Frage von Vanil, 76

Richtige Kamera für Sportaufnahmen(Pferde)?

Hallo , ich suche eine Kamera um hauptsächlich Pferde zu fotografieren. (Mit und ohne reiter in Bewegung). Ich habe schon viel verschiedenes gelesen, und tendiere momentan zu einer Kamera der Canon Eos Serie . Eventuell die 1100d ,1200d oder 1300d , da diese gute Leistung für einen akzeptablen Preis versprechen . Allerdings weiß ich eben nicht genau welche von den drei . Und eine weiter frage wäre , was genau ist 'live view ' und in wie fern unterscheidet es sich von der Einstellung an der Kamera (das kleine rennende Männchen ). Ich bin noch Anfänger im fotografieren und möchte deshalb eine Einsteiger Kamera . Habt ihr noch alternativ Vorschläge ?
Danke im Voraus.

Antwort
von Airbus380, 41

Pferde sind relativ einfache Motive, weil sie recht groß sind und sich recht gradlinig bewegen. Das schafft der Autofokus der meisten Kameras mit mittlerem oder auch "langem" Teleobjektiv locker. Bei Hunden oder Katzen ist es sehr viel schwieriger. Das groeßte Problem ist der Horizont bzw. der helle Himmel hinter einem dunklen Pferd. Das ueberfordert oft das Dynamikverhalten des Sensors. Dann ist der Himmel total ausgefressen oder das Pferd viel zu dunkel. In der Halle hast du immer zu wenig Licht und immer einen suboptimalen Hintergrund, der allermeistens das Foto nicht gut aussehen laesst. 

Gerade was die Dynamik angeht, sind Canon Kameras (mit APS-C Sensor) besonders schwach. Das koennen Nikon, Pentax, Fuji und Sony deutlich besser. 

Etwas allgemeiner:

Zunaechst mal ist der Markt der Digitalkameras nahezu unueberschaubar
und fast taeglich gibt es neue Modelle; die Vorgaenger sind noch lange
in den Regalen.

Um etwas "Ordnung in das Angebot" zu bringen sollte man sich zunaechst mal kritisch selbst fragen, was man ueberhaupt will und erwartet und wie viel man bereit ist zu schleppen und an Geld auszugeben..

Die ganz einfachen Kameras (50-200€) werden mehr und mehr von den eingebauten Smartphonekameras verdraengt.

Preislich im Anschluss (200-700€) kommen dann:

1.die Bridge- oder Superzoomkameras (mit kleinem Sensor)

2.hoeherwertige Kompaktkameras (mit kleinem, mittlerem oder auch APS-C-großem Sensor)

Vorteil der Bridge sind:

•der oft enorme Zoombereich,

•der Sucher

•die ueberschaubaren Kosten

•oft sehr ordentliche Makrotauglichkeit

Die Nachteile der Bridgekameras sind:

•bei wenig Licht sehr deutlich schlechtere Bildqualitaet als Kameras mit großem Sensor

•der Autofokus ist nicht sporttauglich

•schoene Hintergrundunschaerfe ist fast nur im Makrobereich oder mit Tricks und Koennen machbar

Ob man die Groeße eher als Vor- oder als Nachteil sieht ist Geschmacksache.

Kompaktkameras kauft man deshalb, weil man nicht viel schleppen will
oder darf, oder weil man unauffaellig fotografieren will. Gute
Kompaktkameras wie z.B. die Ricoh GR kosten nicht nur so viel wie eine
Systemkamera, sondern liefern auch erstklassige Bildqualitaet.
Schließlich haben sie Bildsensoren, wie sie auch in Systemkameras
verwendet werden. Weitere herrausragende Kompaktkameras kommen von
Olympus, Fuji und Sigma. Nachteile sind:

•oft kein (oder nur teurer Zubehoer-) Sucher

•nur eine Brennweite, die auch kaum erweiterbar ist

Dazwischen gibt es noch Kameras, die deutlich kompakter sind als eine
Bridge, aber auch deutlich groeßer als eine kleine Kompaktkamera.
Populaerer Vertreter sind die Canon Powershot Modele. Zoombereich und
Sensorgroeße liegen ebenso wie die Gehaesegroeße im Mittelfeld mit allen
Vor- und Nachteilen.

