Frage von TimmyEF, 104

Rente mit 69 - Was haltet Ihr davon?

Antwort
von DerTroll, 23

Ich selber habe zumindest vor, wenn ich darf, auch so lang zu arbeiten, wie ich kann. Und ich hoffe, mal daß ich mit 69 körperlich dazu in der Lage sein sollte. Es ist wirtschaftlich auch kaum anders möglich, als das Rentenalter zu erhöhen. Die Alternative wäre, viel mehr in die Flüchtlingspolitik zu investieren. Da müßte in Bildungsmaßnahmen investiert werden, damit die Flüchtlinge in ein paar Jahren auch wirklich auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Nur dann kann man auf die Erhöhung des Rentenalters verzichten. Fakt ist ja, daß aufgrund des demographischen Wandels nicht soviele Schulabgänger auf dem Arbeitsmarkt nachrücken als altersbedingt ausscheiden. Es sind halt die ganzen Babyboomer, die zur Zeit in den Ruhestand treten. Dieses Defizit konnte lange Zeit aufgefangen werden, weil inzwischen auch Frauen mehr arbeiten, das ist nicht mehr so, daß in einer Familie die Frau grundsätzlich nur die Rolle der Hausfrau hat. Auch der technolgische Fortschritt hat viel gebracht. Aber so langsam sind die mögliche Reserven erschöpft, wie sich der Mangel an Arbeitskräften kompensieren läßt. Gerade in Berufen, die man nicht wirklich automatisieren kann, zeigt sich das deutlich. Deshalb haben wir ja einen Pflegekräftemangel usw. Es ist also leider unvermeidlich, daß Rentenalter erhöhen zu müssen. Es hat natürlich nachteile, weil man ja in dem Alter auch andere Verpflichtungen hat, denen man eigentlich vor allem deshalb nachkommen konnte, weil man ja mit 65 in Rente ging. Da hat man die Zeit, sich um seine Eltern zu kümmern, die ja dann auch langsam pflegebedürftig werden usw. Daher fände ich es auch besser, wenn es weiterhin die Möglichkeit gäbe, ohne schmerzhafte Rentenkürzung weiterhin früher in Rente gehen zu können und man eher durch Bonuszahlungen eher Anreize setzt, freiwillig länger zu arbeiten. Aber auf Dauer ist es leider unvermeidbar, das Rentenalter anzuheben. Nur man muß auch berücksichtigen, daß es unterschiedliche Berufe gibt und man natürlich nicht in jedem Beruf auch in dem Alter noch die nötige Belastbarkeit aufzeigt. Und es ist natürlich nicht möglich, dann alle für die letzten Jahre irgendwo in die Verwaltung zu stecken. Das heißt, da müßte die Reform irgendwie deutlich weitergehen als nur mit der bloßen Erhöhung des Rentenalters. Da muß auch eine Verteilungsreform mit einhergehen. Vielleicht daß ab einem alter verpflichtet wird, irgendwo in einer Verwaltungsbehörde zu arbeiten (analog zur Wehrpflicht, der man ja früher auch nachkommen mußte) und die Arbeitskärfte, die dadurch in der Verwaltung eingespart werden würden ja dann dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Das wäre ein Ansatz. Und der von mir schon angedeutete Ansatz mit den Flüchtlingen sollte natürlich in Erwägung gezogen werden. Die Zahlen stimmen ja in etwa mit dem Überein, was an Arbeitskräften fehlt, wenn man beim jetzigen Rentenalter bleibt, durch die Erhöhung des Rentenalters werden ja nur ein paar Jahre gewonnen. Aber man müßte da wirklich in die Bildung investieren. Erst einmal in Sprachbildung und allgemeines zur Integration und dann in eine Berufsausbildung. Das würde wirtschaftlich sehr viel bringen, wenn die dann auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Zum einen könnte man es dann wieder hinkriegen, daß Rentenalter zu senken, zum anderen zahlt sich das in einer Nettorechnung ja auch aus. Das Geld, was man in deren Bildung gesteckt hat, bekommt man ja durch die Steuereinnahmen wieder. Allein durch die Einkommensteuer ist das in ein paar Jahren wieder reingeholt... Ach ja, ich vergaß, Bildung ist ja Ländersache, aber die Einkommenssteuer kassiert der Bund. Wieder so ein punkt, wo man es genauer planen muß, daß dies fairer verläuft. Also die Länder so nicht indirekt dem Bund Geld zahlen. Das ist der Hauptgrund, warum man nicht ausreichende Programme in die Bildung der Flüchtlinge investiert. Man sieht, es gäbe zumindest langfristig betrachtet auch Alternativen zur Erhöhung des Rentenalters, aber dann müssen diese auch umgesetzt werden. Und selbst dann dauert es ein paar Jahre, bis diese erfolgreich umgesetzt sein können. Nach jetzigem Stand führt es aber zu einem großen wirtschaftlichen und ökonomischen Schaden, wenn das Rentenalter nicht erhöht wird.

