Frage von kvNNN, 46

Richtiges lüften und heizen (...)?

Hallo,

Wie lüftet man im Herbst/Winter richtig? Sind heute morgen aufgestanden und im Schlafzimmer war zum ersten mal das Fenster komplett nass. Also das ganze Fenster war nass. Haben das Fenster dann trocken gerieben. Wohnen jetzt seit ca. 1 1/2 Monat hier und hatten das Problem seither noch nicht, in keinem Raum. Wir stoßlüften jeden Tag mindestens 1x für ca. 10-15 Minuten mit allen Fenster der Wohnung und Nachmittags schmeißen wir die Heizung in Wohnzimmer & Schlafzimmer an, sonst nirgens. Machen die Heizkörper bei Abwesendheit aus und vorm schlafen gehen auch. Glaube wir machen sicherlich was falsch. Trocknen tuen wir keine Wäsche in der Wohnung, dafür gibts einen Trockenraum im Keller. Dazu sei noch gesagt unser Bad hat kein Fenster. Nach dem duschen öffnen wir alle Türen der Wohnung und öffnen 2 Fenster bis der Dunst aus dem Bad weg ist. Beim kochen haben wir das Fenster in der Küche immer komplett auf.

Hoffe auf Hilfe, habe keine Lust auf eine baldige Schimmelbildung. Lieber jetzt reagieren und alles richtig machen.

Antwort
von Onki73, 36

Überschußfeuchte kondensiert bei 100% rel. Feuchte an kalter Oberfläche aus der Luft aus. Daher ist Kondensat am Fenster ein deutliches Zeichen von zu geringem Dämmwert des Fensters und dadurch einer zu niedrigen Oberflächentemperatur am Fenster und/oder zu hoher Raumluftfeuchte.

Die Raumluftfeuchte sollte durch mind. zweimaliges Stoßlüften (1x nach dem Aufstehen, 1x Abends) am Tag gesenkt werden, wobei 5 min vollständig geöffnetes Fenster im Winter reichen, da sonst der Raum zu sehr auskühlt. Ggf. bei hoher Raumluftfeuchte lieber öfter lüften. Die Raumluftfeuchte sollte mittels Hygrometer kontrolliert werden. Werte über 60% sind zu vermeiden, dann lüften, so oft es nur geht (alle 2-4 Stunden). Luftfeuchtewerte unter 50% sind anzustreben. Nach dem Kochen/Duschen - oder besser schon dabei - lüften.

Schimmel entsteht an einer Wandoberfläche, wenn an dieser dauerhaft Luftfeuchtewerte über 70% anliegen. Da sich Raumluft an kalten Wandoberflächen auskühlt, wobei die rel. Luftfeuchte ansteigt (!!!), kann es auch bei allgemeinen 40% rel. Luftfeuchte im Raum, Schimmel an der Wand geben, wenn die Oberfläche kalt genug ist. Daher die Möbilierung an der Außenwand so einrichten, dass die Warmluft der Heizung die Wandoberfläche gut erreichen kann. Möglichst keine großen Möbelstücke dicht vor die Außenwand stellen.

Ein weit verbreiteter Fehler ist es, die Heizung intervallartig zu betreiben (Nachtabsenkung/Tagabsenkung, etc.). Das spart keine Heizkosten, es steigert die Heizkosten und verursacht Schimmel. Nach dem Abschalten der Heizung verliert die Außenwand weiter eingespeicherte Wärme, da die Wärmeabgabe an der Fassade an die Umwelt nicht aufhört.

Die massive Wand hat so viel Wärme eingespeichert, dass sie erst nach zwei bis fünf Tagen ausgekühlt ist, denn so lange dauerte es früher, bis man ein Ziegelhaus mit dem Ofen nach dem Winterurlaub wieder warm bekommen hat.

Wird nun nach wenigen Stunden die Heizung wieder zugeschaltet, so ist die innere Wandoberfläche bereits etwas abgekühlt, die Heizung führt jedoch die in der Außenwand fehlender Wärmemenge der Wand wieder zu - durch längeres heizen des Heizkörpers. Der Heizkörper erzeugt schnell viel Warmluft. Die Folge ist ein sehr großes Temperaturgefälle zwischen der Raumluft und der Wandoberfläche, was dafür sorgt, dass die rel. Luftfeuchte der Raumluft vor der kühleren Wandoberfläche durch Luftauskühlung stark ansteigt und damit die Wand befeuchtet wird. Feuchte Baustoffe leiten die Wärme deutlich besser, der Dämmwert der Wand sinkt stark ab, die Heizkosten steigen. Um eine Auskühlen der Außenwände mit der Folge der kalten inneren Wandoberfläche zu vermeiden, ist gleichmäßig durch zu heizen, ggf. auf geringem Niveau (19-21°C).