Kommen wir jetzt zu den Systemkameras. Auch die gibt es vereinzelt
mit winzigen Sensoren (Pentax Q und Nikon 1). Normalerweise sind aber
Sensoren verbaut, die die Groeße von mindestens 1 Daumennagel (mikroFT
und FT), 1,5 Daumennaegeln (APS-C) 3 Daumennaeglen (Kleinbild oder
Vollformat) oder 5 und mehr Daumennaegeln (Mittelformat) haben. Ein
Schaubild gibt es bei Wikipedia---> Sensorformat 

Kostenmaeßig kann sich das Hobby Fotografie als ein "Fass ohne Boden"
entpuppen, wenn man sich fuer eine Systemkamera entscheidet. Dafuer
bleibt dann auch kaum eine Aufgabenstellung unloesbar, wenn man
genuegend Wissen und Geld hat. Allerdings kann man auch gut unter 1000
Euro bleiben und gluecklich werden. Lichtstarke Objektive gehen aber bei
jedem System ins Geld (und ins Gewicht
). Außerdem wachsen die zu
schleppenden Kilos proportional zur Groeße des Sensorformats. Dabei
stellen die passenden Objektive den Loewenanteil des Gesamtgewichtes.

Benutzer der "alten" Systeme wie Canon, Nikon, Pentax und Sony
(Minolta)
koennen nicht nur auf ein großes (Pentax und Sony A_Bajonett) bis
riesiges (Canon und Nikon) Neusortiment, sondern auch auf einen riesigen
Gebrauchtmarkt zugreifen. Doch auch die neuen Systeme (Sony E-Bajonett,
Olympus und Panasonic mFT, Fuji X) bieten fuer die allermeisten
ernsthaften Fotografen genuegend "Arbeitmaterial".

Mit welchem System man letztendlich gluecklich wird, kann hier
(oder in anderen Foren) niemand entscheiden außer dem Kaeufer selbst.
Der muss entscheiden, wie viel er schleppen, wie viel er ausgeben will,
welche Geraetschaften sich in seiner Hand am ertraeglichsten anfuehlen,
welches Menue er am besten versteht, mit welchem Sucher er am ehesten
klarkommt. Man muss die Geraete gerne in die Haende nehmen. Nur dann
nimmt man sie gerne mit und die Bedienung gibt nicht jedesmal neue
Raetsel auf. Die erzielbaren Bildergebnisse liegen gar nicht so weit
auseinander und sind mehr abhaengig vom Koennen des Fotografen, dem
Licht und der Qualitaet des Objektivs als von der Wahl der Kamera
.

Der Gang in einen gut sortierten Laden oder zu einem Fotostammtisch
oder zu einem Fotoclub/VHS ist unabdingbar. Nicht um sich von
Verkaeufern oder Usern einlullen zu lassen, sondern um mal ein paar
Geraetschaften auszuprobieren und den persoenlichen Favoriten zu finden.
Kameras sind etwas sehr individuelles, aber letztlich nur ein Werkzeug.

Eigenschaften wie Sucher, Haptik, Bedienlogik, Geraeusche,
Wetterfestigkeit sollten wichtige Auswahlkriterien sein; nicht nur
Zubehoerauswahl, Image, Preis, Empfehlungen oder gar Testberichte
. Auch die Notwendigkeit von WiFi, Klappdisplay, GPS, Touchscreen usw. wird vollkommen unterschiedlich bewertet.

Wer Hallensport oder Wildlife (insbesondere kleine Voegel)
fotografieren will, hat natuerlich ganz andere Anforderungen an die
Ausruestung, sollte sich dann aber auch ueber die Kosten im Klaren sein.

