Religionen unnötig/ Wut?

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43 Antworten

Für mich steht die Freiheit des Andersdenkenden und Anderslebenden im Zentrum meiner philosophischen Handlungen und Entscheidungen. Prinzipiell trete ich dafür ein, dass ein Mensch seine Religion oder Philosophie im Rahmen seines
privaten Kosmos' ausleben kann und sollte. Schwierig wird es, wenn es
sich dabei (wie beim Islam und historisch auch beim Christentum) um
Staatsreligionen handelt.
Ich möchte einerseits nicht in einer Gesellschaft leben, die Muslimen
das Recht auf Religionsausübung entzieht (die Gefahr sehe ich bei der
angeblichen Alternative durchaus). Andererseits zeigt sich mehr und
mehr, dass schrankenlose Toleranz der Intoleranz zur Akzeptanz derselben
führt - was darin mündet, dass sich Schüler, die gegen Antisemitismus
und Hass auf Homosexuelle eintreten, sich als "Nazi" beschimpfen lassen
müssen. Und große Teile der politischen Linken, der ich eigentlich nahe
stehe, beteiligen sich an diesem Unsinn.

M.E. sollte niemand das Recht haben, einen anderen für eine Lebensform
Gewalt in jeglicher Form anzutun (öffentliche Hassaufrufe gehören dazu),
die ihn nicht in seiner eigenen Freiheit bedrängt. Die "Freiheit," die
monotheistische Religionen mit Missionsauftrag für sich fordern, ist es,
Deutungshoheit über das Leben aller Organismen zu haben - diese
"Freiheit" darf in einer westlichen Gesellschaft nicht herrschen. Je
mehr wir aber "Sonderzonen" erschaffen, in denen sich diese Freiheit
erkämpft werden kann (ich erinnere an den "Raum der Stille" an der TU
Dortmund), desto unfreier werden wir, die wir davon ausgehen, dass die
Freiheit des Lebensentwurfs beim Individuum liegt.
Jeder kann das für richtig und heilig halten, was er will oder aufgrund
seiner familiären Tradition akzeptiert - keiner hat das Recht, ihm diese
Deutungshoheit über sein Leben abzusprechen. Aber gleichzeitig darf
dies keine Konsequenzen für die Freiheit Anderer haben.

Bedauerlicherweise wird, angeführt durch einen Kurs, der alles Extreme
toleriert, genau jene Freiheit des Andersdenkenden mehr und mehr infrage
gestellt, bis dahin, dass man einen "Raum der Stille" für alle
Religionen und Denkrichtungen lieber abschafft, als sich den Islamisten
in den Weg zu stellen, die ihn allein für sich beanspruchen.
Diese (mangelnde) Haltung sehe ich absolut kritisch.
Gleichzeitig würde ich aber auch das Recht eines jeden friedlichen
Muslims verteidigen, seine Religion in seinem Rahmen ausüben zu dürfen.

Auch möchte ich als Randnotiz zu bedenken geben, dass die extremen Auswüchse nahezu exklusiv dem missionarischen Monotheismus immanent sind. Zwar gibt/gab es Territorialauseinandersetzungen über das Vorrecht einer bestimmten Glaubensrichtung in einem Land auch in religiös nicht monotheistisch geprägten Regionen, allerdings gab es nie den Willen, in einer Welt zu leben, in der alle Menschen die eigene Religion als ihre eigene begreifen und jeder Abweichler stirbt. Der Missionsgedanke macht die Geschichte des Christentums und des Islams (der nicht so an die Kette gelegt wurde wie das Christentum in Europa) so blutig und grausam.

Religion an sich, als Gesamtkonstrukt, ist allerdings nicht a priori gewaltsam. Über die Relevanz des Glaubens zu diskutieren, wäre nochmal ein ganz anderes Thema.

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Kommentar von Fantho
15.06.2016, 23:32

Sehr gut geschrieben!

Doch ich möchte gerne Deinen Punkt 'diese
"Freiheit" darf in einer westlichen Gesellschaft nicht herrschen.
'
 wie folgt erweitern:

'Diese "Freiheit" sollte in keiner Gesellschaft herrschen; nicht nur nicht in einer westlichen Gesellschaft'...

Gruß Fantho

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Kommentar von Viktor1
16.06.2016, 13:50
Die "Freiheit," die monotheistische Religionen 
mit Missionsauftrag für sich fordern, ist es,
Deutungshoheit über das Leben aller Organismen
zu haben - diese "Freiheit" darf in einer
westlichen Gesellschaft nicht herrschen.

