Frage von HPBaxxxxxxxter, 54

Rentenvorsorge als Selbstständiger - wie würdet Ihr mit 500 EUR pro Monat vorsorgen?

Hallo zusammen,

ich hatte kürzlich schon einmal eine ähnliche Frage gestellt, will aber nun konkreter werden.

Meine Frage lautet: Wie würdet Ihr mit 500 EUR pro Monat für die Rente vorsorgen?

Aktuell besitze ich (35 J.) bereits zwei Rürup-Verträge (Sparbetrag pro Monat insg. 350 EUR p.M.) sowie eine kleinere private Rentenversicherung (ca. 60 EUR p.M.). Bei der getezlichen RV habe ich aktuell einen Rentenanspruch von 190 EUR p.M., führe die Versicherung als Selbstständiger aber nicht mehr fort.

Gerne möchte ich pro Monat zusätzlich 500 EUR sparen. Nur wohin mit dem Geld?

Irgendwie erscheint mir jede Versicherungsform nicht mehr sinnvoll zu sein, da keine großen Zinsen zu erwarten sind und am Ende eh wieder alles besteuert wird (mit meinem Alter hab ich da ja die "Arschkarte" gezogen). Daher erwäge ich aktuell einfach pro Monat für 500 EUR (6.000 EUR pro Jahr) Gold zu kaufen. In 30 Jahren, wenn ich 65 bin, wären das dann rund 180.000 (+/-). Nachteil ist, dass das natürlich nicht absetzbar ist. Auf der anderen Seite wird das aber auch nicht nochmal versteuert.

Wie seht Ihr das?

Antwort
von constein, 20

Hallo, schon einige Leichen im Keller( Versicherungen)...., aber es gibt flexible moderne Altersvorsorgen. Hier kann jeder Zeit auch Geld entnommen werde bzw. auch zugezahlt. Zahlpausen,Beitragsferien immer gegeben.  Auch muss im Alter erst entschieden werden, was mit dem Geld geschehen soll. Rente(Art) , Auszahlplan oder Kombi daraus. Wichtigste ist die Anlage des Geldes. Hier stehen genügend Anlageformen zur Verfügung und kann jeder Zeit kostenfrei angepasst werden. Es gibt nicht viele brauchbare Anbieter in Deutschland. Lass dich unabhängig beraten. 6% p.a ist mit Garantie möglich.  Es ist auch nicht unbedingt wichtig die vollen 500€ gleich einzuzahlen. Ich würde 200 € monatlich und Zuzuahlungen nach Bedarf wählen. So sind nur auf die 200 € Abschlusskosten auf die Laufzeit enthalten. Kommt dadurch günstiger.  Eine private AV kann nicht steuerlich absetzen , aber dafür ist sie im Alter steuerbegünstigt und in in der Ansparzeit wie ein flexibler Sparplan zur Nutzung. In der Anlage liegt der Gewinn im Alter und nicht in der Steuer. Gruss constein

Antwort
von 338194, 14

Ich bin nicht in dieser Lage, darüber nachzudenken. Aber man sollte sich das sehr gut überlegen. Angebote durchchecken oder lassen. Wie ich aus den Medien oft erfahren habe, stellt sich oft heraus, daß die Dinge später nicht so laufen wie sie gedacht sind. Aktien: da muß man sich gut mit auskennen. Ich tendiere dazu, ein Haus zu besitzen, das dann im Rentenfall verkauft wird oder auf Rentenbasis "vermietet" wird. Aber ich würde auf jeden Fall mit Rat bei verschiedenen Fachleuten holen und alle möglichen Aspekt durchchecken.

Antwort
von Lukas1643, 34

Wenn du Rendite willst, solltest du in Aktien investieren. Das ist aber zeitaufwendig und Risiko belastet.

Gold könnte in 30 Jahren aber ebenfalls einen starken Wertverlust erleiden. Klar wird es immer was wert sein, aber riskio frei ist die Anlage in Gold sicherlich auch nicht.

Ich würde dir eher raten monatlich in ein Fonds-Sparplan zu investieren. Geringes Risiko und kleine Rendite.

Kommentar von elagtric ,

Gold ist ein endlicher Rohstoff, Fonds-Sparen eigentlich nur reine Spekulation. Aus 5 Jahren geringem Risiko kann da schnell Totalverlust werden. Gerade, wenn sich andere "Anlagetypen" nicht mehr lohnen.

