Frage von MelanieWF, 802

Riss bzw. Sprung in der Fensterscheibe, wer kommt für die Kosten auf?

Hallöchen!

Am Sonntag Abend kam ich aus meinen Wochenend-Trip zurück und musste mit Entsetzen feststellen das in meinem Wohnzimmerfenster ein riesen Riss entstanden ist. (wie im Bild zu sehen!) Mir ist unbegreiflich wie dieses passieren konnte! Vielleicht hat ja jemand Erfahrung, ob das ein Setzriss oder ein Spannungs-Riss sein könnte. Kurious ist auch das nicht die Aussenscheibe sondern die Innenscheibe beschädigt ist!!!!

Nachdem ich den Schaden der Hausverwaltung berichtete, sagten die mir sie sein nicht zuständg und ich müsste mich direkt an meine Vermieterin wenden. Wie so üblich wollte sie es natürlich erstmal abklären und sagte das das MEINE Versicherung übernehem MUSS! Mein größtes Problem ist aber, das ich keine Hausratversicherung inkl Glasbruch habe. (ich weiß das das dumm von mir ist, aber finanziell war es mir zur Zeit nicht möglich!) Nun meine Frage: Werde ich jetzt auf den Kosten der Reparatur sitzen müssen, oder ist bei solch einen Schaden der Vermieter dafür zuständig bzw. IHRE Versicherung? Denn ein Verschulden meinerseits ist hier defenetiv nicht der Fall!!

LG Melanie

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Mietrecht, 488

Nachdem ich den Schaden der Hausverwaltung berichtete, sagten die mir sie sein nicht zuständg und ich müsste mich direkt an meine Vermieterin wenden. 

Ich nehme an, dass es Eigentumswohnungen sind und Du Dich deswegen direkt an Deine Vermieterin wenden sollst/musst.

Wie so üblich wollte sie es natürlich erstmal abklären und sagte das das MEINE Versicherung übernehem MUSS! 

Schriftliche Mängelanzeige per Einwurfeinschreiben und unter Fristsetzung auffordern den Mangel zu beheben. ( Sie muss erst mal den Mangel beheben lassen, unabhängig davon wer den Schaden verursacht hat, bzw. wodurch er entstanden ist.)

Darauf hinweisen, das deinerseits kein verschulden vorliegt und Du daher nicht für den Schaden aufkommen wirst.

MfG

johnnymcmuff

Antwort
von ChristianLE, 402

Wenn Du den Schaden nicht verursacht hast, musst Du auch nicht für den Schaden aufkommen.

Den Bildern nach zu urteilen, könnte es sich hierbei um einen Spannungsriss handeln.

Antwort
von juliathemueller, 465

Ein Sachverständiger sollte sofort klären können, wer oder was an dem Schaden Schuld ist. Für mich sieht es auch eher nicht nach Verschulden des Mieters aus. Natürlich auftretende Schäden bzw. natürlichen Verschleiß hat der Mieter nicht selbst zu beheben. 

Eine Haftung des Mieter kommt laut Gesetz nur in Betracht, wenn dieser mutwillig oder aus Unachtsamkeit Schäden an der Wohnung oder den Geschäftsräumen verursacht. Hierfür hat er selbst einzustehen.
Quelle: https://www.wbs-law.de/rechtsfall-des-tages/rechtsfall-des-tages-fur-welche-scha...

Kommentar von MelanieWF ,

Danke für den Link und die Antwort! Wie gesagt, ich kam ja aus dem Urlaub nach hause und war garnicht vor Ort! Somit ist auch eine mutwillige Verursachung nicht gegeben!

Kommentar von Apolon ,

 Ein Sachverständiger sollte sofort klären können, wer oder was an dem Schaden Schuld ist.

Und wer soll deiner Meinung nach die Rechnung des Sachverständigen übernehmen, bzw. wer sollte den Auftrag dafür erteilen ?

Kommentar von MelanieWF ,

Ganz genau.. gute Frage N.U.!!!

