Religionsreferat themen?

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1 Antwort

Hallo sophiathebrain,

Unterpunkte können sein:

- Anzahl der Katholiken in der DDR

- Verhältnis katholischer Jugendlicher zur Jugendweihe

- gesellschaftliche Stellung der kath. Priester

- Aufgabenverteilung der Laien in den kath. Gemeinden

- Verhältnis des Staates zu den Bischöfen

Einige Dinge aus meiner persönlichen Erfahrung zu diesen Punkten:

- In der DDR gab es nur 6% Katholiken. Aber die waren dann meist auch richtig dabei.

- Jugendliche, die nicht an der Jugendweihe teilnehmen wollten, hatten Schwierigkeiten, zu einem Studium zugelassen zu werden.

- Obwohl der Staat grundsätzlich Religion ablehnte, waren die Priester bei der Bevölkerung hoch anerkannt. Ich weiß von einem Pfarrer, der sich einen Anzug kaufen wollte: Verkäuferin: "Haben wir nicht!" Und als er sagte, das er als Pfarrer für eine Veranstaltung einen brauche: "Ach so! - Da habe ich was Besonders noch da!"

- Es konnte daher passieren, dass Laien die Gottesdienstvorbereitung, den Firm- und Religionsunterricht übernahmen, während der Pfarrer aufgrund seiner guten Kontakte die Baustoffe für die Kirchenrenovierung beschaffen konnte.

- Da damals Johannes Paul II. Papst war und aus Polen stammte, versuchte der Staat zumindest, es nicht mit den Bischöfen zu verderben. Das wäre auch schwierig gewesen, da die Bistümer nicht identisch mit der DDR waren, sondern in Deutschland übergreifend z.T. in der DDR, zum Teil in der Bundesrepublik lagen.

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Kommentar von Nadelwald75
28.04.2016, 18:18

Ich habe noch einiges ergänzt und korrigiert.

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Kommentar von Huckebein
29.04.2016, 13:15

Ich korrigiere auch mal:


- Jugendliche, die nicht an der Jugendweihe teilnehmen wollten, hatten Schwierigkeiten, zu einem Studium zugelassen zu werden.

Das ist Unsinn.

Evangelische Jugendliche ließen sich konfirmieren, katholische Jugendliche bekamen die Kommunion, atheistisch erzogenen Jugendliche erhielten die Jugendweihe.

Die Jugendweihe wurde eingeführt, um den nicht konfessionell gebundenen Jugendlichen auch einen würdigen Schulabschluss zu schaffen. Wer daran nicht teilnehmen wollte, ließ es einfach sein, ohne dafür irgendwie belangt zu werden. Aber die Mehrzahl wollte nicht auf diese Feierlichkeit verzichten und sich um eine schöne Erinnerung an die Schulzeit bringen.

Dass auf der Jugendweiheveranstaltung kirchliche Zeremonien natürlich ausfielen und meistens vom Schuldirektor eine in die Zeit und die Gesellschaft passende Rede gehalten wurde, versteht sich von selbst. Das war der geringste Teil der Zeremonie. Danach gab es Musik, Tanz, Spaß, gemeinsam mit Eltern und Lehrern, und das obligatorische Geschenk: Ein Buch über die DDR.
Heute gäbe es vielleicht ein Buch über die Bundesrepublik oder Amerika:)

Also: Kein katholischer, kein evangelischer Jugendlicher wurde genötigt, sich für die Jugendweihe zu entscheiden. Studiert haben sie trotzdem.
Das Märchen von von der Studienverweigerung aufgrund von Religionszugehörigkeit hängt den gelernten Ostbürgern langsam zum Hals heraus. Wurde jemand, der einer Religion angehörte, nicht zum Studium zugelassen, dann hatte das andere Gründe: Entweder die Leistung stimmte nicht oder er war bereits auffällig geworden in seinem Sozialverhalten, oder man hatte berechtigten Grund anzunehmen, dass er nach kostenlosem Studium in der DDR mit seinem erworbenen Wissen (kostenlos) in den Westen geht.

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