Wie zum Geier soll sich durch reine Anlage das Geld magisch vermehren ? Das ist doch auch nur Hokuspokus auf Kosten der Verlierer. Und die werden durch ebensolchen Hokuspokus immer mehr.

Irgendwann muss keiner mehr was machen, alle investieren und das Geld plätschert munter aufs Konto. Merkste was ?

Kommentar von Lukas1643 ,

Also ich kenne kein einzigen Fonds, der in RK 3 oder geringer eingestuft wurde, und zu einem Totalverlust geführt hat.

Es soll sich nicht magisch vermehren sondern am Wirtschaftswachstum teilnehmen.
Bei Aktien Handel gibt es immer Gewinner und Verlierer, bei Fonds schaut das etwas anders aus.

Dass irgendwann keiner mehr was machen muss hab ich nie gesagt, das ist eine reine Interpretation von dir, da du die Geldanlage wohl nicht vertsanden hast.

Antwort
von elagtric, 25

Edelmetall klingt erstmal ganz vernünftig, weil die Vorkommen ja endlich sind und der Preis irgendwann mit Sicherheit durch die Decke geht.

Allerdings schwankt der Preis auch sehr stark und die Nachfrage muss auch passen, wenn Du das Gold irgendwann versilbern willst  ;)

Auf gutväterliche Ratschläge, ob nun von der Bundesbank oder vom Kopp-verlag würde ich mich da nicht verlassen, eher aufs Bauchgefühl. Also keine festen Verträge ! Leg Dir die 500 quasi unters Kissen und kauf, wo oder wenn es günstig ist.

Ob nun Gold, Kupfer, Coltan usw ... die Erde ist in den paar Jahren Industrialisierung mehr ausgebeutet worden als in den Jahrmillionen zuvor. Irgendwann kannst Du sogar mit simplen Blei einen Reibach machen.

Die Frage ist nur, ob sich die jeweilige Nachfrage nach Deinen aktuellen Ren(di)tenwünschen richtet  :)

Ich denke in ähnliche Richtung, aber statt 500 hab ich max. 50 über. Da stellen sich mir solche Fragen eigentlich garnicht erst.

Antwort
von Arridor, 5

Die Frage klingt spannend und herausfordernd. Vor allem aber ist lobenswert, dass da jemand ist, der sich offensichtlich ernsthafte Gedanken macht. Rein vorsorglich bitte ich jedoch um Nachsicht, wenn meine Antwort bzw. Gegenfrage etwas provokativ klingen, habe bisher jedoch damit ganz gute
Erfahrungen hinsichtlich des simplen ‚Nachdenkens‘ gemacht, zumal ich solche Fragen nahezu täglich gestellt bekomme und schließlich als Selbständiger das Thema ebenfalls auf dem Tableau habe. Allerdings ist es nicht leicht und auch nicht gerade sinnvoll mit ‚Ferndiagnosen‘ zu arbeiten oder gar nach dem Motto „Haste mal ‘nen Aktientipp?“

Bevor ich antworte, eine Frage (beruflicher Neugier): Bist Selbständig mit Angestellten oder eher Einzelkämpfer? Weil mit Mitarbeitern und der richtigen, versicherungsfreien bAV hättest Du als Geschäftsführer bereits einen Großteil Deiner obigen Rentenfrage gelöst! (bei vielen Mitarbeitern sogar alles). Für mehr Info, schau hier: https://betriebssparen.de

Doch nun zur Frage: Gleich zu Anfang mal ein Zitat Deiner Aussagen:

Aktuell besitze ich (35 J.) bereits zwei Rürup-Verträge (Sparbetrag pro Monat insg. 350 EUR p.M.) sowie eine kleinere private Rentenversicherung (ca. 60 EUR p.M.).“

Und gleich danach: „Irgendwie erscheint mir jede Versicherungsform nicht mehr sinnvoll zu sein, da keine großen Zinsen zu erwarten sind und am Ende eh wieder alles besteuert wird (mit meinem Alter hab ich da ja die "Arschkarte" gezogen)

Verstehe ich nicht ganz bzw. die Frage drängt sich geradezu auf: Was denn nun, glaubst Du an Versicherungen oder nicht?

Falls JA, dann schließ so viele ab wie Du kannst. Gibt ja temporär ein beruhigendes Gefühl, wenigstens ein „Versprechen auf die Zukunft“ (Police) gekauft zu haben. Und wenn dieses nicht eingelöst werden kann, hast Du
wenigstens etwas für die deutsche Volkswirtschaft getan. (Vgl. §314 VAG) und
hättest dazu vielleicht noch einen Grund mal richtig zu „meckern“.