Kommentar von schleudermaxe ,

... und alles nur, weil ein Mieter sich rd. 30 EUR/Jahr für eine Glasversicherung erspart? Vielleicht hat ja die WEG eine und der Mieter bezahlt die sogar durch die Abrechnung des Vermieters.

Kommentar von albatros ,

Vielleicht hat ja die WEG eine und der Mieter bezahlt die sogar durch die Abrechnung des Vermieters.


Eine GBV des Mieters wäre hier nicht zuständig, wohl die des Vermieters. Dieser dürfte die Beiträge auf die Mieter anteilig umlegen und damit sind GB-Schäden in der Whng. des Mieters versichert.

DH!

Kommentar von juliathemueller ,

Da habt Ihr mich erwischt. Für die Kosten des Sachverständigen ist mir keine Regelung bekannt. Der Sachverständige wäre ja auch der letzte Schritt im Streitfall, über mutwillig bzw. unachtsam oder nicht. Generell ist der beste Weg meistens vermutlich der freundliche Dialog mit dem meist ja sowieso meist sehr freundlichen Vermieter.

Antwort
von Apolon, 318

Wenn Du den Schaden nicht zu vertreten hast, ist dein Vermieter für die Reparatur zuständig.

Sollte es sich um eine vermietete Eigentumswohnung handeln, müsste der jeweilige Hausverwalter dafür zuständig sein, denn Fenster gehören normalerweise zum Gemeinschaftseigentum.

Gruß N.U. 

Kommentar von MelanieWF ,

Ja, es ist eine vermietete Eigentumswohnung! Allerdings verweiste mich die Hausverwaltung auf meine Vermieterin!!! Also ein reines Ping-Pong-Spiel!!! Wie gesagt, ich kam ja aus dem Urlaub nach hause und war garnicht vor
Ort! Somit ist auch eine mutwillige Verursachung nicht gegeben!

Kommentar von Apolon ,

Dann informiere deine Vermieterin über den Schaden und teile ihr auch gleich mit, dass die Hausverwaltung dich an sie verwiesen hat.

Kommentar von MelanieWF ,

Dieses habe ich auch sofort gemacht!!! Hausverwaltung sagte das dieses die Glasversichering der Vermieterin übernehmen muss.

Vermieterin sagte allerdings sie müsste dieses mit der Firma abklären die die Fenster eingebaut hat und verweiste mich daraufhin auch das ich evtl. bezahlen MÜSSTE!!! Obwohl ich ihr hinwies das ich für den Schaden nicht zu verantworten bin!! Nun habe ich Angst das sie es so hindreht das ich doch auf den Kosten sitzen bleibe!!! Was kann ich in diesem Fall tun?

Kommentar von Apolon ,

@MelanieWF,

einfach abwarten und der Vermieterin mitteilen, dass du die Kosten für die Fensterscheiben nicht zahlst.

Auch das Gesetz ist auf deiner Seite:

BGB § 535  Inhalt und Hauptpflichten des Mietvertrags
(1) Durch den Mietvertrag wird der Vermieter verpflichtet, dem Mieter den Gebrauch der Mietsache während der Mietzeit zu gewähren. Der Vermieter hat die Mietsache dem Mieter in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu überlassen und sie während der Mietzeit in diesem Zustand zu erhalten. Er hat die auf der Mietsache ruhenden Lasten zu tragen.
(2) Der Mieter ist verpflichtet, dem Vermieter die vereinbarte Miete zu entrichten.

Nur dann, wenn Du den Schaden verursachst musst du auch den Schaden ersetzen. Für Mietsachschäden sollte man dann eine Privathaftpflichtversicherung haben, die allerdings Glasschäden ausschließt. Für Glas ist eine Glasversicherung erforderlich.

Kommentar von schleudermaxe ,

Aber wieso denn Spiel? Ein Mieter wendet sich doch an seinen Vertragspartner in mietvertraglichen Angelegenheiten und wenn das denn nicht die Verwaltung ist, handeln die Damen und Herren doch völlig richtig. Oder sacken die auch auf Zuruf die Miete ein?