Antwort
von Gerneso, 31

Ich bin schon lange dafür, dass man ein generelles Renteneintrittsalter abschafft und stattdessen mal auf das schaut jemand realistisch eingezahlt und geleistet hat.

Jemand, der - seit er 16 Jahre alt ist - ständig beschäftigt war und hart körperlich gearbeitet hat, sollte mit spätestens 60 ohne Abzüge in Rente gehen dürfen. Zum einen kann er danach seinen Job in der Regel nicht mehr machen und zum anderen hat er über 40 Jahre gearbeitet und in die Kassen eingezahlt.

Jemand, der lange vor sich hin studiert hat und dann vielleicht noch promiviert und erst mit Mitte 30 so langsam mal richtig in den Beruf geht, der dürfte mit Mitte 60 noch Power haben und kann dann auch ruhig länger arbeiten. Wenn der mit 59 in Rente geht, hat der immer noch fast 10 Jahre weniger gearbeitet als der erst genannte.

Antwort
von wfwbinder, 24

Es sind alles Reparaturen an einem System  was nicht erst in den letzten 25 Jahren massiv geändert gehört hätte, sondern bereits Anfang der 70er Jahre.

Als das System eingeführt wurde (so ca. 3 Jahre bevor ich zur Schule kam), haben 80 % der deutschen die Schule unter 18  beendet, nur ca. 20 % haben studiert und kamen erst mit ende 20 in das Rentensystem. Die anderen begannen mit 15 (oder 18 nach weiterführenden Schule) eine Lehre und begannen dann einzuzahlen. Wer mit 65 in Rente ging hatte noch 5-8 Jahre vor sich.

Heute beginnt kaum einer unter 18 eine Ausbildung, 40-50 % erst mit 25, oder älter. Wer in Rente geht hat noch 12-20 und mehr Jahre vor sich.

Weniger zahlen kürzer ein und mehr Leute kassieren länger.

Hätte man in den 70er Jahren nicht zuerst die bruttolohnbezogene Rente eingeführt, die nach einigen Jahren wieder kassiert werden musste, sondern gleich, einen gleitenden demografischen Faktor eingeführt hätte, dann hätten wir es heute und in der Zukunft leichter.

Eine grundlegende Änderung ist notwendig, damit nicht 25 % aller Rentner bald einen Antrag auf Grundsicherung stellen müssen.

Antwort
von Konrad Huber, 7

Hallo TimmyEF,

Sie schreiben:

Rente mit 69 - Was haltet Ihr davon?

Antwort:

Das kommt unter anderem immer auch auf den persönlichen Blickwinkel an!

In meinem Fall aus der Perspektive mit Jahrgang 1949!

Von einer generellen Rentenanhebung auf 69 Jahre, so wie derzeit geltend mit 67 Jahren, ist zwar abzuraten, es wird aber zumindest aus rein mathematischen Gründen früher oder später dahin kommen, daß die Altergrenzen weiter nach oben angehoben werden und eine endgültige, feste Begrenzung wird es wohl nicht geben!

Daß es hierbei zu weiteren Ungerechtigkeiten im System kommt, dagegen ist wohl nach derzeitigem Stand kein Kraut gewachsen!

Meist wird übersehen, daß viele Zeitgenossen mangels gesundheitlicher Belastbarkeit schon sehr viel früher aus dem Arbeits-/Leistungsprozess rausfallen!

Chronisch kranke Menschen werden mit lebenslangen Rentenkürzungen konfrontiert!

Was hierbei ganz besonders aufffällt ist die Tatsache, daß viele der heutigen Frühverrentungen im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen stehen, gerade bei Frauen sind wir derzeit bereits um die 50 Prozent Anteil!

Also kaum mehr eine Frühverrentung ohne psychischen Hintergrund!

Schaut man heutzutage aufmerksam in psychiatrische Einrichtungen hinein so wird man zwangsläufig feststellen müßen, daß die Insassen immer jünger werden und auf Dauer als Beitragszahler ausfallen! Diese Entwicklung scheint derzeit unumkehrbar, weil die Leistungsgesellschaft unmenschliche Züge an sich hat!

