Frage von SiemensA1416, 98

Riester Rente - Frage zum regelmäßigen Beitrag?

Hallo Leute! Ich bin männlich 25 Jahre alt und habe seit einigen Jahren einen Riester Vertrag. Ich zahle 25€ pro Monat ein. Das ist aber längst nicht das, was ich einzahlen müsste, um die volle Zulage zu bekommen. Meine eigentliche Frage ist aber: KÖNNTE ich in diesen Riester Vertrag bis zu meinem Renteneintritt weiterhin 25€ pro Monat einbezahlen oder gibt es da irgendeine Einzahlungssumme, die erreicht werden muss? Also dass ich dann vielleicht in 20 Jahren auf einmal sehr viel einbezahlen müsste o.ä.? Meine zweite Überlegung: Ich habe ab Oktober einen neuen AG bei dem ich betriebliche Altersvorsorge bekomme. Macht es Sinn, während dieser Zeit meinen Riester Vertrag ruhen zu lassen und falls ich dort weggehe, ihn wieder aktiv zu schalten? Danke schonmal!

Antwort
von RudiRatlos67, 36

Ich gehe davon aus, dass Du kinderlos bist?

In  dem Fall, mein Rat:
die Zahlung in den Rietstervertrag sofort stoppen um den Vertrag beitragsfrei fortzuführen....
wenn Du monatlich 25.-- € in Riester investierst würdest Du bei einem Jahreseinkommen von 11.350 EUR die volle Zulage bekommen. Da du aber bereits weist, das Du ohnehin viel mehr zahlen müsstest um die volle Zulage von 154,-- € zu bekommen lohnt sich Riester in deinem Fall zur Zeit überhaupt nicht.
Auf Grund der Immens hohen Verwaltungskosten lohnt Riester als Faustformel nur wenn die Zulagen mindestens so hoch sind wie die Eigenbeiträge.
Das bedeutet volle Zulage erreichen bei einem monatlichen Eigenbeitrag von:

ohne Kinder: bis Jahreseinkommen 7.700 / mtl. Riester Eigenbeitrag 12,83 €
1 Kind nach 2008: Jahreseinkommen max 22.700 Eigenbeitrag 37,84 €
2 Kinder nach 2008 geboren: Jahreseinkommen max 37.700 € Eigenbeitrag 62,84 €
usw....

Sollte mit den angegeben Eigenbeiträgen die volle Förderung nicht erreicht werden können, dann sollte eine betriebliche Altersvorosrge oder eine Rüruprente gewählt werden, in jedem fall ist dann eine eingehende Situationsanalyse durch einen ehrlichen kompetenten Fachmann unumgänglich. Der Riester Vertrag sollte in der Zeit auf jeden fall ruhend gestellt werden um ihn zu einem späteren Zeitpunkt, wenn sich die Familiäre- / Einkommenssituation entsprechend geändert hat, weiter bespart werden zu können.

Zum Vergleich: Als alleinstehdender hast du bei 50€ Monatsbeitrag (600 Jahresbeitrag) einen zu zahlenden Eigenanteil bei einer bAV von gut 25 € die darüber hinaus evtl, aus vermögenswirksamen Leistungen teil- oder sogar vollfinanziert werden kann. Du würdest also bei gleichem finanziellen Aufwand von ca. 25 €, statt höchstens 154 Euro Riesterzulagen, ca 300 € beitragsvorteil in einer bAV haben.


Kommentar von SiemensA1416 ,

Ja, ich bin kinderlos. Ich muss aber erst noch in Erfahrung bringen, ob ich meinen Vertrag überhaupt ruhend stellen kann. Oder ob es eine bestimmte Mindest-Einsparsumme gibt (auf die komplette Laufzeit gesehen)

Kommentar von RudiRatlos67 ,


Ich muss aber erst noch in Erfahrung bringen, ob ich meinen Vertrag
überhaupt ruhend stellen kann. 

das ist in der gesetzlichen Grundlage zu Riester bereits verankert und bei jedem Anbieter möglich. Ausschließlich die Kapital und Zulagenübertragung darf kostenpflichtig bis ich glaube 150 sein, die in dem Fall aus dem Guthaben und den Zulagen bestritten werden dürfen.
Zulagenschädlich ist nur eine Altersvorsorge / Wohneigentumschädlliche Verwendung.

