarte annehmen können, während anständige Geschäftsleute, die grössten Schwierigkeiten haben, ein Konto bei einem Kreditkartenprovider zu eröffnen.

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