Frage von LilliD98, 51

Richtige Therapeutin oder nicht?

Hey

Also ich heiße Lilli und bin 17Jahre alt. Mir ist gerade ein Gedankenblitz durch den Kopf geschoßen...dabei entstand die Frage. Wie man aus meinen anderen Fragen auch erkennen kann, habe ich einige psychischen Probleme. Ich habe Anfang 2015 eine ambulante Therapie angefangen. Nur eine Therapeutin in meiner Nähe hat sich zurückgemeldet und mit ihr habe ich mich auch zum Glück gleich gut verstanden, ihr vertraut. Mir ging es schnell besser. Doch genauso schnell wie es mir besser ging, ging es mir letzten Sommer/Herbst wieder schlechter. Ich konnte mit meiner Therapeutin nicht mehr so gut reden. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie mich nicht richtig versteht...und nicht richtig an mich rankommt. Aber naja, ich will es nicht auf sie schieben, dass es mir schlechter ging, das lag natürlich an mir selbst. Auf jeden Fall kam ich dann in eine Klinik für einige Monate, bis vor einigen Wochen war ich dort. Danach ging es mir wieder besser. Ich bin wieder zu meiner damaligen ambulanten Therapeutin gegangen. Doch dann ging es mir wieder innerhalb kurzer Zeit schlechter und es ist so ziemlich die selbe Situation, wie vor der Klinik. Irgendwie kann ich oft mit meiner Therapeutin nicht richtig reden, ich mag sie trotzdem total! Ich weiß manchmal nicht, ob es an mir liegt, dass ich die Hilfe von ihr nicht annehmen kann, oder, ob eine Therapeutin mir besser helfen könnte... Es ist so, dass ich nicht noch einmal in eine Klinik möchte, weil dadurch nur Zeit verloren ging. Ich frage mich nur manchmal, ob ein Therapeutenwechsel gut wäre. Woran kann man erkennen, ob es an einem selbst liegt oder an dem Therapeuten, dass einem die Therapie nicht hilft?? Das andere Problem ist, dass meine Therapeutin vor einem Jahr, die einzige war, die einen Platz frei hatte und ich bezweifele, dass jetzt bei anderen Therapeuten freie Plätze sind.

Danke für hilfreiche Antworten und es tut mir leid, dass es so lang geworden ist...:/ Lg Lilli:)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Pudelcolada, 19

Hej Lilli,

ich finde Dich sehr mutig!

Du schreibst, nach dem Klinikaufenthalt ging es Dir besser.
An diesem Punkt kannst Du mit Deinen Übelegungen ansetzen:
abgesehen davon, dass Du dort ja Tag und Nacht warst und Dich ohne die Belastungen des Alltags um Dich selbst kümmern konntest, was in den Gesprächen dort lief für Dich besonders gut; was dort gab Dir mehr Kraft, Klarheit und Zuversicht?

Mit diesen Gedanken kannst Du in die nächste Sitzung mit Deiner Therapeutin gehen.

Mein Rat an Dich:
Drucke Deine Frage aus, genauso, wie Du sie hier gestellt hast.
Oder noch besser, schreibe sie mit der Hand auf.
Verändere sowenig wie möglich dabei.
Nimm das Papier in die nächste Sitzung mit und lies es ihr vor, denn ich meine, in Deiner Frage sind sehr viele wichtige Gedanken enthalten.

Kommentar von LilliD98 ,

Dankeschön, ich versuche es.

Kommentar von Pudelcolada ,

Therapie ist fast immer eine Politik der kleinen Schritte, sie fühlt sich an, als dauerte sie ewig, ohne dass auch nur das Geringste sich ändert.

Das liegt aber in der Natur der Sache und ist weder Deine Schuld noch die der Therapeutin.

Stell Dir mal Deine Seele als ein Haus vor, ein einstöckiges.

Das Erdgeschoss ist der Teil von Dir, der gerade bewusst vor dem PC sitzt, der absichtliche Entscheidungen trifft und der Außenwelt begegnet.

Dieses Haus hat aber einen Keller mit neun weiteren Stockwerken und vielen, vielen Räumen. Die allermeisten dieser Räume kennst Du selber gar nicht, viele sind verschlossen.
In manchen von ihnen läuft schöne Musik, es liegen Kissen dort und es brennen Kerzen, dort duftet es herrlich.
In manchen von ihnen sind Monster eingesperrt, die gar nicht böse sein müssen, die Dir aber Angst machen.
Und in manchen Räumen, ganz tief unten, liegen einfach nur kleine Päckchen. Auf diesen Päckchen steht geschrieben:
"Dich will ich nie wieder in meinem Leben sehen! Gez. Lilli"

Therapie bedeutet, dass Du selbst diesen tiefen Keller erkundest und herausfindest, was in diesem oder jenem Raum ist.
Dafür musst Du zunächst den passenden Schlüssel finden, danach Dich trauen, die Tür zu öffnen.
Therapie bedeutet aber auch, nicht das gesamte Haus zum Einstürzen zu bringen, denn je tiefer Du in diesen Keller gehst, umso mehr vom Haus befindet sich darüber.

Hab Geduld mit Dir selbst.

Kommentar von LilliD98 ,

danke!!

Kommentar von Pudelcolada ,

Und ich danke Dir!!
Viel Kraft dir!

Antwort
von vogerlsalat, 21

Besprich das doch mal mit ihr. Vielleicht versucht sie dann eine andere Methode Zugang zu finden.

Kommentar von LilliD98 ,

ok danke

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community