Kommentar von Apolon ,

Nur ein Hinweis: Bei Eigentumswohnung ist meistens die Hausverwaltung für den Erhalt des Gemeinschaftseigentums zuständig. Dazu gehört auch, dass man dort Schäden am Gemeinschaftseigentum meldet und dazu gehören alle Außen-Fenster. So steht es dann meist auch in der Hausordnung, bzw. als Hinweis im Mietvertrag.

Expertenantwort
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 316

Ein Einbruchsversuch war es nicht. Höchstens ein Ausbruchsversuch. Wenn also aufgrund des Schadensbildes gut erkennbar ist, dass Du oder Mitbewohner nicht selbst in die Scheibe getreten seid, ist es Sache der Vermieterin bzw. der Eigentümergemeinschaft, den Schaden zu beheben und das auch zu bezahlen.

Die WEG hat normalerweise eine Wohngebäudeversicherung mit Glasversicherung. Wenn das der Fall ist, dann zahlt die Glasversicherung.

Ansonsten muss die WEG das bezahlen und ob nun die Vermieterin das dann in voller Höhe selbst bezahlen muss, sei dahin gestellt. Wenn es ein Riss ist, der dadurch entstanden ist, dass es außen sehr kalt und innen eher warm war, dann hatte das Fenster vermutlich einen Fehler, den Du jedenfalls nicht zu vertreten hast.

Übrigens: Auch wenn Du eine Hausratversicherung mit Glasbruchversicherung hättest, würde diese hier nicht eintreten, da das Fenster nicht Bestandteil Deines Hausrats ist.

Kommentar von FreierBerater ,

Mein Gott; was für ein Unfug... behalt' dein Halbwissen besser für dich!

Kommentar von bwhoch2 ,

Und wo ist Dein Wissen? In Deiner Antwort zu der Frage ist es jedenfalls nicht zu finden.

Kommentar von Apolon ,

 Übrigens: Auch wenn Du eine Hausratversicherung mit Glasbruchversicherung hättest, würde diese hier nicht eintreten, da das Fenster nicht Bestandteil Deines Hausrats ist.

Bis auf diesen Hinweis war alles richtig.

Eine Glasversicherung ist ein eigenständiger Vertrag und hat mit der Hausratversicherung nicht das geringste zu tun. 

Ausnahme: wenn es sich noch um eine Hausratversicherung aus dem Jahre 1974 handelt - damals konnte man  in der Hausratversicherung einfach verglaste Scheiben mitversichern.

Eine Glasversicherung würde leisten, wenn der Mieter den Schaden verursacht hätte.

Kommentar von bwhoch2 ,

@NorbertUhrig: In der Police der Glasversicherung würde natürlich nachzulesen sein, welches Glas mitversichert ist. Bezieht sich die Versicherung nur auf Hausrat und demzufolge steht auch zum Thema Glasbruch nur drin, dass Glas, das zum Hausrat gehört, mitversichert ist, trifft zu, was ich geschrieben habe.

Dass die Glasbruchversicherung als eigenständiger Vertrag neben einer Hausrat- und Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden kann, ist mir schon klar. Aber selbst da muss in der Police drin stehen, dass auch Glas versichert ist, das jemand anders gehört, aber von mir zerdeppert wurde.

Ist aber wohl alles irrelevant, weil der Fragesteller keine Glasbruchversicherung hat.

Kommentar von schleudermaxe ,

Quatsch! Natürlich bezahlt eine Glasversicherung, meine jedenfalls, alle Bruch-Schäden im Mietgegenstand, also auch das angemietete Cerankochfeld und die Duschtrennwand und alle Fensterscheiben. Und dies für 26,00 EUR/Jahr. Fragen? Aber hier sind ja alle Fachkräfte, sogar spezielle, wie oft zu lesen ist.

Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 269

Eine HRV wäre hier sowieso nicht zuständig, höchstens deine HPV, insofern ein Verschulden deinerseits vorläge.

Ich sehe hier u.U. die Gebäudevers. des Vermieters in der Pflicht. Auch schon deshalb, weil du anteilig mit deinen Betriebskosten die GV des Vermieters mitfinanzierst.

