Frage von scotch01, 19

Richtiger Bohrlochdurchmesser zum Gewindeschneiden?

Hi alle zusammen,

hätte hier eine (etwas theoretische Frage) zum Gewindeschneiden. Also dass der Kernlochdurchmesser beim Vorbohren kleiner sein soll, als der Gewindedurchmesser, ist klar (sonst wäre da ja nichts mehr, was der Gewindebohrer abschneiden kann). Aber ich habe gesagt bekommen, dass man bei der Wahl des Kernlochdurchmessers noch zwischen weichen und harten Materialien unterscheiden soll. Ein weiches Metall soll vor dem Gewindeschneiden ein kleineres Kernloch erhalten, als ein hartes. Wieso ist das so?

Hoffe hier sind ein paar Industriemechaniker oder sonstige Fachleute die mir weiterhelfen können :)

Antwort
von Cynob, 9

Ganz einfach: bei harten Werkstoffen ist der Schneiddruck höher und somit die Standzeit weitaus geringer. Wenn das Kernloch bei harten Werkstoffen genau nach DIN gebohrt ist werden die Hohlräume der Schneiden des Gewindebohrers voll gefüllt und der Druck erhöht sich soweit das dir der Gewindebohrer abreißt.

Gruß Cynob

Antwort
von alibertgregeor, 6

Bei kleinen gewinden handelt es sich dabei nur um hundertstel und zehntel die kleiner gebohrt werden, sollen oder können. Im allgemeinen bohrt mann den angegebenen kerndurchmesser. zb. m5 Bohrung 4.2mm m6 Bohrung 5mm etc. in meiner Lehrzeit wo ich in viele Metalle Gewinde drehte wurde darauf nicht acht genommen. du kannst das teil ja heiss machen und dann das Gewinde reindrehen, dann zieht es sich beim abkühlen zusammen.

Antwort
von MancheAntwort, 17

bei "metrischen" Gewinden beträgt die Kernbohrung den Nennwert

des Gewindes minus der Steigung.....

z.B. : M8 = 6,8 ( weil die Steigung 1,25mm beträgt )

aber.... mit Maschinengewindebohrern bohrt man die Kernbohrung etwas

größer..... ( 7mm )

Klar, es gibt Unterschiede zwischen 9S20K, S235 und S355,

aber bei etwas größerer Kernbohrung ist das unproblematisch!

Antwort
von Peppie85, 18

wenn der kernlochduchmesser kleiner ist, als das eigendliche kernloch beim gewindescheneiden, dann drückt das werkzeug in den kehlen zwischen den gewindegängen das werkstück minimal auf. das sorgt für ein schlüssigeres gewinde, geht aber nur bei "weichen" Werkstoffen... bei harten werkstoffen besteht die gefahr dass das werkzeug klemmt und bricht...

lg, Anna

Kommentar von alibertgregeor ,

sorry das loch zieht sich nicht zusammen es wird grösser.also vergiss den letzten satz

Antwort
von RexImperSenatus, 3

Weil Du sonst zuviel Kraft aufwenden musst, bzw. dein Schneid/ Bohr Werkzeug stärker beansprucht wird, als wenn der Durchmesser besser angepasst ist - besonders bei gehärteten Materialien

Antwort
von Skinman, 3

Kernloch eh lieber zu groß als zu klein wählen (wir reden jetzt vom Zehntel-Millimeter-Bereich). Man erwartet gemeinhin von Gewinden nicht, dass die besonders gut zentriert sind, und mit einem 0,1mm zu großem Kernloch (oder so) kann es seine grundsätzliche Aufgabe locker noch erfüllen.

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