Was verstehst du unter "Deutungshoheit" ?
Ist dies eine erzwungene moralische Wertung zum Umgang mit dem Leben ? Wo findest du diese in unserer Gesellschaft ?
Ist es nicht nur ein Kunstbegriff von dir um dir (als Atheist ? oder Religionsgegner ?) nicht genehme öffentliche Erscheinungsformen von Religion zu diskreditieren ?
Ist es dann auch "Deutungshoheit" wenn nicht religiöse oder atheistische  Ansichten über das Leben sich sich durchsetzen ?
Muß dann auch deren Freiheit bekämpft werden ?
Welchen Schaden  richtet die Freiheit der mon. Religionen an wenn sie sich "anmaßen" ihre Wertevorstellung in die Gesellschaft einzubringen ?
Es bleibt jedem Einzelnen oder jeder Gruppierung unbenommen, sich mit "Deutungen" von Moral und den begleitenden "Forderungen"
auseinander zu setzen, diese zu begrüßen , zu verwerfen oder zu ignorieren egal woher sie kommen.
Wie du dies darstellst, soll aber a priori einer öffentliche Verkündigung solcher Deutungen schon die Freiheit entzogen werden weil sie die Chance hat daß viele sich dieser Deutung anschließen.
Letzteres ist dann die "Hoheit" in deinem Begriff.
Mit Freiheit und Demokratie hat solches Denken aber wenig am Hut.
Religionen sind genauso wie Parteien ein wichtiges Element unserer freiheitlichen Gesellschaft mit gleichem Recht "über das Leben aller Organismen" (was für ein "verquerer" Begriff) zu befinden.
Sie sind älter als Letztere, für moralische Wertung kompetenter und haben (das Christentum) unsere westliches Wertesystem entscheidend geprägt.
Tatsache ist, daß die grausigsten Gesellschaftssysteme der Geschichte dort Raum fanden, wo eben die "Deutungshoheit" der Religion über das Leben nicht "geherrscht" hat.

Der Missionsgedanke macht die Geschichte des 
Christentums .....so blutig und grausam.

Tut mir Leid dies sagen zu müssen - aber das ist Schwachsinn.
Das hast du nur eingebracht, weil deine "Argumentation" so schwach ist.


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Kommentar von Kuppelwieser
16.06.2016, 18:01

Dein Zitat: "....Schüler, die gegen Antisemitismus
und Hass auf Homosexuelle eintreten, sich als "Nazi" beschimpfen lassen müssen....". Seltsam, ist es nicht eher umgekehrt so, dass sich Schüler die für Antisemitismus und Hass auf Homosexuelle eintreten, als "Nazi" beschimpft werden?

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Sehe ich das komplett falsch und übersehe ich etwas?

Meiner Ansicht nach übersiehst du zwei elementare Dinge, in deiner schwarz/weiß Sicht auf die Religionen.

  1. Du übersiehst die ganzen guten Dinge, die aus Religion entstehen. Religiöse Menschen, zeichnen sich nämlich hauptsächlich durch gesellschaftliches und soziales Engagement aus. Barmherzigkeit und Nächstenliebe ist täglicher Bestandteil, im Leben von gläubigen Menschen. Sie richten ihre Freizeit, aber auch ihr berufliches Engagement, nach ihren religiösen Überzeugungen aus. Anderen Menschen, Hilfe, Liebe, und Hoffnung schenken. So zeigt sich der Glaube bei den Meisten tief religiösen Menschen. Nicht in Krieg, Terror und Hass.
  2. Religion ist nicht wirklich das Problem. Wenn dann ist es der Mensch, der die Religion, als Rechtfertigung, für sein Machtstreben, und seine Gewalttätigkeit missbraucht. Gäbe es keine Religionen, würden sich diese Menschen, einfach eine andere Rechtfertigung suchen. Der Mensch ist da sehr erfinderisch, seine "Exzesse" zu "legitimieren", und sich für sein handeln, zu rechtfertigen.

LG :-)

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Du übersiehst dass Religion und der Glaube an sich keine Wissenschaft ist und keinen Anspruch auf Beweise erhebt.

Wissenschaft kannst du beweisen oder widerlegen. Glauben nicht. Der hat nur deswegen Existenzberechtigung weil es ihn gibt. Das ist ähnlich wie wenn du irgendwie "weißt" was du kannst.