Werden Raume unterschiedlich stark beheizt, so sind die Türen zwischen diesen Räumen stehts geschlossen zu halten. Dadurch wird verhindert, dass die warme Luft des gut beheizten Raumes in den kühleren Raum einströmt. Hier würde die Warmluft nämlich an der kalten Außenwandoberfläche wiederum für erhöhte Luftfeuchtewerte sorgen. Ab dauerhaften 70% rel. Luftfeuchte gibt es Schimmel. Also kein Mitheizen eines Raumes über die Luft es anderen Raumes. Besser in beiden Räumen die Heizung auf geringem aber stetigem Niveau laufen lassen.

Antwort
von herja, 42

Hi,


zur Kondensation von Feuchtigkeit kann es immer kommen, wenn die Raumtemperaturen unter 14 bis 16°C sinken, daher sollte die Temperatur im Schlafzimmer bei 18°C liegen.

Weite Infos findest du hier: https://www.verbraucherzentrale-energieberatung.de/downloads/VZE\_Broschuere\_He...


Antwort
von realistir, 29

Lass mich mal spaßig, witzig an die Sache gehen ;-)

Deine Frage ist so ähnlich als würde sie lauten wie soll man vernünftig mit Geld umgehen.

kannst du vernünftig lüften, wenn du nichtmal die Werte kennst und vor allem die Zusammenhänge nicht?

Die Luft kann je nach Temperatur eine gewisse Menge Feuchtigkeit aufnehmen. Je wärmer die Luft ist, um so mehr Feuchtigkeit kann sie sinngemäß speichern.

Das Stichwort dazu ist relative Luftfeuchtigkeit. Das zweite Stichwort nennt sich Taupunkt. Das ist die Temperatur bei der die gespeicherte Feuchtigkeit kondensiert, also zu Wasser wird.

Lass also vorerst mal diesen doofen Punkt sinnvoll lüften außen vor, bis du, ihr die Zusammenhänge besser kapiert. Wie bereits jemand beschrieben hat, entsteht diese sichtbare Feuchte immer an den Stellen an denen eine Temperatur von rund 14 Grad vorliegen.

Wenn man nun dafür sorgen würde, dass es dort immer wärmer wäre als 14 Grad, müsste man sich über vernünftiges lüften keine Gedanken machen.
Zumal du, ihr die Luftfeuchte in der Außenluft nicht nach belieben beeinflussen könnt. ;-) Ebenso würde es kaum Sinn machen, nur alle drei Tage mal zu lüften, weil dann gerade die Luftfeuchte der Außenluft idealer wäre.

Na, merkt ihr so langsam was?
Konzentriert euch auf die wesentlicheren Dinge, versucht dort vernünftige Kompromisse zu machen. Temperaturen an den Stellen an denen es bisher feucht wurde so anzupassen, dass es dort nicht mehr feucht werden kann.

Übrigens wird oft so ein Unsinn bezüglich lüften empfohlen. Z.B. empfehlen einige feuchte Keller ausgerechnet im Sommer durch dauerkippfenster zu trocknen. Kaum jemand untersucht, ob das eine gute Empfehlung ist und was die Gründe für Feuchtigkeiten sind!

Wieso können Häuser im Wasser stehen, nicht nur in Venedig, ohne dass der Keller deswegen überschwemmt oder zu feucht ist? Könnte man dort auch lüften, durch Kellerfenster? ;-)

Antwort
von WosIsLos, 46

Heizung anlassen.

Stoßlüften morgens 5 - 10 Minuten, je kälter dest kürzer.

Kommentar von kvNNN ,

Bei Abwesendheit runter drehen oder auch auf 3 stehen lassen?

Jedes Zimmer Heizung an oder reicht Wohn und Schlafzimmer mit geschlossener Tür?

Kommentar von WosIsLos ,

Stell die Temperatur in jedem Raum so ein, wie es dir angenehm ist und dreh nur beim Stoßlüften kurz aus, dann wieder an.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community