Wer die Geschichte bis Bismark (1889) zurückverfolgt wird feststellen, daß unser derzeitiges System damals mit einem Rentenalter von 70 Jahre gestartet ist!

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/4_Presse/infos_de...

Dahin wird es früher oder später zwangsläufig wieder zurückkehren, wie eigentlich alles im Leben!

Prinzip der "Gaußschen Glockenkurve!"

https://de.wikipedia.org/wiki/Normalverteilung

Würde der Staat nicht jetzt schon regelmäßig aus dem Steuertopf erhebliche Beträge pro Jahr ins System zuschießen, wäre die DRV pleite und die jetzigen Rentner in der Zwickmühle!

Es gab ja mal eine Zeit der Fülle in der Rentenversicherung, (70-er Jahre),  die überschüssigen Mittel wurden dann aber zweckentfremdet eingesetzt und lassen sich nicht mehr zurückführen!

Es wird von einer Rentenreform zur Nächsten an den Symptomen herumgedocktert, aber die Ursachen werden nicht angegangen!

Die Automatisierung wird in den nächsten Jahren mit Riesenschritten voranschreiten und der Einsatz von Robotern in allen denkbaren Bereichen wird die Situation weiter verschärfen!

Die Flüchtlingskrise wird die Situation weiter verschärfen, die Politiker werden sich von einer Legislaturperiode zur Nächsten durchhangeln und den Schwerpunkt auf die Erhöhung Ihrer Tantiemen, Diäten, Ihrer eigenen Vorteile setzen.

Es wird weiter Geld gedruckt werden, bis zum St.-Nimmerleinstag!

Ich persönlich sehe die aktuelle Situation aus meiner persönlichen Altersperspektive mit knapp 68 Jahren!

Alleine schon die Rentenreform 2000 mit der Umstellung von Erwerbsunfähigkeitsrente-Berufsunfähigkeitsrente in die heutige Erwerbsminderungsrente war mit gravierenden Kürzungen, erhöhten Zugangshürden und weiteren Einschränkungen verbunden!

Alleine zwischen Stichtag 31.12.2000 und 1.1.2001 klafft in der Erwerbsminderungsrente gegenüber der Erwerbsunfähigkeitsrente eine brutale Rentenkürzung auf Lebenszeit von ca. 30 %, von der Verschärfung der Zugangshürden mal abgesehen!

Wer nach dem 1.1.1961 geboren ist, hat in der DRV keinen Vertrauensschutz wegen Berufsunfähigkeit und muß auf gut Deutsch gesagt die Beine unter dem Arm präsentieren, wenn sie/er eine Erwerbsminderungsrente erhalten möchte!

In diesem Zusammenhang müßen Betroffene nachweisen, daß selbst leichte Tätigkeiten wie Pförtner, Museumswärter, Nachtportier usw. auf Dauer nur noch unter 3 Stunden ausgeübt werden können!

Die Politiker scheren sich nichts darum, wie die Praxis zeigt und die Bemühungen des VDK, der Sozial- und Wohlfahrtsverbände sind wie ein Tropfen Wasser auf dem heißen Stein!!

Natürlich stellt sich die Situation aus jedem verschiedenen Blickwinkel mehr oder weniger verfahren dar!

Fazit:

Die/Der Einzelne hat nur die Möglichkeit, durch rechtzeitige, private Vorsorge und Weichenstellung gegenzusteuern, sofern die Lebensplanung/persönliche Situation dies überhaupt zuläßt!

In diesem Sinne beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Antwort
von turnmami, 43

Es klappt die Finanzierung eben nicht, wenn man nur 10 Jahre Rentenbeiträge zahlen möchte, aber dafür 30 Jahre eine hohe Rente kassieren möchte.

Immer weniger Einzahler müssen immer mehr Rentner erwirtschaften. Das geht eben auf Dauer nicht. Dann muss man entweder die Beiträge erhöhen und die Jungen noch mehr belasten oder die Dauer und Höhe der Rente begrenzen. Da meckern natürlich alle "Alten".

Kommentar von robi187 ,

dann sollten die arbeit geber mehr bezahlen? bei der sklavenhaltung musten diese auch mehr leisten?

wo ist der unternehmer der gerne für seine arbeiter sorgte? und verantworung übernahm? heute wie bei vw großer mist bauen und weg gehen die und haben einen schönen lebensabend?

Kommentar von turnmami ,

dann wandern die Arbeitgeber ins Ausland ab. Dann ist kein Arbeitsplatz mehr vorhanden. Ist immer einfach, von anderen zu verlangen, dass sie mehr bezahlen sollen.