Es gibt Menschen die wollen einen Teil ihres Weges "geführt" werden - ein Glaube gibt viele Antworten - wenn man will auf jeden Mist. Entscheidungen musst man nicht immer allein und ohne Rückhalt treffen ect.
Den Fehler den viele Gläubige machen ist, dass sie Andere auch überzeugen wollen. Bei Mathe ist es einfach - 1+1 = 2 das ist allgemein bekannt und kann - sofern die Axiome dieselben bleiben - auch bewiesen werden. Religion ist einfach Glaube und dieser kann zwar Berge versetzen aber ist nicht beweisbar. Aber auch nicht widerlegbar.
Dieser Versuch andere für den eigenen Glauben zu überzeugen kann durchaus aggressiv machen ja. Man sträubt sich einfach dagegen. Es ist eigentlich eine Einmischung in die Gefühls- und Glaubenswelt des Anderen. Nachdem das näher ist als Einmischung in die Wissenswelt wird man dementsprechend auch aggressiver - vermute ich.

Und da geht es nicht um Leichtgläubigkeit - sondern dass man in dem Moment oder in der Lebensphase so etwas braucht. Das ist eine sehr persönliche Sache die man keinem nehmen oder einreden kann. Ich bin allerdings Atheist. Ich sehe nur - obwohl ich an keine Kirche glaube - durchaus in dem Sinn ihrer Existenz.

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Sehr viele Menschen glauben, auch jenseits der Religion, an Dinge, bei denen ich nicht nachvollziehen kann, warum sie das wider jeglicher Logik glauben. Solange sie meine Freiheiten nicht einschränken wollen und mir nicht verbieten wollen dagegen zu argumentieren ist mir das aber ziemlich egal. Erst wenn sie anfangen in mein Leben einzugreifen werde ich sauer.

Ich werde auch wütend, wenn ich sehe, dass Kriege wegen Religion geführt werden, oder wenn Attentate aufgrund von Religion verübt werden. Das verführt mich aber nicht dazu jedem Gläubigen mit Ablehnung zu begegnen, denn nur ein geringer Prozentsatz der Gläubigen ist gewaltbereit. Die meisten legen ihre Religion sogar so aus, dass sie Gewalt gegen andere explizit verbietet.

Mit Wut und Ablehnung reißt man nur neue Gräben auf. Man kann versuchen mit Logik zu überzeugen und das gelingt besser, wenn man versucht den anderen zu verstehen. Diese Leute haben ihre Gründe an einen Gott zu glauben. Diese Gründe muss man erkennen und kann dann versuchen sie logisch auszuhebeln. Das gelingt aber nicht mit Vorwürfen.

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Ich denke, dass nicht unbedingt die Religionen an sich schlimm sind, sondern vielmehr die Fanatiker, die damit extrem umgehen.

Für mich bräuchte es keine Religionen.
Aber ich bin nicht alle und wer darin Kraft, Trost oder ähnliches findet, der kann für sich religiös sein.

Ich kann mir schwer vorstellen, dass irgendein "Gott" oder "Allah" gesagt hat "murkst alle ab, die nicht an mich glauben oder den falschen Glauben haben".
Das ist eine armselige Ausrede von Fanatikern - egal von welcher Religion.

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Kommentar von Meatwad
16.06.2016, 19:07

Ich denke, dass nicht unbedingt die Religionen an sich schlimm sind, sondern vielmehr die Fanatiker, die damit extrem umgehen.

Man darf sich natürlich fragen, wo Fanatismus anfängt. Bei Attentaten? Sehe ich nicht so. Fanatismus fängt gerne auch schon in der Familie an. Und nein, ich rede hier nicht ausschließlich von muslimischen Familien.

Aber ich bin nicht alle und wer darin Kraft, Trost oder ähnliches findet, der kann für sich religiös sein.

Viele Menschen finden auch in zehn Dosen Bier pro Abend Trost. Bekommt ihrem Umfeld meist auch nicht so gut.

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Ich verstehe dich nicht. Wieso empfindest du Wut bei dem, was ein anderer glaubt? Was hat sein Glaube denn mit dir zu tun? Macht es dich wirklich wütend, oder war das bloß die falsche Wortwahl und wir haben eine unterschiedliche Definition des Begriffss "Wut"?

