Frage von MrsSoha, 84

Rentnerin, Steuerrückstände aus 2009-2011, greift eine Verjährungsfrist, Ratenvereinbahrung oder bleibt das Finanzamt unerbittlich?

Hallo Community,

vielleicht finde ich hier jemand der uns weiterhelfen kann... Meine Mutti hat nach dem versterben Ihres Mannes 2011, Steuerrückstände aus den Jahren 2008-2011 bekommen in Höhe von erstmals 13.000 €. Mit Hilfe eines Anwaltes konnten wir erwirken, dass offensichtlich 2008 wegfälltt, und aus 13.000 € nunmehr ca. 4000 € für die Jahre 2009-2011 wurden.

Mein verstorbener Stiefvater hat zu seinen Lebzeiten keine Steuererklärungen gemacht...Nun sind die Forderungen auf meine Mutter übergegangen. Fälschlicherweise hat sie das Erbe (das es nicht gibt, da nix vorhanden) nicht ausgeschlagen, somit das "Erbe" angenommen. Somit wurde sie haftbar gemacht.

Meine Mutti hatte davon bis diese Sache ins laufen gekommen ist keine Ahnung darüber, dass mein Stiefvater keine Steuer machte. Um die Finanziellen Dinge hat sie sich nicht kümmern dürfen.

Nun jedenfalls eine Ratenzahlung wurde abgelehnt. Aktuell ist eine Vollstreckungsankündigung eingegangen, mit Frist einer Woche, in der sie zur Zahlung der Gesamtsumme in Höhe von 4000 € aufgefordert wurde.

Meine Mutti hat noch andere Verpflichtungen und kommt mit Ihrer Rente und Witwenrente gerade so über die Runden. Diese Zahlung würde sie komplett ins Aus setzen. Einen Anwalt aufsuchen ist zu kostenintensiv.

Kann das Finanzamt eine Ratenzahlung so einfach abschmettern. ansonsten sehe ich nur die Privatinsolvenz als letzten Ausweg, dafür würde sich meine Mutti in den Boden schämen.

Kann uns jemand in dieser Angelegenheit weiterhelfen.

Danke an alle die uns hierbei Hilfe leisten können.


Ich meine, wir sollten das, was wir besitzen, bisweilen so anzusehen uns bemühen, wie es uns vorschweben würde, nachdem wir es verloren hätten; und zwar jedes, was es auch sei: Eigentum, Gesundheit, Freude, Geliebte, Weib, Kind, Pferd und Hund: denn meistens belehrt erst der Verlust uns über den Wert der Dinge.

Arthur Schopenhauer (1788 - 1860), deutscher Philosoph

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von PatrickLassan, 53

Die Ablehnung des Stundungsantrags sollte eigentlich begründet sein.Eine Stundung unter Gewährung von Ratenzahlungen kann z.B. dann abgelehnt werden, wenn das Finanzamt die Aufnahme eines Kredits zur Tilgung der Steuerschulden angemessen findet. Die einzige Möglichkeit, die ich sehe, ist der Versuch, noch einmal mit dem Finanzamt zu verhandeln.

Verjährung kann übrigens noch nicht eingetreten sein.

Kommentar von MrsSoha ,

Ja da bin ich dabei, erneut mit dem Finanzamt zu verhandeln. Eine Möglichkeit der Verjährung nach 5 Jahren hätte ich in Betracht gezogen, aber gut.

Für die Antwort herzlichen Dank!

Kommentar von PatrickLassan ,

Die Vorschriften über die Verjährung von Steuern findest du in §§ 228 ff. AO. Besonders § 231 AO dürfte für dich interessant sein.

http://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/BJNR006130976.html#BJNR006130976BJNG00...

Antwort
von tt290, 40

Verjährung wird nicht eintreten, da - wie von PatrickLassen bereits dargelegt - eine Hemmung durch erneute Geltendmachung des Anspruchs eintritt.

Dass sich das Finanzamt auf eine Stundung bei der geschilderten Situation einlässt, halte ich für ausgeschlossen. Allenfalls würde eine Aussetzung der Vollstreckung nach § 258 AO in Betracht kommen. Bei den Rückständen und den kleinen zu erwartenden Raten aber auch eher das nicht.

Entweder werden die Rückstände niedergeschlagen werden, oder das Finanzamt stellt einen Insolvenzantrag beim zuständigen Gericht.

Antwort
von Allexandra0809, 41

Zwar kenne ich Deine Verhältnisse nicht, aber evtl. könntest Du Deiner Mutter unter die Arme greifen?

Wenn Deine Mutter kein Geld hat, kann sie einen Anwalt gestellt bekommen. Darüber kann aber jeder Anwalt Auskunft geben.

Kommentar von MrsSoha ,

in der Tat, das tue ich auch. Das ist leider nicht die einzigste Baustelle bei meiner Mom.

Wir hatten schon einen Anwalt hinzugezogen, in den ersten Verhandlungen. Das Anwaltshonorar konnte sich sehen lassen. Doch weitere Honorare hierfür und dafür bin ich nicht bereit zu tragen, und denke das kanns ja wohl auch nicht sein.

Es bleiben wohl auch nicht mehr viele Möglichkeiten. Deshalb werde ich versuchen erneut mit dem  Finanzamt zu verhandeln. Schliesslich möchte meine Mutter die Rechnung begleichen, doch das kanns nicht sein, auf eine Gesamtforderung zu bestehen. Entschuldigung!

Dennoch Danke!

Kommentar von Allexandra0809 ,

Wir mussten auch mal beim Finanzamt was nachzahlen, konnten aber ohne Probleme in Raten zahlen, die gingen sofort darauf ein.

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