Kommentar von Dickie59 ,

Hinsichtlich "immensen Kosten" IW Report 23/2016 beachten "Die Förderkulisse der privaten Altervorsorge" vom Institut der deutschen Wirtschaft. Makler können die Kosten vergleichen.

Antwort
von kevin1905, 41

Mit 25,- € Monatsbeitrag und eine bruchstückigen Zulage baut man keine Altersvorsorge auf.

Nur weil eine bAV angeboten wird, muss sie nicht zwingend sinnvoll sein für dich persönlich.

Jeder dir hier eine konkrete Beratung ausspricht ohne die Verträge im Detail zu kennen handelt fahrlässig.

Hat man dich schonmal ganzheitlich beraten mit Bedarfsanalyse und Schichtenvergleich.

Antwort
von Dickie59, 16

Hallo,

grundsätzlich macht es Sinn, einen Makler zu finden, der mit Dir zusammen überhaupt ergründet was Sinn macht, und der dich dann ershreckt, wie deine gesetzliche Rente später aussehen kann. Dann wird er dir die möglichen Offerten aufzeigen, von privater, betrieblicher Riester, Basisrente, Aktien, Immobilien...dann wirst du erkennen, welcher Weg für dich Sinn macht.

Beste Grüße

Dickie59

Antwort
von Muhtant, 35

Also mal zur Aufklärung für dich:

Riester ist ein gutes System, nur verstehen es die meisten Leute nicht, weil der Staat zu wenig Aufklärung betreibt.

Um Förderung zu erhalten musst du von deinem Jahresbrutto 4% p.a. einzahlen. Dann erhältst du zusätzlich einmalig pro Jahr vom Staat 154 EUR. Wenn du Kinder hast erhältst du pro Kind 300 EUR zusätzlich (185 EUR pro Kind die vor 2008 geboren wurden).

Des Weiteren, wirkt die Riester-Rente steuerbegünstigend.

Ich zahle z.B. jeden Monat den Höchstsatz von 162,17 EUR ein.
Steuerrückzahlungsbetrag beträgt alleine durch die Riester-Rente min. 800 EUR. Wo ich mal arbeitlos war (ein halbes Jahr lang und dennoch weitergezahlt habe), habe ich sogar mit allem drum und dran (Fahrtkosten etc.) von der Steuer 2000 EUR wiederbekommen, da ich in eine andere Steuersatzklasse gerutscht bin.

Du musst dir aber eines bewusst machen. Löst du deinen Vertrag auf, dann musst du alle Förderungen zurückzahlen und auch mit der Rückzahlung der Steuerbegünstigung rechnen.

Heißt: Wenn du 30.000 p.a. verdienst. solltest du mtl. 100 EUR einzahlen.
Wenn du jetzt noch zwei Kinder hast, erhältst du zusätzlich bis zu 754 EUR auf dein Rentenkonto. Je nach Progression kannst du halt später viel mit dem zusätzlichen Geld anfangen.

Die Riester-Rente ist also kein Witz (wie hier einige schreiben), wenn man das versteht und richtig nutzt.

Kommentar von kevin1905 ,

Wichtig ist aber auch die steuerliche Handhabung in der Leistungsphase zu kennen.

Stichwort: Nachgelagerte Besteuerung.

Kommentar von Muhtant ,

Selbstverständlich...so wie die normale Rente, wird natürlich auch die Riester-Rente ab Auszahlungsdatum besteuert. Aber im Endeffekt ist das System und die Idee dennoch gut.

Antwort
von DustFireSky, 52

Riester ist gerade für Leute die wenig einzahlen nachezu sinnlos. Eigentlich wurde die Riesterrente gerade für die Personengruppe geschaffen, die wenig verdienen oder einzahlen können, um trotzdem im Alter etwas zu bekommen. Allerdings ist genau das nicht der Fall. Riester ist tot.

Schaue Dir mal ein paar gute Riester Videos an, dann wirst du erkennen, das Riester der falsche Weg für dich ist.

Kommentar von SiemensA1416 ,

Was sollte man aber sonst machen?

Kommentar von kevin1905 ,

Und welche Alternative schlägst du vor?

Weißt du die Beweggründe des Fragestellers, warum er einen ausgerechnet einen Riestervertrag bespart.

Übernimmst du die Haftung mit deinem Privatvermögen für das, was du hier schreibst?