Wut ist ein Gefühl, dass der Angst entspringt, also wovor fürchtest du dich? Ein strenggläubiger Mensch kann nerven, wenn er einen ständig Missionieren will. Aber das kann ein überzeugter Veganer auch. Bin ich deshalb wütend auf sie? Nein. Ich kann cool bleiben und mich von ihnen distanzieren. Und solange sie mir nicht auf mein Steak spucken werde ich auch nicht wütend auf sie.

Wenn die Gedanken und der Glaube von anderen Menschen dich in Wut versetzen, dann bist du auch nicht besser als die, auf die du wütend bist. Die sind meistens auch ziemlich wütend, obwohl sie alle behaupten, dass Friede die Botschaft ihres Herren ist (oder so ähnlich).

Mich macht es höchstens dann wütend, wenn Menschen ihre Religion dazu benutzen, sich über andere zu stellen, ihnen Regeln aufzuzwingen, oder Andersgläubigen mit Gewalt (oder Wut?) begegnen. 

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Kommentar von Recorsi
15.06.2016, 23:28

Meinte damit auch nicht wirklich die "normalen Gläubigen", finde ich in den meisten fällen zwar trotzdem unnötig, hab aber nichts gegen deren Glauben. Ich meinte die Missionare oder Fanatiker etc. die den Glauben als Erlaubnis zum Töten sehen. Vielleicht war Wut nicht der richtige Ausdruck, ist aber such schwer sowas auszudrücken.
Außerdem ist Wut und Angst ja mal was ganz anderes

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Ich weiß nicht woran die Wut in dir liegt, aber ich finde jeder Mensch hat eine andere Meinung über Religionen und die streng gläubigen (ich bin auch gläubig) haben auch ihre Gründe warum sie an die jeweilige Religion glauben und falls du zbs. Leute direkt wegen der Religion beurteilen solltest, rate ich es dir zu lassen auch wenn die Abneigung in dir so groß ist. Natürlich verbiete und zwinge ich dich nicht an Gott zu glauben oder so ich denke einfach, wenn du diese Wut in dir beherrschen kannst, könntest du wenn du möchtest die Menschen auch mal fragen warum sie so gläubig sind. Versuche die Meinung von Gläubigen egal ob Christ, Muslim, Jude oder sonst was ein wenig zu verstehen oder zu respektieren. Wenn du zbs. Mit einem Gläubigen befreundet bist, magst du ihn ja trotzdem. Auch wenn du findest , dass seine Religion völliger Schwachsinn ist. Konzentriere dich einfach auf den Charakter und die Absichten der Menschen und nicht auf den Glauben denn der ist ja was privates. Ich weiß nicht wie es ist wenn du eine Nonne oder eine Frau mit Kopftuch oder jemanden mit sonstigen religiösen Anzeichen siehst. Auf sowas sollte man auch achten undzwar das man nicht auf das aussehen gucken sollte denn auch hinter einer Frau mit Kopftuch oder anderen bedeckungen (ich nehme das Kopftuch weil es zurzeit ja sehr viele Probleme damit gibt) kann ein Mathe-Genie stecken was dir helfen könnte in irgendwelchen Situationen. Und was die Bombenanschläge egal wo betrifft, ist glaube ich fast jeder anderer Meinung. Der eine meint, in keiner Religion gibt es Gewalt der andere meint es wäre alles der Islam schuld nur weil die Täter zbs. Allahu Akbar schreien. Das ist für mich Schwachsinn und genau durch diese Medien werden in Leute ja neugierig. Sie reden von "islamisierung" wobei die Medien doch selbst schuld sind, wenn sie jeden auf den Islam hetzen möchten. Manche Menschen sind dann Ebend halt neugierig und wollen sich über den Islam informieren und gehen in eine Moschee oder fragen einen muslim und wollen dann konvertieren weil sie es manchmal als richtige Religion empfinden. Andere dagegen sind stur und glauben den Medien und vertrauen Ihnen obwohl sie alles umdrehen. Das ist ein Kreislauf der durch die Medien anfängt und machmal mit konvertieren aufhört. Auch wenn du so eine starke Abneigung gegenüber Religionen hast und sie auch nach nachfragen nicht verstehen kannst und diese gewisse Wut noch in dir besteht, zeige sie nicht und respektiere jeden Menschen egal welcher Religion man angehört. Ich hoffe das du deine Einstellung gegenüber Gläubigen ändern kannst :)

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Der Glauben eines Individuums hat nix mit dem uns geläufigeren Wort "etwas glauben" zu tun. Man sollte es durch ein anderes endlich mal ersetzen, um zu mehr Klarheit gelangen zu können.

