Frage von Maryslittlelamb, 60

Resturlaub zu spät ausgezahlt, kriege ich Steuer-Probleme?

Ich habe meinen 450€ Job gekündigt. Ich war leider 5 Wochen krank und konnte meinen Resturlaub nicht nehmen. Nach der Kündigung hörte ich gar nichts mehr von meinem AG. Ich habe jetzt, einem Monat später nochmal schriftlich auf die Auszahlung meiner Urlaubstage bestanden.

Mein Problem ist, dass ich im Dez. einen neuen 450€ Job angefangen habe. Wenn mein alter AG jetzt verspätet die Urlaubstage auszahlt, werde ich im Dez. über 450€ kommen und müsste dann eigentlich Steuern zahlen!? Kann ich darauf bestehen, dass die Urlaubstage auf den November gerechnet werden? In dem war ich sozusagen arbeitslos (keine Bezüge; habe den Monat so überbrückt).

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von steffenOREO, 60

Die Urlaubstage werden dann gerechnet, wann sie anfallen. Da du aber die restliche Arbeitszeit bei deinem alten Arbeitgeber krank warst, können die Urlaubstage ja auch nicht angefallen sein. Wenn er sie dir auszahlt, muss er sie im letzten bezahlten Arbeitsmonat auszahlen. Wenn du damit über 450 Euro kommst, musst du Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Steuern fallen bei einem so geringen Gehalt sowieso nicht an, außer die wärst Steuerklasse 6.

Kommentar von Maryslittlelamb ,

Sozialversicherungsbeiträge - die meinte ich.

Die Urlaubstage sind aus dem ganzen Jahr; müssten Ca. 6 sein, ich hatte dieses Jahr noch keinen Urlaub genommen. Da ich im Oktober nichts verdient habe, weil ich krank war, kriege ich also eine Abrechnung für Oktober?

Danke für deine Hilfe.

Kommentar von steffenOREO ,

Dann wirst du doch im Oktober eine Lohnfortzahlung erhalten haben. Also ist der Oktober dein letzter Beschäftigungsmonat. Demnach muss die letzte Abrechnung im Oktober erfolgen. 

Kommentar von truxumuxi ,

Das mit der Lohnfortzahlung bei 450 Euro Jobs ist so eine Sache. Die meisten Unternehmen zahlen nur die Anwesenheits bzw.Arbeitszeiten und das ist legal. Das kann man so vereinbaren und zwer schriftlich.

Kommentar von steffenOREO ,

Auch ein 450 Euro-Job hat zwingend eine Lohnfortzahlung, wenn die Regelmäßigkeit der Arbeitszeit gegeben ist. Wenn jemand z. B. täglich 2 Stunden an 4 Tagen in der Woche arbeitet, dann bekommt er auch im Krankheitsfall Lohnfortzahlung für diese Zeit. Zwingend ist natürlich ein gültiger Arbeitsvertrag und eine korrekte AU.

Kommentar von Maryslittlelamb ,

Leider ist es bei mir so wie truxumuxi gesagt hat. Ich hatte keine regelmäßigen Arbeitszeiten und hatte im Oktober keine Lohnfortzahlung, da ich keine Stunden zugewiesen bekommen hatte aufgrund der längeren Erkrankung.

Kommentar von DerHans ,

Dabei wurde Ursache und Wirkung vertauscht. Dir wurden keine Stunden zugewiesen WEIL du krank warst. Selbstverständlich steht dir die durchschnittliche Lohnfortzahlung zu. Hoffentlich warst du von einem Arzt AU geschrieben.

Kommentar von truxumuxi ,

Wenn die Zeiten verbindlich sind, dann stimmt das, aber wenn es flexibel geregelt wird und jeden Monat anders, dann gibts das nicht. Und den vollen Ausgleich gibts sowieso nicht, hatte ich auch schon. 

Kommentar von DerHans ,

Wenn du dir das gefallen lassen hast, war das deine Sache. Dafür ist das trotzdem nicht korrekt.

Kommentar von truxumuxi ,

Doch es ist korrekt, weil sie über den Job nicht krankenversichert ist. Das ist der kleine feine Unterschied. 

Kommentar von DerHans ,

Das ist einfach Unsinn. Die Lohnfortzahlung zahlt der Arbeitgeber

Mit der Krankenkasse hat das überhaupt nichts zu tun

Antwort
von DerHans, 46

Steuern zahlst du dann immer noch nicht. Es kann aber passieren, dass du für diesen Monat sozialversicherungspflichtig wirst.

Wurde dir die Krankenzeit denn auch bezahlt. Das stand dir zu.

Kommentar von Maryslittlelamb ,

Genau das meinte ich. Leider hatte ich mich da mit Steuern verwechselt.


