Riester Rente und Antrag auf Altersvorsorgezulage - welche Auskünfte erhält der Versicherungsanbieter über mich?

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4 Antworten

ob ich bald eine bestimmte freiwillige Rentenversicherung abschließe

Verstehe ich nicht. Meinst du freiwillige Beiträge an die DRV? Die verschaffen dir keine umittelbare Förderfähigkeit zur Riesterente.

Oder meinst du einen Riestervertrag abzuschließen? Das ist natürlich immer freiwillig. Manchmal ist es sinnvoll und für manche Menschen eben nicht.

Hierzu muss man dann ja beim Versicherungsanbieter jährlich einen Antrag
auf Altersvorsorgezulage stellen und die Versicherung übermittelt
diesen Antrag dann mit den Vertragsdaten an die ZfA

Eigentlich stellt man einen Dauerzulageantrag bei Vertragsabschluss und muss sich nur beim Anbieter melden, wenn sich etwas ändert (Heirat, Scheidung, Kind, Änderung der Mittelbarkeit der Förderfähigkeit). Das ist zumindest die bequemere Variante für Kunden und Vermittler.

So wie ich es jetzt verstanden habe, sind diese beiden Angaben aber
vollkommen freiweilig im Antrag, den man bei der Versicherung abgibt -
stimmt das so?

Ja und nein.

Du musst schon gewährleisten, dass zwischen deinem Anbieter, der ZfA und dem Finanzamt ein Datenaustausch gewährleistet ist. Sonst knatschst du am Ende, wenn irgendwo eine Zulage fehlt.

Es findet ebenfalls ein Austusch mit dem Finanzamt ab. Die Angabe der Steuer-ID ist im Antrag mittlerweile zwingend erforderlich.

Dein Anbieter erfährt dein Bruttoeinkommen nur aus den von dir gemachten Angaben. Es ist bei mir aber grundsätzlich so, dass ich kein Lebengeschäft einreiche ohne dass mir der Kunde eine aktuelle Abrechnung darlässt.

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Kommentar von Lolania
02.06.2016, 11:26

Vielen Dank für die hilfreiche Antwort! Wenn die Versicherung also beim ZfA nachfragen würde, dann dürfte die ZfA keine Auskünfte über meine Einnahmen weitergeben, oder? Du schriebst "Aktuelle Abrechnung dalassen" - dann muss der Kunde bei Dir in dem Antrag auf die Zulage das Einkommen angeben, oder? Danke schonmal!

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Hallo Lolania,

hier kann ich helfen :-)

Aufgrund des sinkenden Netto-Standardrentenniveaus ist eine private Altersvorsorge heute fast unumgänglich. Das immer mehr Rentnern immer weniger beitragszahlende Personen in der gesetzlichen Rentenversicherung gegenüber stehen, war eine der Hauptgründe für die Auferlegung der Riester-Rente. Die Beiträge, die in die Riester-Rente gezahlt werden, sollen gemeinsam mit den staatlichen Förderungen helfen, die Rentenlücke zu verkleinern bzw. zu schließen.

Damit du Anspruch auf die volle staatliche Förderung hast, musst du folgende Voraussetzungen erfüllen:

du bist pflichtversichert in der Deutschen Rentenversicherung Bund oder einer gleichgestellten Alterskasse (und hast damit die sogenannte unmittelbare Zulageberechtigung)du zahlst jährlich einen Einzahlungsbetrag von 4,0 Prozent deines Vorjahresbruttoeinkommens, maximal aber 2.100 Euro in die Riester-Rente einAuch wenn du selbst nicht zum unmittelbar zulageberechtigten Personenkreis gehörst, hast du über einen zulageberechtigten Ehepartner, der einen eigenen Riester-Vertrag bespart, Anspruch auf die vollen Riester-Zulagen

Bei der mittelbaren Zulageberechtigung ist die Voraussetzung für den Erhalt der vollen staatlichen Förderung dann, dass du mindestens einen Betrag von 60 Euro jährlich in deinen Riester-Vertrag einbezahlst.

Sind die Voraussetzungen erfüllt, hast du Anspruch auf die
Zulagen in folgender Höhe:

Grundzulage jährlich 154 Euro

Kinderzulage (bei Kindern vor 2008 geboren) jährlich 185 Euro

Kinderzulage (bei Kindern ab 2008 geboren) jährlich 300 Euro

Berufseinsteigerbonus (einmalige Zahlung, wenn das 25. Lebensjahr noch nicht abgeschlossen wurde) jährlich 200 Euro.

Die Beantragung der staatlichen Zulagen erfolgt über deine Versicherung. Damit diese deine Daten an die ZfA weiterleiten kann, musst du deinen Antrag auf Altersvorsorgezulage bei deiner Versicherung einreichen. Durch die Teilnahme am Dauerzulageverfahren kann die Beantragung deiner Zulagen in der Zukunft dann automatisch beantragen. Du musst dann nur noch Änderungen z.B. die Daten eines Kindes zur Beantragung von Kinderzulage an deine Versicherung übermitteln.