Übrigens ist Religion nicht etwas, was man einfach mit Füßen treten sollte. Es ist auch nicht etwas, über das man missionarisch überall heiligenscheinmäßig referieren muss. Beides ist vollkommen daneben. Es gibt aber immer noch - so wie bei allem im Leben - einen Mittelweg. Der sieht folgendermaßen aus:

Akzeptiere einfach die Weltanschauungen Deiner anderen Zeitgenossen ! Versuche es nicht auf die gleiche intolerante Weise, wie es so manche Religionsfanatiker tun, indem sie von Tür zu Tür gehen, um andere überzeugen zu müssen. --> https://uhrforum.de/attachments/924772d1410338525-lustige-bilder-videos-fotos-witze-zeugen_jehovas.jpg

:-)

Einen Glauben zu haben, bedeutet nicht jemand anderem gedanklich "etwas abkaufen" zu wollen. Nein ! Vielmehr geht es dabei um originäre Fragen, auf die kein Mensch eine Antwort weiß. Der Mensch fühlt sich aufgrund unbeantwortbarer Fragen alleingelassen und strebt einer Gruppe zu, wo er sich unter Gleichgesinnten geborgen fühlen kann. Berücksichtigt man dies, versteht man möglicherweise eher was es bedeutet, religiös zu sein. Es ist gemäß dem lateinischen Wort "religare" lediglich der Versuch dem Ursprung entgegenzublicken. Eine Herausforderung, die eigentlich jeder, auch der ungläubigste Wisenschaftler, in sich trägt.

Unter Gott verstehen viele etwas anderes. Für John Lennon ist es beispielsweise ein Konzept, mit dem wir unseren Schmerz messen.

JOHN LENNON - "God"

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Kommentar von Haldor
30.06.2016, 15:34

Gut geschrieben ab "Einen Glauben zu haben, bedeutet..."

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Zunächst einmal: Warum bist Du denn so wütend? Was haben Dir strenggläubige Menschen angetan? Selbstverständlich nehme ich "gläubige" Terroristen aus ... die nach meiner Meinung irgendetwas in den falschen Hals bekamen.

Zwar bilde ich mir ein, gläubig zu sein, bin aber tolerant genug, jedem meiner Mitmenschen keinen oder einen anderen Menschen seinen Glauben zu lassen. Was genau hast Du gegen gläubige Mensche? "Schlechte" Menschen gab es immer schon ... ob nun mit oder auch ganz ohne religiösen Glauben.

Deine Wut auf gläubige Menschen muss andere Ursachen haben.

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Wenn du Wut bekommst wenn andere Menschen eine andere Meinung haben als du, dann hast du ein Problem und nicht die anderen. Zudem kann man weder die Bibel noch den Talmud oder den Koran widerlegen, genau so wenig wie man Harry Potter oder Grimms Märchen widerlegen kann. Die heiligen Bücher der Religionen sind weder Geschichtsbücher noch Biologie- oder sonstige naturwissenschaftlichen Bücher. Wer hier argumentiert, die Schöpfungsgeschichte z.B. sei durch die Naturwissenschaft widerlegt, der begibt sich auf das Niveau der Kreationisten die da behaupten, das sei tatsächlich so und in 7 Tagen abgelaufen. Auch musst du nicht mit Krieg und Terrorismus ankommen. Das gäbe es genauso ohne Religionen, das Kind hätte dann nur einen anderen Namen, es geht hier schlicht und einfach um Macht. Also halte die Bälle flach und lasse jeden glauben was er will, sonst bekommst du eines Tages noch beim Anblick einer Wallfahrt einen Herzinfarkt.

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Kommentar von Recorsi
15.06.2016, 23:36

Du vergleichst Märchen mit der Bibel. Ich sehe da so gut wie keinen Unterschied außer dass die Menschen fest daran glauben was in ihr steht, ohne auch nur einen Beweis zu haben. Durch Wissenschaft wurden die Ganzen Theorien der Bibel widerlegt. Und Symbolik kann man das auch nicht nennen, denn die Leute suchten eine Erklärung für die "unerklärlichen" Dinge. Warum man das heute noch glaubt verstehe ich nicht.

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Kommentar von Agentpony
16.06.2016, 00:16

 Zudem kann man weder die Bibel noch den Talmud oder den Koran widerlegen, genau so wenig wie man Harry Potter oder Grimms Märchen widerlegen kann.