Leider habe ich für den "kranken Monat" nichts bekommen. Ich hatte einen Arbeitsvertrag wonach ich nach Abruf arbeitete. Mein AG hatte mir für diesen Monat keine Stunden zugewiesen bzw. wurde mir schriftlich mitgeteilt, dass meine Arbeitskraft diesen Monat nichts gebraucht wurde.

Kommentar von truxumuxi ,

Es muss keine Lohnfortzahlung bei 450 euro jobs stattfinden. Das ist vertraglich geregelt und wenn im Vertrag nichts drin steht, dann gibts auch nichts. Ist rechtlich möglich und wird fast immer so praktiziert. Gezahlt werden die Anwesenheitszeiten. Urlaubstage werden verrechnet. 

Kommentar von DerHans ,

Das Entgeltfortzahlungsgesetz gilt selbstverständlich auch für Minijobs. Hier sollte der durchschnittliche Lohn noch nachgefordert werden. Das ist auch noch lange nicht verjährt.

Kommentar von truxumuxi ,

Definitiv nein! Sie hat einen Vertrag bei der ihr die Stunden zugewiesen werden, mal so mal so. Da gibts keine Fortzahlung im Krankheitsfall usw. Das ist Fakt ! 


Kommentar von truxumuxi ,

Nein das muss ihr nicht zustehen. Das ist Wunschdenken. Es gibt verschiedene Arbeitsmodelle bei 450 Euro jobs.

Kommentar von DerHans ,

Das ist Unsinn. Das Gesetz gilt für alle Arbeitnehmer

Kommentar von truxumuxi ,

Nein das stimmt nicht. Definitiv nicht. 

Kommentar von truxumuxi ,

Lohnfortzahlung gibts wenn ich eine bestimmte Variante nehmen, nämlich die form, dass ich mich über die 450 Euro Job auch krankenversichere, dann gibts Lohnfortzahlung usw. Sonst definitiv nicht. Leuchtet irgendwie ein oder !?

Kommentar von DerHans ,

Das ist einfach Unsinn. Die Lohnfortzahlung zahlt der Arbeitgeber

Kommentar von DerHans ,

Es gibt kein Arbeitsmodell, das gesetzliche Regelungen einfach ausklammert.

Antwort
von truxumuxi, 59

Man kann 2 mal im Jahr 450 Euro überschreiten ohne dass gleich Steuern fällig werden. Wenn die Überzahlung über 800 Euro geht werden stufenweise Steuern fällig, die zu verkraften sind. Ein 450 Euro Job ist nicht zum leben gedacht, da keine  Rentenversicherung eingezahlt wird und man keine Sicherheiten hat. Ist eigentlich nur als Zweitjob gedacht oder für Schüler, Rentner usw. Wer dauerhaft von einem 450 Euro Job lebt tut sich keinen Gefallen. Wenn man Arbeitslosengeld bezieht darf man sowieso keine 450 Euro dazuverdienen. Wenn das auffliegt gibts massiven Ärger.Maximal 166 Euro darf man dazuverdienen. Dies nur als Info.

Kommentar von Maryslittlelamb ,

Ich lebe momentan auch nur davon, weil ich noch nichts Besseres gefunden habe. Ich musste dieses Jahr leider mein Studium abbrechen. Rente zahle ich allerdings ein; das ist bei 450€ Job möglich. 

Danke für deine Antwort.

Kommentar von truxumuxi ,

Das ist gut, wenn man die Rentenvariante beim 450 Euro Job gewählt hat. Viel Glück bei der Jobsuche.

Kommentar von DerHans ,

Der Arbeitnehmer fällt höchstens in die Gleitzone. Es fallen also (geringfügige) Sozialabgaben an. Von Steuern ist dann noch lange keine Rede.

Kommentar von pn551 ,

Zitat:
"Wenn man Arbeitslosengeld bezieht darf man sowieso keine 450 Euro dazuverdienen. Wenn das auffliegt gibts massiven Ärger.Maximal 166 Euro darf man dazuverdienen"

Immer diese Ammenmärchen. Selbstverständlich darf man als Arbeitsloser auch diese 450 Euro dazuverdienen. Nur muß alles gemeldet werden und man darf sie nicht behalten. Behalten darf man nur 165 Euro. Der Rest wird angerechnet. Man tut dem Arbeitsamt doch nur einen Gefallen damit, wenn man für volle 450 Euro arbeiten geht. Um so mehr können die doch vom Arbeitslosengeld einbehalten.

Aber wer macht schon so etwas, also für 450 Euro arbeiten gehen und dann nur 165 Euro behalten dürfen?

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