Ich hätte da mal eine Frage; wie ist es euch gegangen, als ihr in Rente gekommen seid. Ich bin jetzt seit 2 Wochen zuhause und hab das Gefühl, ich krieg das nicht in die Reihe. Ich hab soviel "hinterlegte" Arbeiten im Haus, Garten und Freizeitaktivitäten. Aber was mach ich, garnichts. Hänge am Compi rum und denke dran, was alles gemacht werden sollte. Dann hab ich wiedermal so einen inneren Ruck und krieg ein schlechtes Gewissen, weil ich das oder jenes nicht mache und dann schleicht sich wieder der "Teufel" rein, pressiert ja nichts jetzt bist für immer und ewig zuhause. Sind das "normale" Erscheinungen oder Depressionen, oder hab ich sie nicht alle?
Laß Dir Zeit, Dich an den neuen Lebensabschnitt zu gewöhnen. Immerhin besteht die längste Zeit des Lebens aus Arbeit und Pflicht mit einem festen Zeitrahmen, man nennt es 'das Arbeitsleben'. Seit der Schulzeit bist Du nun zum ersten Mal wieder frei, brauchst keinen Wecker morgens zu beachten, kannst auch Zeit am PC vertrödeln ohne gleich zu denken 'keine Zeit, keine Zeit...'
Ich bin jetzt mehr als 2,5 Jahre nicht mehr in Lohn und Brot und empfinde es immer noch wie Urlaub; will sagen, daß sich das Gefühl, es sei nur eine schöne, aber befristete Zeit ohne Arbeit, immer noch nicht eingestellt hat.
Laß Dir Zeit, grad soviel, wie Du brauchst, um im neuen Leben wieder Tritt zu fassen und Dich an einen neuen Rhytmus zu gewöhnen.
Freu Dich!
Klabauter
Bin noch relativ jung, habe mir die Frage aber auch schon öfter gestellt. Wenn auch eher nach dem Motto: wenn Du von heute auf morgen nicht mehr arbeiten müsstest, welche Deiner großen Pläne würdest Du in die Tat umsetzen.
Tja und im Urlaub habe ich dann auch die Zeit vertrödelt und von den Vorsätzen nichts geschafft. Ich glaube, das Problem ist die mangelnde Struktur. Wenn man arbeitet hat man auch bei einer relativ selbständigen Arbeitsweise eine ganze Reihe von Zwängen, die einen zu Disziplin und Struktur zwingen. Wenn diese wegfällt neigt man dazu sich zunächst gehen zu lassen, das führt zu keinen Ergebnissen und das zu Unzufriedenheit.
Ich glaube, ich würde allerdings zum Internet Junkie werden, was ja als Sucht auch nicht gut ist.
Mein Tip ist: Ziele ordnen und Zeiten festlegen, bis wann was erledigt worden sein muss. Ich finde es ist ein tolles Gefühl, wenn man z.B. aus einem verkrauteten Stück Garten eine fruchtbares Gemüsebeet gemacht hat.

hallo teedame,
als ganz frisches brennendes problem, wie von dir geschildert, da ist die sache an einer entscheidenden wende. der schlechte weg wäre, sich sacken zu lassen, so wie es oft leuten geht, die in ein seniorenheim einziehen; da geht alles seinen gang und viele sind dadurch dazu verführt, auf jede eigene initiative zu verzichten. und die bauen dann ganz schnell ab, furchtbar mitanzusehen!
eigentlich sollte man rechtzeitig vorm rentenzeitpunkt vorbauen - aber der rat ist ja in diesem fall zu spät. was du aber auf jeden fall fest in ein programm einbauen mußt, das ist der kontakt mit menschen.
da gibt es sehr viele möglichkeiten, harmlos ist kartenspielen, anspruchsvoller ist zb singen im chor, wanderclub, sich engagieren in einer sinnvollen bürgerinitiative, ehrenamtlich helfen bei allen möglichen einrichtungen - kirchengemeinde fragen oder leute beim sozialamt, "oma-ersatz-dienst" oder ähnliches mitmachen oder sogar selbst organisieren! du wirst schon selbst ideen haben, was da für dich in frage kommt, und steuere ruhig mehrere sachen auf einmal an! auf solche weise kann dieser lebensabschnitt noch der spannendste werden, aufregender als alles bisherige. nur mut!

Wenn Du an sich genügend Ideen hast, was Du alles tun könntest, nur nicht in Gang kommst, dann ist das die ganz normale Umstellung auf eine neue Lebensphase.
Wenn Du Dich nicht einfach hängen lässt, dann wirst Du allmählich in die neue Situation hineinwachsen - es kann aber bis zu einem Jahr dauern, ehe Du "richtig" hineingewachsen bist.
na dann werd ich mal meine Zeit noch geniessen... wenn ich kein schlechtes Gewissen haben brauch. Ich meine ich hab ja auch so lange Zeit wie HelmutR und noch hab ich ja offiziell Urlaub.

Wart noch ein paar Wochen ag, dann mach Dir vielleicht einen Plan! Ich habe mit ca.50J. einen Vortrag über Vorruhestand, Alterteilzeit, etc gehört. Damals wurde mir klar, daß ich mit 55J irgendetwas in der Richtung unterschreiben würde. Ich habe dann mit 55 J. die Alterteilzeit unterschrieben. Bin dann mit 57 in die Ruhephase gegangen und mit 60 nun in die reguläre Rente (mit Abzügen). So konnte ich mich praktisch 7 Jahre auf das zu Hause-Bleiben vorbereiten. Ich möchte es nie wieder anders haben. LG, HelmutRn

2 Wochen Rentnerdasein sind ja noch nicht so lang. Jetzt kannst Du Dich noch treibenlassen. Es ist ein neuer Lebensabschnitt und nach der Phase der Orientierungslosigkeit gilt es neue Ziele zu finden. Eine Struktur und Inhalt in Dein Leben zu bringen. Viele bereiten sich wahrscheinlich nicht genug auf diese Lebensphase vor und stürzen dann erstmal in ein tiefes Loch. Ich leite seit 5 Jahren eine Selbsthilfegruppe und diese Arbeit wird dann mein Renterdasein ganz ausfüllen. Darauf freue ich mich. Alles Gute!
Habe Altersteilzeit in Anspruch genommen, bin jetzt seit 2 Jahren in der Freistellungsphase - also zu Hause -, habe den Haushalt nicht viel besser im Griff als zu der Zeit, als ich noch ganztätig gearbeitet habe. Erst hatte ich auch ein schlechtes Gewissen, jetzt nicht mehr. Genieße die Freizeit und schiebe oft bestimmte Arbeiten von einen Tag auf den anderen - nach dem Motto: Warum heute, morgen ist auch noch ein Tag. Lebe inzwischen damit ganz gut und sehe vieles gelassener. Deine momentane Stimmung ist ganz normal - genieße die Zeit! Übrigens: Mein Mann dachte 2 Jahre, ich darf nicht mehr ... Danach: Ich brauch Gott sei Dank nicht mehr!