Falsche Denkrichtung.

Die religiösen Lehren sind es, die der uns bekannten Lebenswirklichkeit (und sich selbst, und einander) widersprechen. Deswegen muss man nicht diese widerlegen, sondern sie müssen sich gegen die anerkannten Fakten beweisen. Das haben sie bisher versäumt.

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Hallo ich finde es auch nicht nachzuvollziehen wenn menschen derart strikt und streng denken, dass "ihr glauben" das ein und alles ist und die anderen richtungen minderwertig. vor ein paar tagen habe ihc dazu ein wunderbares kinderbuch gefunden das es auf s einfachst erklärt...." Titel is"Mein gott, dein Gott, unser Gott"   ...das bringt es auf den punkt, die  lösung ist toleranz =)

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Einen Punkt siehst Du falsch: Längst nicht alles ist widerlegt. Die Frage, ob es einen Gott gibt, ist bis heute nicht ultimativ beantwortet. Somit ist ein Glauben an Gott weder leichtgläubig noch leichtsinnig. Religionskriege - an dieser Stelle muss doch mal gefragt werden: Was ist denn jetzt eigentlich Religion? War die Ideologie der Nazis eine Religion? Sie trug eindeutig religiöse Züge (wenn auch in extrem fratzenhafter Form!), aber der Rassenwahn wurde mit Darwin und Nietzsche (wahrhaftig keine religiösen Menschen!) begründet, ebenso der zweite Weltkrieg. Ist der Kommunismus, der jedwede Religion ablehnt, womöglich selbst eine Religion? Auch er trägt religiöse Züge. Und auch im Namen des Kommunismus werden Millionen von Menschen brutal ermordet. Noch eines: Natürlich bin ich nicht so dumm, dass ich nicht um die Kreuzzüge, Hexenverbrennungen und anderen Abscheulichkeiten der kath. Kirche weiß. Aber biblisch zu begründen sind all diese Abscheulichkeiten nicht!

Und ein Letztes: Ich achte Dich als nichtreligiös. Bemühe Du Dich, religiöse Menschen zu achten. Die Kriege werden oft genug unter religiösem Vorwand geführt, haben aber im Grunde mit Religion nichts zu tun. Anders ausgedrückt: Ich glaube nicht, dass es in der Weltgeschichte weniger Kriege gegeben hätte, wenn es nie Religion gegeben hätte.

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Sehe ich das komplett falsch und übersehe ich etwas? 

Beides.
Glaube hat nichts mit Leichtsinn zu tun.
Kriege "passieren" (passierten) in der Geschichte nur zu einem geringen Teil aufgrund von Religionen -  als Vorwand etwas öfter.
Bei Kriegen geht es fast immer um Macht, Gier.
Das Gemetzel der IS-Anhänger ist so eine Sondererscheinung unserer Zeit welches aber nur bedingt durch den Glauben an den Koran bewirkt wird.
Atheistische und religionsfeindliche Ideologien haben da in neuer Zeit mehr angerichtet.

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Also ich bin nicht streng Gläubig, aber genug um zu sagen, dass ich wirklich daran glaube.
Dabei geht es nicht um Fakten sondern einfach um seine Innere Einstellung.
Ich persönlich, glaub nicht an jedes Wort, was in der Bibel steht, da die Bibel ein ungenaues Buch ist (ich bin ehrlich, ich habs auch NIE durchgelesen  gelesen und weiß nicht, ob ich das jemals tun werde), aber ich finde das der Glaube an etwas, einen Menschen helfen kann.
Also innerlich.
Das mit den Kriegen, find ich auch schlimm, da jeden Freistehen sollte ob er an etwas glaubt und an was.
Jeder muss das für sich selbst herrausgefinden und wenn du gegen einen Glauben bist, ist es überhaupt nichts schlimmes dabei.
Nur manchen Menschen hilft es, sich selbst oder generell seinen inneren Frieden zu finden

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Hallo, 

du siehst das nicht direkt falsch. Es ist auch nicht schön, wenn aus religiösen Gründen Anschläge verübt und Kriege ausgeführt werden. Das macht viele Menschen traurig und wütend. 

