Ritz-Rückfall was tun?

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8 Antworten

Ich finde die Antwort nicht mehr wo ich das schrieb aber es ging ungefähr so:

"Die Therapie gibt dem Schriftsteller Papier, einen Stift und zeigt ihm wie man schreibt - das Buch muss er jedoch selbst schreiben und das kann Jahre dauern."

Im Kern heißt das nicht mehr, als das dieser Prozess, den du mit deinem Klinikaufenthalt angefangen hast, nicht mit der Entlassung beendet ist. Es mag ernüchternd klingen aber die Rückfälle sind normal und mir ist bis dato nicht eine Person untergekommen, die nach einer Therapie nie wieder einen Rückfall hatte. Die meisten, mich eingeschlossen, hatten sie kurz nach einer monatelangen Therapie.

Was jetzt wichtig ist, ist das du das gelernte versuchst anzuwenden und dich nicht zu sehr beeindrucken lässt von diesen Rückfällen respektive diesem Rückfall. Das ist schwer, ich weiß und es wäre auch utopisch wenn du das mit einem Schulterzucken hinnehmen könntest aber lasse dich nicht komplett fallen.

Jedes mal, wenn du es schaffst einen Rückfall zu vermeiden, dann ist es ein Erfolg. Selbst wenn es am Anfang vielleicht einer von zehn ist - es ist ein Fortschritt. Sich blind zu stellen und Rückfälle zu ignorieren wäre falsch aber genauso ist es auch wichtig, die Fortschritte zu sehen und allein das du in der Klinik warst und Mittel und Wege gefunden hast es besser in den Griff zu bekommen ist ein großer Fortschritt.

Ich möchte dir an der Stelle auch ans Herz legen, dir weiterhin ambulant Unterstützung zu suchen. Es ist gut, wenn man nach einem stationären Aufenthalt, auch ambulant weiter Unterstützt wird über einen längeren Zeitraum - so kannst hast du regelmäßig einen Ansprechpartner, mit dem du Alternative Techniken durchgehen kannst.

Wenn du Fragen hast, wo du am besten suchen kannst, dann schreibe mir eine private Nachricht und ich schicke dir entsprechende Seiten und ein paar Tipps.

Nun zu der eigentlichen Frage - Was kannst du jetzt tun?

Jetzt solltest du deine Wunden versorgen. Kompressen, Verband und auch entsprechende Salben sofern du welche hast. Kümmere dich um dich und danach ein wenig Ordnung machen schadet auch nicht. Wenn das erledigt ist, alles ist sauber und du bist versorgt, dann schnappe dir was leckeres zu Essen oder was zu Trinken und lehne dich zurück.

Ein Teil meiner Therapie war die "radikale Akzeptanz", die im Prinzip nur sagt "Wenn du etwas nicht verändern kannst, egal auf welchem Wege, dann musst du es akzeptieren und dich damit arrangieren." und genau in so einer Situation bist du gerade. Es ist passiert, du kannst es nicht ändern. Egal wie sehr du dir jetzt den Kopf darüber zerbrichst, es bleibt dabei. Also nutze deine Ressourcen anders und versuche dir alles so angenehm wie Möglich zu machen und nehme die Erkenntnis mit, die in meinem Zitat vom Beginn steckt - lerne daraus.

Es ist keine Schande was passiert ist und du kannst mir glauben wenn ich sage, dass es vielen passiert, wenn nicht sogar allen, die mit solchen Problemen zu kämpfen haben. Das ist kein Zeichen von Schwäche und auch kein Versagen.

Du hast nicht versagt.

Ich wünsche dir alles Liebe und viel Glück und bei fragen kannst du wie schon erwähnt gerne schreiben.

Liebe Grüße.

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Kommentar von sarlenklo
03.01.2016, 19:11

Ich finde, dass ist eine sehr gute Antwort! Ich habe mich selbst in der Situation befunden, und muss einfach zustimmen. Natürlich ist es eine schwierige Stuation, aber aufgeben bringt nichts!

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Lass dich nicht runterziehen. Rückfälle passieren und werden noch häufiger kommen. Versorg die Wunden Wisch alles weg und schmeiß die klingen weg. Viel mehr kannst du nicht tun. Arbeite weiter an dir, wenn du in Therapie bist gut wenn nicht such dir am besten eine aber nimm es dir nicht so zu Herzen. Du bist nicht allein und nicht nur du hast mal einen Rückfall. Es wird aufwärts gehen. Bestimmt wird es das
Viel Glück und alles Gute weiterhin

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Verzeih dir selbst. Googel mal nach Skills, das sind Ersatzhandlungen, um nicht zu ritzen. Die Handlungen kannst du stattdessen ausführen. Mach dir eine Liste von diesen Skills und versuche mal, welche davon anzuwenden.

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Jeder hat schwierige Situationen im Leben.

Ich hatte das selbe Problem, keine Freunde, keine Perspektive. War oft in einer Klinik, aber irgendwann wurde mir bewusst das die Narben verheilen, doch der seelische Schmerz geht erst dann weg, wenn man selber was dran tut. Mit hat es nichts gebracht mit einem Psychologen zu reden, es bringt erst dann was, wenn man es selber möchte.

Das Leben wäre viel zu schade um es wegzuwerfen.

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Mach dir ne Skillbox ;) Vielleicht auch mit Sachen wie 10 Sachen aufschreiben für die ich dankbar bin, 10 Sachen aufschreiben die ich gut gemacht habe, möchte ich mit den Konsequenzen leben usw.

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Lass dich stationär einweisen.

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Du bist offensichtlich noch lang nicht geheilt. Du solltest dir weiter helfen lassen

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Naja... so eine Heilung passiert nicht von jetzt auf gleich.

So ist das leider.

Ich hoffe du bist weiterhin in Therapie? 

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