Kommentar von Apolon ,

@albatras,

wenn du mit der Abkürzung HPV eine Haftpflichtversicherung meinst liegst du falsch.

Bei der Privathaftpflichtversicherung sind Glasschäden an der eigenen Wohnung ausgeschlossen. Dafür benötigt man eine Glasversicherung.

Ich sehe hier u.U. die Gebäudevers. des Vermieters in der Pflicht.

Auch das ist falsch, Glasschäden durch Bruch oder Riss, sind bei der Wohngebäudeversicherung nicht mitversichert.

Was anderes wäre es, wenn die Fensterscheibe durch einen Hagelschaden oder durch Sturm beschädigt wurde. Aber dies ist hier mit Sicherheit nicht der Fall, da nur die Innenscheibe beschädigt wurde und nicht die Außenscheibe.

Kommentar von albatros ,

Na klar, ohne Glasbruchvers. geht da nichts. Viele Vermieter haben diese (als Baustein), wie auch Mieter. Hier sähe ich vorrangig die des Vermieters in der Pflicht, da ein direktes Verschulden des Mieters nicht nachweisbar sein dürfte. Gibt es keine Glasbruchversicherung (auch diese könnte aber auf Mieter umgelegt werden)  bliebe der Vermieter auf den Kosten sitzen, Vermietung ist immer auch mit Risiken verbunden.

Falsch ist also falsch.

Kommentar von schleudermaxe ,

Aber meine PH ordnet Glasbruch gegenüber dem Vermieter. Machen die etwa etwas verbotenes?

Kommentar von Loroth ,

I.dT. sind Glasbruchschäden an Mietsachen in der Privathaftpflicht ausgeschlossen, wenn der Versicherer nach den Musterbedingungen des GDV vorgeht - dies wiederum steht natürlich jedem Versicherer frei.

Mit "verboten" oder "nicht verboten" hat das aber nichts zu tun. Schade, dass mit so einer Formulierung hier Verunsicherung betrieben wird...

Antwort
von schleudermaxe, 244

Da fällt mir dann nur das Rathaus ein. Die Damen und Herren Bürgermeister lassen immer wieder sammeln für die, die Beiträge von rd 30,00 EUR/Jahr sich ersparen. Solch kleinere Angelegenheiten allerdings ohne Presse und Fernsehen. Viel Glück.

Kommentar von Apolon ,

Troll-Beitrag Nr.  999 - oder waren es schon mehr!

Kommentar von DolphinPB ,

Kopieren und Einfügen hast Du voll drauf - es nervt unheimlich und es ist definitiv nicht mehr lustig.

Antwort
von Monorose, 213

Wohngebäudeversicherung inkl. Glas vom Vermieter wäre da jetzt das einfachste um den Schaden + Kosten zu beheben :)

Antwort
von PLOOS, 203

Das ist ein thermischer palmsprung... 98% Ursache ein Hitzestau im Innenraum vor der Scheibe... Die Scheibe wirst du dann selbst zahlen... Müssen

Antwort
von FreierBerater, 209

Du zahlst selber und fertig!  Deine private Haftpflicht ist aufgrund einer Ausschlussklausel nicht zuständig.

Kommentar von bwhoch2 ,

@FreierBerater: Mir wirst Du Halbwissen vor und Du glänzt mit Nullwissen!

Halte Dich lieber raus, wenn Du nichts weißt. Im Gegensatz zu Dir werde ich versuchen, Dir zu erklären, weshalb der Mieter hier nicht haftet:

Jemand haftet nur für Schäden, die er fahrlässig, grob fahrlässig oder vorsätzlich herbeigeführt hat. Niemand muss seine Unschuld beweisen. Vermieter oder WEG müßten vielmehr beweisen, dass der Mieter schuld ist. Dieser Beweis wird angesichts der Sachlage kaum zu führen sein.

Das ist mein Wissen und jetzt darfst Du Dein Wissen, sofern vorhanden, entgegen setzen. Kannst Du das nicht, halte Dich bitte raus hier.

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