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Religionsunterricht an Grundschulen:was ist da sinnvoll?

gefragt von koira1975koira1975 am 30.10.2007 um 15:42 Uhr

An der Grundschule (kath) meines Patenkindes sieht es so aus, dass in der 4.Klasse ua das Inhaltsverzeichnis des AT auswendig gelernt wird.Die Mutter und ich halten das für wenig sinnvoll. Würdet ihr mit der Lehrerin sprechen?


Reply


anonym
beantwortet von oldpaed am 30. Oktober 2007 16:25
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Ich halte diese Aufgabe für nicht sinnvoll, wenn ich bedenke, dass die Namen selbst für Erwachsene schon schwer auszusprechen und zu behalten sind; jede Bibel h a t doch ein Inhaltsverzeichnis, da kann man doch gucken! Theologiestudenten sollten es möglicherweise kennen... Viel wichtiger ist das Lesen von Textstellen und die kindgemäße Erklärung derselben. Zum Auswendiglernen bieten sich andere Textstellen der Bibel oder passende Kindergebete an, welchen Sinn hat es, die Namen der Bücher des AT genauestens zu kennen??? Das erscheint mir zu sehr formal. Der Sinn des RU ist es, die Herzen der Kinder für Gott und den Mitmenschen aufzuschließen. - Ob Du mit der Lehrerin sprechen solltest, kann ich nicht sagen, aber nachfragen nach dem "Warum" lohnt sich vielleicht. Mir ist auch nicht bekannt, dass in Grundschulplänen zum RU steht, dass die Bücher des AT auswendig zu lernen sind... So mache ich möglicherweise als Lehrperson den Kindern das Fach Religion "leid"! Ich habe Theologie studiert und kann die Bücher auch nicht auswendig hersagen, da bin ich ganz ehrlich! - Vielleicht hast Du jetzt auch ein paar Argumente für ein Gespräch :-) . Die Neugierde und den Wissensdurst der Kinder zu stillen, in der Bibel, diesem schönen alten Buch der Geschichte Gottes mit den Menschen zu lesen, darauf kommt es meiner Ansicht nach an!

Kommentar von A771c1885496c251388a1b89bbe694edsmallkoira1975 am 31. Oktober 2007 00:26

Vielen Dank! Sehe ich genauso und danke für die Argumentationshilfe einer Theologin;-)

Kommentar von A8ff471a2a3e8d09d7a7a92e426cae63smallKajjo am 31. Oktober 2007 19:43

Auch aus atheistischer Sicht ist dies eine gute, logische, nachvollziehbare Antwort. DH!

Kommentar von oldpaed am 1. November 2007 09:13

Danke. Ich meine, dass auch aus atheistischer Sicht die Bibel "unverzichtbares Kulturgut" ist. Du weißt sicherlich, welche Antwort Bertold Brecht auf die Frage nach seinem Lieblingsbuch gab.


holodeck
beantwortet von holodeck am 30. Oktober 2007 16:10
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Na ja, vielleicht schon deshalb, um zumindest zu verstehen, was Sinn und Zweck dieser religionspädagogischen? Herangehensweise sein soll. Ansonsten würde ich mich für ein derartiges Gespräch zusätzlich mit "inhaltlichen Wünschen" wappnen, um in Erfahrung zu bringen, inwieweit diese im weiteren Verlauf des Religionsunterrichtes Berücksichtigung finden könnten ;-))

Anregungen zu den "inhaltlichen Wünschen" bietet vielleicht der Lehrplan Bayern Grundschule 4. Klasse Katholische Religionslehre. Ist ein PDF File, der Lehrplan Religion beginnt auf Seite 5 der Datei.

http://tinyurl.com/3czeqw

Kommentar von A771c1885496c251388a1b89bbe694edsmallkoira1975 am 31. Oktober 2007 00:30

Vielen Dank!


anonym
beantwortet von Klabauter am 30. Oktober 2007 15:53
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Das Auswendiglernen ist eine sehr gute und wichtige Schulung des Gehirns. Es ist sehr schade, daß das meistens als 'unnützer Ballast' angesehen wird, die Übung des Gedächtnissen aber nicht bedacht wird.

