Frage von kodiaks, 60

Ist es richtig, dass die RLV im Todesfall des ledigen, kinderlosen VN an die Bank fällt, wenn kein eingetragener Begünstigter vorhanden ist?

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Expertenantwort
von CosmosDirekt, Business, 56

Hallo kodiaks,

das Bezugsrecht ist ein Passus im Vertrag, der regelt wer beim Eintritt des Versicherungsfalls die Leistung erhält.

Dies wird bei Abschluss der Versicherung im Antrag festgelegt und in der Police dokumentiert. Das Bezugsrecht ist kein Teil des Nachlasses, sondern eine Schenkung. Man kann also jede beliebige Person benennen. Das können Ehepartner, die Kinder, Freunde aber auch juristische Personen sein.

Das Bezugsrecht sollte möglichst konkret und eindeutig formuliert sein. Es kann, solange es als widerrufliches Bezugsrecht formuliert ist, jederzeit und beliebig oft geändert werden.

Wenn kein Bezugsberechtigter das Bezugsrecht erwirbt, fällt die Versicherungsleistung an den Versicherungsnehmer zurück. Da dieser verstorben ist, erhalten die Erben die Leistung.

Falls eine Risiko-Lebensversicherung abgetreten ist, wird das Bezugsrecht in Höhe des Sicherungsbetrages für diese Zeit aufgehoben. Im Leistungsfall wird zunächst der Abtretungsgläubiger in Höhe der vereinbarten, abgetretenen Summe bedient. Darüber hinausgehende Leistungen werden dem Bezugsberechtigten ausgezahlt.

Viele Grüße

Bernhard Gabriel, CosmosDirekt

Expertenantwort
von ichweisnix, Community-Experte für Erbe, 57

Der Begünstigte kann bis zur Auszahlung der RLV geändert werden. D.h. die Erben können auch nach den Tod einen Begünstigten festlegen. Hierbei sind allerdings die Verjährungsfristen zu beachten.

Naja nein. So war es eben nicht. Das Geld wurde von der Bank einbehalten.

Sie meinen die Versicherung weigert sich an die Erben zu zahlen. Zunächstmal muß die Versicherung zur Zahlung aufgefordert werden und in Verzug gesetzt werden.

Wenn die Versicherung nicht zahlt, obwohl eine RLV bestand, dann muß sie die Weigerung der Zahlung auch begrüden. Ob die Weigerung dann rechtens ist oder nicht kann man so pauschal nicht sagen.  In diesen Fall ist es aber in jeden Fall sehr sinnvoll, einen Anwalt einzuschalten. Die Erstberatung kostet ca. 250€ danach geht es nach Streitwert. Wichtig ist hier, die Versicherung vorher in Verzug gesetzt zu haben, um die Anwaltskosten als Verzugsschaden geltend machen zu können.

Kommentar von kodiaks ,

Vielen Dank für Ihre Antwort. Es war wohl so, dass die Versicherung die Restsumme einbehalten hat, weil es keinen Begünstigten gab . Damit wurde sich wohl abgefunden, der Testamentsvollstrecker ist dem nicht weiter nachgegangen. Mich als Teil einer insgesamt 8köpfigen Erbengemeinschaft beschäftigt das bzw die Rechtmäßigkeit immer mal wieder. Kennen Sie die Verjährungsfristen? Der Todesfall war schon 2011.

Kommentar von Apolon ,

 Der Begünstigte kann bis zur Auszahlung der RLV geändert werden.

Ja - aber nur vom Versicherungsnehmer.

  D.h. die Erben können auch nach den Tod einen Begünstigten festlegen

dies ist völliger Unsinn.

Nein die Versicherungssumme wird nicht an den Erben, sondern an den Bezugsberechtigten im Todesfall ausbezahlt.

Ist kein Bezugsberechtigter eingetragen, entscheidet unter Umständen das Nachlassgericht auf Grund der ihm vorliegenden Unterlagen.

Antwort
von webya, 60

Dann geht das Geld auf das Konto des Verstorbenen. Geld bekommen dann die Erben. 

Kommentar von kodiaks ,

Naja nein. So war es eben nicht. Das Geld wurde von der Bank einbehalten. 

Kommentar von webya ,

Dann ist das Geld für einen Kredit gedacht. Da bestanden sicher Verbindlichkeiten die damit beglichen wurden. 

Kommentar von kodiaks ,

Hallo,

nein, das ist ausschließlich Eigenkapital , was nach einem Immobilienverkauf in verschiedene Versicherungsverträge/ Geldanlagen angelegt wurde. Darauf wurde zu Lebzeiten ein monatlicher bestimmter Betrag als eine Rente dem VN ausgezahlt. Nach dem Tod fiel das Restkapital an die eingetragenen Begünstigten, nur das der o.g. Versicherung nicht, weil dort niemand eingetragen war. Somit fiel das Kapital ( noch über 100 000 €) an die Bank und nicht die Erbengemeinschaft . Das kann doch nicht richtig sein, dass die Versicherung Anspruch hat auf das Privatvermögen ihres Kunden ?

Kommentar von webya ,

Wurde an den Verstorbenen eine mtl. Rente bereits ausgezahlt?

Kommentar von kodiaks ,

Ja, über mehrere Jahre. Bei Eintritt des Todes waren noch rund 100 000 € Guthaben da und der Erblasser hatte testamentarisch verfügt, dass die Verträge gemäß der prozentualen Verteilung an die Erben gehen soll. 

Kommentar von webya ,

Der Verstorbene hat mit der Versicherung einen Vertrag gemacht, dass bis zu seinem Tod mtl. die Summe X an ihn ausgezahlt wird. Das Risiko dabei ist, wenn er früh stirbt, dann hat die Versicherung ein gutes Geschäft gemacht. Lebt er lange, hat er das bessere Geschäft gemacht. 

Ein Restguthaben gibt  es bei Lebensversicherungen nicht. 

Kommentar von kodiaks ,

Oh danke. Das war ihm bestimmt nicht bewusst und er hat wohl das falsche Produkt gewählt und/oder war falsch beraten. Er war bei Vertragsabschluss schon Mitte 50 und immer starker Raucher. Außerdem unverheiratet und kinderlos.

Vielen Dank für die Information, ich konnte das bisher nicht nachvollziehen.

Kommentar von webya ,

Starke Raucher und auch nicht mehr ganz jung, da bekommt man auch keine guten Angebote mehr. Von daher blieben ihm sicher auch kaum bessere Möglichkeiten.

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