Falls NEIN – dann reden wir ja ab sofort über ca. 910,- EUR monatlich – es sei denn, Du bestehst tatsächlich darauf, dass es „Halbschwanger“ doch gibt.

Die Idee mit Gold wäre schon mal die richtige Richtung. Auch die genannten Vorschläge mit Immobilien, ETF’s oder anderen Anlagen – solange hoffentlich sachwertbezogen – sind grundsätzlich gut. Allerdings gibt es eines nicht: DIE ANLAGE schlechthin! Alles was Du tust hat insbesondere in unserer
volatilen Zeit KEINE 100%ige SICHERHEIT! Daher solltest Du zunächst ein paar grundsätzliche Dinge überlegen bzw. beachten, wie z.B. die uralte
Bauernweisheit: Niemals alle Eier in nur 1 Nest legen. Bei einem solchen
Beitrag kannst ja auch schön aufteilen, falls doch mal was „wegfliegt“. Alle
Anlagen sollten mindestens einen Sachwert-Bezug haben (Währungsunsicherheit, Inflation usw.). Die Anbieter sollten schon länger am Markt sein (bei mir min. 10J.) und das Geschäftsmodell transparent, also leicht verständlich und nicht (wie etwa bei Versicherungen & Co.) „die machen das schon…“, „war schon immer so…“, "Kosten irgendwie gezillmert ..." „haben ja schließlich einen großen Namen…“, bla … bla …

Wenn Du also etwas bewegen willst, musst Du erstmal gedanklich weg vom „Sparer“ und hin zum „Investor“, obwohl einige solcher Anbieter auch Raten-/Sparpläne anbieten.

Damit das nicht alles nur graue Theorie bleibt, hier mal nur 3 Alternativen, die es neben Gold, Immobilien und Aktien noch so gibt und derzeit auch ganz beliebt sind (nicht vollständig!)

Pfandgeschäfte (hohe Rendite, Sicherheit: Pfand wie Auto, Schmuck etc., Steuer: voll)

ÖL-/Gas-Beteiligung (keine Aktien! seit 18J. pünktliche Gewinnauszahlung p.a., Sicherheit: Rohstoff, Steuer: Vorteil US-DE)

Genossenschaftsanteile (transparent, p.a. Rendite muss unter Genossen gleich aufgeteilt werden, Sicherheit: Immobilien, Einlagen versichert, Steuer: begünstigt bis keine)

Gold (keinen Sparplan – zu teuer! selbst sparen und dann zum London-Fixing cash kaufen)

Voraussetzung: Weiter oben genannte Grundsatz-Entscheidungen treffen und dann mit den Sachen einzeln B E S C H Ä F T I G E N !!! Du kaufst ja ein neues Auto auch nicht nach dem Motto: „Kennste eins – kennste alle“ – oder?

Wer’s wie gesagt einfach haben will, macht es wie bei der betrieblichen Altersvorsorge: Direktversicherung, Pflicht erfüllt, fertig – mit allen daraus entstehenden Konsequenzen – Hauptopfer Angestellte. Wer sich mit
dem Thema ernsthafter beschäftigt, erkennt auch den betriebswirtschaftlich
nachhaltigen Nutzen der Win-Win-Betriebsrente.

Und genauso ist das mit privaten Investitionen. Wer blind das macht, was die Masse macht, bekommt auch, was die Masse bekommt = meistens nix. Ganz nach dem Motto: Millionen Fliegen können ja wohl nicht irren - Sch...... muss wohl doch schmecken.

Viel Spaß bei Deinen Entscheidungen und viel Glück bei der Anlage!

Gruß, Arridor

Antwort
von JNHLRT, 26

Für die Altersvorsorge empfehle ich ETFs, such mal auf YouTube nach dem Thema,zb auf dem Kanal von Aktien mit Kopf

Kommentar von elagtric ,

Die grössten Scharlatane haben die süssesten Pralinen.

Vorsorgen kann mensch eigentlich nur durch sparen, aber selbst dies wird durch negativzinsen kaputtgemacht.

Der Kapitalismus ist am Ende, ich würde mein sauer verdientes Geld nie und nimmer irgendwelchen Spekulanten als flüssiges Kapital hinterlassen. Ist wie bei der Nahrungskette ... den letzten beissen die Hunde.

Rette sich, wer kann !


Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community