Ob es nun ausgerechnet religiöse Texte sein müssen, laß ich dahingestellt sein, aber wirklich sträuben würde ich mich nicht dagegen. Inhaltsverzeichnis vom AT ist immer noch besser als ein Katechismus, oder?

Kommentar von A8ff471a2a3e8d09d7a7a92e426cae63smallKajjo am 30. Oktober 2007 19:08

So ein Quatsch! Inhaltsverzeichnisse auswendig zu lernen, ist selten dämlich. Wem bringt das Spaß? Wozu kann man das später gebrauchen?

Dann doch lieber die Bergpredigt oder Genesis 1-7, aber ausgerechnet ein Inhaltsverzeichnis? Also, nein, wirklich nur noch blöde!

Kommentar von A771c1885496c251388a1b89bbe694edsmallkoira1975 am 31. Oktober 2007 00:29

Ich fänd den Katechismus allerdings sinnvoller als ein Inhaltsverzeichnis. Gegen das Auswendiglernen generell ist auch überhaupt nichts zu sagen (Gedichte, bei Reli 10 Gebote, Beichtspiegel etc), aber ein Inhaltsverzeichnis...wozu?


borhap
beantwortet von borhap am 30. Oktober 2007 16:08
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Wenn die Schüler das "Inhaltsverzeichnis" des AT auswendig lernen, lernen sie die Namen der 39 verschiedenen Bücher. Wahrscheinlich werden sie dann auch etwas über den Inhalt derselben erfahren und die Einteilung in

  1. Geschichtsbücher (1 Mose bzw. Genesis bis Ester): Sie stehen am Anfang der Bibel und erzählen von der Erschaffung der Welt und von der Geschichte des Volkes Israel.

  2. Lehrbücher und Psalmen (Hiob bis Hohelied): Sie enthalten tiefe Lebensweisheiten, die ursprünglich für den Gottesdienst gesammelt wurden.

  3. Prophetenbücher (Jesaja bis Maleachi): Sie stehen am Schluss. In ihnen kommen Propheten aus ganz unterschiedlichen Zeiten zu Wort und verkünden den Menschen, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.

Ich halte es für sinnvoll,dass die Schüler darüber informiert sind, was denn nun im AT steht. Und Auswendiglernen fällt in diesem Alter doch noch leicht.

Kommentar von oldpaed am 30. Oktober 2007 16:31

Dadurch dass ich die Namen der Bücher auswendig kenne, weiß ich doch nicht, was in ihnen "steht". Ein Professor für AT, der sollte sie in der Tat auswendig kennen, aber doch kein Grundschulkind! Ansonsten: Siehe meine bescheidene Antwort.

Kommentar von 5abdb157a60a1717556e5b05d3f594f7smallborhap am 30. Oktober 2007 17:16

Ich finde, es gehört zur Allgemeinbildung zu wissen, was in der Bibel steht. Wenn die Kinder sich später z. B. an den Namen "Mose" erinnern, ordnen sie ihn automatisch dem AT zu - auch ohne den Inhalt genau zu kennen. Ich weiß von nicht wenigen Erwachsenen, die z. B.Jesus im AT vermuten. Dies wird besagten Grundschülern bestimmt nicht passieren! Ist doch immerhin etwas.

Kommentar von A771c1885496c251388a1b89bbe694edsmallkoira1975 am 31. Oktober 2007 00:34

Bin auch eher der Meinung, dass der Inhalt bekannt sein sollte. Und mal ehrlich: was weisst Du noch von dem, was Du in der Grundschule auswendig gelernt hast?


Kajjo
beantwortet von Kajjo am 30. Oktober 2007 19:07
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Warum muß überhaupt Religion an einer Grundschule unterrichtet werden? Kann man die Tochter nicht ganz aus diesem indoktrinierenden Unterricht herausnehmen?

Inhaltsverzeichnisse auswendig lernen ist reine Unfug. Dann schon lieber Gedichte oder Gleichnisse -- sonst könnte man auch gleich das Telefonbuch nehmen.




Kommentar von oldpaed am 30. Oktober 2007 23:10

Religionsunterricht indoktriniert nicht; er ist ein Angebot, das die Eltern zunächst für ihre Kinder wahrnehmen können; mit dem Erreichen der Religionsmündigkeit können sich die Kinder abmelden. Welcher Unterricht ist überhaupt "wertneutral"? Hier von Indoktrination zu sprechen, halte ich für unangemessen.