Kommentar von Fielkeinnameein ,
Weißt du die Beweggründe des Fragestellers, warum er einen ausgerechnet einen Riestervertrag bespart.

Weil er bereits sagte das er jung und dumm war.

Ein Umlagefinaziertes Rentensystem ist das einzige was funktioniert. Nur wurde dieses ja durch Rot Grün "zerstört".

Nicht umsonst war das Fazit der DIW bezüglich Riesterrente vernichtend.

Kommentar von kevin1905 ,

Ein Umlagefinaziertes Rentensystem ist das einzige was funktioniert. Nur wurde dieses ja durch Rot Grün "zerstört".

Ein umlagefinanziertes System ist jedoch immer enger mit der Demographie-Thematik verknüpft als ein anlagefinanziertes.

Einer Anhebung des Rentenbeitrags auf über 20% kann man nur mit Ablehnung begegnen.

Ferner gilt Eigenverantwortung vor Kollektivverantwortung.

Kommentar von Fielkeinnameein ,

Demographie ist für die Rente überhaupt nicht so ausschlaggebend wie du hier behauptest. Viel wichtiger ist die Produktivität und die steigt Jahr für Jahr. 

Dieses Demographiemärchen ist doch schon sowas von ausgelutscht. 

Verrate mir doch mal wie ein System mit 2% Verwaltungskosten besser sein kann als eines mit 20% Verwaltungskosten (Riester) .. mal davon abgesehen werden von einem umlagefinanzierten Rentensystem keine Boni für Vorstände und Dividende für Aktionäre bezahlt. 

Die Wirtschaftsleistung die man für Renten ausgibt ist in den letzten Jahren um 10% gesunken und wo ist das Geld? Na drei mal darfst du raten. Ein Tipp, es ist nicht bei der jungen Bevölkerung.

Kommentar von DustFireSky ,

Wenn du mein geschriebenes in Frage stellst, dass dein gutes Recht ist, dann sollte man dies erst machen, wenn man sich über das Thema informiert hat.

Wenn du der Meinung bist, das Riester top ist, dann ist das halt so, diese muss ich aber nicht teilen ;)

Eine Alternative kann ich ihm nicht nennen, denn ich kenne nicht alle Möglichkeiten, die man angehen könnte. Er muss sich selbst informieren, was für ihn das beste ist.

Und zu dem letzten Satz kann ich nur sagen: "Werde erwachsen".

Kommentar von kevin1905 ,

dann sollte man dies erst machen, wenn man sich über das Thema informiert hat.

Ich bearbeite das Thema beruflich seit etwa 12 Jahren, aber nun gut.

Wenn du der Meinung bist, das Riester top ist, dann ist das halt so, diese muss ich aber nicht teilen ;)

Riester ist per se weder gut noch schlecht.

Es kommt immer auf den Einzelfall an. Von Faust aufs Auge bis vorsätzliche Falschberatung habe ich schon alles gesehen.

Eine Alternative kann ich ihm nicht nennen

Dann ist deine Kritik auch nicht konstruktiv lösungsortientiert und daher wenig brauchbar.

Er muss sich selbst informieren, was für ihn das beste ist.

Das ist der zentrale Inhalt meines eigenen Beitrags.

Und zu dem letzten Satz kann ich nur sagen: "Werde erwachsen".

Ich für meinen Teil hafte für Aussagen die ich treffe und meine Beratungen. Auf Laienmeinungen reagiere ich aber meist allergisch, u.a. weil dieses Element fehlt.

Wer die fachliche Qualifikation zu einem Thema nicht hat, sollte keine Aussagen dazu treffen.

Kommentar von DustFireSky ,

Du sagst doch selber in deinem oberen Posting, das 25 Euro zu wenig sind... Muss ich das jetzt verstehen XD

Kommentar von Dickie59 ,

Schade, dass man diese Falschinformation nicht anzeigen kann.

Was Sinn macht, erkennt man nur in einer aufwendigen Beratung, ob dann Riester bei ist??? wird man sehen.

Schade, das die Institute oder auch Studentengruppen keine umfangreichen Videos Ihrer kritischen und positiven Forschungsergebnisse ins Netz stellen.

