Frage von bachforelle49, 65

Rente und Arbeit gleich Mogelpackung?

wenn auf der einen Seite oberhalb des Grundfreibetrages eine Besteuerung stattfindet, die vielleicht einen Minilohn ausmacht, was ist dann noch der Anreiz für einen Rentner zu arbeiten?

Antwort
von Anno19XX, 26

Wenn du heute in Rente gehst werden 72% des Jahreseinkommens als zu versteuerndes Einkommen gezählt. Angenommen du bekommst monatlich 1.000 € Rente macht das 12.000 € im Jahr. Davon 72% sind 8.640. Der Freibetrag liegt bei 8.652 €. Also zahlst du gar keine Steuern auf die Rente. Angenommen du gehst jetzt noch ein paar Stunden in der Woche arbeiten um die Rente aufzubessern, kann es sein, dass du über den Freibetrag kommst und damit steuerpflichtig wirst. Solange es sich bei der Beschäftigung aber nur um einen 450 € Job handelt der seitens des Arbeitgebers bereits (wie es gesetzlich vorgeschrieben ist) mit 2% versteuert wurde bewegst du dich weiterhin im Rahmen eines Freibetrages, da ein 450 € Job nicht auf das zu versteuernde Einkommen aufgerechnet wird. Nur wenn es sich um einen sozialversicherungspflichtigen Job (also mehr als 450 €/Monat) handelt, wird der Betrag auf die Rente angerechnet.

Beispiel: Du verdienst dir 600 € monatlich (7200 €/Jahr) dazu. In dem Fall steigert sich das Einkommen auf 12.000+7.200=19.200 €. 72% wären 13.824 €. Dieser Betrag wird dann versteuert was effektiv auf ca. 7,5 % (1.036,80 €) Steuern pro Jahr hinausliefe. Der Betrag lässt sich dann natürlich (wie bisher auch) durch Pauschalen und andere Sachen die man in der Steuererklärung angibt noch reduzieren.

Ich bin zwar ein absoluter Gegner der Rentenbesteuerung, aber man muss ehrlicherweise sagen: Die meisten Rentner kommen gar nicht in die Situation, als dass sie große Summen ans Finanzamt abführen müssten. Das wiederrum ist natürlich der Tatsache geschuldet, dass die meisten einfach keine anständige Rente bekommen.

Antwort
von kevin1905, 29

Das ist schwierig allgemeingültig zu beantworten.

Manche Menschen wollen vielleicht auch einfach gebraucht werden und sich nicht von heute auf morgen vollends in den Ruhestand zurückziehen.

Wenn es sich um einen Minijob handelt und dieser vernünftig pauschal besteuert wird, stellt sich die Frage nicht. Dann ist Brutto gleich netto.

Und selbst wenn der Rentner mehr als 450,- € verdienen sollte, so fallen für ihn als Arbeitnehmer keine Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenverschicherung an.

Der höchstmögliche Steuersatz ist ferner 45% zzgl. Soli und ggf. KiSt. Ergo ist diese das geringste Problem.

Antwort
von Detlef32, 9

In der Rente zu arbeiten hat neben der Motivation "Ich bekomme Geld" auch noch die Motivation "Ich bin für was nütze", "Ich habe Spass" usw.

Aber wenns nur um Geld geht dann ist die Antwort doch einfach:

Wenn Du in die Rente einzahlst kannst Du die Beiträge von der Steuer absetzen und zahlst halt keine Steuern auf diesen "Vorsorgebeitrag" das Geld fliesst also Netto in Deinen Rententopf. Und wenn Du Rente beziehst dann musst Du die Rente (abzgl. des Freibetrages von ca. 730 Euro mtl) versteuern. Was ist also daran so ungerecht, unfair, böse?

Und die meisten Rentner haben einen Minijob und zahlen halt darauf auch keine Steuern. Also ich finde wenn jemand 1.000 Euro Rente bezieht und vielleicht 50 Euro Steuern und dann mit einem Minijob 450 Euro netto dann ist das doch nicht verkehrt. 

Früher konnte man die Beiträge für die Rente nicht absetzen und musste dafür aber die Rente nicht versteuern. Das war unter dem Strich für die meisten teurer als das heutige System. Und auch ungerechter weil die Leute mit hoher Steuerlast in der Rente. Eben Leute mit Immobilienbesitz, Firmen, sonstigem Einkommen aus Vermögen auch keine Steuern auf ihre Rente zahlen mussten. Und das ist heute anders. 

Der mit "nur" der Rente zahlt wenn überhaupt nur ca. 18% Steuern auf den Teil der die 730 Euro übersteigt und die anderen halt bis zu 45%.

Kommentar von bachforelle49 ,

wenn ein Rentner bedenkt, wieviel Zeit ihm noch verbleibt, sollte er  diesen Faktor gut bedenken, denn Zeit ist bekanntermaßen relativ und hat mit Steuern dann gar nichts mehr zu tun - die Armen werden angehalten zu arbeiten und die Reichen fahren in Urlaub... (denken natürlich nicht dran, weil sie,s nicht (mehr) nötig haben)

Kommentar von Detlef32 ,

Die Welt in "arme" und "reiche" Rentner einzuteilen hat mit der Realität nichts zu tun. Und auch Floskeln wie "werden angehalten" als wenn alles fremdbestimmt ist.

