Frage von salvatoreleone, 52

Rennrad für meine Anforderungen geignet?

Gute Abend Leute,

ich wollte mir demnächst ein neues Fahrrad zulegen. Zur Zeit fahre ich noch eine Art Crossrad. Allerdings fahre ich seit langem nur noch auf Asphalt. Ab und zu sind auch mal paar etwas bergigere Straßen dabei. Deshalb habe ich mir überlegt mein Fahhrrad zu verkaufen und mir ein Rennrad zu zulegen. Früher bin ich viel auf Schotter abseits der Straße gefahren aber seit nem Jahr fahr ich fast nur auf der Straße und ich beabsichtige auch nicht wieder abseits der Straße zu fahren.

Allerdings hab ich bedenken was die Stabilität angeht. Also ich will ja eingentlich nur Asphalt fahren. Aber würde das Rennrad auch mal einen befestigten Feldweg aushalten? Also manchmal lässt es sich ja nicht vermeiden. Das währe auch bloß die Ausnahme und ich will ja nicht über riesige Steine oder durch Schlaglöcher fahren. Und wie siehst mit bordsteinkanten aus? Ich kenne mich bei Rennrädern leider nicht so aus.

Ansonsten würde ich gern mal wissen ob es beim Rennrad Unterschied von Rahmen her gibt? Also ich meine nicht ob Stahl, Alu oder so, sondern eben Unterschiede vom Aufbau. Und welche Reifenbreite empfehlt ihr mir für meine Anforderungen? Oder könnt ihr mir vielleicht sogar gleich mal ein Model empfehlen?

Danke für eure Hilfe

Antwort
von vierfarbeimer, 42

Schau dir doch mal ein paar Videos im Netz über das jährliche Rennen Paris -  Roubaix an, was die Renn Räder dort aushalten müssen. Das Rennen trägt den Spitznamen "die Hölle des Nordens", weil es bei diesem Rennen immer über endlose Strecken mit übelstem Kopfstein Pflaster geht, was jedes Jahr ein wahres Martyrium für Mensch und Material ist. Es ist unglaublich was Mensch und Maschine dort aushalten (müssen).

Nein, über ein paar Schlaglöcher oder einen ruppigen Feldweg, der dir unter die Räder kommt, musst du dir nun wirklich keine Sorgen machen. Es gibt einige Hersteller die verstärkte Gabeln für ihre (Renn-) Räder anbieten. Eine solche Option sollte man wahrnehmen, wenn man ordentlich Kampfgewicht auf das Rad bringt oder das Rad im Alltag arg strapaziert. Unter Normalbedingungen hält ein Rennrad von einem Markenhersteller eine Menge aus.

In der Geometrie unterscheiden sich Renn Räder kaum von anderen 28" Bikes (Trecking, cross, usw). Nur im Radstand und Vorlauf sind sie tendenziell kleiner, was die Räder vor allem im Pulk agiler macht.

Antwort
von Olokun, 46

Von der Stabilität her sind Feldwege an sich kein großes Problem. Es ist aber nicht besonders angenehm und das Risiko einer Reifenpanne steigt deutlich an. Viele Radrennen führen teilweise über Kopfsteinpflaster, das muss ein Rennrad auch mal abkönnen. Du bist nicht der einzige, der Feldwege nicht immer vermeiden kann.

Standardreifenbreite sind heutzutage 23mm. Sehe keinen Grund davon abzuweichen, auch wenn ich früher schmalere Reifen (die es heute kaum noch gibt) gefahren bin.

Es gibt unterschiede beim Rahmen, meistens wird zwischen Rahmen für echte Rennen und solchen zum „Genussrennradfahren", Komfort bzw. Enduro, unterschieden. Dann gibt es natürlich auch noch Crossrahmen, die sind stabiler und haben etwas mehr Platz für breitere Reifen. Vielleicht wäre das ja was für Dich?

Kommentar von salvatoreleone ,

Danke für die Hilfe. :)

Antwort
von treppensteiger, 13

Zum Material: Stahl wird schon seit Ewigkeiten verbaut, es gibt selten technische Probleme und Stahl bricht, wenn dann bemerkbar langsam. Ein hochwertiger Stahlrahmen wiegt meist ein halbes Kilo mehr als ein guter Alurahmen, Carbon geht dann auf 700-900g Rahmengewicht runter. Große Stahlrahmen für schwere Leute sind meist nicht so schön steif, selbst mit 64kg merke ich deutlich, wenn ich auf 58cm RH Stahl fahre. Das geht geradeaus vielleicht noch, aber bergauf merkt man das deutlich.

Reine Alurahmen können wahnsinnig steif sein, Cannondale mit den dicken Unterrohren sind ein gutes Beispiel dafür. Heute meist üblich sind Alurahmen mit Carbongabel, was als Kompromiss in Sachen Dämpfung/Preis ganz gut ist. Manche Alurahmen haben aus ähnlichen Gründen auch Carbonhinterbaustreben. 

Natürlich spricht auch wenig gegen Vollcarbonrahmen. Die können sehr gezielt versteift oder weicher gebaut werden, fahren sich also schön sportlich und! komfortabel. Carbon reagiert allerdings am empfindlichsten auf harte, kantige Schläge, und mögliche Materialfehler sind nicht sicher zu bewerten.

Heute auch oft vorhanden ist die Slooping-Geometrie, diese ermöglicht etwas aufrechteres Sitzen. 

Kommentar von soerensven ,

Gute Stahlrahmen sind heutzutage nicht weniger Steif als Alurahmen im gleichen Preissegment. Auch sind sie keineswegs ein halbes Kilo schwerer.

Kommentar von treppensteiger ,

Na ja, es gibt schon technische Grenzen, man kann den Stahl nicht zu dünn machen, was nötig wäre, um mit größeren Rohrdurchmessern eine höhere Steifigkeit zu erzielen. Ab 0,6mm Wanddicke wird es langsam kritisch mit Beulen, 0,4mm waren das Highlight bei Columbus (EL, MAX) und Tange (Prestige) 

Und so sind hochwertige Stahlrahmen trotzdem ihre 500g schwerer, ich fahre selber einen, und kenne noch andere Leute mit guten Stahlrahmen.

Und neue Stahlrohrsätze, womöglich bessere Legierungen sind in den letzten Jahren auch nicht entwickelt worden, weil dafür kaum Nachfrage besteht, und da auch nicht viel Möglichkeiten bestehen. Man kann den Stahl auch nicht unendlich härter machen, weil er dann wieder zu bruchempfindlich wird.

Für die Fullys und BMX-Räder die auf Stahl gebaut sind, werden auch keine superleichten Rohre verwendet, bleiben also bloß spezielle Hersteller. Früher war fast jedes Rad aus Stahl, deshalb konnte und wurde zu der Zeit der Werkstoff innerhalb der Wirtschaftlichkeit auch schon völlig ausgereizt.

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