Bei Pflichtversicherten in der Deutschen Rentenversicherung und Beamten erfolgt die Übermittlung deiner Gehaltsdaten von der Deutschen Rentenversicherung bzw. der Bezügestelle direkt an die ZfA. Dabei ist die Angabe deiner Gehaltsdaten im Zulagenantrag für die Berechnung der vollen Zulagen nicht notwendig.

Bei Personengruppen wie z.B. Beziehern von Arbeitslosengeld I oder Arbeitslosengeld II, Pfegepersonen oder Pflichtversicherten in der landwirtschaftlichen Alterskasse kann die fehlende Angabe der Gehaltsdaten bzw. Bezügedaten zu Kürzungen oder sogar zum Wegfall der staatlichen Förderung führen. Die Versicherungen verschicken mit ihren Zulageanträgen meistens auch eine Erläuterung zum Ausfüllen. In dieser steht genau beschrieben, in welchen Fällen die Übermittlung deiner Gehaltsdaten an die ZfA von Vorteil für dich ist. Alle Informationen dazu findest du auch im Rentenreformgesetz.

Um deine Frage bezüglich der Übermittlung der Gehaltsdaten an deine Versicherung zu beantworten: Nein, die ZfA bzw. die Deutsche Rentenversicherung übermittelt dein Einkommen nicht an deine Versicherung.

Die ZfA übermittelt deiner Versicherung nur, in welcher Höhe die Zulagen gezahlt werden und ob du deine Zulagen in der vollen Höhe erhältst oder diese gekürzt ausgezahlt werden. Deine Versicherung darf die Gehaltsdaten, die du freiwillig machst auch nicht zur Erhöhung deines Versicherungsbeitrages verwenden. Damit du immer die vollen Förderungen ausschöpfst, empfehle ich dir deshalb, diese jährlich selbst nachzurechnen oder dich an deinen Versicherungsvertreter bzw. Makler vor Ort zu wenden.

Ich hoffe, meine Informationen helfen dir weiter.

Viele Grüße, 
Angie vom Allianz Hilft Team

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Kommentar von Lolania
02.06.2016, 19:45

Ganz herzlichen Dank für diese hilfreiche und kompetente Antwort! Das hat mir sehr weitergeholfen! Darf ich vielleicht noch zwei Nachfrage stellen? Und zwar hast du ja geschrieben, dass die ZfA bzw. die DRV meine Gehaltsdaten nicht an die Versicherung weiterleitet. Ich bekomme zurzeit volle EM-Rente - wird das vielleicht von der ZfA/der DRV an die Versicherung weitergegeben, dass mir EM-Rente ausgezahlt wird? Auf dem Antrag auf die Zulage gibt es für die EM-Rente ja auch ein Feld für die gezahlte Höhe und für den Zeitraum - beides muss ich doch nicht ausfüllen, weil der DRV diese Daten vorliegen, oder? Oder muss ich mindestens den Zeitraum einer gezahlten EM-Rente angeben? Vielen vielen Dank schonmal :)!!!

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HAllo,

du teilst der ZAST nur das mit, was die DRV und das Finanzamt ohnehin schon weiß:

Dein Bruttoeinkommen, deine Beitragshöhe und  Renten- versicherungsrechtliches Einkommen.

Wenn Kinder da sind, Anzahl der Kinder mit Angaben über die Kindergeldnummer.

Von allen die Steuer ID (da schliesst sich der Kreis, das FA kennt bereits alle Daten)

Das ist notwendig, um zu prüfen, ob du die volle Förderung oder nur anteilmäßige Förderung auf deine Beiträge bekommst.

Beste Grüße

Dickie59

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Kommentar von Lolania
02.06.2016, 11:11

Vielen Dank für die Antwort! Weißt du zufällig auch, ob die Versicherung dann auch meine Daten über Einkommen etc. von der ZfA erhält? Ich möchte diese Angaben nämlich eigentlich nicht an die Versicherung durchgeben. Danke schonmal!

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Hierzu muss man dann ja beim Versicherungsanbieter jährlich einen Antrag auf Altersvorsorgezulage stellen und die Versicherung übermittelt
diesen Antrag dann mit den Vertragsdaten an die ZfA (Zentrale
Zulagenstelle für Altersvermögen).

Hierfür gibt es doch einen Zulagen-Dauerantrag, dann mußt du nicht jedes Jahr selbst dran denken...

So wie ich es jetzt verstanden habe, sind diese beiden Angaben aber
vollkommen freiweilig im Antrag, den man bei der Versicherung abgibt -
stimmt das so?

Die Einkommensangaben werden benötigt zur Prüfung, ob du Anspruch auf die volle Zulagen hast (Beitrag von  z.B. 4% von deinem Vorjahresbrutto).

Gruß siola55

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