Bei jedem Menschen, auch bei Rentnern, ist Geld nur ein Teil der Realität und nur ein Faktor zum "Glücklichsein". 

Denn eigentlich geht es nicht um Geld sondern um Zufriedenheit oder Glück.

Also geht es auch um Gesundheit, Partnerschaften, gute Stunden in Gesellschaft. Von Leuten die ihr Glück in einer Religion finden ganz zu schweigen.

Und dann ist ja "armer" oder "reicher" Rentner das Ergebnis einer Lebensleistung. Also warum ist der "arme" Rentner arm an Rente? Hat er zu wenig gearbeitet, hatte er schlechte Gesundkeitskarten, hatte er Pech, war er dumm, hat er sein Leben vergeudet, hat er sein Leben mit dolce vita genossen, hat ihn jemand betrogen oder wollte er einfach nur noch länger abends in der Kneipe sitzen.

Die meisten Dinge dieser Aufzählung sind das Ergebnis von eigenen Entscheidungen und nur ein sehr geringer Teil hat mit Eingriffen des Staates zu tun.

Und genauso sieht es für den "reichen" Renter aus. Hatte der nur die richtigen Eltern, Glück bei einer Geschäftsidee, hat er jemanden betrogen oder hat Tag und Nacht gearbeitet wie ein Verrückter. Auch hier sind die Einflüsse des Staates gering.

Aber am Ende des Tages: Wem geht es besser: Der der mit Grundsicherung bei vernünftiger Gesundheit seinen Enkel hochhebt und von seinen Kindern respektiert wird oder der der im Jet nach Paris gereist ist und allein an einem festlichen Mahl sitzt, an seine schlechte Gesundheit denkt und niemanden (außer dem Kellner) zum Reden hat.

Sicherlich ist das Beispiel plakativ und entspricht auch nicht der Realität aber es soll mal ein anderes Schlaglicht auf die Frage werfen.

Antwort
von Ursusmaritimus, 26

Wenn der normale AN seine Einkünfte besteuern muss warum soll der Rentner seine Einkünfte nicht besteuern?

Kommentar von bachforelle49 ,

weil, wenn der Grundfreibetrag bei 8652 Euro liegt (bei verh doppelt..), der mtl. Salär (=Rente) bei 721 Euro, was unterhalb der Armutsgrenze liegt + somit die Armut bei Rentnern gutheißt, sozusagen.. in folge müßte also der Grundfreibetrag höher angesetzt werden, sonst fördert man die Armut noch! die Besteuerung wirkt kontraproduktiv, weil es sich dann nicht mehr zu arbeiten lohnt, wenn,s in Form von Steuern vorher abgezogen wird (?!)

der Vergleich mit anständigen Löhnen während der Arbeits(er)lebensphase hält dem nicht stand, weil Rente und Lohn 2 verschiedene Einkommenssysteme darstellen.. nicht zu verwechseln mit dem Vermögen einzelner Rentner, die nicht stellvertretend für und von den Armutsrentner profitieren dürfen..

Antwort
von oxygenium, 27

die meisten Rentner haben so wenig Rente,das sie arbeiten müssen.

Das hat Mutti geschafft!

Von wollen ist hier keine rede.

Kommentar von Ursusmaritimus ,

Rentenreform war vor Mutti.....

Kommentar von wurzlsepp668 ,

klar ......

Mutti ist Schuld.

kannst ja sicherlich auch begründen, oder?

wenn keine Begründung = Bullshit ....

Kommentar von oxygenium ,

schuld habe ich nicht verteilt....

.......aber zwischen den Zeilen steht: "geschafft!"

Kommentar von Detlef32 ,

Schwachsinn - die Rentenhöhe richtet sich alleine nach Deinen Einzahlungen in die Rente und die nach Deinem Bruttoverdienst. Wer also warum auch immer wenig verdient hat bekommt geringe Rente und im Zweifelsfall halt Grundsicherung.

Und wer denkt er hätte nur weil er er ist einen Anrecht darauf in der Rente von allen anderen einfach nur so unterstützt zu werden und ohne Gegenleistung eine hohe Rente zu erhalten der hat im Leben nicht verlernt. Wie habe ich gerade gelesen;: Das Leben ist kein Ponyhof.

Und von den Arbeitslosenzahlen, Einkommen usw. geht es uns glänzend seit Merkel dran ist. Unter Schröder gabs Einschnitte und wenig Jobs.

Antwort
von McSaege, 32

Selbstwertgefühl

Kommentar von bachforelle49 ,

und das kommt nicht (mehr) auf, wenn du am Wasser sitzt und angelst?

Kommentar von Detlef32 ,

Für einige die ich kenne ist ein Leben ohne Arbeit und nur angeln (möglichst noch alleine) kein wirkliches Leben mehr.

Aber die hat der Frager wahrscheinlich nicht gemeint.

Kommentar von McSaege ,

Können aber viele nicht, denke die Gewohnheit

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