Allerdings musst du nicht wütend werden, wenn du jemanden kennenlernst oder dich mit jemanden unterhälst, der überzeugt von seinem Glauben ist. Geschweige denn solche Menschen als naiv und leichtgläubig zu bezeichnen. Diese Menschen glauben einfach an ihre Religion und vertrauen darauf, sowie du darauf vertraust das die Wissenschaft die heiligen Schriften wiederlegt hat. Du warst bei beidem nicht dabei und kannst daher beides nicht sicher wissen. 

Einfach andere akzeptieren und Fanatiker die missionieren ignorieren. 

Mit freundlichen Grüßen

VanyVeggie

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Kommentar von jiva87
16.06.2016, 10:08

Aber auch wenn keiner dabei war, Knochen Beispielweise sind schon ziemlich Aussagekräftig ;) Das hat nichts mit vertrauen oder "glauben" zu tun. Evolution ist genau so eine Tatsache wie das die Erde rund ist.

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Stell dir vor, du hättest zwei Skalpelle. Mit der Religion verhaltet es sich ähnlich, wie mit der Wissenschaft. Gibst du dieses Messer nun einem Mörder in die Hand (Fanatiker), und einem Chirurgen (Spezialisten). In welcher Hand ist es besser aufgehoben?

Glaube ist letzten ende's auch etwas, was mit einer Überzeugung zu tun hat, und nicht mit Krieg und Mord bzw. Totschlag. Du musst Dinge Grundsätzlich glauben, anders geht es nicht, sonst würdest du auch nix mehr gebacken kriegen.

[Du glaubst ja auch schließlich, dass dein Herz noch morgen schlagen wird und zwar ohne Probleme oder?], doch dafür hast du auch keinerlei Gewissheit, sondern lediglich der Glaube daran und das war's.

(Natürlich widerspricht sich dies jetzt, gerade in meinem Fall aber trzd.) Ich lese aus deinem Profil, dass du dich für PC's interessierst.

Was ist mir dem ganzen PC Müll? Wo geht der denn hin? Was ist mit den Leuten, die ihr Leben am PC verschwenden und für irgendein WOW Schwert (welches nur Virtuell ist) Leute abzustechen, die es ihr stehlen.

Oder warum überhaupt PC's? Wär doch unnötig, geht ja dank dieser mechanischen Seelenräuber-Apparatur sowieso viel zu viel Zwischenmenschlicher Kontakt verloren / kaputt.

LG Dhalwim

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Kommentar von DontKnowe
16.06.2016, 07:25

Ich bin auch ein Fanatiker bzw ein sehr streng Gläubiger Muslim aber dennoch töte ich niemanden ihr alle habt falsches Bild vom Islam lest euch mal den Koran durch und macht euch eure eigene Meinung. Ist ja lächerlich einfach dass zu glauben was die Medien sagen oder ? 

Mfg 

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Ich persönlich sehe das so, dass die Religion eines Menschen der an etwas glauben möchte kein Problem ist. Ich finde Glauben sollte eine persönliche Sache sein OHNE dass andere Menschen beeinflusst werden oder ihnen geschadet wird. Jeder soll nach seinen Richtlinien leben ohne Gewalt usw. Ich verstehe auch nicht warum das nicht klappt .....

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Kommentar von Recorsi
15.06.2016, 22:59

Ich hab auch nichts gegen leute die glauben um sich den tod besser vorzustellen oder sich zu trösten. Aber was manche da machen geht echt zu weit

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Kommentar von Minabella
15.06.2016, 23:00

Ja da hast du recht! Aber so allgemein wären Religionen ja okay mich hat es noch nie gestört, ich gehöre auch keiner an.

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Einen Gläubigen als leichtgläubig zu bezeichnen hat schon was. ^^

Du scheinst allgemein eine Wut auf Leichtgläubige zu haben. Was macht dich so wütend? Sollte man (Leicht-)Gläubigen Wissen einprügeln?

Ich finde nicht, dass man auf die Leichtgläubigkeit mancher Menschen wütend sein sollte. Wo kein Wissen ist, muss man vertrauen. Vertrauen zu zeigen kann man auch als Stärke darstellen.
Wer in einem Umfeld groß wird, in dem viel geglaubt wird, der muss schon eine große Persönlichkeit besitzen, sich dagegen aufzulehnen.

Auf Leichtgläubigkeit wütend zu sein ist so wie auf Egoismus wütend zu sein oder auf Dummheit oder auf Kindlichkeit. Man kann auf alles sauer sein - bringt nur nichts.

