Frage von AyumiTakanashi, 84

Richtigkeit dieser Aussagen erklären (Rechnungswesen, USt)?

Moin,

ich wäre euch sehr verbunden, wenn ihr mir bei der Erklärung dieser beiden Aussagen helfen könntet:

  1. Die Umsatzsteuer zahlt letztendlich der Endverbraucher.
  2. Die Umsatzsteuer ist für ein Unternehmen ein ,,durchlaufender Posten" und deshalb neutral zum Erfolg.

Danke euch im Voraus!

Antwort
von Bauigelxxl, 62

Hi

Die Umsatzsteuer muss der Käufer zahlen!

Wenn der Verkäufer 100 Euro für sein Produkt haben möchte, muss er die Umsatzsteuer vom Käufer einnehmen. Also er verlangt 119 Euro.

Der Käufer merkt das nur nicht so;)

Dann nimmt der Verkäufer die 19 Euro und leitet sie an das Finanzamt weiter.

In seiner Bilanz kommen sie also gar nicht vor.

LG

Kommentar von Dirk-D. Hansmann ,

In der Bilanz kommt sie natürlich als Verbindlichkeit gegenüber dem Finanzamt vor. Denn die Umsatzsteuer November wird mit Dauerfristverlängerung erst am 10. Januar des folgenden Jahres fällig.

Die Dezember-Umsatzsteuer ist eigentlich am 10. Januar fällig und mit Dauerfristverlängerung eben am 10. Februar des folgenden Jahres.

Diese Beträge müssen also in der Bilanz erscheinen. Es sei denn, dass Du die Umsatzsteuervoranmeldungen und die Überweisung am 31.12. schaffst. Das ist aber sehr ungewöhnlich.

Antwort
von Dirk-D. Hansmann, 18

Wie willst Du was lernen, wenn wir Deine Hausaufgaben machen?

Verständnisfragen stellen. Erläutern wie Deine Gedanken sind, dann erkennen wir, was bei Dir schon richtig ist und können Dir den richtigen Weg entsprechend erläutern.

Trotzdem:

Zu 1. Diese Aussage ist im Grundsatz richtig. Grundsatz bedeutet, dass wir Ausnahmen kennen. Ausnahmen sind Kleinunternehmer oder Unternehmer, die keinen Vorsteuerabzug geltend machen können.

Der Unternehmer nimmt bei jedem Verkauf die Umsatzsteuer für die Lieferung oder sonstige Leistung entgegen. Er leitet sie nur an das Finanzamt weiter.

Diese Schuld gilt als soweit beglichen, wie er nicht bereits an andere Unternehmer ebenfalls Rechnungen mit Umsatzsteuer bezahlt hat. Das ist die Auswirkung es Vorsteuerabzugs. Er selber ist also mit der Umsatzsteuer nicht belastet.

Nur der Käufer, der keinen Vorsteuerabzug hat und das ist in aller Regel eine Privatperson, hat keine Möglichkeit des Vorsteuerabzug. Daher ist er allein mit der Umsatzsteuer belastet.

- Wetten: In der Schule bekommt Ihr nicht so eine genaue Erklärung?

Zu 2. Durchlaufende Posten sind Umsätze für andere Unternehmer. Also jemand bezahlt eine Rechnung für einen anderen. Da passiert ja mit dem Vermögen des zahlenden Unternehmens auch nichts. Keine Kosten, keine Wirtschaftsgüter - außer eben die Forderung gegenüber der anderen Person. 'Ich will das verauslagte Geld zurück'.

Ein Abzug als Aufwand/Kosten ist nicht erlaubt. Weil eben das Unternehmen nicht durch einen durchlaufenden Posten belastet ist. Hier schließt sich dann der Kreis zu Nr. 1.

Das weiter zu leitende Geld, dass hat das Unternehmen vom Kunden erhalten (Ist-Versteuerung oder bei der Soll-Versteuerung erhält das Unternehmen mit der Rechnungsbezahlung).

Jetzt kann man aber nicht hergehen und dieses so einfach auf andere Vorgänge übertragen. Du kaufst ein Auto. Im Preis enthalten ist die Umsatzsteuer.

Die ist natürlich abzuführen an das Finanzamt durch das Unternehmen, bei dem Du gekauft hast.

In dem Preis enthalten ist aber z.B. auch das Material für das Fahrzeug. Jetzt kann man nicht sagen, dass Du ja auch das Material in Form eines Autos bekommen hast und dem Unternehmer noch die Lohnkosten ersetzt.

Der Wareneinsatz und alle anderen Aufwendungen beziehen sich auf Dein Auto. Das herzustellen ist der Unternehmenszweck eines Autoherstellers. Weil er dieses in eigener Verantwortung tut, ist er selber auch zur Bezahlung seiner Rechnungen verpflichtet und macht das nicht für Dich.

Auch wenn er das Auto nicht verkauft: Alles was nötig war für die Herstellung muss trotzdem bezahlt werden. Ob mir Gewinn oder Verlust spielt ebenfalls keine Rolle.

Der Hersteller hat auf Bestellung oder einfach so das Auto produziert. Es ist seine Entscheidung ob er es für eigenbetriebliche Zwecke verwendet, verschenkt, privat nutzt oder verkauft.

Die Umsatzversteuerung findet nur statt, wenn die Ware das betriebliche Umfeld verlässt. Also entweder Privatentnahme oder Verkauf.

Er kann es aber auch zur privaten Nutzung nehmen. Dann muss er für diese Leistung eben Umsatzsteuer abführen.

Hoffe die Zusammenhänge sind so klar geworden. Im Notfall - Fragen!

Antwort
von oskarpelleemil, 21

zu 1) ja die umst zahlt der kkäufer einer sache dienstleistung etc.

zu 2) um das verständlich zu beantworten, musst du der gleichen steuer unterschiedliche namen geben.  Ein unternehmer zahlt wenn er etwas kauft VORSTEUER,

wenn er etwas verkauft nimmt er (sozusagen im auftrag des staates) mehrwertsteuer ein.

Am ende eines monats werden mehrwertsteuer (eingenommene steuer) gegen vorsteuer (ausgegebne steuer) verrechnet. Beispiel: ich verkaufe etwas im wert von 1000 + 19% mwst. = 1.190 euro

Ich kaufe etwas für 150 + 19% vorsteuer. = 178,50 Euro

jetz werden von der eingenommen steuer 190 Euro die vorsteuer abgezogen (hier 78,50 E). Du musst also 111,50 Euro an das finanzamt abführen. 

wenn du mit erfolg den erzielten gewinn meintest, hast du recht. die mwst. trägt nicht massgeblich zum gewinn bei.

Antwort
von NickgF, 13

Welche Art von Hilfe erwartest du ?

2 x "Ja, stimmt", was willst du sonst noch genau erklärt haben?

Kommentar von AyumiTakanashi ,

Warum "zahlt letztendlich der Endverbraucher die Umsatzsteuer"?
Warum "ist die Umsatzsteuer ein durchlaufender Posten und steht deshalb neutral zum Erfolg"?

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