Frage von klarameier, 72

ritzen-klinik alleine?

hey Leute, ich ritze mich seit guten zwei jahren und bin 14 jahre alt. ich habe dann eine zeit aufgehört, aber schaffe es einfach nich aufzuhören. Ich weiß wie schlecht es ist( an all die leute die schreiben, lass es einfach. ihr versteht es nicht) es iist eine sucht. Aufjedenfall will ich endgültig damit aufhären. Ich ritze mich nicht tief und hab auch keine selbstmord gedanken. Glaubt ihr ich kann mal mit meinen Eltern über einen Klinik aufenhalt reden ( sie wissen nicht, dass ich es mache) oder würde mich gar keine klinik nehmen, weil ich es nicht soooooooo stark und tief mache. ich will einfach darüber hinwegkommen und brauch echt hilfe. war schon in mehrern therapiestunden und es hat mir nie geholfen.... was soll ich machen

Antwort
von Mimi33394, 17

Beide Antworten, die ich hier gelesen habe finde ich nicht gut. Ich bin seit Jahren in Therapie (hab einige Diagnosen und wenn ich mich schneide wird es sehr oft lebensgefährlich). Vor allem die stationären Aufenthalte haben mit sehr geholfen. Bei meiner ersten DTB (Therapie für Borderline) bin ich rausgeflogen, beim 2. Anlauf hat es geklappt.Vor meinen Therapien habe ich mich täglich so 7-8 mal geschnitten. Im Moment (habe gerade aber eine Downphase) schneide ich mich durchschnittlich alle 3 Wochen. Ich habe auch schonmal ein halbes Jahr ohne geschafft. Natürlich gibt es gute und schlechtere Psychiatrien (ich wurde auch schon heftig misshandelt auf geschlossenen Stationen), aber es lohnt sich immer es zu probieren. Und wenn es nicht klappt, einfach eine andere Klinik ausprobieren.

Wie tief du dich schneidest ist erstmal egal; Selbstverletzung bleibt Selbstverletzung und ist zu behandeln.

Es den Eltern zu sagen ist eine schwierige Sache. Ich kenne euch natürlich nicht und kann schlecht Tipps von außen geben. Wenn du es ihnen direkt sagen kannst wunderbar. Ansonsten versuch doch mal eine Unterhaltung über das Thema anzufangen und zu erklären was es damit auf sich hat, ohne zu erwähnen, dass von dir die Rede ist. Das hat den Vorteil, dass man ausreden kann und erklären kann warum Menschen das machen und in deinem Fall ist ganz wichtig Sorgen zu nehmen. Meine Eltern sind total ausgerastet als sie es erfahren haben, weil sie dachten ich bringe mich jeden Moment um. Für sie war ritzen und sich umbringen fast gleichbedeutend. Diese Unterschiede müssen deutlich gemacht werden. Der Fairness halber muss ich dazu sagen, dass meine Eltern es durch die Polizei erfahren haben, die um halb drei nachts mit mir vor der Tür stand. Es ist am besten sie erfahren es von einem selbst. Falls du zu irgendwas noch Fragen hast, schreib mich einfach an 😉

Antwort
von einfachichseinn, 15

Ob eine Klinik notwendig ist oder nicht entscheidet in der Regel ein Arzt.

Du schreibst von ein paar Therapiestunden.
Ein paar Stunden bringen auch wirklich nichts. Eine Therapie ist in der Regel sehr langwierig.

Ich würde mal zum Hausarzt gehen und das Thema mit ihm besprechen.

Ich kann dir sagen, dass eine Klinik viel bringen kann. Allerdings müssen dafür auch die Erwartungen realistisch sein. Wenn du in der Klinik warst, wirst du nicht plötzlich geheilt sein, du wirst immer noch ambulant eine Therapie machen müssen, aber das ein oder andere Verhaltensmuster hat sich vermutlich positiv verändert.

Das funktioniert dann über Beschäftigungstherapien und das ist sehr viel Wert.

Ich kann dir mal von mir berichten. Ich kam in dir Klinik, weil ich unheimlich perfektionistisch war. So perfektionistisch, dass ich mir fast das Leben genommen hätte, weil ich MEINEM eigenem Druck nicht standhalten konnte.

Darüber hinaus hatte ich dann typische depressive Symptome...

Im Laufe der Therapie habe ich im Grunde genommen nur zwei Dinge gelernt.

Das eine ist, dass ich gut bin, so wie ich bin. Das klingt jetzt grade richtig klischeehaft. Es wäre nur viel zu komplex, um das genauer zu erläutern.
Aber im Grunde genommen bin ich wieder zufrieden mit Dingen, die ich gemacht habe und das ist mir viel Wert, weil es jahrelang unmöglich war.

Auf der anderen Seite habe ich gelernt, wieso ich eigentlich wirklich depressiv geworden bin.
Also ich habe herausgefunden, was ich seit Jahren verdrängt habe.
Bearbeitet wurde das nicht, weil das viel zu viel wäre für einen stationären Aufenthalt. Allerdings ist es dennoch sehr gut gewesen, dass ich das wieder freilegen konnte.

Antwort
von xxrxrx, 23

Ich war bis vor kurzem selbst noch in einer Klinik und glaub mir: Es bringt gar nichts... Ich war stationär da (das heißt ich habe da "gewohnt") und es vergehen Wochen bis du deine ersten Therapien bekommst, die nicht einmal etwas mit dem selbstverletzendem Verhalten zutun haben, sondern nur zur Ablenkung und Beruhigung dienen. Es gibt eine Menge skills im Internet aber ich sag dir eins: Mal dir am besten mit einem Edding ein großes schwarzes Viereck dorthin wo du dich Ritzen möchtest (achte darauf das es mega schwarz ist/geh mermals drüber und lass es zwischendurch trocknen), dann schaltest du bei seiner Hand Kamera den Blitz ein und drückst die Stelle wo der  Blitz raus kommt auf das Viereck und machst dein Foto davon. Da der Blitz beim Foto nochmal ganz kurz und mega hell raus kommt bekommst du ein stromschlag und ja öfter du das machst, desto schlimmer wird es... am Anfang merkt man fast gar nichts erst nach der Zeit... wenn das nicht hilft box mit der Faust gegen eine Wand. :) Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen...

MfG 

Kommentar von FelinasDemons ,

Nur weil es bei DIR in der Klinik so war,heißt das nicht,dass es in allen anderen Klinik auch so sein muss.

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