Frage von Snickelson, 55

Renovierung, Modernisierung von Eigentumswohnungen?

Hallo Leute, ich habe von Eigentumswohnungen keine Ahnung. Weil ich diesen Fall so kurios finde und mir diese Frage nicht mehr aus dem Kopf geht, würde ich mich über eine Antwort sehr freuen! Ich wohnte mal in München in einer WG. Der Vermieter (Wohnungseigentümer) wohnte auch mit in der Wohnung. Bei der Eigentümerversammlung wurde dann beschlossen, dass alle Balkone für 20.000 Euro erneuert werden würden (neu Fließen, Geländer, usw), obwohl mein Vermieter dagegen war. Es war keine dringende Notwendigkeit die Balkone zu erneuern, meiner Meinung nach. Sie waren zwar nichtmehr zeitgemäß, aber immernoch solide und passten in das Umgebungsbild. 1. Frage: Entscheidet da die Mehrheit der Wohnungseigentümer, ob etwas modernisiert wird? Oder wer entscheidet das? (Es gibt ja die Behauptung, sobald sich ein Eigentümer dagegen stellt, dann wird nichts modernisiert.)

Der zweite Aspekt ist keine richtige Frage, sondern mehr oder weniger eine ungerechte Aussage, die ich so vermittelt bekommen habe. Die Hausverwaltung, die aus den passenden Angeboten eines auswählt, bekommt einen gewissen Prozentanteil bar auf die Hand. Wie stupide ist das denn bitte? Dann würde doch jeder das teuerste Angebot auswählen. Und woher soll dann die Motivation kommen, ein möglichst günstigstes Preis-/Leistungsverhältnis zu finden?

Vielen Dank im Vorraus!

Antwort
von schleudermaxe, 11

... die Eigentümer vereinbaren so eine Abstimmungsorgie in der Teilungserklärung und eine Mehrheit der Stimmen reicht aus für Reparaturen.

Modernisierung benötigt alle Stimmen, wenn ich die Spielregeln richtig lese.

Und ein Verwalter wird bezahlt, meist per Überweisung, so jedenfalls in unseren Hütten.

Antwort
von Hardware02, 32

Ja, richtig, das entscheidet die Mehrheit. Es gibt einige Beschlüsse, die nur einstimmig gefällt werden können. Ein Beispiel dafür wäre die Änderung der Teilungserklärung. 

Das weiß ich zufällig, weil ich in Leipzig eine Wohnung mit einem schlechten TG-Stellplatz (klein, schlecht zum reinfahren) habe. Ich hätte den TG-Stellplatz gerne einzeln verkauft, denn er war lange nicht vermietet. Das geht aber nicht, denn dazu müsste man die Teilungserklärung ändern - und das geht nur einstimmig. (Habe den Platz dann doch noch vermietet bekommen. Bleibt mir ja wohl erhalten.)

Der Beschluss zu einer Modernisierung der Balkone gehört aber nicht zu denjenigen, die einstimmig getroffen werden müssen. Dein Vermieter ist halt überstimmt worden - dumm gelaufen, kann man nichts machen.

Das mit dem Prozentsatz hast du möglicherweise falsch verstanden. Bist du sicher, dass das eine Zahlung an die Hausverwaltung ist? Und nicht nur eine Vorauszahlung für die beschlossenen Arbeiten?

Antwort
von Colombo1999, 34

1. Solche Entscheidungen werden meist mehrheitlich getroffen und erfordern keine Einstimmigkeit. Das regelt die Teilungserklärung mit Gemeinschaftsordnung.

2. Nicht die Hausverwaltung entscheidet über den Zuschlag, sondern die Eigentümer in der Eigentümerversammlung.

Antwort
von AriZona04, 40

Ob die Balkone saniert werden - z. B. - entscheidet die Mehrheit bei einer Eigentümerversammlung. Vorher bringt einer die Idee als Antrag, der dann verhandelt wird. Sollte ein Eigentümer dagegen sein, wird die Maßnahme trotzdem durchgeführt, denn die Mehrheit will es so.

Dass da Gelder bar auf Hände fließen, wage ich zu bezweifeln. Da läuft garantiert was schief!

Antwort
von Ontario, 9

Wenn die Merheit dafür ist, dann können die Balkone saniert werden, auch wenn nur ein Eigner dagegen ist. Hier gilt eben das Mehrheitsrecht. Es gibt aber auch Ausnahmen, die aber hier nicht greifen.

Was du da ansonsten in Erfahrung gebracht hast, ist zwar nicht ganz auszuschliessen, aber nicht der Normalfall. Würde die Hausverwaltung einem teureren Angebot zustimmen, weil sie dafür Bares vom Anbieter erhält, so würde das den Tatbestand der Bestechung erfüllen und dagegen kann man angehen. Mehrer Angebote werden nur deshalb eingeholt, um sich einen Überblick zu verschaffen und am Ende dem preisgünstigsten Anbieter den Auftrag zu erteilen. Wobei der preisgünstigste Anbieter nicht der Beste sein muss. Mitunter werden auch etwas teuerere Angebote beauftragt, so man den billigsten Anbieter kennt und seine Arbeiten bei anderen Objekten mängelbehaftet waren. 

Antwort
von dresanne, 23

Bei uns sollte ein Aufzugeinbau bei den Eigentümern stattfinden. Es hat gereicht, wenn einer dagegen stimmte, da wurde es nicht gemacht.

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