Frage von dm201437, 43

René Descartes - Wachsbeispiel! Welche Argumentationsschritte?

Welche Argumente hatte Descartes am Wachsbeispiel ?

Antwort
von Grautvornix16, 24

Hi,- sehr sehr kurz gefaßt: Mit dem Wachs-Beispiel will Descartes (nach meinem Verständnis) zeigen, dass Erkenntnis nur aus der Logik eines rational operierenden Verstandes gewonnen werden kann und nicht aus der Wahrnehmung.

Begründung: Wachs kann unter veränderten Bedingungen, z. B. Wärme, seine ursprünglichen Eigenschaften fast vollständig verändern. Dennoch kann der Verstand die neue Form noch als Wachs identifizieren.

Die Subsumierung von ggf. unendlich vielen Erscheinungsformen von Etwas unter ein logisches Konzept von Etwas als Entät ist also nur dem Verstand möglich. Und insofern trennen sich hier die Begriffe von Verstand und Einbildung da Ein-Bildung sich zu jeder Erscheinungsform ein "Bild" als eine eigene Identität machen würde und nicht in der Lage wäre kategorielle Zusammenhänge festzustellen.

Gruß

Kommentar von Rosenblad ,

Wahrhaftig immer wieder ein Genuß wenn ich als Mittefünfziger Deine Beiträge lese!

Kommentar von Grautvornix16 ,

Danke und "dito" :-) Aber wieso der Altersbezug?

Antwort
von Rosenblad, 15

Abgekürzt, da dieses Medium nicht dazu geeignet ist in langen Aufsatzreihen Antworten zu setzen:
Das „Wachsstück“ resp. dessen Natur/Merkmale ungeachtet aller Veränderungsprozesse (z.B. durch schmelzen) ist nach Descartes weder mit den Sinnen, noch mit der Vorstellung erfassbar – die diese Zugänge ihrer Erfassung akzidentiell bleiben, sondern ausschließlich mental, also mit dem Geist (heute würde man von mentalen Modellen (1) sprechen, die ideativ, epistemologisch und faktologisch aufgebaut sein können) womit die Erfassung essentiell möglich ist.

(1)Ein mentales Modell (…) ist ein ‘innerer Gegenstand’, mit Hilfe dessen aufgrund der Analogiebeziehung zum Original (einer Verhaltens-, Funktions- oder Strukturanalogie) Aufgaben und Probleme stellvertretend und mental an diesem inneren Objekt gelöst werden können. Die exakte Struktur des mentalen Modells ist dabei nicht von Bedeutung, solange eine Analogiebeziehung zwischen Modell und Original gegeben ist.“ (Karin S. Moser „Mentale Modelle und ihre Bedeutung. Kognitionspsychologische Grundlagen des (Miss-)Verstehens“, S.185)

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