Schade, das der Gesetzgeber keine Kostenvorgaben macht, dann würde einige kostenträchtige Versicherer, wo immer noch die meisten Verbraucher kaufen, nichts mehr an den Mann oder Frau bringen

Schade, das die anderen Menschen, den Mitarbeitern in den Verwaltungen für die jährlich umfangreiche Pflege eines Riestervertrages keinen Lohn (Kosten des Vertrages) gönnen

Beste Grüße

Dickie59

der wie Kevin für Produktauswahl als Makler mehr haftet als andere Vermittler

Antwort
von SiemensA1416, 5

Also ich war jetzt nochmal bei meiner Bank: Ich habe nicht den Riester Classic, der nach dem Zins geht, sodnern den Riester fondsgebunden. Meine Beraterin meinte das ist viel besser als der classic. ich bezahle nun also weiterhin 25€ im Monat ein. Macht das Sinn?

Antwort
von Zadroscha, 54

Mal abgesehen davon, dass die Riester Rente eh voll der Witz ist, solltest du die Antwort in deinem Vertrag finden..

Kommentar von SiemensA1416 ,

warum voll der Witz?

Kommentar von Fielkeinnameein ,

Hast du schon mal ausgerechnet wie alt du werden müsstest um wenigstens das Geld raus zu bekommen was du eingezahlt hast? Oder wie alt du werden müsstest wenn du das eingezahlte Geld mit Beachtung der Inflation heraus bekommen willst? Oder sogar mit etwas Gewinn? Solltest du mal tun. Dann wirst du sehen warum Riesterrenten einfach ein Witz sind.

Gerade wenn man wenig verdient ist die Riesterrente sinnlos da die Riesterrente später als Einkommen zählt. 

Kommentar von kevin1905 ,

Gerade wenn man wenig verdient ist die Riesterrente sinnlos da die Riesterrente später als Einkommen zählt. 

Das tut die gesetzliche genau so, oder die private, oder die betriebliche, oder die kleine Wohnung, die man vielleicht vermietet.

Kommentar von Fielkeinnameein ,

Es geht darum das wenn man wenig Geld verdient man auch später eine Rente bekommt, die vom Staat aufgestockt werden muss und dort zählt Riester dann als Einkommen. Deswegen sind Riesterrenten für Leute mit niedrigem Einkommen sinnlos.

Kommentar von kevin1905 ,

Wenn der Mensch 50+ ist und noch nie irgendeine Art der Vorsorge betrieben hat stimme ich dir zu, dann ist Riester sinnlos, wenn auch mit Riester der Sozialhilfesatz inkl. KdU nicht überschritten wird.

Diese Argumentation gilt dann aber analog auch für jede andere Vorsorgeform! Nicht "Riester" wird angerechnet, weil es Riester ist, sondern Einkommen wird angerechnet, weil es Einkommen ist und die Bedürftigkeit reduziert. Das gilt im SGB II genau wie in XII.

Der Fragesteller ist allerdings mit Sicherheit noch jünger, so dass er vom Zinseszinseffekt (Compounding Interest) aufrgund der Laufzeit viel stärker profitieren würde, als ein Mensch älteren Baujahrs.

Das Problem liegt woanders.

  1. Sind 25,- € wirklich ein recht mickriger Beitrag. Das ist für einen Azubi angemessen, für jemand ausgelernten, der Vollzeit arbeitet mit Sicherheit zu wenig.
  2. Ist der Fragesteller glaube ich nie ganzheitlich beraten worden und hat daher nicht den leisesten Schimmer wie hoch seine Versorgungslücke inkl. Inflation überhaupt näherungsweise sein könnte.
  3. Würde mich nicht wundern wenn er überhaupt keine Ziele definiert hätte, ggf. überhaupt mal groß drüber nachgedacht.
Kommentar von Fielkeinnameein ,
Nicht "Riester" wird angerechnet, weil es Riester ist, sondern Einkommen wird angerechnet

Das ist doch der Punkt. Es ist doch ein Witz das wenn jmd 40 Jahre gearbeitet hat, er dennoch aufstocken muss und wenn dieser dann auch noch von seinem wenigen Geld privat vorgesorgt hat, wird das auch noch angerechnet? Ich lach mich schlapp.

Das Rentensystem wurde von Rot Grün vorsätzlich "zerstört". Schau einfach mal nach Österreich. So sollten wir es hier auch machen denn das ist ein Rentensystem das auch Sinn macht.

Kommentar von RudiRatlos67 ,

vollkommen unqualifizierte Antwort

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