Kommentar von oldpaed am 30. Oktober 2007 23:15

Religionsunterricht indoktriniert nicht; er ist ein Angebot, das die Eltern zunächst für ihre Kinder wahrnehmen können; mit dem Erreichen der Religionsmündigkeit können sich die Kinder abmelden. Welcher Unterricht ist überhaupt "wertneutral"? Hier von Indoktrination zu sprechen, halte ich für unangemessen. Zudem: Religionsunterricht ist "ordentliches Lehrfach" an den allgemeinbildenden Schulen und verfassungsrechtlich garantiert, um nun auch einmal "formal" zu argumentieren.

Kommentar von A771c1885496c251388a1b89bbe694edsmallkoira1975 am 31. Oktober 2007 00:28

Da es eine katholische Schule ist, ist der Religionsunterricht Pflicht und das ist auch Wunsch der Eltern. Ich finde Religionsunterricht sinnvoll und kann mich immer noch sehr genau an meinen Eigenen in der Grundschule erinnern.

Kommentar von meiti am 31. Oktober 2007 13:48

Ich finde es unglaublich Religionsunterricht als indoktrinierenden Unterricht zu bezeichnen. Es steht jedem frei sein Kind taufen zu lassen oder "wertfrei" oder atheistisch zu erziehen. Finde nur manchmal die Einstellung von "Nichtgläubigen" zu gläubigen Menschen (egal welcher Religion) als oft reaktionär.

Kommentar von A8ff471a2a3e8d09d7a7a92e426cae63smallKajjo am 31. Oktober 2007 19:41

Was ist daran unglaublich? Kindern werden anachronistische Vorstellungen vermittelt, es wird ihnen Schuld und schlechtes Gewissen eingeredet und es werden ihnen Werte vermittelt, die die Eltern so vielleicht gar nicht vermitteln möchten. Ich möchte meine Kinder selbst erziehen -- und ihnen nichts von Glaubensinhalten vorlügen, die schon längst passe sind.

PS "reaktionär" hast Du hier bestimmt falsch verwendet. Zumindest sind Atheisten und Naturwissenschaftler im Regelfall genau das Gegenteil. Schlag das Wort mal nach!


demosthenes
beantwortet von demosthenes am 30. Oktober 2007 20:42
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Wer sein Kind an eine katholische Grundschule gibt, der sollte wohl schon darauf gefasst sein, dass die Religion dort eine grössere Rolle spielt, als an einer nichtkonfessionellen Schule.

Und das Auswendiglernen eines Stoffes ist generell sicher nicht nachteilig für die lieben Kleinen, wird heute an Schulen allgemein eher viel zu wenig praktiziert.

Kommentar von A771c1885496c251388a1b89bbe694edsmallkoira1975 am 31. Oktober 2007 00:33

Religion sollte auch eine größere Rolle spielen (eben deshalb die Schulwahl), nur das Auswendiglernen eines Inhaltsverzeichnisses hat wenig mit Religionsinhalten zutun.


Qetan
beantwortet von Qetan am 30. Oktober 2007 15:57
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Die Lehrerin muss sich an den Lehrplan halten, da wird ein Gespräch wenig bringen. Außerdem, da stimme ich Klabauter zu, ist das Auswendiglernen eine sehr wichtige Sache.

Kommentar von 90f92606364457cf9115c8543f6206besmallSolf am 30. Oktober 2007 15:58

Ja schon! Aber in Religion?

Kommentar von 36ea780fa5d85085cafc9a9842944636smallholodeck am 30. Oktober 2007 16:17

DH, lieber Solf. Das meine ich doch auch - abgesehen natürlich vom Vaterunser, das sollte schon flüssig über die Lippen kommen ;-))

Kommentar von A771c1885496c251388a1b89bbe694edsmallkoira1975 am 31. Oktober 2007 00:31

Richtig, aber es gibt auch sinnvolles Auswendiglernen.

Kommentar von A771c1885496c251388a1b89bbe694edsmallkoira1975 am 31. Oktober 2007 00:37

Kann mir auch nicht vorstellen, dass das so im Lehrplan steht.




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