Antwort
von TheLion6, 41

Hallo Vanil,

gerne helfe ich dir bei der Frage.

Viel wichtiger als die Kamera ist in der Fotografie das Objektiv. Bitte schreib mir schnell ob du planst in der Halle oder Outdoor zu fotografieren. In Reithallen herrschen überwiegend schlechte bis sehr schlechte Lichtbedingungen, welche teurere Objektive vonnöten machen.

Zu der Kamera: Im Prinzip kannst du jede Kamera mit Wechselobjektiv für deinen Zweck einsetzen. Bei Canon würde ich dir empfehlen etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen und eine Kamera aus der XX0D-Serie zu kaufen (Etwa 760, 750, 700 ...). Diese bieten einen größeren Funktionsumfang, welcher dir im späteren Lauf deiner Arbeit mit der Kamera hilfreich werden wird.

Zur Live-View-Frage: Beim LiveView wird der Kameraspiegel hochgeklappt und das Bild direkt auf den Bildschirm übertragen. Das ist ganz praktisch, um bei Landschaftsaufnahmen oder Makroaufnahmen präzise manuell fokussieren zu können. Für die Alltagsfotografie ist der LiveView-Modus absolut gar nicht zu empfehlen: Der Fokus wird deutlich merkbar langsamer, zudem wird mit der Zeit das Bildrauschen sichtlich stärker! Außerdem wird es schwerer, Kamera und Objektiv ruhig zu halten.

Der "Rennendes Männchen"-Modus ist der Modus für Sportaufnahmen. Dabei wird eine kurze Verschlusszeit gewählt, um schnell bewegte Menschen und Tiere scharf einzufangen. Ich möchte dir jedoch nahelegen, dich eingehend mit der Fotografie zu beschäftigen und den manuellen Modus zu benutzen, er führt meist doch zu deutlich besseren Ergebnissen!

LG Leo

Kommentar von Vanil ,

Vielen Dank für die Antwort !:) Ich hätte mehr an Bilder draußen gedacht . Weil drinnen 'weiß' ich ja schon von der Handy Kamera, dass die Bilder sehr schlecht beleuchtet sind und nicht wirklich was werden .

Antwort
von blackbirdsr71, 27

Die günstige Option wäre die Nikon D300S mit dem vorgeschlagenen Sigma 50-150mm f/2.8 (sofern ich weiß, gibt es von Canon keine vergleichbare Kamera in der Preisklasse). Damit hat man ein gutes AF-System im Gehäuse und lichtstarke und schnelle Optik. Eventuell 70-200mm f/2.8, wenn das Budget reicht. Die neuen Kameras, die gut für den Zweck sind, sind die Canon 7D Mark II, Nikon D500 und die ganz neue Fuji X-T2. Ich vermute, dass sie wegen der Preise ausfallen.

Antwort
von christl10, 34

Einstiegskameras sind nichts für Sportaufnahmen. Da wirst Dz kaum gute Bilder bekommen. Du brauchst zumindest eine Canon der Derierserie, damit meine ich zum Besipiel eine Canon 700D, um die günstigste und relativ aktuelle zu nennen. Natürlich sind die 750D und 760D besser und teurer, aber die brauchst Du nicht unbedingt. Investiere dann lieber das Geld in einem gescheiten Objektiv, Kauf bitte nicht das Kitobjektiv. Das ist auch nur für Anfänger, die noch nicht wissen was sie mit der Kamera anfangen sollen. Aber Du hast ja schon konkrete Vorstellungen, daher sehe Dir mal das Sigma 50-150mm F 2,8 an. Das ist relativ günstig und damit mache ich gute Sportaufnahmen. 

Kommentar von Vanil ,

Darf ich fragen welche Sportart Du fotografierst ?

Kommentar von christl10 ,

Ich fotografiere Handball in der Halle. Da nutze ich die 1 DMark III, die 7 DMark II und die 5 DMark III. Früher habe ich die EOS 60D benutzt. Damit war es auch möglich. Die hat jetzt aber meine Tochter. 

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