Retour selbst abholen?

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2 Antworten

Der BGH führte hierzu aus:

„Erhebliche Unannehmlichkeiten können sich damit auch daraus ergeben, dass der Verbraucher die Sache zur Vornahme der Nacherfüllung zum Verkäufer bringen oder an diesen versenden muss. Zwar hat die Kosten eines solchen Transports oder Versands der Verkäufer zu tragen. Der Käufer muss jedoch in gewissem Umfang Zeit und Mühe aufwenden, um Verpackung und Transport vorzunehmen oder zu organisieren. Diese Leistungen können nicht von vornherein und in allen Fällen als lediglich unerhebliche Unannehmlichkeiten qualifiziert werden. (…) Allerdings erfordert die Richtlinie nicht, den Verbraucher vor sämtlichen Unannehmlichkeiten zu schützen (…). Ein gewisses Maß an Unannehmlichkeiten ist dem Verbraucher mithin zumutbar. Der Aufwand des Käufers für die Durchführung oder die Organisation des Rücktransports einer gekauften Sache an den Sitz des Verkäufers zum Zwecke der Nacherfüllung überschreitet nicht zwingend die Erheblichkeitsschwelle. (…) Eine an Art. 3 Abs. 3 der Verbrauchsgüterkaufrichtlinie ausgerichtete Auslegung des § 269 BGB erfordert es daher nicht, den Erfüllungsort der Nacherfüllung in jedem Fall mit dem Belegenheitsort der Kaufsache gleichzusetzen. Dies ist nur dann geboten, wenn ein ansonsten vom Verbraucher geschuldeter Transport oder dessen Organisation diesem erhebliche Unannehmlichkeiten bereiten. Maßgebend aus europarechtlicher Sicht ist damit, ob die mit der jeweils geschuldeten Nacherfüllung verbundenen Unannehmlichkeiten die Erheblichkeits¬schwelle überschreiten.“

http://www.it-recht-kanzlei.de/nacherfuellung-abholung-ware-bgh.html

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Ich denke, das BGB ist hier ziemlich eindeutig.

Ansonsten würde ich euch eine Rechtsberatung bzw. den Gang zum Anwalt empfehlen.

§ 439 Nacherfüllung

(1) Der Käufer kann

als Nacherfüllung nach seiner Wahl die Beseitigung des Mangels oder die

Lieferung einer mangelfreien Sache verlangen.

(2)

Der Verkäufer hat die zum Zwecke der Nacherfüllung erforderlichen

Aufwendungen, insbesondere Transport-, Wege-, Arbeits- und

Materialkosten zu tragen.

(3) Der Verkäufer

kann die vom Käufer gewählte Art der Nacherfüllung unbeschadet des § 275

Abs. 2 und 3 verweigern, wenn sie nur mit unverhältnismäßigen Kosten

möglich ist. Dabei sind insbesondere der Wert der Sache in mangelfreiem

Zustand, die Bedeutung des Mangels und die Frage zu berücksichtigen, ob

auf die andere Art der Nacherfüllung ohne erhebliche Nachteile für den

Käufer zurückgegriffen werden könnte. Der Anspruch des Käufers

beschränkt sich in diesem Fall auf die andere Art der Nacherfüllung; das

Recht des Verkäufers, auch diese unter den Voraussetzungen des Satzes 1

zu verweigern, bleibt unberührt.

(4)

Liefert der Verkäufer zum Zwecke der Nacherfüllung eine mangelfreie

Sache, so kann er vom Käufer Rückgewähr der mangelhaften Sache nach

Maßgabe der §§ 346 bis 348 verlangen.

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