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Ich bin auch gläubig (evangelisch), nicht streng aber ich sehe das folgendermaßen (ich spreche hier nur für mich und meine religion):

Ich kenne so gut wie niemanden, der an einen Gott im Himmel glaubt, der die Welt erschaffen hat und das Geschehen kontrolliert. Genauso glauben nicht alle an die Bibel, selbst unser Pfarrer hält dies für Schwachsinn. Aber versteht man die Geschichten im übertragenen Sinn, können sie lehrreich sein.

Ich selbst halte am Glauben fest, eben weil es etwas ist das man nicht beweisen kann. Etwas das trotzdem eine so lange Zeit überlebt und die Menschen begleitet und geleitet hat, muss in meinen Gedanken doch etwas bedeuten. Nichts Übernatürliches und nicht mal die Anwesenheit eines göttlichen Wesens, doch eine Verbundenheit der Menschen und die Kraft des Glaubens.

Sogesehen bedeutet dieser Glaube für mich, an die Menscheit zu glauben. An das Gute im Menschen und an die Kraft des Menschen, das Böse zu überwinden. Und an den Zusammenhalt. Für mich ist das einfach ein schöner Gedanke. 

Gott ist für mich nicht Gott im traditionellen Sinne. Ich sehe stattdessen als Grundlage für den Glauben unser Gewissen. Es bestimmt über unsere Tätigkeiten und hilft uns richtig zu handeln. Spreche ich in einem Gebet zu Gott versuche ich mich selbst zu finden und mein Gewissen zu beurteilen bzw auszuwerten. Man könnte auch sagen ich versuche die Situation objektiv zu betrachten und im Sinne der Menschheit und meines Glaubens zu handeln, wobei der Glaube mir dabei hilft, richtiges und falsches zu beurteilen.

Das bedeutet mein Glaube für mich. Es erscheint vielleicht banal oder vielleicht nicht richtig aus der Sicht eines anderen Christen, aber wie das nun mal so ist: Was richtig und falsch ist kann man nicht beweisen, das ist alles nur eine Sache des Glaubens oder?

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ich beleidige natürlich niemanden deswegen und hier soll sich auch keiner angegriffen fühlen

Dieser Satz wird bei solchen kontrovers diskutierten Themen verwendet, um einen einen gewissen Respekt zu beschwichtigen. Bei Dir ist dieser Satz allerdings ganz und gar substanzlos. Natürlich beleidigst Du hier Leute, wenn Du sie als leichtgläubig und leichtsinnig bezeichnest und behauptest ihr Glauben, integraler Bestandteil vieler Gläubiger, sei widerlegt. Und ob sich diese Leute angegriffen fühlen, entscheiden noch immer die Leute selbst und nicht Du.

Aus Deinem Profil schließe ich mal, dass Du ganz gerne am Computer zockst. Anhand dessen halte ich Dir mal den Spiegel vor:

Mir ist diese Welt fremd, so wie Dir wahrscheinlich die religiöse Welt fremd ist. Und ich kann beim besten Willen auch nicht nachvollziehen, warum sich manche Menschen 15 Stunden oder noch länger vor den Computer setzen und dort zocken, mitunter auch menschenverachtende Spiele, bei denen es darum geht, andere Menschen zu töten - wohlgemerkt virtuelle. Ich behaupte nicht, dass jeder dieser Menschen zu exzessiver Gewalt neigt, und ebenso wenig unterstelle ich Dir das. Ich finde das Ganze allerdings moralisch äußerst fragwüdig.

Hinsichtlich dieses Themas bin ich emotional befangen. Der springende Punkt ist aber, dass ich hier auf gutefrage.net nicht gegen diese Leute, zu denen Du möglicherweise gehörst, hetze, so wie Du es hier tust. Und ich schere diese Leute nicht über einen Kamm, so wie Du es tust:

ich bekomme immer so eine Wut in mir wenn ich jemanden sehe der streng gläubig ist egal welche Religion.

Denn so etwas ist absolut intolerant rührt her von oberflächlichen Gedanken.

Hinzu kommt, dass Du die unzähligen Taten, wie Flüchtlingshilfe, Brot für die Welt, Kampf gegen Prostitution, mit denen viele Gläubige zu einem besseren Miteinander beitragen, ignorierst.

Du solltest Deine intolerante Haltung gegenüber religiösen Menschen überdenken. Es ist schade, dass man hier noch hinzufügen muss, dass zu dieser Gruppe keine fanatischen Terroristen, die Religion als Legitimierung ihrer Greueltaten nehmen, zu zählen sind.

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