Antwort
von Norman2016, 12

Ich schließe mich einigen Vorrednern an: Ein pauschales Renten-Eintrittsalter ist Unfug! Die Zeit als Beitragszahler ist viel wichtiger und auch der ausgeübte Beruf sollte berücksichtigt werden.

Es ist vollkommen einleuchtend, dass z. B. ein 60-jähriger Dachdecker größere körperliche Verschleißerscheinungen hat als ein gleichaltriger Büroangestellter.

Davon abgesehen ist das Anheben des Rentenalters keine Patentlösung für die Finanzierung unserer Renten. In den kommenden Jahrzehnten werden zunehmend Geringverdiener in Rente gehen, die von ihren Einzahlungen gar nicht leben können. Diese werden mit HartzIV oder der bis dahin gebräulichen Sozailleistung gestützt werden müssen.

Unser heutiges Renten- und Sozialsystem wird nicht mehr lange fortbestehen können. Daran ändern auch die Zuwanderer nicht viel, sofern sie nicht in qualifizierte, gut bezahlte Arbeit vermittelt werden können. Jeder Niedriglöhner wird die Schere weiter auseinander drücken.

Das System wird über kurz oder lang verändert werden müssen, weil es nicht mehr bezahlbar ist.

Antwort
von SiViHa72, 42

Ja bitte. Früher einschulen, später in Rente.

Das begrüße ich sehr!  (ich mein.. nur, dass man schon mit 40, spätestens aber mit 50 in diversen Jobs als zu alt angesehen wird, das ist ja pure Einbildung).

Antwort
von brido, 38

Ich setze immer auf Freiwilligkeit. Ein Dachdecker mit 69 ist ein no-go, ein Professor kein Problem. Und: je länger man arbeitet, umso höher die Rente. 

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Rente, 3

Das ist erst wieder einmal nur vorgezogener Wahlkampf. 

Bisher ist die Rente mit 67 ja nicht einmal realisiert.

Antwort
von 234er, 39

Ich würde lieber kürzer arbeiten :D

Aber umso länger man arbeitet, desto mehr Geld bekommt man auch als Rentner.

Kommentar von robi187 ,

die diätenempfänger werden schon kürzungen finden?

Kommentar von 234er ,

verstehe nicht ganz?

Wenn du den Staat meinst, gegen den kann man eh nichts oder nahezu nichts ausrichten :)

Kommentar von turnmami ,

wer möchte nicht gerne nach ein paar Jahren Arbeit ein paar tausend Euro Rente für die nächsten 50 Jahre?? Ist aber leider nicht finanzierbar

Antwort
von Pauli1965, 31

Frag mal die Leute die körperlich schwer arbeiten müssen. Die wissen sicher eine Antwort darauf.

Antwort
von WosIsLos, 31

Der Vorschlag bezieht sich auf 2060.

Da existiert unser Land eh nicht mehr.

Antwort
von duckman, 14

Ich wollte dann doch noch irgendwann meinen Lebensabend in Ruhe verbringen..

Antwort
von BpKel, 37

Eine Studie hat herausgefunden, das Männer im Durchschnitt 75 werden und Frauen 77, 6 bzw. 8 Jahre Rente und dafür zahlt man sein ganzes Leben in die Rentenkasse ein, echt absurd 

Kommentar von robi187 ,

diätenpfänger und hohe beamte dürfen in den vorruhestand gehen?

Kommentar von turnmami ,

ah, daher weht der Wind. Wieder mal einer neidisch auf Politiker. Na, dann geh doch selber in die Politik!!

Kommentar von Hoegaard ,

Bei "Eine Studie hat herausgefunden" muss man immer fragen: Ach was. Und wer hat die bezahlt?

Tatsächlich beträgt die Lebenserwartung mindestens 10 Jahre länger. Denn entscheidend ist die Antwort auf die Frage, wie lange ein heute zB 50-jähriger wahrscheinlich noch lebt, und nicht die durchschnittliche Lebenserwartung aller. Denn da sind ja auch Unfalltote und als Kinder Gestorbene mit eingerechnet.

Antwort
von anti45, 14

am besten gar keine Rente mehr, bis zum Tod arbeiten und der Arbeitgeber kommt für die Beerdigungskosten auf !

Antwort
von Denso95, 27

Wenig. Das ganze Leben mit Arbeit zu verschwenden ist sinnlos...

Antwort
von Hitmangerst, 14

Sind diejenigen die Rente mit 69 fordern auch gleichzeitig diejenigen welche den Bewerbern andeuten das man mit 45 zu alt ist?

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