Frage von Whimbrel1, 198

Ritalin pro und contra Argumente?

Hallo Community, kennt ihr pro und contra Argumente für die Medikation von ADHS Patienten mit Ritalin? Ich frage nur aus reinem Interesse und nicht, weil ich meine Hausaufgaben nicht machen möchte, da ich garnicht mehr in der Schule bin.

Antwort
von eccojohn, 133

Dieses Medikament hat es in sich - das steht wohl ausser Frage. Viele Patienten könnten unbestreitbar ohne diese Medikation kein normales Leben führen - also ein durchaus sinnvolles Medikament. ABER:

Leider hat es sich im laufe der Jahre so nebenbei ergeben, das es oft schon Fahrlässig ist, wie dieses Medikament teilweise eingesetzt wird. Gerade bei Kindern kann man immer wieder beobachten, das eine sogar leichtfertige Verordnung erfolgt. ( = Ruhigstellung = Zwangsanpassung )

Heute sind Elternhaus und Kindergarten sofort der Meinung, bei jedem etwas aufgedrehtem Kind sofort zum Psychologen rennen zu müssen und zur "Dröhnung" zu greifen damit RUHE ist. Es gibt unzählige Fälle, wo eventuelle  Auslöser für ein überdrehtes oder aggressives Verhalten gar nicht mehr hinterfragt werden, dafür aber gleich die Ruhigstellung per Pille erfolgt. 

Die Spätfolgen wird man aber erst viel viel später erkennen. Der sofortige Vorteil, das Eltern, Kindergarten und Schule sofort ihre RUHE haben, wird viel zu sehr in den Vordergrund gerückt - einfach aufgrund von Bequemlichkeiten. Die zeitraubende reale Ursachenerforschung im Einzelfall entfällt viel zu oft. 

Mein Fazit: Jeder möchte erzogene angepasste Kinder - nur keiner will sie wirklich erziehen. Dies bedingt oft, das gerade Kinder dann keinen Maßstab vermittelt bekommen, der für sie verbindlich und einsehbar ist. Was folgt ist Protest und Aufsässigkeit durch falsche Leitbilder und Erziehung.

Nach meiner Einschätzung sollten solche Medikamente einer besonderen Verordnungs-Regelung unterliegen, sodaß z.B. nur zwei Fachmediziner gemeinsam die Gabe solcher Medikamente bei Kindern veranlassen könnten, und diese dazu auch zeitlich streng begrenzt wird. 

Kommentar von Mikey86 ,

Danke. Dem kann und will ich nichts mehr beifügen!

Kommentar von eccojohn ,

Die Aussage -

und das vom PROFI der täglich damit konfrontiert ist -

dann fasse ich es als großes Kompliment auf !                         Herzlichen Dank dafür

Ich werde somit auch weiterhin ein strenger Beobachter dieser leidigen oft versteckten Problematik bleiben, und bin zum Leidwesen Etlicher oft der, der mal PLUMP hinterfragt und damit wissentlich  Schuldgefühle weckt, um eine Auslöser-Suche herbeizuführen. 

Wenn nur einer von 10 Fällen, die mir so im Leben unterkommen dadurch adäquat nachgearbeitet werden, dann kann ich mit den 9 verärgerten Mitmenschen GUT leben.

Antwort
von Ololiuqui, 116

Ich finde jeder Mensch sollte das bekommen, was ihm am besten hilft. Wenn das Ritalin ist - dann ist das Ritalin. Ich denke aber, dass man bei Kleinkindern erst andere Wege versuchen sollte und die Diagnose nicht allzu leichtfertig zu stellen. Dennoch steht es jedem zu, zu bekommen, was ihm hilft. Patienten Medikamente vorzuenthalten, weil sie in der Gesellschaft den Ruf als pöse Droge halten(wie das bspw bei Cannabis der Fall ist), halte ich für unterlassene Hilfeleistung.

Kommentar von Ololiuqui ,

oder auch bei Psilocin etc. gegen Clusterkopfschmerzen.

Antwort
von lucadavinci, 63

Also ich weiß aus eigener Erfahrung das das Zeug ein einfach kaputt macht -.- Natürlich wirkt es und hilft aber Ritalin verändert ein einfach man ist nicht mehr der der man mal war :( Vor allem es gibt ein soviel besseres Medikament : Marihuana bzw CBD. Wenn du noch mehr wissen willst frag einfach ;)

Antwort
von 19shift98, 73

Für "normalos"(kein adhs) :
Pro:
-gesteigerte kognitive Leistungsfähigkeit
sowie schnellere Reaktionsfähigkeit
(Idr. nur kurzzeitig [ca. 3-4h])

Contra:
- Risiko der Abhängigkeit
- Selbstüberschätzung

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community